The   -Tour

(The 3-Musketeers-Tour)

 Nun auch noch zu Dritt

Frankfurt - Newark - Las Vegas
1. Tag Yes well nun geht es also zum 22. mal nach Amerika!

 

Blick auf unser Gepäck und unsere "Nachbarn"

 

 

Aber diesmal wollen wir uns zu Dritt auf den weiten Weg machen. Anita und ich nehmen unseren Freund Mike mit auf die Tour, doch damit verbunden sind eine Menge Schwierigkeiten: Leider gab es ab Köln nur noch zwei Plätze und so müssen wir den Weg nach Frankfurt suchen, um von dort aus über Newark unser geliebtes LAS VEGAS anzusteuern.

Da wir überwiegend und zum ersten Mal richtig Campen wollen, ist unser Gepäck entsprechend umfangreich: 3 Personen, 5 Taschen - und die propper bis zum letzten Kubikzentimeter gefüllt!

Das Auto lassen wir in der Tiefgarage des Frankfurter Flughafens stehen. Der Luxus wird uns 150,- Euro kosten. Aber mit unserem vielen Gepäck wäre eine Bahnfahrt zur Horrorfahrt geworden.

Die Flüge verlaufen reibungslos und flott und auch unsere Plätze sind wie gewünscht: Zusammenhängend und Fenster- bzw. Gangplätze.

 Optimaler Service an Board

Der Service an Board der American Airlines ist korrekt, freundlich und zuvorkommend.

 

Insbesondere der der eigenen Ehefrau!

 

 

KLICK: Die lange Reise wird von unterschiedlichen Passagieren unterschiedlich empfunden

Nach einam achtstündigem Transatlantikflug und einem gut vierstündigen inneramerikanischen Flug landen wir nach  24 Stunden des Wachseins, was nicht an allen von uns spurlos vorübergegangen ist, um 20Uhr in  Las Vegas. Unseren ursprünglichen Plan, dass Mike mit dem Gepäck am Terminal bleibt und wir währenddessen den Mietwagen holen, werfen wir spontan über den Haufen.

Und so zwängen wir uns mit unserem "Cargo-Gepäck in den Shuttle und machen uns auf den Weg zu Alamo.

KLICK: Bild ist aus dem Internet "gemopst"

Und hier dauert es nicht viel weniger als eine halbe Stunde bis wir uns endlich und endgültig für einen Mietwagen entscheiden. Diese Prozedur scheint für einen Unwissenden albern und überflüssig, für uns ist es aufgrund einiger Erfahrungen fast lebenswichtig:

Der Wagen muss viel Platz bieten für unsere Campingausrüstung und für uns. Und außerdem muss er sehr geländefähig sein, da wir einige Off-Road-Sektionen meistern müssen.

In die engere Auswahl kommen ein Mitsubishi-Sport, ein nagelneuer Buick und ein Jeep-Grand Cherokee.

Der Buick fällt aus, weil er zwar den größten Komfort für  die Insassen aber wenig Platz fürs Gepäck bietet. Vom Mitsubishi hatten wir im letzten Winter das größere Modell, was uns begeistert hat. Er scheint uns aber diesmal ein wenig zu klein zu sein. Und letztlich bleibt der Jeep übrig, den wir bereits vor zwei Jahren für zwei Wochen hatten und der uns ebenfalls gut gefiel.

Mit dem Neuerwerb geht es zu unserem üblichen Hier-fängt-der-Urlaub-an-Hotel, das Best Western-Hotel Mc.Carron Inn, das  in unmittelbarer Nähe des Flughafens liegt. 

An dieser Stelle machen wir mal Reklame dafür: Das Hotel ist sauber, überschaubar, gut zu erreichen und das Personal ausgesprochen freundlich!

KLICK: Was sieht wohl besser aus: Mit Bart oder ohne Bart?

Der Rest des Abends besteht daraus, unser Gepäck -wie immer- einmal komplett auszupacken und für unsere nun anstehende dreiwöchige Tour komplett autogerecht umzupacken.

Und dann steht noch was an: Ich nehme mir wieder den Bart ab!

Währenddessen liegt Mike -von der Hinreise völlig erschöpft- quer im Bett und schläft schon.

2. Tag

Las Vegas - Coral Pink Sand Dunes / Utah

Das beste Frühstück des Urlaubs

Nach wenigen Stunden schlag reißen uns die beiden als Wecker umfunktionierten Handys aus Morpheus Welt. Aber ein "Wake up" in "unserer zweiten Heimat"  fällt -egal wie spät oder früh- ungleich leichter. 

Wir gehen runter zu unserem besten Frühstück in jedem Urlaub. Das Frühstück ist im Vergleich zu den meisten Hotels recht vielfältig. Die wahre Qualität des Frühstücks liegt jedoch ganz woanders: Es ist immer das Frühstück, mit dem unser Urlaub beginnt, so auch heute!

KLICK: Umpacken entwickelt sich zur filigranen Geduldsarbeit

Nach dem Frühstück beladen wir unseren Last-Esel und stellen recht schnell fest, dass der Kofferraum knapper als gedacht ist. Wir haben arge Schwierigkeiten, die Ausrüstung ordentlich zu verstauen. Und was noch erschwerend hinzu kommt: Noch fehlt all das Material, was wir erst noch in Las Vegas kaufen wollen: 

Drei Schlafsäcke, Matratzen, Reserve-Kanister, Wasser, Proviant, Heringe und noch viel viel Kleinkram. 

Ernüchternd stellen wir fest, dass wir uns in den nächsten drei Wochen kaufmäßig sehr disziplinieren müssen.

Nach dem Einkauf bei Walmart  (an dieser Stelle wieder eine kleine Werbeeinblendung: Die Preise sind definitiv niedrig, die Auswahl prinzipiell sehr gut, soweit Ware vollständig vorhanden) bestätigt sich unsere Befürchtung, dass der Platz viel zu gering ist. 

Aber wir finden eine Lösung: 

Auf unserer weiteren Fahrt halten wir in St.Georg nochmals bei einem Walmart an und finden in der Auto-Abteilung einen Dachsack, den wir auf unseren Wagen schnallen können und der uns von nun an zusätzlichen Stauraum bietet.

Bezauberndes Lächeln einer netten Rangerin, verschämtes Zurücklächeln eines ebenso netten Touristen!

Unser Weg führt uns weiter durch den Zion N.P., wo uns die Rangerin nach einem kurzen "Small Talk" einen schönen weiteren Urlaub wünscht.

Jetzt kann doch eigentlich nichts mehr passieren!

KLICK: Hinein in die Sand Dunses...

Am späten Nachmittag erreichen wir den State Park "Coral Pink Sand Dunes". Dort haben wir von Köln aus telefonisch eine "Site" (= Zeltplatz) auf dem "Campground" (= Campingplatz) reserviert. Die amerikanischen Campgrounds sind mit den meisten unserer deutschen Campingplätze nicht zu vergleichen. Die Anlagen sind großzügig gebaut und selbst bei einer guten Auslastung ist man dennoch "für sich". Auf "Site 10" bauen wir erstmalig unsere Zelte auf:

KLICK: Was mag in diesem Zelt passieren?

Wer wissen möchte, 

wer in welches Zelt gehört

wie es innen aussieht und 

was in den Zelten "abgeht"

sollte sie mal anklicken!

KLICK: Und was mag in diesem Zelt passieren?

3. Tag

Coral Pink Sand Dunes - Rubys Inn/Bryce Canyon - Grand Staircase N.M.

Mike bei der ersten Backcountry-Morgentoilette

In aller Frühe klingeln wieder die Handys und wecken uns aus einer interessanten und aufregenden Nacht: Nachdem der Abend zunächst ruhig verlief, begann es in der Nacht erst leicht, später in Strömen zu gießen. Getoppt wurde das ganze durch ein  kräftiges Gewitter, das offensichtlich fast genau über uns zu sein schien. 

