"Zurück im Westen" 7/1995  
 

USA 7/1995

Wieder im Westen

 
 

 

 
29.07.1995

Köln - Düsseldorf - London - San Francisco - Santa Rosa

 
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Und wieder auf Tour in unsere liebgewonnene zweite Heimat. Wir sitzen jetzt in dem BA-Flug 285 und sind auf dem Weg von Düsseldorf über London nach San Francisco. 

Unsere Freundin Erika hat uns heute morgen gut nach Düsseldorf zum Flughafen gebracht und übrigens haben wir dieses Jahr auch nicht verschlafen.

Im Flieger haben wir das Glück, uns zu zweit eine Dreierbank teilen zu können. Ich mache aber erst mal eine Pause. Den restlichen Bericht vom Tage werde ich dann heute Abend zu Papier bringen. 

 

 
 

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Hallo, da bin ich wieder. 

Wir sind gut angekommen. Am Flughafen bei der Einreise und beim Schalter unseres Auto-Vermieters Hertz  war wirklich viel los und so kamen wir doch erst relativ spät "auf die Piste". Wir sind direkt durchgestartet und haben uns auf den Weg nach Bodega Bay, sozusagen auf die Spuren von Alfred Hitchcock  gemacht. 

 
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Eigentlich wollten wir in dem berühmten alten Schulhaus aus dem Film "Die Vögel" übernachten, aber leider gab es diese Möglichkeit nicht mehr. Aus dem ehemaligen "Bed & Breakfast" ist ein normales Eigenheim geworden und die beiden Damen, denen dieses Stück Filmgeschichte gehört, nehmen keine Gäste mehr auf.  So mussten wir uns eine andere Übernachtungsmöglichkeit suchen: In Santa Rosa, etwa 50 Meilen von Bodega Bay entfernt, sind wir nach ziemlicher Suche fündig geworden. Die hiesige Infrastruktur hinsichtlich Motels ist leider dürftig oder teuer. 

Habe ich eigentlich schon erwähnt, wie unser Auto aussieht? Also ich glaube kaum, dass wir Schwierigkeiten haben werden, es auf einem Parkplatz wieder zu finden: Er ist außen silbern (suuuper!) aber innen kontrastreich knallrot. (sch.....lich!!!) So, jetzt haben wir aber Feierabend für heute, bis morgen!

 

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30.07.1995

Santa Rosa,CA - Eureka,CA

 
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3. Tasse > noch machen

Heute morgen sind wir  zunächst wieder zurück zum alten Schulhaus und haben den "Hitchcock- Fototermin" gemacht. Dank der bemerkenswerten Beschilderung(!)  (wo sind denn hier eigentlich die Schilder?) haben wir uns jedoch etwas verfahren und kamen später als gedacht am Schoolhouse an. Einige Szenen aus "Die Vögel" haben wir realitätsnah nachgespielt. 

Aber wir hatten (zum Glück) nicht so viele Vögel wie im Film. Das Schulhaus steht übrigens real in Bodega, das ist ein paar Meilen von Bodega Bay entfernt. Abweichend vom Film, der behauptet, es sei das Schulhaus von Bodega-Bay. Und so sind wir natürlich noch ein paar extra Meilen nach Bodega Bay gefahren. Am alten Pier sind wir mehrmals vorbei gefahren, konnten aber nicht endgültig klären, ob dies der Platz ist, bei dem in "Die Vögel" das Benzin an der Tanke ausgelaufen ist und das verheerende Feuer von Bodega-Bay verursacht hat.

 
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In einem sehr netten Krimskrams-Laden in unmittelbarer Nähe waren wir Shoppen, um ein Memoribila o.ä. aus dem Film zu ergattern. Mit einer Tasse unter dem Arm beobachteten wir interessiert, wie zwei Mädels diesen Shop auf ihrer Einkaufstour fast plünderten und alles kauften, was -nach unserer Meinung- nach Kitsch aussah. 

Und dann ging es weiter Richtung Norden. Von Eureka aus haben wir schon mal ein Motel reserviert und so konnten wir uns unterwegs auf der...

 
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...genügend Zeit lassen. Die Avenue wird von riesigen Redwood-Bäumen gesäumt, die bis zu XXXX Meter groß werden können.. War wirklich sehr beindruckend, zwischen dieses Giganten der Natur hindurch zu fahren und ab und zu einen (Foto-)Stopp einzulegen. 

Abends sind wir dann gut in unserem Motel angekommen, haben ein wenig gegessen, Hausaufgaben erledigt und jetzt geht´s ins Bett.

31.07.1995

Eureka,CA - Bandon, OR

 
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Zunächst  haben wir bei Burger King gut und lecker gefrühstückt, dann unser Auto an der Tanke gestärkt und los ging´s noch einmal zum Humboldt Redwoods State and National Park. Nachdem wir vor zwei Jahren im Kings Canyon den größten Baum der Welt (im Sinne von mächtigsten) gesehen hatten, haben wir uns gestern Abend entschieden, nun auch noch dem tatsächlich höchsten Baum der Welt einen Besuch abzustatten. 

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Dazu mussten wir zunächst zum Visitor Center um uns dort eine Permit zu holen. Es dürfen nämlich nur eine begrenzte Zahl von Besuchern täglich dorthin. Im Visitor Center bekamen wir dann eine Wegbeschreibung und einen Zahlencode(?) ausgehändigt.. Wir mussten bis zu einer bestimmten Abzweigung fahren und dort mit Hilfe des Zahlencodes eine Schranke öffnen. Hiernach ging es noch etwa sieben Meilen über eine Schotterpiste. Am Ende der Strecke stießen wir auf einen kleinen Parkplatz und von dort ging es zu Fuß weiter. Etwa zwei Meilen und nur bergab, da graute es uns schon vor dem Rückweg. Hin sind wir ganz gut gekommen, klar, oder? 

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Die Sache mit dem Baum war ganz nett. Aber dadurch, dass die anderen Bäume sehr dicht beieinander standen und fast gleich hoch waren, kam das mit dem höchsten Baum gar nicht richtig gut zur Geltung. Harry sauste mit seiner Kamera einige Male um den Baum um eine gute Perspektive zu finden, fluchte jedoch von Runde zu Runde, dass man die anderen Bäume doch besser fällen würde.

Der anschließende Rückweg war erwartungsgemäß ganz schön anstrengend. Aber wir haben uns ganz gut geschlagen, so für ungeübte Städter. 

 
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Nachdem wir wohlbehalten wieder unser Auto erreicht hatten, ging die Fahrt weiter, wobei wir feststellen konnten, was man mit viel Holz machen kann...

 

Es ging immer an der Küste entlang weiter. Bis Bandon sind wir so gefahren und haben uns dort in einem Motel direkt am Meer einquartiert. 

 
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Wir haben ein tolles Zimmer mit Balkon direkt zum Meer raus. Am Abend gab es dann noch ein ganz besonderes Naturschauspiel: Vom Meer her kam eine riesige, dichte Nebelwand auf uns zu. Man fühlte sich sehr an den Film "The Fog" erinnert. Die Temperatur sank innerhalb kürzester Zeit, ein Wind kam auf und es fehlten nur noch die Untoten, die langsam mit Kettenrasseln und grauenvollem Gesang den Nebel verließen. Sehr gespenstisch das ganze. Vom abgeschlossenen Zimmer aus beobachtend stellten wir fest, dass es aber mehr beeindruckend und schön als angsteinflößend war.