(Wir erinnern uns: Vom Blitz  bis zum Donner in Sekunden >  mal 330m bis zum Donner = Entfernung in km)

Da es der erste Regen mit unseren Zelten war, zuckten parallel zum Blitz am Himmel auch unsere Taschenlampen auf um die Dichtigkeit der Nähte der Zelte zu kontrollieren. Trotz unserer "Low-Cost-Tents" war alles dicht und so sind wir doch noch beruhigt eingeduselt. Allmählich ließ der Regen dann auch nach.

Doch jetzt heißt es, die pitschnassen Zelte zusammen zu legen (soweit das eben geht), alles ordentlich zu verstauen und zur Morgentoilette überzugehen.

KLICK: Von der Scenic By Way 12 geht die etwa 60 Meilen lange Hole in the Rock - Road ab

Unser Weg führt uns zunächst zum Bryce Canyon um dort im Rubys Inn, dem imposanten und berühmten Motel am Eingang zum Bryce Canyon,  frisches Fleisch für den Grill und ggf. weiteres Equipment zu erstehen. Und siehe da: Dort finden wir auch die von uns gesuchten Matratzen, die "Therm-A-Rest - ultralight", mit je ca. $65 durchaus günstiger als bei uns in der Heimat (derzeit ca. 92€).

Schnell schicken wir im Foyer noch eine "Lange-Nase-machen-wie schön-es-doch-hier-ist-E-Mail" an die Zuhausegebliebenen bevor wir unseren Weg zur "Hole in the Rock-Road" fortsetzen und uns im Visitor-Center über die Witterungsbedingungen und den Zustand der Straße erkundigen. Die Rangerin beruhigt uns und verspricht, dass es trocken bleibt. Diese Auskunft ist für uns Gold wert, da wir morgen eine Tour durch zwei Slot-Canyons planen und Niederschläge sich in den Slot-Canyons zu gefährlichen  wenn nicht sogar tödlichen Flash-Floods entwickeln können.

Anita überprüft kritisch den eingeschlagenen Weg. Wir sind auf dem rechten Weg!

Die "Hole in the Rock-Road" führt durch das Grand Staircase Escalante National Monument und ist in ihrer Länge von ca. 55 Meilen "unpaved", also nicht asphaltiert, eine sog. "Dirt-Road". 

Wir befahren sie jedoch nur etwa 26 Meilen und schlagen knapp 200m vom Trailhead entfernt unser Lager, sprich unsere Zelte, auf. 

 

KLICK: Oben ohne???

Weit und breit ist außer uns kein Mensch zu sehen, lediglich zwei am Trailhead geparkte Jeeps fahren im Laufe unseres "BBQ" an uns vorbei.

Die Einsamkeit nutzen wir für ein flottes "Shooting". 

Da ich einen Bericht über unsere Rucksäcke verfassen soll, muss Anita ein paar ungewöhnliche Werbeaufnahmen für unsere "LowePro"-Rucksäcke über sich ergehen lassen. 

Neugierig???

KLICK: Was Anita gerade filmt???

Der Abend offeriert uns noch einen außerordentlich schönen und beeindruckenden Sonnenuntergang. 

Wolken, die den Sonnenuntergang noch atemberaubender erscheinen lassen, ziehen  allmählich auf. 

Wenn wir nicht den Wetterbericht der Rangerin in den Ohren hätten, würden wir uns wegen unserer morgigen Hiking-Tour Sorgen machen...

4. Tag

Peek-A-Boo  -  Spooky  -  Goblin Valley 

 KLICK: Das entwickelt sich zeitweise zu einem ungewöhnlich flachen Modell

Und wieder eine Nacht der Aufregung und der Spannung. Nach einem netten Abend (siehe Abend zuvor!) geschah während der Nacht das gleiche wie in der Nacht zuvor: Es fing an zu regnen.  

Und wieder blitzten unsere Taschenlampen auf. Diesmal nicht, um die Dichtigkeit zu überprüfen sondern um nachzusehen, ob unsere Zelte überhaupt noch über uns stehen. Statt eines Gewitters hatten wir zum Regen einen seeeehr kräftigen Wind, der unsere Zelte arg in die Knie zwang, so stark, dass das Zelt kurzzeitig platt auf uns lag. Das ist kein Joke, es war wirklich so!

Doch jetzt ist es wieder ruhig, stattdessen läuten  unsere Handys zur frühen Stunde den neuen Tag ein, bevor die Nacht eigentlich richtig zu Ende ist

Unsere zweite Camping-Nacht in Folge und zum zweiten Male packen wir unsere "kleinen Motels" pitschnass ein. Wir beschließen kollektiv: Wenn es in den nächsten zwei Nächten wieder regnet, werden wir für den Rest des Urlaubs nur noch Motels nehmen  !!!

KLICK: Eingang zur Welt des Peek-A-Boo

Nachdem wir den weiten Weg zum Trailhead hinter uns gebracht haben (wenige hundert Meter) machen wir uns zu Fuß auf den etwa 2 Meilen langen Weg zur "Spukerei". 

Anita hat dieses "Highlight" im Internet entdeckt: Es soll sich dabei um zwei geisterhafte Slot-Canyons handeln, die noch wenig bekannt sind. Nach einem recht leichten Abstieg finden wir den ersten Slot-Canyon anhand von Wegbeschreibungen, die wir ebenfalls im Internet "geklaut" haben.

Anita klettert tapfer

Mit großen Augen stehen wir nun vor dem ersten Canyon und stellen fest, dass wir ohne Klettern nicht weiterkommen. Zunächst entledigen wir uns der überflüssigen Kleidung und Ausrüstung, damit wir -nur mit dem Wichtigsten bepackt- den Weg fortsetzen können. (Kamera, Stativ, Filmmaterial usw.). 

Am Eingang des Canyons liegt ein Seil, das wir vorsichtshalber mal mitnehmen. Die erste Hürde (Absatz) ist gleich happig. Anita klettert vor (unsere Geis!) und ist uns dann behilflich, wenn wir mit unseren Fotoausrüstungen hochklettern.

 

The World of      Peek-A-Boo

Doch der erste Aufstieg fordert seine Opfer: Mike haut es beim geschickten Aufstieg ziemlich hin, er schürft sich die Beine auf ("The kisses of Peek-A-Boo" - wie der Amerikaner solche Verletzungen nennt) und Anita macht sich sogleich auf den Weg abwärts um unser Erste-Hilfe-Kit hochzuholen. 

Nachdem wir das Opfer verarztet haben, konzentrieren wir uns auf das Wesentliche: Wir sehen uns um und schlagartig verzaubert uns eine andere Welt ...

KLICK: Eine weitere "andere Welt" tut sich auf.

Wir verlassen nach einer Stunde Peek-A-Boo  und setzen unseren Weg fort. Nur wenige hundert Meter entfernt treffen wir auf den zweiten Slot-Canyon:  Spookyder in keinster Weise weniger spektakulär ist als Peek-A-Boo. 

Der Canyon wird zunehmend enger und unsere "Discovery" endet für einen Teil der Mannschaft jäh, als Mike an einer Stelle steckenbleibt. Anita und ich führen unseren Weg noch ein Stück fort. Der Canyon scheint kein Ende zu nehmen.

Aufgrund der vorangeschrittenen Zeit und wegen des Zurückgelassenen kehren wir um und machen uns mit neuen Eindrücken geschwängert zurück zum Trailhead.

KLICK: Hier gibt es Zwerge, Gnome...

Wir verlassen die "Hole in the Rock-Road" und fahren Richtung Goblin Valley, dem Tal der Zwerge. Dieser kleine State Park ist hoch interessant. Aus dem weichen Sandstein haben sich im Laufe der Zeit kleine Stein-Gnome entwickelt, zwischen denen man lange und ausgiebig durchwandern kann.

Vor Jahren waren wir bereits einmal hier, konnten jedoch nur einen Teil des Parks erkunden, da der Rest  wegen Werbeaufnahmen des "Marlboro-Abenteuerteams" gesperrt war.

KLICK: Einsamkeit in traumhafter Kulisse

Wir bauen unsere Zelte recht einsam in den Schatten eines großen Felsens auf. 

Ein besonders schöner Campground und eine ganz besonders schöne Site.

Der Tag endet nach einem ausgiebigem BBQ und einer schönen Tasse Kaffee.

 

5. Tag

Goblin Valley -  Moab - Arches N.P. - Moab

Harry oben ohne im Zelt oben ohne...

Wieder klingeln die Handys den neuen Tag ein, doch diesmal war es erstmalig eine sehr ruhige Nacht.: Kein Gewitter, kein Sturm und noch wichtiger: K E I N   R E G E N !

Die gestrige Drohung, mit dem Campen aufzuhören wenn es in den nächsten Nächten noch regnet, hat offensichtlich seine Wirkung gezeigt. 

Und so ist das Zusammenlegen der Zelte fast schon ein Kinderspiel, denn endlich sind Materialien mal trocken!

 

KLICK: Alte "Tanke"

Nach einer  Tasse frischen Kaffee und unsere beliebten "Bearclaws", klebrig-süße Hefeteilchen mit Nüssen in Form einer Bärentatze, brechen wir auf in Richtung Moab, wo wir im Inca Inn bei Daisy und Wayne -wie schon so oft- für die Nacht zwei Zimmer reserviert haben.

Unterwegs kommen wir an einer alten fotogenen "Tanke" vorbei. 

Das ist das Amerika, wie ich es liebe!

Ein kurzer Stopp beim Visitor-Center vom Canyonlands N.P. Wir beantragen eine Permit für ein Overnight-Camping auf dem White-Rim-Trail. Unser favorisierter Campground "Murphy A" ist morgen frei. Überhaupt, eigentlich sind alle Sites und Campgrounds für morgen frei, wir erwarten also eine Mutter-Seelen-Allein-Tour. Einen Wermutstropfen gibt es dennoch: Der Shafer-Trail ist wegen eines Erdrutsches gesperrt. Wir werden unsere Tour etwas anders als sonst angehen müssen.

KLICK: Was gibt es denn Gutes???

Die Begrüßung im Motel ist nett, Daisy erkennt uns wieder. Während des "Small Talks" kann ich es nicht lassen, sie darauf hinzuweisen, dass wir aufgrund ihrer Wettervorhersage im letzten September an Weihnachten auf dem White-Rim-Trail gezeltet haben. Sie scheint überrascht zu sein, dass wir das und dann noch zu dieser Jahreszeit gemacht haben. Nachdem ich ihr sage, dass es saukalt(!) war und sie uns aber damals versicherte, dass man um diese Zeit durchaus dort zelten kann, erinnert sie sich scheinbar an ihre Worte und erwidert nur, dass es eben mal warm und mal kalt sein kann. (Danke, Daisy!)

Anschließend stärken wir uns endlich mal wieder beim beliebtesten "M" der Welt, bei Mc.Donald`s. Die Portion fällt absichtlich kleiner aus als sonst, da wir am Abend noch unbedingt zu Denny`s wollen um dort -abseits unseres eigenen Grills- mal professionelles BBQ zu genießen

Und da wir unserem Mike endlich mal wieder einen Hike versprochen  haben (ein Joke, wir haben ihm den Hike eher angedroht) halten wir uns nicht lange auf und fahren weiter zum Arches N.P. 

Mike hatte sich aussuchen dürfen, welchen Arch er erwandern möchte. Nachdem er sich nicht entscheiden konnte, haben Anita und ich für ihn entschieden, dass der "Delicate Arch" gut für ihn ist.

Inneres Fluchen eines einsamen Hikers zerstört die Ruhe der Natur.

Wir kommen auf dem Weg dorthin gut durch und halten unmittelbar auf dem Parkplatz zum Trailhead. Mike und ich legen "die kleine Ausrüstung" (Fotorucksack, Stativ, Kamera usw.) an und machen und auf den etwa 1,5 Meilen langen Weg nach oben. Anita und ich sind diesen Weg bereits mehrmals gegangen und haben für den Aufstieg zwischen 1,5 Stunden (1995) bei brütender Hitze) und 45 Minuten (Winter 2002/2003) benötigt. Der Weg ist steil und etwas anstrengend. Rückkehrer kommen uns entgegen und schmettern uns ein beschwingtes "Hi" entgegen, unsere Antwort ist ein weniger leicht von den Lippen kommendes "Hiiiii". Wir beschließen,  auf dem Rückweg jeden Aufstiegs-Wanderer ebenfalls ein fröhlich-leichtes "Hi" um die Ohren zu hauen. Als wir oben ankommen stellen wir fest, dass Mike und ich mit rund einer Stunde  ganz gut in der Zeit liegen. Anita ist auf dem Weg nach oben nach wenigen Metern noch einmal umgekehrt, hat noch vergessenes Fotoequipment geholt und dann unseren Rekord auf 41Minuten unterboten. (Danke, Anita!)

KLICK: Warten auf die untergehenden Sonne

Der Aufstieg zum Delicate Arch empfiehlt sich am Spätnachmittag, so dass man etwa eine Stunde vor dem eigentlichen Sonnenuntergang oben ist. Die untergehende Sonne taucht den Delicate Arch, der aus der Werbung recht bekannt ist und gelegentlich auch als "Marlboro-Arch" bezeichnet wird, in ein warmes und schönes Licht. Dieser Moment muss aber gut abgepasst werden, da das Schauspiel manchmal durch aufziehende Wolken innerhalb von Sekunden beendet wird. Außerdem vertun sich viele Hiker: In Reiseführern wird nur berichtet, dass der Arch bei "Sonnenuntergang sehr schön aussieht" . Hiker orientieren sich oft nach den offiziellen Berechnungen für den Sonnenuntergang und planen ihre Tour dann so, dass sie genau beim Sonnenuntergang oben sind. Aufgrund der Höhe geht die Sonne dort jedoch bereits etwas früher unter, d.h. das Licht verschwindet um einige Zeit früher als der offiziell gemessene Sonnenuntergang.  Lediglich die letzte Stunde vor dem eigentlichen Sonnenuntergang bringt das erwünschte Licht. So manchen erwartungsvollen Wanderer haben wir schon enttäuscht umkehren gesehen.

KLICK: Delicate Arch, der "Marlboro-Arch"

Aufgrund einer professionellen und erfahrenen Reisebegleitung erlebt Mike jedoch die Abendstimmung optimal und just in time.

Die schöne Abendstimmung runden wir beim Abstieg  mit einigen fröhlichen "Hi"s ab, die wir den berghoch-schnaufenden Hikern entgegenträllern, die diesen Gruß mit einem röchelnden "Hiiii" erwidern, warum nur?


Am Abend fragen wir uns bei Denny`s, ob nun seine oder Mikes Steaks besser schmecken. Übereinstimmend und diplomatisch stellen wir fest, dass das Buffett bei Denny*s ungleich besser ist als bei Mike. Wir genießen unser Mahl, ist es doch das letzte Stück Zivilisation, was wir in den nächsten zwei Tagen voraussichtlich haben werden.

6. Tag Moab - White-Rim-Trail / Canyonlands

Letztes Frühstück in der Zivilisation

Wieder klingeln die Handys, doch jetzt schälen wir uns nicht aus den Schlafsäcken und Zelten sondern stehen gemütlich aus unseren Betten auf. Nach einer genussvollen Dusche frühstücken wir im Arches Dining Room, der unserem Motel gegenüber liegt.  Kennengelernt haben wir diese Frühstücksmöglichkeit im vergangenen Jahr, als wir im Motel einen Discount-Coupon erhalten haben. Diesmal ist der Service weitaus unfreundlicher als sonst. Hätten wir nicht schon anderes erlebt, wäre dies heute sicherlich unser letztes Frühstück hier!

 Fahren unter "härtesten Bedingungen"

Wie bereits gestern erfahren und erwähnt, ist der Shafer-Trail, über den wir üblicherweise auf den White-Rim-Trail hereinfahren, gesperrt. Daher können wir den Trail nicht komplett fahren sondern müssen über die Mineral-Bottom-Road rein- und morgen wieder rausfahren. Für Anita und mich ist es eine Premiere, das Stück von hier bis zu unserem Campground "Murphy A" in diese Richtung zu fahren, bisweilen sind wir sie nur in die Gegenrichtung gefahren.