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 Zumindest haben wir den apokalyptisch nach uns greifenden Nebel bisher gut überstanden. Und dann überraschte uns auch noch ein herrlicher Sonnenuntergang. Bis morgen dann! 

 

 

 
01.08.1995

Bandon,OR - Crater Lake,OR

 
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Am nächsten Morgen waren zu unserer Beruhigung wir noch da; und der Nebel ist dem morgendlichen Dunst gewichen.

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Als erstes führte uns der Weg zu den Oregon Dunes. Es handelt sich dabei um riesige Sanddünen,  die bis zum Pazifik reichen. Wir sind durch die Dünenlandschaft hindurch  bis zum Pazifik  gewandert, was durchaus recht anstrengend war , aber ebenso schön. Am Wasser angekommen haben wir aber gemerkt, dass es hier ziemlich kühl und windig war und so haben wir uns recht schnell wieder auf den Rückweg gemacht. 

Viel Spaß hatten wir beim Beobachten  einer Gruppe Teenager, die sich in den Sanddünen eine Sprungschanze gebaut hatten und nun Teenie für Teenie beeindruckende Sprünge hinlegten. Nach diesem Spektakel sind wir weiter zum Crater Lake gefahren. Wir haben mit viel Glück sogar ein Zimmer im Park bekommen. Der Vorgang war ganz lustig: Beim Tanken entdeckte Harry ein Schild, wonach es im Park noch freie Zimmer gibt, was absolut selten und ungewöhnlich ist.. Harry fragte beim Tanken eher beiläufig, ob sie denn wirklich noch eins frei hätten. Er rechnete mit einem "Sorry, we´re full" und fragte verdutzt nochmals mit "Real?" nach, nachdem man ihm ein "Yes!" entgegnete.  Und so kamen wir dann recht leicht an ein nettes Motel, das im Stil einzelner Blockhütten aufgebaut war.

 
Schneefeld

Anschließend sind wir noch ein wenig Wandern gewesen und zwar auf dem Watchman. Unterwegs mussten wir sogar noch ein Schneefeld(!) überqueren, und das im Hochsommer. Man hat einen tollen Überblick von dort oben, es ist allerdings auch ziemlich anstrengend aufgrund der Höhe (ich glaube es waren über 3000 Meter). 

Nach der anstrengenden Tour gab es noch etwas zu essen und jetzt geht's ins Bett.

 
 

 

 
02.08.1995

Crater Lake,OR - Old Station,CA

 
 

Harry ging es heute morgen gar nicht gut. Er hatte schwer mit seinem Kreislauf zu kämpfen. Wie wir später feststellten, hing dies wohl mit der Höhe zusammen, denn als wir später bergab fuhren, ging es ihm Meter für Meter besser. (Typisch Männer!)

Trotz Harrys Kreislaufproblemen sind wir erst wieder ein wenig shoppen gewesen, man muss ja ein paar Andenken haben. Allerdings sind die Trophäen unserer Shopping-Tours meist eher gering. Wir schauen und staunen eher als das wir wirklich kaufen. Aber diesmal gab es ein paar Probleme, da meine beiden Kreditkarten nicht funktionierten. Zum Glück war Harry und seine Karten da. (Gut, dass es Männer gibt!) Nach dem erfolgreichem Abschluss der Kauftätigkeit ging es wieder zurück in die Natur. Wir sind einmal komplett um den Crater Lake gelaufen????????. Es ist wirklich eine tolle Landschaft. Der See wirkt, je nach Sonneneinstrahlung, sehr unterschiedlich: von sehr bedrohlich dunkel bis strahlend blau und freundlich. Am frühen Nachmittag machten wir uns auf den Weg zum Lassen Volcanic National Park. Je näher wir auf den Park zukamen, desto einsamer wurde es. Wir bekamen schon Bedenken ob wir hier überhaupt noch ein Motel finden, denn es wurde auch immer später! In einem kleinen Ort (wenn man drei Häuser als solchen bezeichnen kann) gab es einen kleinen Campingplatz, der aber auch Rooms verfügte. 

 
 

Und tatsächlich hatten sie für uns auch einen Room, und der war auch noch spitze! Ein kleines Zimmer über einer Scheune. Als wir oben das Zimmer bezogen viel Harry auf, dass die Heizung brannte und offensichtlich nicht auszuschalten war und das bei über 30° draußen. Er fragte daraufhin die Vermieterin, ob wir diese nicht ausschalten können. Sie meinte nur, dass das recht kompliziert sei und außerdem würde es Nachts doch recht kalt. Na ja, dieser eigenwilligen Sichtweise mussten wir uns zwangsläufig unterordnen und so haben wir mit Unverständnis noch einen kurzen Abstecher in den Park gemacht. Und jetzt sitzen wir in unserem Zimmer über der Scheune und lassen uns mal überraschen, ob es denn wirklich soo abkühlt. Übrigens haben wir jetzt schon das zweite mal in den USA keinen Fernseher und kein Telefon im Zimmer. Erstaunlich, dass es so was wirklich noch gibt in Amerika, ist ja doch erstaunlich. Mangels Infrastruktur sitzen wir nun statt bei McDonald's auf dem Bett und kauen ebenso genussvoll auf unserem Picknick rum. Also, jetzt aber gute Nacht und bis morgen.

 
 

 

 
03.08.1995

Old Station,CA - Ponderosa Ranch,NV - Lovelock,NV

 
 

Tja, unsere Vermieterin hatte absolut recht: Nachts wurde es saukalt und am liebsten hätten wir in der Nacht die Heizung höher gestellt. Das aber ging leider ebenso wenig wie der gestrige Versuch des Ausschaltens!  Aber ansonsten haben wir tief und fest geschlafen. 

Im Lassen Volcanic wollten wir eigentlich den Bumpas Hell Trail wandern, allerdings war der wegen durch Schneefall bedingter  Unpassierbarkeit geschlossen. Wir trauten unseren Augen nicht: Der Schnee lag so hoch, dass wir teilweise wie durch eine Schlucht gefahren sind. Rechts und links nur zwei Wände aus Schnee, vergleichbar mit den österreichischen Ski-Gebieten im Winter! So ist unsere Wanderung dann in das (kristallisierte) Wasser bzw. in den Schnee gefallen. Wir haben uns dann stattdessen an ein paar passierbaren Stellen umgesehen. Es gab einige heiße Quellen und  sehr schwefelhaltige Dämpfe, aber alles in allem waren wir zwangsläufig doch ziemlich schnell mit unserem Programm durch und sind daher ziemlich schnell weiter gefahren. Wir beschlossen, den Cartwrights einen Besuch abzustatten. Und so ging es zur Ponderosa Ranch, die direkt am Lake Tahoe liegt. Die Ponderosa ist eine kleine Western Stadt mit einer Hauptattraktion, dem Ranch-House aus der Kult-Serie der 50iger und 60iger "Bonanza".

 
Ponderosa-Bilder

Die Inneneinrichtung der Ponderosa war genauso, wie man sie aus der Serie kennt und an den Wänden hingen noch die Hüte und Westen von Hoss und Little Joe, so, als wären die beiden nur mal kurz draußen Luft schnappen. Die dazugehörige kleine Stadt, die aus einem kurzen Straßenabschnitt besteht, war recht nett und sehenswert, aber auch nicht ein unbedingtes Muss.