Damit Mike das Off-Road-Fahren möglichst live erleben kann, darf er sich heute in die erste Reihe setzen, Anita filmt stattdessen -diesmal aus der zweiten Reihe- und erschwert mir das Fahren drastisch (siehe Bild).

 KLICK: Serpentine bergabwärts auf die untere Ebene

Der Weg führt steil nach unten auf die Ebene, auf der wir heute und morgen fahren werden. Ich spüre mittlerweile auf dieser Strecke -ohne Arroganz- zum Glück eine gewisse Routine. Ich weiß aber noch ziemlich genau, welch mulmiges Gefühl ich vor einigen Jahren hatte, als ich diese Strecke -eben in Gegenrichtung- erstmalig befuhr.  Die Strecke ist steil, kurvenreich, eng und immer nah am Abgrund.

Zwei andere Jeeps überholen uns und es werden wohl die letzten Menschen  sein, die wir heute und morgen sehen werden.

KLICK; "Come in!"

Auf der Strecke verteilt finden sich mehrere Campgrounds, jeweils viele Meilen voneinander entfernt

 

Und jeder Campground ist so großzügig, dass man eventuelle Nachbarn kaum bemerkt.

 

Die Infra-Struktur ist dem Abenteuer angemessen. Während Anita und ich an diese Art Restrooms nicht nur gewöhnt sondern von der Sauberkeit sogar angenehm überrascht sind, fällt es Mike recht schwer, sich mit den Gegebenheiten anzufreunden und in ihrer vollen Funktion zu nutzen..

KLICK: Unser Jeep vor dem Green River

Der White Rim Trail zeigt sich vielfältig: Teilweise gleicht er einer einfachen "unpaved Road", also einem nicht asphaltiertem Weg, teilweise zeigt er sich widerspenstig und kaum bezwingbar. Mehrere Passagen erfordern es auszusteigen, um die Lage und den weiteren Weg zu prüfen. Gelegentlich bedarf es auch Ausbesserungsarbeiten, so dass die tiefen Gräben und Löcher mit Felsbrocken gefüllt werden müssen, um den Weg überhaupt passierbar zu machen. 

KLICK: Lost Wheel

Dass die Strecke nicht ganz "ohne" ist, zeigt ein nagelneues vom Unterboden eines Autos abgerissenes Reserverad, das einsam und verlassen den Weg ziert. Wir stellen uns das Gesicht des Fahrers vor, wenn er irgendwann einmal aufgrund einer Reifenpanne mit großen Augen unter den Wagen sieht und nicht vorfindet

Und sind es bis zu unserem "Murphy-A" auch "nur" 28 Meilen, so benötigt man doch annähernd einen guten halben Tag. Der Trail fordert seinen zeitlichen Tribut: Straßenzustand überprüfen, Weg ausbessern und besonders das häufige Anhalten zum Foto-Shooting lässt die Zeit schnell voranschreiten.. 

Für Anita und mich ist es die vierte Tour über den Trail, aber er hat nichts von seiner Faszination verloren.

Die Küche ist improvisiert...aber zweckmäßig.

Gegen 15.00Uhr erreichen wir Murphy A. In der sengenden Hitze beginnen wir unsere Zelte aufzubauen, pausieren jedoch mehrmals, um uns an der Klimaanlage des Jeeps ein wenig abzukühlen. Ironie der Geschichte: Vor acht Monaten stand unser Zelt an der selben Stelle, der Jeep an der selben Stelle, wir saßen an der selben Stelle: Im(!) Jeep.  Heute steigen wir in den Wagen um uns abzukühlen, damals kauerten wir vor der Heizung des Wagens um uns wenigstens ein wenig aufzuwärmen. Es unterscheiden uns acht  Monate und ca. 40 bis 45Grad(!) Im Schatten eines Felsens (Nebenher: Murphy A ist die einzige Site, die überhaupt einen Schatten hat) brutzeln wir auf unseren beiden einfachen Grillen von Conrad-Elektronik unser Fleisch und nehmen genussvoll unser Abendessen zu uns.

Duschen in der freien Natur

 

Die absolute Einsamkeit ermöglicht eine erfrischende Dusche unter freiem Himmel. Und hierzu haben wir vorgesorgt. In Köln hatten wir genau für diesen Zweck einen aufblasbaren Swimmingpool erworben. 

Mike hielt uns damals für verrückt. Während seiner Dusche sieht man in seinem Gesicht zunehmend deutlich seine Erkenntnis, dass "die Schütts" ja wohl gar nicht so blöde sind, wie es manchmal aussehen mag. 

Mit seinen Worten gesprochen: "Ach, dafür wolltet ihr das Ding! Nicht schlecht!"

KLICK: Felsplateau bei Murphy A

Mike verbringt einige Zeit damit, einfach nur in die Ferne zu sehen. Ich kenne das Gefühl noch sehr genau von Anita und mir, als wir erstmalig hier an dieser Stelle verweilten: 

Man steht auf dem Felsplateau des Murphys und so weit  man sehen kann, und das sind sicherlich an die 100km, keinen Mensch weit und breit. Es ist ein Gefühl der Faszination aber gleichzeitig auch des Unbehagens. Was ist, wenn was passiert?

Nachdem wir auf unserer ersten Tour vor einigen Jahren fast hängen geblieben wären (Schaden am Jeep, zur Neige gehender Sprit, keine Verständigungsmöglichkeit) sehen Anita und ich das heutige Abenteuer durchweg relaxter und pragmatisch: Alle paar Tage kommt ja der Ranger vorbei, so dass es schlimmstenfalls nur heißt:  Durchhalten!

Nun aber kann Mike, den wir sicherlich in der Vergangenheit oft mit unseren Erzählungen genervt haben,  genau nachvollziehen, welche Faszination uns damals überkommen hat.

Anita macht Hausaufgaben: Tagebuch

Der Abend schenkt uns abermals einen traumhaften Sonnenuntergang, der uns zwangsläufig viel Film- und Fotomaterial kostet. Die warmen Abendstrahlen der Sonne ergießen sich über Murphy und verführen uns, einige schöne und ungewöhnliche Shootings zu machen.

Diesen Sonnenuntergang haben Anita und ich bereits mehrmals fotografiert und gefilmt, dennoch schaffen wir es auch heute nicht, die Finger von den Auslösern zu lassen.

Der Tag endet mit einem sehr gemütlichen Beisammensein auf dem großen Felsen. Dieser ist wie dafür geschaffen um zu duschen, Sachen zu trocknen, zu fotografieren, fotografiert zu werden, darauf zu essen oder eben gemütlich bei einer Tasse Kaffee den Tag noch einmal Revue passieren zu lassen und die weiteren Aktivitäten zu planen und abzusprechen. 

Da es wegen der momentanen absoluten Trockenheit strengstens verboten ist, ein Lagerfeuer zu machen, brennen und glimmen in unserer Mitte nur die Lichter einer Karstadt-Campingleuchte und unsere Anti-Moskito-Spiralen. Letztgenannte haben wir diesmal erstmalig im Einsatz und bisher verzeichnen wir einen hervorragenden Erfolg gegen den Feind.

Nach dieser gemütlichen und beeindruckenden Runde machen wir uns auf den Weg in unsere Gemächer. Eigentlich wollte ich gerade sagen: "...und verkriechen uns in unsere Schlafsäcke". Aber das ist Unsinn. Bisher haben wir aufgrund der Wärme noch kein einziges Mal im sondern nur auf dem Schlafsack geschlafen.

Aber nun "Gute Nacht", morgen erwarten uns wieder viele Gelände-Kilometer.

7. Tag White-Rim-Trail / Canyonlands - Moab - Windwhistle

Hartmuth "entsorgt" unseren Swimming-Pool.

Der Morgen beginnt so schön wie der Abend endete: Schönes Sonnenlicht, warme Luft und guter Kaffee verschönen uns das Rausklettern aus dem Zelt. Wir bauen selbige ab und  verstauen wieder alles in unserem Jeep. Das ständige Ein- und Auspacken schafft Routine, alles hat seine Ordnung und seinen Platz. Wenn diese Ordnung  auch immer mit viel Mühe verbunden ist, ohne diese Disziplin würde unser Auto innerhalb kürzester Zeit wie "bei Hempels unter dem Sofa" aussehen. 

Mit dieser Disziplin ist der Wagen aufgeräumt,  allerdings müssen wir trotzdem unsere Sachen ständig zusammensuchen. Und dann sei aber auch noch mal unser Packsack erwähnt: 

Die $30 waren eine sinnvolle Investition. Der zusätzliche Platz auf dem Autodach entlastet unseren Kofferraum sowie unsere Nerven und ermöglicht es mir sogar gelegentlich, durch den Innenspiegel nach hinten raus zu sehen.

KLICK; Jutta, stehe uns bei!

Wir machen uns auf den Weg zurück, genau so wie wir gestern gekommen sind. Eigentlich kann mich ja nichts mehr schocken, kenne ich den Weg doch bereits von mehreren Touren. Das erste Stück hinter Campground Murphy hat es aber trotz Routine in sich: 

Der sehr enge Weg führt an einem abschüssigen Hang besonders steil nach unten, der Weg ist außerdem in einem erbärmlichen Zustand. Ein sicheres Runterfahren geht eigentlich nur über ein Runterrollen mit Allrad und der Geländeuntersetzung. Ich stelle fest: Je steiler der Weg desto länger wird mein Hals, um überhaupt einigermaßen den Weg überblicken zu können. Und so tun wir drei das, was wir tun müssen: Ich kämpfe ums nackte Überleben, Anita filmt vorsorglich das bevorstehende Desaster, Mike sitzt neben mir und schweigt - ein sicheres Zeichen dafür, dass ihm auch nicht wohl ist. Aber Gott sei Dank haben wir stets unser Idol dabei! (siehe Bild)

Steht einem auch gelegentlich der Schweiß auf der Stirn, es gibt kaum ein schöneres Gefühl als es geschafft zu haben: "Yes, we did it!"

KLICK: Der Aufstieg erweist sich als fast unbezwingbar

Der weitere Weg verläuft zunehmend entspannter bis wir zu einer Bergauf-Passage kommen, die uns aufgrund eines tiefen Loches, das schon mit einigen großen aber locker liegenden Felsbrocken aufgefüllt ist, den Weg versperrt. Wir nehmen die Stelle in Anschein, sehen aber ohne gewisse Umbauten kaum eine Möglichkeit, den Weg fortzusetzen.

Da es nur diesen einen Weg gibt, ist klar, dass wir gestern genau die selbe Stelle passiert haben., Was wir jedoch kaum glauben können:  Während diese Stelle gestern bergab uns nicht nennenswert erschien, scheint sie nun bergauf nicht passierbar zu sein.

Mit vereinter Manneskraft jonglieren wir einige Felsbrocken in das Loch, tauschen -für Außenstehende kaum nachvollziehbar- den einen Stein gegen einen anderen. Während Anita wieder und weiter filmt, jongliere ich  unseren Jeep nach Mikes Anweisungen nassgeschwitzt aber erfolgreich tanzend, springend und hüpfend von Stein zu Stein..

KLICK: Grenzerfahrung - hier geht es  viele hundert Meter bergab

Wenige lange Meilen weiter parken wir den Wagen am steilen Abhang des Canyons , gehen ein Stück spazieren und erschrecken  regelrecht als wir uns umsehen:

 

Wer das Bild mal anklickt erkennt, dass unser Wagen auf einem steil abfallenden Überhang steht. Unter uns geht es einige hundert Meter nach unten. Wer hier abschmiert begeht ein sicherlich einmaliges Erlebnis und braucht lange, bis man seine Überreste findet!

KLICK: Schmuddel-Jeep

Nach Stunden des Holperns verlassen wir den National Park am Nachmittag des Tages über den gleichen Weg, wie wir ihn betreten haben, über die Mineral Bottom Road.. Den Gewichtsverlust von Benzin und Wasser haben wir zwischenzeitlich gut mit Staub und Schmutz ausgeglichen. 

Nach gut 50 Meilen und zwei Tagen können wir endlich mal wieder den Allradantrieb ausschalten.

KLICK: Blick zurück auf zwei Tage "Off Road"

Bevor wir aber in Moab unsere Vorräte an Wasser, Benzin und Lebensmitteln auffüllen werden, machen wir noch einen kurzen Abstecher zu einem "Overview". Von hier aus haben wir einen herrlichen Blick auf das Gebiet, das wir in den letzten zwei Tagen durchfahren haben. Und hier erhält man die Antwort auf die Frage, weshalb das Land von unten aus gesehen so unendlich ausschaut:: Es hat einfach eine riesige Ausdehnung!

Die von hier in der weiten Ferne auf dem Fels zu erkennenden  "Kratzer" sind in Wirklichkeit Wege und Straßen(?), die durch das Canyonland führen. Eine imposante Kulisse, die keine Ende zu nehmen scheint.

 

Wir setzen unsere Fahrt fort.

Wir erreichen nach einiger Zeit "Looking Glass Rock", ein schön geformter Felsen mit einem "Window" darin. Doch jetzt haben wir ein Problem:  Die Idee, zukünftig häufiger zu Zelten, entstand vor längerer Zeit genau an dieser Stelle hier: Vor zwei oder drei Jahren waren wir einmal hier in aller Frühe noch vor dem Sonnenaufgang und "erwischten" ein junges Paar, wie es vor dem Felsen  "wild" zeltete. Später lasen wir dann in einem Reiseführer, dass in Amerika wildes Zelten weitgehend erlaubt ist, solange es nicht auf Privatgelände passiert und es nicht explizit verboten ist. 

Nun aber stellen wir fest, dass  dieser Platz gerade mal für ein aber niemals für zwei Zelte ausreicht. Außerdem gibt es hier trotz aller Abgeschiedenheit eine Vielzahl von Zäunen, was eher für Privat- denn Staatsgelände spricht. Dürfen wir also überhaupt hier zelten? Außerdem bemerkte Mike zu recht, dass die Gefahr besteht, dass Touris, die den "Looking Glass Rock" bestaunen  wollen, uns quasi quer durchs Zelt laufen müssen. Wenn es denn hier Touris geben sollte!

Unser Kartenwerk weist einen Campground "in der Nähe aus", immerhin 25 Meilen entfernt. Wir erstellen folgenden Plan: Wir werden  zunächst den verzeichneten Campground ansteuern. Gefällt er uns und eine Site ist frei, bleiben wir dort. Andernfalls kehren wir hier hin zurück und schlagen unsere Zelte wie ursprünglich geplant auf.

KLICK: Windwhistle goes sunset!

Kaum zurück auf der Hauptstraße und einige Meilen gefahren, entdecken wir ein Hinweisschild zu einem Campingplatz. Und kurz danach entdecken wir ein zweites und auch noch ein drittes Schild. Uns ist noch nie aufgefallen, dass es in diesem Gebiet so viele Campgrounds gibt, allerdings war das für uns ja auch noch nie ein Thema. An einem x-beliebigen Hinweisschild verlassen wir die Straße und biegen  in Richtung Campingplatz ab. Nach einer kurzen Strecke erreichen wir den Campingplatz "Windwhistle". Der Rundweg führt zu etwa zehn Campsites aber wir tun uns schwer, eine Site zu finden. Weil sie alle besetzt sind? Weit gefehlt! Außer dem Camphost (= "Aufpasser") sind wir die einzigen Besucher und es fällt uns nicht leicht, den schönsten, besten, abgelegensten, praktischsten also einfach optimalen Platz zu finden. Wir merken selbst: Wer die Wahl hat...