Der Rundgang durch die Ponderosa war ein Muss für alte Fernseh-Hasen, wenn er aber auch ernüchternd war: Die "riesige" Ranch besteht aus zwei kleinen Räumen und dem großen Wohnzimmer. Die Treppe in den ersten Stock war ein Fake: sie endet im Nichts, kurz hinter der Kurve. Sämtliche Innenaufnahmen vom ersten Stock wurden einige hundert Meilen entfernt in Studios gedreht.

Im Erdgeschoss befanden sich in mehreren Ecken hinter Wänden kleinste Erker: Hier befanden sich die Kameras, die durch diese raffinierten Einstellungen das Wohnzimmer riesig erschienen ließen.

Überhaupt ist die Ponderosa nur deshalb hier entstanden, damit sie in einer schönen Kulisse stand.

Nach einigem Herumwandern und einer kräftigen Stärkung mit einem Hoss-Burger sowie einem interessanten Getränk (Harry hatte einen Becher Sarsparilla, das etwas undefinierbares Getränk des alten Westens) machten wir uns dann schon mal weiter auf den Weg Richtung Salt Lake City. 

Bis Lovelock sind wir noch gefahren und haben uns dann ein Motel gesucht. Ist ganz nett hier, aber beeindruckender ist die Neon-Reklame des Motels. Bei uns in Deutschland würde man dieses Motel aufgrund der Illumination vermutlich als ein Stundenhotel einstufen. Alles leuchtet rot und mit Herzchen, richtig kitschig schön. So ,jetzt gehen wir aber ins Bett, also dann bis morgen.

 
 

 

 
04.08.1995

Lovelock,NV - Salt Lake City,UT

 
 

Heute stand die restliche Strecke nach Salt Lake City auf dem Programm. Die Strecke durch den trockenen Teil des Salzsees war wirklich höchst interessant. In Salt Lake City angekommen haben wir bei Motel 6 kein Zimmer bekommen, stattdessen in dem Motel direkt gegenüber. Während ich das Zimmer klargemacht habe, beobachtete Harry einen Autounfall direkt vorm Motel.  Nach dieser actionreichen Einlage wollten wir eigentlich zum Baden in den Salzsee. Allerdings haben wir kein Glück gehabt: Das Schwimmbad wurde gerade renoviert und wir haben leider keine vernünftige Stelle am Ufer gefunden, an der wir bis zum See gekommen wären. Wir hätten überall erst ein Schlammgürtel durchqueren müssen um an den See zukommen. Außerdem stank der Schlamm ziemlich und so sind wir unverrichteter Dinge zum Shoppen gefahren. Wir haben sogar einen Fotoladen gefunden, aber der hatte leider schon zu. 

Da soll mir noch einer erzählen, dass in Amerika die Läden viel länger aufhaben als bei uns. Es war erst fünf Uhr und schon waren kleinere Geschäfte zu und das im Land der "unbegrenzten Ladenöffnungszeiten". 

 

 
 

Da Harry unbedingt einen Polfilter braucht kommen wir morgen früh nochmal her. Aber erst nach zehn Uhr, weil der Laden nicht früher öffnet (um das Märchen der unbegrenzten Öffnungszeiten noch abzurunden). Nach dem Bummeln haben wir noch etwas gegessen und dann ging es zurück ins Motel. 

Jetzt sind wir mit unseren Hausaufgaben fertig und auch ziemlich bettreif. Also dann bis morgen, irgendwo in der Nähe vom Yellowstone.

 
 

 

 
05.08.1995

Salt Lake City,UT - Jackson,WY

 
 

Heute morgen also -wie gestern bereits erwähnt- erst mal zum Foto Shop gefahren. Harry hat tatsächlich seinen Polfilter bekommen, aber das Objektiv, für das er sich interessierte, war uns doch zu teuer. Nach dem erledigtem Geschäft ging es weiter nach Jackson und damit vor die Tore des Grand Teton National Park. Laut unseres Reiseführers gibt es in Jackson stets freie Zimmer. Leider kennt Jackson unseren Reiseführer nicht: Nach dem dritten Anlauf hatten wir dann endlich in einem Motel Glück und haben das letzte Zimmer bekommen. Übrigens sah es gegen Abend so aus, als wenn es überhaupt das letzte Zimmer in ganz Jackson gewesen war: Überall prangte "Full", "Sorry" oder "No Vacancy".

 Nachdem wir nun für diese Nacht eine Bleibe gefunden hatten, versuchten wir telefonisch im Yellowstone National Park für die nächsten drei Nächte ein Zimmer zu reservieren. Leider Fehlanzeige, also versuchten wir es in der näheren Umgebung des Yellowstone. Ebenso Fehlanzeige. Kurz entschlossen haben wir in unserem Motel nachgefragt, ob wir verlängern könnten und wirklich, das hat geklappt. 

So waren wir zwar unser Zimmerproblem los, haben es jedoch gegen ein Fahrproblem eingetauscht: . Von hier aus sind es zum Südeingang des Yellowstone "nur" etwa 55 Meilen. Also haben wir jeden Tag einiges zu fahren!

 
 

Abends waren wir noch ein bisschen in Jackson unterwegs. Jackson ist "voll auf Touris" ausgelegt und abends ist hier wirklich viel los. Es gibt jede Menge Lokale, Souvenir-Shops und sonstige Läden wie Ralph Lauren, Benetton und andere Markenshops. Nach ausgiebigem Bummeln ging es dann wieder zum Motel und ab ins Bett, denn morgen wollen wir früh los. Gute Nacht and "So long".

 
06.08.1995

Jackson,WY - Grand Teton,WY - Yellowstone,WY - Jackson,WY

 
 

Der Grand Teton National Park, das war heute unsere erste Station. Eine wunderschöne Landschaft begleitete uns und deshalb gab es wieder viele Fotostopps und noch mehr belichtete Filme. Wir sind die Scenic Route durch den Grand Teton gefahren und haben auch einige General Stores gefunden. Dort mussten wir natürlich auch ein bisschen Shoppen. Aber uns trieb es doch langsam aber sicher zum Yellowstone National Park und hier als erstes zum "Old Faithful". Wir haben uns den Ausbruch des Geysirs zweimal angesehen. Ist schon sehr beindruckend. Harry hat übrigens gefilmt, so echt mit Super 8. Ja, das gibt es noch! 

Ich habe derweil fotografiert und ganz Japan auch. Nach diesem ersten Eindruck des Yellowstone Parks haben wir uns auf den Rückweg nach Jackson gemacht. Dabei ist uns aufgefallen, dass sich der Weg ganz schön zieht, wenn man müde ist und eigentlich nur noch ins Bett will. Aber das haben wir ja wenigstens. 

Für unsere Verhältnisse  sind wir im Motel ziemlich spät  angekommen. Noch schnell was gegessen und jetzt geht´s ins Bett. Also, bis morgen, im Land brodelnden Schlammlöcher.

 
07.08.1995

Jackson,WY - Yellowstone,WY - Jackson,WY

 
 

Heute schreib ich (Harry) mal. Ausnahmsweise! Soll auch nicht die Regel werden! War´n "doller" Tag - Spülung in der Toilette ging nicht (das heißt die Runterspülung) und aus den Federn sind wir auch nicht gekommen. 