Nach mehrmaligem und schon fast schwindelerregendem Umkreisen des Rundweges entscheiden wir uns doch endlich mal für eine Site. Die Zelte sind flott aufgebaut, die zunehmende Routine lässt sich nicht leugnen. Während Grill und unser Hi-Tech-Kocher für uns arbeiten, gesellt sich der Camphost kurz zu uns. Er erkundigt sich, ob alles o.k. ist, von wo wir kommen, was wir noch alles planen und weist uns darauf hin, dass wir uns bei Fragen an ihn wenden  sollen sowie auf die gute Qualität des Wassers, das es auf dem Campground gibt:  "The best water of Utah". Wir glauben ihm und füllen unsere Wasservorräte bis zum Überlaufen auf. Recht bald verkriechen wir uns in unsere "Häuser" und freuen uns schon wieder auf den nächsten Tag.

8. Tag Windwhistle - Monument Valley - Navajo Campground

Anita, wie immer gut gelaunt (Joke!)

Ein neuer Tag beginnt und was ist passiert? Richtig, die Handys haben wieder geklingelt. Wir verpacken unser Equipment wie jeden Morgen. Wir sind uns einig, dass wir diesen Campground für zukünftige Touren in diesem Gebiet auf jeden Fall im Hinterkopf behalten. 

Nach dem Frühstück (Kaffee, Bearclaws, Kekse) klettern wir in unseren Jeep und lassen den "Gaul laufen".

 

KLICK: Twin Rocks

Doch zunächst führt uns der Weg vorbei an den  Twin-Rocks, einer interessanten und bemerkenswerten Konstellation zweier Felsen. Am Fuß des Twin-Rocks gibt es auch ein Cafe, das Twin-Rocks-Cafe. Bei unserem letzten Besuch haben wir dort ausgiebig und gut american-like gefrühstückt. Doch für ein Frühstück ist es nun schon zu spät. 

Vor Jahren habe ich im Internet einen Hinweis auf diese Stelle gefunden und dass man -sollte man hier in der Nähe sein- auf keinen Fall verzichten sollte, ??? zu besuchen

Ja, das ist kein Witz: Ich habe damals so viel recherchiert, dass ich nachher nicht mehr wusste, was denn bemerkenswert ist, ob der zu den Twin-Rocks führende Wanderweg oder das Cafe oder sonst irgendwas !!! Sollten wir die Internetseite irgendwann einmal wieder finden, werden wir darauf hinweisen.

KLICK: Noch eine "Alte Tanke"

Gegenüber der Twin-Rocks befindet sich eine alte Tankstelle, ein Motiv, das ich bereits bei unseren bisherigen Besuchen immer wieder mal auf den Film gebannt habe. Auch diesmal kann ich es nicht sein lassen, den Verschluss der Kamera beben zu lassen.  

Doch diesmal gibt es Neues zu berichten. Die alte Tankstelle ist belebt, ein Mann scheint sie -zumindest von innen- zu renovieren. So ergibt sich für uns die Spannung, wie die Tankstelle denn wohl bei unserem nächsten Besuch aussehen wird.

 KLICK: Die Gänsehälse

Dank der bereits erwähnten professionellen Reiseführung gelangt Mike auch noch zum Gooosenecks of the San Juan River  Der "San Juan" hat sich hier bei seiner Entstehung etwas Kurioses einfallen lassen und sich in Schleifen um den Aussichtspunkt gelegt. Und so hat diese Stelle auch ihren Namen erhalten: Goosenecks = Gänsehälse.

Nach einem ausführlichen Shooting geht es wieder weiter...

KLICK: Eingangsschild zum Monument Valley N.M.

Da unser Weg in der Nähe vom Monument Valley vorbei führt, lassen wir es uns natürlich nicht nehmen, dort mal nach dem Rechten zu sehen. Das Foto vor dem Eingangsschild ist natürlich obligatorisch. Leider ist es -im Gegensatz zu den Nationalparks- hinter einem Zaun schlecht zugänglich versteckt, der allerdings auf Grund der foto-wilden Touristen schon viele Löcher ausweist. Mike ist es sichtlich unangenehm, dass wir durch den porösen Zaun klettern, befürchtet er doch "Ärger mit Winnetou". Als dann während unseres Shootings tatsächlich ein weißes Motorrad zielstrebig auf uns zu fährt, ist seine Panik perfekt. Mit der -man möge es nicht als Arroganz werten- nötigen Lässigkeit und Erfahrung sehen Anita und ich der Situation entgegen und stellen schnell fest, dass es sich ebenfalls um einen Touri mit dem selben Vorhaben handelt. 

Deutsch-Österreichische Freundschaft

Seine BMW schmückt als Nationalitätskennzeichen ein "A" . Ich spreche den Biker auf Englisch an und erkundige mich, ob er oder sein Motorrad tatsächlich aus Österreich kommt.  Er bejaht das in einem österreichisch geprägten Schwarzenegger-Slang und so unterhalten wir uns kurz darauf in deutsch-österreichisch weiter. Der gute Mann macht eine dreimonatige Weltumrundung. China und Russland hat er schon hinter sich, den Norden der USA und noch einen Monat vor sich. Nach einem ausgiebigen gegenseitigen Shooting (Er auf Motorrad, er vor Motorrad, er vor dem Eingangsschild, seine Kamera, unsere Kameras usw.) verabschieden wir uns multilingual mit "Tschüß", "Bye", "Servus")

KLICK: Die berühmte Straße ins Monument Valley

Wir cruisen weiter durch die Loop des Monument Valleys, einer mehrere Meilen lange Staubstraße, die zwischen den Monoliten hindurchführt.. Obwohl Mike vor ein paar Jahren bereits schon einmal hier war, hört man den Verschluss seiner Kamera im Non-Stop-Betrieb sausen.

Schade für ihn, das Wetter ist nicht besser als bei seinem ersten Besuch. Im Gegenteil: Es ziehen zunehmend Wolken auf und es beginnt leicht zu tröpfeln.

Anita und ich versuchen zu recherchieren, wie oft wir denn schon hier in der Loop waren. Fünfmal, sechsmal, siebenmal? Keine Ahnung. Wir stellen jedoch fest, dass wir bisher auf dieser Loop annähernd genauso oft schlechtes wie traumhaft schönes Wetter hatten.

KLICK: Blick auf das Monument-Valley

Zurück von der Loop gehen wir -wie immer- ins Visitor-Center. Erstmalig ist sogar in der oberen Etage des Visitor-Centers das Cafe geöffnet. Mangels freier Plätze verkneifen wir uns ein "Käffchen" und gehen stattdessen zum Overview. 

Wir machen ein kurzes Shooting, insbesondere mit dem aus Deutschland importierten Gonsky-Beutel. Möchte ich doch ein paar Bilder zum Wettbewerb einschicken, den Gonsky derzeit veranstaltet.

Man gewöhnt sich sehr schnell an den Mug.

Auf dem weiteren Weg zu unserem Camp halten wir zum x-ten-Male an einer Tanke. Unser Jeep schluckt ganz schön und braucht nun mal sein "Futter". An einer solchen Tanke erstehen  wir einen neuen "handlichen" Mug von und mit Coke. Er fasst mehr als einen Liter und wenn er genauso kühlt wie unser alter kleinerer Mug, dann reicht eine Füllung Eis am Morgen vermutlich um die Getränke fast den ganzen Tag kühl zu halten.

KLICK: Stromklau

Während Anita und Mike noch mit dem Shopping beschäftigt sind, ziehe ich Strom ab: Meiner kleinen Casio Digitalkamera geht allmählich der Strom aus, der zweite Akku ist schon in Betrieb. Und hier tut sich uns ein wieder ein Problem auf, dem wir vorher keine Aufmerksamkeit beigemessen haben.

Für sämtliche anderen Geräte (Video, Kleinbildkamera, Blitz, GPS, Funkgeräte, Laptop usw.) haben wir eine netztunabhängige Lademöglichkeit über entsprechende Charger geschaffen, die Casio-Kamera haben wir jedoch völlig vergessen. Hinzu kommt, dass wir mit der Kamera deutlich mehr fotografieren als eigentlich geplant war und das direkte Überspielen der Bilder von Kamera auf den Laptop offensichtlich eine Menge "Saft" zieht.

Also zapfe ich an der Tanke die Stromleitung an (zum Glück gibt es gelegentlich außenliegende Steckdosen, an die man auch ran kommt) und gönne der Technik etwas Energie.

Schnell zeigt sich, wer gut arbeiten kann...und muss!

Nach dem Auftanken von Auto, Mugs und Kameras fahren wir voller Energie weiter. Wir erreichen nach einiger Zeit unser heutiges Domizil, den Campground des Navayo-National-Monuments. Der Campground ist fast leer, so dass wir wieder das Problem haben, uns für einen optimalen Platz zu entscheiden. Nach mehreren Umrundungen -der aufmerksame Leser  kennt das schon- entscheiden wir uns endlich für eine Site. 

Der Campground gehört zum Reservat der Navayos  und begeistert uns hinsichtlich der Sauberkeit und Ausstattung. Es gibt ordentliche Toiletten mit Wasserspülung  und sogar ein Abwaschbecken für Geschirr. Und noch wichtiger: Strom!!!

Es folgt die selbe Prozedur wie fast jeden Abend: Aufbau unseres Camps. Wobei sich sehr schnell herausstellt, wer die "tragende" Säule (siehe Bild links!) dieser Aufgabe ist.

Mit der Zeit kommen weitere Camper, was den Campground etwas belebter macht aber nicht wirklich füllt. Gott sei Dank gibt es auf den Restrooms Doppelsteckdosen. Ein anderer Camper ist doch tatsächlich so dreist, seine Videokamera an einer der beiden Steckdosen aufzuladen...

Das einzige, was uns etwas beunruhigt, ist das Hinweisschild, dass in letzter Zeit gelegentlich Bären gesehen wurden. Eigentlich genau das, was wir auf "Teufel komm raus" vermeiden wollten und daher die typische  Bären-Gebiete von vornherein ausgeklammert haben. 

Erstmalig achten wir aus Sicherheitsgründen darauf, nicht in der Kleidung zu schlafen mit der wir gegrillt haben, nehmen keinerlei Lebensmittel mit in die Zelte und verschließen die Vorräte im Auto.

So verkriechen wir uns nach dem sicheren Verschließen unseres Hab und Gutes in den Zelten und hoffen darauf, am nächsten Morgen von der Sonne oder den Handys und nicht von einem neugierigen und hungrigen Bären geweckt zu werden..

9. Tag Windwhistle - Lower Antelope Canyon - Paria-Area

KLICK: Die erste Tasse Kaffee am Tag!

Die Nacht verläuft ruhig und tatsächlich ist es nur die Sonne, die am frühen Morgen neugierig ins Zelt blinzelt. Nach dem morgendlichen "Bettenmachen" trinken wir wieder gemütlich unseren Kaffee. Ich glaube, es gibt keinen Kaffee im Laufe des Tages, der so gut schmeckt, wie die erste Tasse am Morgen. Nachdem der Haushalt wieder auf den vier Rädern verstaut ist, fahren wir los in Richtung Page, wo wir den Lower Antelope Canyon erleben wollen.

CLICK: Beeindruckende Ladetechnik !

Den weiteren Weg nutzen wir wieder zum Aufladen unseres Equipments.

Der Lower Antelope Canyon bei Page ist ein besonders enger Slot-Canyon. Um brauchbares Licht in diesen Canyons vorzufinden, sollte man ihn gegen Mittag besuchen. Nachdem wir Page viel zu früh erreichen, machen wir noch einen kurzen Stopp beim goldenen "M" zu einem zweiten Frühstück, bevor wir den Weg fortführen.

Der Lower Antelope Canyon liegt nur einen guten Steinwurf vom Upper Antelope Canyon entfernt, den wir in den vergangenen Jahren bereits mehrmals besucht hatten. Der "Lower", vor dem wir jetzt stehen, ist erst seit gut einem Jahr wieder geöffnet, nachdem er 1997 zu einer traurigen Berühmtheit gelangte. Eine zwölfköpfige  Besuchergruppe wurde -nachdem es etwa 80km entfernt stark geregnet hatte- unerwartet von einer Flash Flood überrascht. Es gab aufgrund der Enge des Canyons für die Gruppe keine Fluchtmöglichkeit, wobei elf Mitglieder der zwölfköpfigen Gruppe ums Leben gekommen sind. Vorletztes Jahr erfuhren wir von einem Ranger, dass einer der Vermissten bis zu diesem Zeitpunkt immer noch nicht gefunden war.

KLICK: Eingang in eine neue Welt

Im Internet hatten wir recherchiert, dass man am Eingang seine "Admission" abdrücken muss und anschließend wird man von einem Native ca. 50 Meter bis zum Eingang begleitet wird. Wir finden das ziemlich albern, unterziehen uns aber jetzt zwangsläufig der beschriebenen Prozedur. Die Indianerin begleitet uns -nachdem wir die $18 Eintritt bezahlt haben (wohlgemerkt pro Person!!!) einige Meter und zeigt uns auf einen unscheinbaren Schlitz im Boden.

Yes well!  Das ist tatsächlich der Eingang, den man noch nicht einmal erkennt, wenn man einen Meter davor steht. Die Begleitung zum Eingang hat also durchaus seine Berechtigung.

Wir betreten mit etwas Mühe den Canyon. Der Eingang ist sehr eng und der Durchgang erschwerlich, wobei sich die subjektive Enge des Canyons proportional zum Umfang des eigenen Körpers entwickelt. Zum Glück sind im Boden gelegentlich Metallstufen eingeschweißt, ansonsten würde sich der Besuch zu einer Kletterei entwickeln.

Und mit dem Betreten des Canyons werden wir abermals aufgesogen in eine andere Welt

KLICK: Traumwelt

Ob nun Lower Antelope Canyon oder lieber Upper Antelope Canyon?

Nun, zum Fotografieren scheint uns der Upper A-C aufgrund des schönen Lichteinfalls am Mittag beeindruckender zu ein. 

Zum Klettern, Verstecken und Bauch einziehen ist aber zweifellos der Lower A.C. geeigneter.

KLICK: Ein weiterer traumhafter Campground

Nach diesem beeindruckenden Erlebnis schwingen wir uns wieder in den Jeep und fahren weiter zur Ranger-Stationin Richtung Kanab. Den Weg kennen wir auswendig und könnten ihn fast im Schlaf fahren, ist die Ranger-Station doch schon viele Male Anlaufstelle für eine Permit für unser Traumland "Wave" gewesen. 

Unmittelbar neben der Ranger-Station, die wir nach etwa 35 Meilen Fahrt erreichen, gibt es einen Campground, der häufig als Ausgangspunkt für diverse Hiking- und Trecking-Touren ist. Wir sehen diesen Campground das erste Mal und haben -von einem verlassenen Zelt einmal abgesehen- wieder die freie Auswahl an Sites. Natürlich suchen wir uns auch diesmal wieder die schönste Site aus und "stecken unser Revier ab".

Zeit zum Rasten haben wir jedoch noch nicht. Wir planen für morgen eine Wanderung zu einer außergewöhnlichen Stelle, die bisweilen noch recht unbekannt ist. Es gibt noch nicht einmal einen offiziellen Namen für diese ungewöhnliche Felsenwand. Eine Wegbeschreibung wird man hier auf unserer Homepage garantiert nicht finden, weil ich das dem erfahrenen USA-ler Karsten Rau hoch und heilig versprochen habe! Über das Internet sind wir auf seine Homepage gelandet und auf unser morgiges Ziel aufmerksam geworden, das er "White Ghosts" nennt. Da er diesen bisher unbekannten Teil nicht publik machen möchte, stellt er die Wegbeschreibung nicht ins Netz. Ich habe ihn vor einiger Zeit angemailt und ihn um diese Wegbeschreibung gebeten. Nachdem er sich davon überzeugt hat, dass wir Gleichgesinnte sind und ich ihm garantiert habe, keine näheren Infos rauszugeben, hat er uns eine sehr detaillierte Beschreibung zukommen lassen. Sollte sich also jemand hierfür interessieren, kann ich ihm Bilder zumailen aber garantiert nicht die Wegbeschreibung.