After McDonalds-Breakfast und Fueling bei Chevron haben wir wieder den weiten Weg zum Yellowstone angetreten, was sich aber gelohnt hat: 

Neben dem Old Faithful ( der heute etwas zu spät war ) , ins Bild rennenden Japanern und vielen anderen Geysiren und blubbernden Löchern haben wir weiteres "Hochinteressantes" gesehen: Elks (Wapiti Hirsche), echte Elche mit riesigen Schaufeln, Buffalos in der Ferne und einen Kojoten. Allein von der Tierwelt war der Tag ein Volltreffer und auch landschaftlich.

 Weiterer positiver Aspekt des Tages: Unser Lokus geht wieder.

 
08.08.1995

Jackson,WY - Yellowstone,WY - Jackson,WY

 
Schlange vor der Umkleide

"Yellowstone, die dritte".

Aber heute war nicht unser Tag???. Als wir im Yellowstone NP ankamen, war es kalt und bewölkt. Auf dem ersten Parkplatz, den wir erreichten, haben wir uns erst mal umgezogen. Viele andere Touristen sahen das genauso wie wir und so gab es vor den Toiletten, die die Umkleide darstellten, eine Schlange von Leuten in Shorts. Und wenn sie dann wieder rauskamen hatten sie lange Hosen an. Wir sind erst mal ein wenig Shoppen gegangen. Das Wetter besserte sich langsam und so haben wir natürlich nicht nur Giftshops gesehen. Wir haben einen Wasserfall erwandert, haben einen Fuchs gesehen, waren bei den Kalkterrassen, haben einen versteinerten Baum besucht (war nicht so der "Brüller") und haben den Grand Canyon of Yellowstone gesehen. Eine nette Schlucht, durchaus beachtenswert, aber bei Weitem nicht so beeindruckend wie es der Name verspricht. Dort wollten wir uns gegenseitig für das "I was here-Foto" fotografieren und wurden dabei von einem amerikanischen Paar beobachtet. Nach kurzer Zeit fragten sie uns, ob wir ein gemeinsames Bild haben möchten. Das wollten wir und so geschah es: Während die Dame uns vor die Linse dirigierte, sperrte ihr Mann lautstark und gestikulierend die Strecke zwischen Kamera und uns, damit keiner durchs Bild läuft. "We were amused!"

 
Bison über Parkplatz oder wir werden fotografiert.

Auf einem Parkplatz gab es dann ein außergewöhnliches Erlebnis mit einem Bison. Das Bison trottete quer über den Parkplatz und keine zwei Meter an uns vorbei. Bei dieser Nähe erkennt man erst mal, wie groß so ein Bison ist und was etwa 1,80m Schulterhöhe live bedeuten. Wir hatten ziemlichen Respekt vor ihm. 

Wieder in Jackson angekommen haben wir Ralph Lauren noch um ein paar Hosen erleichtert und waren noch etwas Essen. Jetzt sind wir ganz schön erledigt und freuen uns auf unser Bett. Also, bis morgen.

 
 

 

 
09.08.1995

Jackson,WY - Gillette,WY

 
 

Das Wetter war heute entgegen gestern wieder prima und so war der Fahrtag das reinste Vergnügen. Als erstes führte uns der Highway  wieder durch den Yellowstone N.P.. Dort haben wir wieder einen Unfall gesehen: Ein Autofahrer war in einer Kurve geradeaus gefahren, statt der Straße zu folgen. Resultat war ein leicht angekratzter Baum und ein deutlich verbeultes Auto. 

In Cody haben wir zunächst einen Servicestop eingelegt. Dazu zählt Tanken, Essen und ein bisschen Shoppen bei K-Mart (ein paar Wrangler mussten einfach mit). Frisch gestärkt ging es weiter und wir kamen durch die "Bighorn Canyon National Recreation Area". Die Landschaft war schönl und wir haben einige Aussichtspunkte besucht. 

In Buffalo wollten wir heute eigentlich  Station machen, aber irgendwie haben wir auf der Interstate die Ausfahrt verpasst und so sind wir jetzt in einer "Rasierer-Stadt" gelandet. Nein, nicht Remington sondern Gillette

Unser Zimmer ist ganz nett, aber der Preis ist nicht so freundlich. Morgen werden wir dann dem Devils Tower einen Besuch abstatten. Also dann, bis morgen.

 
 

 

 
10.08.1995

Gillette,WY - Rapid City,SD

 
 

Unser erster Weg führte uns, wie gestern schon angekündigt, zum Devils Tower. Dabei haben wir das Glück (oder Pech?) gehabt, einem Harley-Treff beizuwohnen: Unterwegs dorthin sind uns ziemlich viele Harleys begegnet. Wenn diese dann  im Verband fahren, machen die einen ganz schönen (besser: "fürchterlichen") Lärm, sieht aber schon cool aus. Die erste Attraktion am Devils Tower war nicht der Devils Tower sondern eine Präriehund-Kolonie zu Füßen des Devils Tower. Es macht viel Spaß, diese lustigen Tierchen zu beobachten und natürlich ging eine Unmenge Filmmaterial drauf. Besonders Harrys Versuch, einen der Präriehunde direkt am Eingang seines Baus abzulichten. Sie schauen aus dem Bau, kaum will man den Auslöser betätigen, verschwinden sie wieder um wenige Sekunden später vor einem anderen Ausgang wieder zu erscheinen.

Auf dem Parkplatz vom D.T. gab es dann eine Unmenge Harleys zu bestaunen. Die ganzen europäischen Touristen taten dies auch. 

Die amerikanischen Biker hingegen standen zu einer Traube um.......die einzige BMW unter den Motorrädern. 

Nach diesen ganzen Nebenattraktionen kamen wir doch endlich auch zum Devils Tower. Wir sind einmal drum herum gewandert, wobei uns natürlich wieder viele der Biker begegneten. Vielleicht hat man bzw. wir Vorurteile gegen Biker, aber die Harleybiker waren echt stark: Sie sind -trotz ihrer angsteinflößenden "Kutte" ausgesprochen nett, zivilisiert und entgegenkommend.

 
Präsidenten 

Einer von ihnen bewunderte Harrys Kamera (hatte offensichtlich einen guten Geschmack) und ein anderer zeigte uns einige Bergsteiger in einer Wand des Devils Tower. Alles in allem sehr nette Leute. Nach unserer Tower-Umrundung waren wir natürlich noch ein wenig "giften". 

Es gab aber wieder Probleme mit meiner Kreditkarte und es dauerte ziemlich, bis wir wieder aus dem Laden waren. Auf dem Rückweg mussten wir auch noch mal bei den Präriehunden anhalten, aber danach haben wir uns doch auf den Weg zum Mount Rushmore gemacht. Unterwegs haben wir festgestellt, warum es soviel Biker hier gab. Es fand nämlich ein großer Bikertreffen in der Nähe vom Mount Rushmore statt. In Rapid City haben wir uns dann ein Zimmer besorgt und dann ging es zum Mount Rushmore. 

Abends werden die Präsidenten sogar illuminiert. Ganz nett anzusehen, aber nichts besonderes. Irgendwie warteten wir (und viele andere) auf den Höhepunkt der Show. Das einzige was sich tat, waren wechselnde Farben. Na ja!

Wir haben jedoch ein paar Biker belauscht, die sich darüber unterhalten haben, von wo man den besten Blick auf die Präsidenten hat. So haben wir erfahren, dass es auf einer Nebenstrecke einen hervorragenden Blick auf die "Preseidents" geben muss. Wir werden es überprüfen!

 
 

Nachdem wir in wieder in Rapid City waren, gab es noch mal was zu Essen und jetzt "Gute Nacht".

 
 

 

 
11.08.1995

Rapid City,SD - Denver,CO

 
Blick durch Tunnel auf Präsidenten

Heute morgen haben wir sofort den Geheimtipp der Biker überprüft und wirklich, sie hatten Recht. Die angesprochene Straße schlängelte sich zunächst schön aber unspektakulär durch die Gegend, führte dann unerwartet durch einen Tunnel und als wir den Tunnel verließen, wurde man förmlich durch die Präsidenten erschlagen. Ein fantastischer Blick. 

Danach war für den Rest des Tages mal wieder Fahren angesagt, denn wir wollten heute bis Denver weiterfahren. Unterwegs haben wir einen Levis-Outlet noch etwas bereichert und dann waren wir auch schon in Denver. Zielstrebig haben wir ein Motel 6 angesteuert, aber die hatten kein Zimmer mehr für uns. Die nächsten beiden Motels auch nicht und so steckten wir wieder mittendrin im "Motel-Such-Stress". 

Gefunden haben wir dann ein Billig-Motel. Der Raum ist ziemlich runtergekommen, aber die Handtücher und die Bettwäsche sind wenigstens auber. Die Klimaanlage ist auch nicht ganz in Ordnung. Harry will gleich mal nachschauen. 

Doch jetzt wollen wir erst noch mal los ein bisschen Denver anschauen und was essen. Ich wünsch schon mal eine Gute Nacht und bis morgen.

 
 

 

 
12.08.1995

Denver,CO - Montrose,CO

 
 

"Jesus!".  Von wegen "Gute Nacht". Das war wohl die schlimmste USA-Night. Zunächst konnten wir die Klimaanlage doch nicht zum Laufen bringen und so war die Nacht schon mal arg warm. Und kamen auch noch einige zwielichtigen Typen dazu, die im und um dem Motel so rumlungerten. Wir haben schon mal nur das Nötigste aus dem Auto ins Zimmer reingeholt um möglichst schnell am nächsten Morgen abhauen zu können. 

Gegen Mitternacht kam dann plötzlich ein Polizeiwagen auf das Motelgelände. Die Cops suchten wohl jemanden. Jedenfalls haben wir uns wieder angezogen, falls die Cops uns auch überprüfen wollten. Danach war nicht mehr an Schlafen zu denken. Bei dem kleinsten Geräusch sahen wir erst mal raus, ob unser Auto noch da ist oder sonst irgendetwas passiert ist. Stündlich öffnete Harry den Kühlschrank, um möglichst etwas Kälte und Abkühlung in das Zimmer zu kriegen. Um fünf hatten wir dann genug und sind aufgebrochen. In dem ersten McDonald, der schon auf hatte, haben wir uns gestärkt. Und mit etwas Abstand fanden wir das Ganze nicht mehr ganz sooo schlimm un d uns über das Erlebte mit viel schwarzem Humor amüsiert. Im Nachhinein geht so etwas ganz gut. Trotzdem waren wir froh und erleichtert, diese Nacht mehr oder weniger gut überstanden zu haben. Zur Vorsicht haben wir aber dann lieber schon mal in einem Days Inn für heute Abend reserviert. Da weiß man wenigstens, was man hat. Nachmittags waren wir dann in Monrose und in unserem Motel.

 
 

Wirklich kein Vergleich zu unserem letzten Motel. Am späten Nachmittag waren wir noch im Black Canyon of the Gunnsion, der seinem Namen alle Ehre machte: Er war sehr dunkel, sogar sehr sehr dunkel, weil das Wetter zunehmend trüb wurde.  Da es dann auch noch zu regnen anfing, haben wir uns auf den Weg ins Motel gemacht. 

Wir haben ja ein wenig Schlaf nachzuholen. Morgen früh werden wir dann noch mal zum Black Canyon fahren. Jetzt aber ins Bett zu einer ruhigen vollverdienten GUTEN Nacht.

 
 

 

 
13.08.1995

Montrose,CO - Moab,UT

 
 

Diesmal gab es an unserer Nachtruhe nichts auszusetzen und so fuhren wir heute morgen gut erholt und ausgeschlafen sowie bei besten Wetter noch mal zum Black Canyon of the Gunnsion National Monument. Diesmal zeigte sich der Canyon von seiner besten Seite und gewährte uns tiefe Einblicke in seine schwarzen Schluchten. Nach einigen Stunden und einigen vollen Filmen machten wir uns dann langsam auf den Weg, denn wir wollten heute noch bis Moab fahren. Unterwegs haben wir kurzentschlossen noch einen Abstecher in das Colorado National Monument gemacht. Das hat sich auch wirklich gelohnt und Harry hat wieder seine Finger nicht vom Auslöser bekommen. Nach vielen View Points und einige Stunden  haben wir unsere Fahrt nach Moab wieder aufgenommen. Wie waren auch ziemlich kaputt als wir endlich im Apache Motel angekommen sind. Es befindet sich etwa 1 bis 2 Blöcke von der Main Street entfernt in recht ruhiger Lage. Gott sei Dank hatten wir von unterwegs schon mal reserviert. Das Zimmer ist ganz schön und einige Zimmer weiter hat auch schon mal John Wayne gewohnt, als er hier in der Nähe zu Dreharbeiten war. 

Nach der Zimmerinspektion waren wir noch eben was Essen und jetzt ab ins Bett.

 
 

 

 
14.08.1995

Moab,UT - Arches N.P. - Moab,UT

 
Giants Avenue / Balanced Rock / Delicate Arch

Tja, so geht´s auch: Wir sind heute nur etwa 10 Meilen bis zum Arches National Park gefahren und haben dort den ganzen Tag  verbracht. Als erstes sind wir durch die Grand Avenue gewandert. Ein kleiner Walk, der sich -dem Namen entsprechend, zwischen riesigen Felswänden hindurchzieht. Aufgrund der hohen Felswände hatten wir während des Walks angenehm viel Schatten. 

Danach wurde der Balanced Rock (bekannt auch aus einem der Indiana Jones Filmen) von uns umrundet. Natürlich auch zu fuß. Eigentlich wollten wir auch noch mal durch das Felslabyrinth Fiery Furnace, das uns ´93 schon gut gefallen hat. Aber leider braucht man jetzt eine Permit, weil sich wohl einige Wanderer verirrt haben und sogar umgekommen sind. Für die Permit hätten wir aber zurück zum Visitor Center gemusst. Statt dessen sind wir zum Skyline Arch gewandert. In den 40er Jahren ist hier ein riesiges Stück aus der Wand gebrochen und hat das Fenster fast verdoppelt. 

Danach haben wir erst mal ein Picnic eingelegt und uns dabei entschlossen, den Delicate Arch zu erwandern. Die Idee war schneller zu kriegen als oben anzukommen. Es waren schon recht anstrengende 2,5km bergauf und fast der ganze Weg lag in der prallen Sonne. Aber oben angekommen waren die Strapazen schnell vergessen. Der Delicate Arch ist wirklich einer, wenn nicht sogar der schönste Arch im ganzen Park. Wir könnten uns vorstellen, ihn irgendwann einmal wieder zu besuchen.

 
 

Wir haben uns einige Zeit oben aufgehalten, denn der Arch muss ja aus jeder erdenklichen Position abgelichtet werden. Während Harry um ihn und in ihm rumkroch, habe ich die ganze Szenerie aus der Ferne beobachtet. Nach der Rückkehr zum Parkplatz und damit zum Auto mussten wir feststellen, dass unser Wasservorrat ziemlich am Ende war. So mussten wir doch noch mal zum Visitor Center um Wasser nachzufüllen. Bei der Gelegenheit hat sich Harry dort noch nach einem guten Platz für den Sonnenuntergang erkundigt. So sind wir wieder in der Nähe vom Delicate Arch gelandet und zwar am View Point Delicate Arch. Nach einem kurzen Weg hatte man einen tollen Blick auf den Delicate Arch, wir er von der lngsam versinkenden Sonne in ein blutrot verwandelt wurde. "Echt super" und sehr "Minolta-Aktiv". 

Der heutige Tag war also mal kein Fahrtag sondern ein Wandertag und somit mit hohem Film- und Kalorienverbrauch. Die haben wir beim Abendessen aber natürlich wieder aufgefüllt. 

Jetzt sind wir im Motel, haben alle Hausaufgaben erledigt und werden jetzt ins Bett gehen. Also gute Nacht, bis morgen.

 
 

 

 
15.08.1995

Moab,UT - Bluff,UT

 
Abstieg zur Brücke

Heute morgen wollten wir zunächst wieder ein Motel reservieren. Leider klappte das nicht telefonisch und so sind wir erst nach Bluff gefahren und haben dort ein Motel klar gemacht. Nachdem wir das erledigt hatten, ging es zum Natural Bridges National Monument. Der Weg dorthin war stellenweise recht abenteuerlich. Eine Teilstrecke des Highways 261 war nicht asphaltiert und das bergauf. Unser Mustang machte einige Schwierigkeiten. Immer wenn man etwas Gas gab, ging das Heck seitlich weg und so kamen wir mehrmals doch etwas nah an den Abgrund. Etwas Nervenkitzel muss wohl sein. Im Natural Bridges Monument angekommen haben wir zwei der drei Brücken erwandert. Die erste Wanderung war auch recht abenteuerlich:  Der Weg unter die Brücke führte vom Canyonrand hinab in den Canyon. Man musste über eine Leiter und eine in den Fels geschlagenen Treppe  klettern. Teilweise war es wirklich recht anstrengend, aber auch sehr schön. Die zweite Wanderung war mit Abstand weniger anstrengend, aber auch sehr schön.

 
 

Zwischendurch haben wir ein Piknic eingelegt und haben dabei die Ruhe und den schönen Tag genossen. 

Jetzt sind wir im Motel und ich hatte gerade einen leichten Panikanfall, weil ein riesiges Insekt auf meinem Bein saß. Aber gemeinsam haben wir das Untier davon überzeugt, dass es wieder aus unserem Zimmer raus muss. Unsere Hausaufgaben haben wir auch schon gemacht und jetzt gleich machen wir ein Piknic in unserem Zimmer. Also mache ich jetzt Schluss, damit wir essen können, bis morgen.

 
 

 

 
16.08.1995

Bluff,UT - Monument Valley - Bluff,UT

 
Monument Valley / Sonnenuntergang

Ich sitze hier gerade vor dem Visitor Center von Monument Valley. Wir warten auf den Sonnenuntergang und so habe ich jetzt schon mal Zeit zu schreiben:

Heute morgen war es wettermäßig nicht so berauschend. Wir sind zum Monument Valley gefahren und haben abermals wie vor zwei Jahren die Tour durch das Valley gemacht. Ab und zu kam zwar mal die Sonne raus, aber es war nicht wirklich schön. Uns kam die Idee, einen Rundflug über das Valley zu machen und so fuhren wir rüber zum Hotel um uns dort zu erkundigen. Dort konnte man uns nicht weiterhelfen, weil die Flugzeuge nicht hier in der Nähe starten sondern z.B. von Page, AZ aus. So sind wir wieder zurück und Harry hat es sogar geschafft wieder ins Valley zu kommen, ohne nochmal Eintritt zu zahlen. Nach zähen Verhandlungen mit einem Native ließ uns dieser durch. Jetzt sitzen wir hier und warten darauf, dass das Wetter besser wird und es sich auch lohnt, auf den Sonnenuntergang zu warten. Morgen werde ich dann berichten wie es war. Also dann bis morgen.

 
 

 

 
17.08.1995

Bluff,UT - Cameron,AZ

 
 

Zunächst einen Nachtrag zu gestern. Das Wetter hatte sich tatsächlich noch gebessert und ist sogar richtig toll geworden. Wir sind daraufhin nochmals eine Runde durch das Valley gefahren. Nach dem Regen war die Fahrt auch deutlich weniger staubig als sonst. Der Sonnenuntergang war ebenfalls ganz besonders farbenprächtig. So, jetzt aber zu heute: 

Wir wollten heute zum Grand Canyon, also waren wir wieder mal sehr früh unterwegs. In der Cameron Trading Post, etwa 80 Meilen vor dem Ost-Eingang des Parks und somit für amerikanische Verhältnisse quasi ein Katzensprung,  haben wir schon mal für heute Abend ein Zimmer reserviert. Somit können wir ganz entspannt solange wir wollen am Grand Canyon bleiben. Nach Klärung der Zimmerfrage sind wir zum Grand Canyon Airport gefahren und haben noch mal einen Hubschrauberrundflug gebucht. Wir mussten etwas warten bis unsere Tour dran war. 

In der Zwischenzeit haben wir amüsiert eine japanische Reisgruppe beobachtet: Oh Mann,  hingen die in den Seilen! Ich glaube, die hätten einiges an Schlaf nachholen müssen. Einer von ihnen hielt Wache, um den Abflug nicht zu verpassen und der Rest schlief schon im Stehen ein. Sie hingen längs und quer über den Stühlen und ihre Augen waren noch kleiner und schlitziger als sonst schon. Als ihr Flug aufgerufen wurde, hatte der "Aufpasser" Mühe, alle wieder wach zu kriegen. Schlaftrunken trotteten sie ihm nach in Richtung Flugzeug oder Hubschrauber. Doch dann waren wir auch schon dran.

 
Grand Canyon, Sunset

Der Rundflug hat uns wieder begeistert und wir haben es nicht bereut. Es ist schon ein ganz besonderes Erlebnis langsam über den Canyonrand  zu fliegen. Wieder auf dem Boden sind wir erst zum Village gefahren. Dort haben wir was gegessen und kurz was eingekauft. Zum Sunset sind wir dann zum Dessert View gefahren. Die untergehende Sonne über den Grand Canyon war ein schöner Abschluss für diesen tollen Tag.

Im Motel angekommen haben wir noch ein kurzes Picnic gemacht und jetzt gehen wir wohl gleich ins Bett gehen. Also dann bis morgen.

 
 

 

 
18.08.1995

Cameron,AZ - Grand Canyon,AZ - Cameron,AZ

 
 

Hi, wir sitzen gerade am Yavayapai Piont und warten auf..., na was wohl, den Sonnenuntergang. 

Deswegen nutze ich die Zeit und schreibe jetzt schon mal in unser Reisetgebuch. Wir waren heute den ganzen Tag am Grand Canyon mit einem kleinen Abstecher in das IMAX-Thetaer. Es hndelt sich um ein Kino, das mittels großformatigem Film eine noch riesigere Leinwand erstrahlen lässt. Der Film ging über eine Rafting-Tour durch den Canyon und war so beeindruckend, dass wir nun überlegen, nächstes Jahr evtl. eine Rafting-Tour zu machen.

Außerdem reizt uns auch der Gedanke, per Muli zur Phantom Ranch runter in den Grand Canyon zu reiten. 

Wir sind dann noch zu einigen Aussichtpunkten gefahren, haben viel Diameterial belichtet und den Tag sehr genossen. 

Wir haben auch schon ein Motel für morgen klar gemacht, aber erst im dritten Anlauf. Die ersten beiden Motels waren schon besetzt.

Übrigens haben wir festgestellt dass das Telefonieren mit einer Prepaid Callingcard gut und preiswert  funktioniert. So, jetzt darf ich aber nicht mhr gstört werden, denn jetzt geht´s gleich los mit dem Sunset über dem Grand Canyon. Also dann, bis morgen

 
 

 

 
19.08.1995

Cameron,AZ - St.George,UT

 
Globo-Heft / Wave

Heute wollten wir einmal versuchen die Gegend zu finden, die wir in einem Globo-Heft gesehen haben. Da uns die Redaktion trotz unerer Nachfrage keine genaueren Angaben über den Ort des Fotos machen konnte erweist sich das recht schwierig. Die Aussage "befindet ich in der Paria River Wildernes Area" hat die gleiche Bedeutung wie etwa: "dass sich der Ebertplatz irgendwo in Nordrhein-Westfalen befindet". (Hinweis für Ortsunkundige: Der Ebertplatz liegt zentral in Köln!"

Auf der Suche danach sind wir am Lake Powell vorbei gekommen und dort am Glen Canyon Staudamm. Nach einem kurzen Stopp haben wir uns entschieden, nächstes Jahr den Staudamm zu besichtigen. Der nächste Urlaub ist also schon fast ausgebucht. 

Unsere gesuchte Wildernes haben wir nicht gefunden und so werden wir das wohl auch auf nächstes Jahr verschieben müssen. So haben wir auch noch Zeit, etwas gründlicher zu recherchieren. Weiter ging es durch den Zion National Park. Leider hatte der Virgin River sehr wenig Wasser. Und da das Durchwaten des Wassers -gelegentlich bius zum Hals- nunmal das A und O einer Flusswanderung ist, haben wir unsere geplante Flusswanderung auch  auf den nächsten Urlaub verschoben. Heute waren durch das Niedrigwasser wirklich wahre Volksmassen im Virgin unterwegs. 

So sind wir dann trocken weiter nach St.George gefahren. Das Motel ist ganz nett und Shoppen waren wir auch schon.

 
 

Jetzt noch alle Hausaufgaben erledigen und dann "Gute Nacht".

 
 

 

 
20.08.1995

St.George,UT - Las Vegas,NV

 
 

Auf nach Las Vegas und damit auf zum Schlange stehen. Wir wollten gerne im Luxor, dem pyramideähnlichen Hotel, übernachten und so war das erste Anstehen an der Rezeption im Luxor. Die hätten auch wirklich ein Zimmer für uns gehabt, allerdings für 159,-$ und soviel wollten wir nun doch nicht ausgeben. 

Also zum nächsten Hotel, dem Treasure Island. Natürlich mussten wir dort auch wieder in der Schlange stehen und ein Zimmer hatten sie auch nicht mehr für uns. Dafür bekamen wir aber eine Liste von Hotels mit noch freien Zimmern. Wir haben uns das Frontier, weil es oben auf der Liste stand,  ausgesucht und haben dort angerufen. Die hatten tatsächlich noch was frei und somit haben wir ein Zimmer für 59,-$ reserviert. Die nächste Schlange wartete dann beim Ticketvorverkauf von Siegfried und Roy auf uns. Hat sich aber gelohnt, unser Schlangestehen wurde mit zwei Karten für heute Abend belohnt. 

Die vierte Schlange war dann beim Check In vom Frontier. Aber auch diese haben wir gut überstanden. Unser Zimmer, Entschuldigung "Suite",  ist einfach umwerfend: Ein Livingroom, ein Bedroom, ein Bathroom und ein kleiner Raum für Koffer und Kleider. So lässt es sich leben.

 
Souvenirfotos

Hoffentlich habe ich am Telefon auch den Preis richtig verstanden, denn beim Einchecken wurde uns kein Preis genannt. Den erfahren wir erst morgen früh. 

Die fünfte und letzte Schlange für heute gab es dann beim Einlass zur Show "Siegfried & Roy". Die Show selbst war wirklich super. Eine tolle Inszenierung, viele viele Tänzer und grandiose Effekte. Zwei Drinks gab es auch umsonst. Souvinierfotos haben wir uns selbstverständlich machen lassen und nachher auch gekauft. Übrigens haben wir bei dieser Gelegenheit auch noch ein deutsches Ehepaar kennen gelernt, die bei uns am Tisch saßen. Die Tochter hat gestern in Las Vegas geheiratet. Begeistert erzählen sie von ihrer Unterbringung in ihrem Hotel, dem........Luxor(!) Sie sind so begeistert, dass sich unser Wunsch, dort zu wohnen, nochmals richtig verstärkt hat.

Vor der Show haben wir uns übrigens noch die Piratenschlacht vor dem Treasure Island angesehen, eine gigantische und spektakuläre Show, die mehrmals am Abend zur Freude allern Touris und uns kostenlos aufgeführt wird. Die spinnen wirklich die Amis, aber uns gefällt es. 

Jetzt sind wir wirklich total kaputt und freuen uns endlich  darauf, ins Bett zu kommen. Die Nächte in Las Vegas sind schon recht lang. Bis nachher dann.

 
 

 

 
21.08.1995

Las Vegas,NV - Bakersfield,CA

 
 

Death Valley und wieder einmal Wüste ganz anders als gedacht. Diesmal jedoch zunächst unerwartet grün, zumindest deutlich grüner als vor zwei Jahren.

Aber es wurde später doch noch richtig wüstenmäßig mit Salz, Stein, Sand und Sanddünen. An der Furnace Creek Ranch machten wir wie üblich unser Piknic am General Store. Genau wie vor zwei Jahren saßen wir auf "unserer Bank" vor dem Store und haben ein Chicken-Salads-Sandwich gegessen und einen Soft-Drink getrunken. Und unser Auto bekam auch eine Verschnaufpause. Danach ging es weiter Richtung Bakersfield. Unterwegs haben wir sogar eine Abkürzung gefunden, doch der Haken an der Sache war, dass es eine Flash Flood Area war. Als wir losfuhren war noch strahlender Sonnenschein. Wie sich jetzt jeder denken kann, fing es aber dann an zu regnen und das nicht zu knapp. Die Hinweisschilder mit der Flash Flood-Warnung hatten ihre volle Berechtigung denn Straße und Gegend  verwandelten sich rasend schnell in einen kleinen Bach. Gott sei Dank war es nur ein kurzer heftiger Regen, aber er reichte, um einen Eindruck davon zu bekommen, was pssiert, wenn es mal richtig stark regnet.Nachdem wir diese Gefahr gut überstanden hatten, ging es über eine Schotterstraße weiter. Die Abkürzung war immerhin zwei Meilen, für die wir allerdings eine Stunde länger gebraucht haben, als wahrscheinlich auf der ursprünglich geplanten Strecke.

 
 

Unterwegs haben wir noch ein Hinweisschild auf eine Ghosttown gesehen, aber mir war es schon zu spät für einen Abstecher, denn wir wollten ja noch bis nach Bakersfield. Harry war ein wenig sauer, dass ich gegen den Abstecher war. Na ja, einer muss ja dafür sorgen, dass wir unser Meilenkonto füllen ( vor allem wusste ich nicht, wo wir sonst übernachten sollten, außer in Bakersfield). In Bakersfield haben wir dann ein nettes Motel gefunden und direkt daneben ein IHOP (= International House Of Pancake) Das haben wir eben ausgenutzt. Jetzt sind wir beide voll gegessen. 

Wir befürchten, die Bedienung und das Küchenpersonal haben sehr gestaunt, was wir alles bestellt hatten. Konnte ja keiner ahnen, dass das so rieige Portionen sind. Es gab...

Jetzt liegen wir abgefühlt im Bett und werden wohl gleich schlafen, also bis morgen.

 
 

 

 
22.08.1995

Bakersfield,CA - San Francisco,CA

 
 

Auf nach San Francisco aber ohne Blumen in den Haaren. Ein Motel hatten wir schon von Las Vegas aus reserviert. Im Motel angekommen konnte man dort unsere Reservierung aber nicht finden. Ein Zimmer haben wir aber trotzdem noch bekommen. 

Unsere Anlaufstelle in S.F. war Pier 39. Dort haben wir uns mal wieder angestellt, um Karten für eine Tour nach Alcatraz zu erwerben. Vor zwei Jahren hatte das ja leider nicht geklappt. 

Doch dieses mal haben wir Karten bekommen, allerdings erst für übermorgen(!). Nach dem Deal sind wir noch ein bisschen über den Pier gebummelt, haben was gegessen und dabei überlegt, was wir morgen machen wollen. Auf dem Rückweg zum Motel haben wir noch etwas die Gegend erkundet. Wir haben aber nichts besonders entdeckt. Na ja, morgen ist auch noch ein Tag.

 
 

 

 
23.08.1995

San Francisco,CA

 
Harry mit riesigem Objektiv

Auf nach Chinatown. Allerdings sind wir heute nicht so früh unterwegs wie sonst. Wir haben uns etwas mehr Schlaf als sonst gegönn und sind ert gegen 8Uhr "in die Pötte" gekommen. In Chinatown ging es recht zügig in einen Fotoladen hinein und mit einem neuen Objektiv wieder raus. Harry hat sich ein "kleines" Tamron-Objektiv (200-400mm) erworben. Dem Kauf ist eine lkängere Feilscherei vorausgegangen. Es wurde um Cash oder Credit verhandelt, der Preis gedrückt und irgendwnn wurden Dollars gegen Linsen getauscht. Zwei Läden später wurde er darauf angesprochen, was wir für das Objektiv bezahlt haben. Man bestätigte uns, dass das ein guter Preis sei. Ich hoffe, man meinte einen guten Preis für uns und nicht für den Verkäufer. 

Bei Mc Donald`s haben wir uns gestärkt und mal wieder ein bisschen geshoppt. Und dann ging es zur Golden Gate Bridge. Erst einen Aussichtspunkt angefahren um das neue Objektiv auszuprobieren. Harry ist ziemlich begeistert. 

Dann sind wir natürlich auch über die Brücke zum nächsten Aussichtspunkt. 

Die nächste Aufgabe, die wir uns gestellte hatten, war, jene Stelle zu finden, an der einige Szenen unseres Lieblingsfilms "Wilder Westen inklusive" gedreht wurden. Nach etwas Suchen haben wir die Stelle auch wirklich gefunden. Das ist schon ein super Ausblick: im Vordergrund die Golden Gate Bridge und dahinter San Francisco. Dieter Wedel, der für den Film verantwortlich zeichnete, hat hier schon beindruckende "Grand Views" gesucht und gefunden.

Zurück am Motel haben wir ein "Jack in the Box" gefunden, dort was gegessen, noch ein paar Mitbringsel gekauft und jetzt haben wir schon gepackt und, oh Wunder, alles untergebracht. Morgen ist also schon unser letzter kompletter Tag, schnief!. Bis morgen also, im Gefängnis.

 
 

 

 
24.08.1995

San Francisco,CA

 
 

Pier 39 und Alcatraz waren heute unsere erklärten Ziele. Unseren Gaul (=Mustang) haben wir sicher und preislich edel im unmittelbar neben dem Pier gelegnen Parkhaus verstaut.

Die Überfahrt nach Alcatraz war ebenso super wie windig. Die Insel selber, also die Anlagen, sind sehr runtergekommen, die Audio-Cell-House-Tour war toll. Man bekam einen Walkman (sogar in Deutsch) und konnte so, wie man wollte, rumlaufen und sich alles genau anhören. Was man im Gefängnis alles zu sehen und zu hören bekam war sehr informativ und wir konnten uns das Leben in den Gefängnismauern ziemlich gut vorstellen. Die Zell, in der Al Capone viele seiner letzten Jahre verbrachte, haben wir sehen können. Interessant auch die Tatsache, dass einzelne Flure von den Insaßen Namen bekamen, z.B. Broadway o.ä.

Obwohl es ein hochsommerlicher Tag war, waren wir von einer stets kühlen und feuchten Seeluft umgben. Sie lässt erahnen, dass das Klima in diesem Gefängnis atmosphärisch wie meterolgisch stets sehr kühl war.

Wenn wir zurück in Köln sind, wollen wir uns unbedingt noch mal den Film "Flucht von Alcatraz" ansehen, der ja hier spielte. Jetzt, da wir das alles selbst gesehen und gefühlt haben, werden wir manche Szene des Film wohl völlig neu sehen.

Zurück am Pier sind wir dort noch ein wenig rumgebummelt, haben die Robben noch mal besucht und noch ein paar Kleinigkeiten mitgenommen. 

Auf dem Rückweg zum Motel noch eben beim K-Mart Jeans für Peter geholt und doch noch eine Tasche für all die Kleinigkeiten erworben, die wir seit gestern noch erstanden haben. War auch ganz gut so, wie wir eben beim "Reste pcken" festgestellt haben, der Platz in den Taschen hat sich doch ziemlich verkleinert. Jetzt ist also wirklich alles gepackt und wir werden uns jetzt zu unseren letzten Urlaubsnacht begeben. Nochmals "Schnief!"

 
 

 

 
25.08.1995

San Francisco,CA - London,GB - Düsseldorf - Köln

 
 

Flug BA 284 nach London, unser Rückflug. Vier Wochen Urlaub hinter uns und so viele Wochen Arbeit vor uns. 

Heute morgen gab es noch das Henkers-Frühstück bei Burger King und dann ging es schon zum Flughafen. Kurz vor dem Einchecken haben wir festgestellt, dass unsere Samsonite-Tasche an einer Ecke defekt ist. Wir konnten leider nichts mehr ändern und hoffen, dass wir unsere Sachen nicht einzeln in Düsseldorf vom Gepäckband auflesen müssen. 

Harry hat es beim Einchecken geschafft, dass wir eine Zweier-Bank für uns haben. Allerdings sind wir von Kindern umzingelt, die bis jetzt aber sehr friedlich sind. 

Tschüß USA, bis nächstes Jahr, mach´s gut. 

 

P.S. Unsere Tasche hat den Flug überstanden und ist eben am Stück wieder in unserer Wohnung gelandet, genau wie wir.