An dieser Stelle nochmals herzlichsten Dank an Karsten!

Der Weg soll nach seiner Beschreibung nicht nur lang sondern auch unwegsam und nicht leicht zu finden sein. Erschwerend kommt noch hinzu, dass man nur bei Sonnenaufgang vernünftiges Licht haben soll. Daher müssen wir nachts bereits los um pünktlich dort anzukommen. Wir beschließen daher, die Strecke bis zum Trailhead bereits heute noch im Hellen einmal zur Probe abzufahren.

Wir machen uns nach dem Aufbau der Zelte auf den Weg, den Trailhead zu finden. Karstens Hinweise z.B. "bei Meile 1,7 ..." helfen uns. Doch während der Fahrt kommt uns die Idee, wir könnten ja auch statt neben der Ranger-Station in unmittelbarer Nähe des Trailheads campen um uns die nächtliche Fahrt zu ersparen. Sofort kommt die Diskussion wieder auf, ob man denn dort überhaupt  campen darf oder nicht. Wir beschließen zur Ranger-Station umzukehren und uns dort zu erkundigen. Die Ranger-Station schließt um 17.00Uhr, gegen 17.05Uhr erreichen wir das Büro und bitten gnädig um eine ganz kurze Auskunft.

Die Rangerin ist nicht nur gnädig sondern auch nett und nimmt sich noch ristig Zeit für uns. Sie kennt die Stelle (natürlich), weist uns allerdings auf einen völlig anderen Weg hin. Sie nennt unser Ziel nicht "White Ghosts" sondern "Hoodoos". Ihr Weg hätte allerdings einen etwa 8 Meilen langen Fußweg zur Folge. Unseren Weg erwähnt sie hingegen gar nicht. Uns kommen Zweifel, ob Karstens Route überhaupt 100%ig legal ist. Wir beschließen jedoch zu schweigen und erst gar nicht nachzufragen. 

Also kehren wir wieder um und machen uns nochmals auf den selben Weg. Karsten weist in seiner Beschreibung auf eine nicht ganz ungefährliche Stelle hin. Er ist diesen Weg vor einigen Monaten gefahren und plötzlich fehlte ihm über eine Länge von mehreren Metern ein gutes Stück Straße. Hiervon merken wir jedoch nichts.

Wir finden den angegebenen Trailhead und kehren schleunigst um zu unserem abendlichen BBQ.

KLICK: Wolken ziehen langsam auf und prophezeien uns ein Unwetter

Wir erreichen den Campground und stellen fest, dass wir nicht mehr alleine sind. Zu unseren Zelten hat sich in einiger Entfernung ein schweizerisches Pärchen hinzugesellt. Aufmerksam beobachten wir aus der Ferne, wie sie akribisch ihr Tunnel-Zelt aufbauen.

Nachdem das Pärchen nach mehr als einer halben Stunde immer noch mit dem Aufbau und der "Verkabelung" des Zeltes beschäftigt ist, steht für Anita und mich fest, dass unser nächstes Zelt kein Tunnelzelt sein wird!

Von dieser amüsanten Beobachtung abgesehen müssen wir jedoch feststellen, dass allmählich  Wolken aufziehen und nichts Gutes verheißen. 

Allabendliche Lagebesprechung

Um früh aus den Federn kommen zu können, müssen wir zwangsläufig auch früh hinein und so endet der Tag für uns kurz nach Sonnenuntergang mit einer letzte Tasse Kaffee.

Unterbrochen wird die Nacht lediglich durch einen kräftigen Sturm. Und hier zeigen sich doch qualitative Unterschiede von Zelt zu Zelt. Unsere beiden Zelte werden mal wieder arg bis auf den Boden gedrückt, halten aber. Das leerstehende Zelt in der Nachbarschaft dreht sich auf den Kopf und droht wegzufliegen, weshalb wir es noch in der Nacht fixieren. Ledigleich das Tunnelzelt unserer Präzisions-Nachbarn zeigt sich unbeeindruckt und steht wie ein Fels in der Brandung. Vielleicht beschäftigen wir uns doch noch einmal mit diesem Thema.

Aber sonst verläuft die Nacht ruhig...

10. Tag Paria-Area - White Ghosts - Toroweap / Grand Canyon N.P.

"Morgens vor sieben" ist die Welt noch recht dunkel!

Und  wieder beginnt für uns ein Tag obwohl das Ende der Nacht noch weit entfernt zu sein scheint. Wir fahren zum Trailhead. Das GPS-Gerät, das unsere gestrige Tour gespeichert hat, erleichtert uns das Wiederfinden der Route. Dennoch passiert es: Plötzlich hinter einer Kurve sehe ich im letzten Moment, dass die Straße fehlt und kann gerade noch bremsen. Im Scheinwerferlicht erkennen wir schemenhaft, dass der Weg auf mehrere Meter weggespült ist. Das ist also die Stelle, von der Karsten in seiner Beschreibung sprach. Es gibt für diese Stelle einen kleinen "Bypass", den wir gestern wohl zufällig gefahren sind, heute im Dunkels jedoch nicht. Der Absatz ist sehr abschüssig, hätten wir nicht im letzten Moment anhalten können, wäre hier das jähe Ende unserer Tour, unseres Wagens und evtl. auch von uns gewesen.

So setzen wir jedoch rückwärts und finden sehr schnell den richtigen Weg und nur wenig später erreichen wir den angestrebten Trailhead.

Schritt für Schritt werden die Schuhe vermatschter und schwerer !

Angemessen ausgerüstet machen wir uns im Dunkeln auf den Weg zu den etwa eine Meile entfernten White Ghosts. Immer den Fluss entlang, das bedeutet aber auch, dass unsere Füße und Schuhe durch den Matsch des Flussbettes von Schritt zu Schritt schwerer werden.

Doch wir erreichen die gesuchte Stelle nach etwa eine Stunde des Laufens - ich meine eher des Watens - und just in time erleuchtet das Licht der aufgehenden  Sonne die Bühne für ein beeindruckendes Schauspiel.

KLICK: Am Ziel erwarten uns die "White Ghosts" 

Ob nun "Hoodoos" oder "White Ghosts" der treffendere Name ist wissen wir nicht zu entscheiden. Aber es ist ein beeindruckendes Stück Land, bestehend aus einzeln stehenden kuriosen  Felstürmen, die als "Kopfschmuck"  jeweils einen dunklen Stein tragen.

Beeindruckend, skurril, graziös und verrückt!

Im Abstand weniger hundert Meter stehen insgesamt drei Gruppen dieser Geister, wobei die erste sicherlich die beeindruckendste ist.

KLICK: Reinigung der "Bereifung" !

Bereits nach einer knappen Stunde ist die Sonne soweit gewandert, dass sich wieder erste Schatten über unsere Geister strecken. Der frühe Zeitpunkt unseres Shootings war also genau richtig.

An dieser Stelle nochmals ein Danke an Karsten.

Wir kehren zügig um und beschließen, am Trailhead unsere obligatorische Tasse Kaffee zu kochen und zu uns zu nehmen. Doch nach der Rückkehr steht vor dem Kaffeekochen zunächst mal die Reinigung unseres Schuhwerkes an.

KLICK: W  A  R  N  I  N  G  !

Nach der gründlichen Reinigung unseres Equipments und einer guten Tasse Kaffee (die Sucht lässt sich einfach nicht leugnen) haben wir als heutiges Ziel Toroweap, einem herrlichen Overview in den Grand Canyon. Wir waren im Dezember letzten Jahres bereits dort, mieden aber aufgrund des starken Windes das Campen. Nach Aussage eines Amerikaners, der uns vor zwei Jahren auf dieses Punkt aufmerksam gemacht hat, ist es die steilste abfallendste Stelle des Grand Canyons. Ob es so ist, sei dahingestellt.

Der Haken an der Sache ist jedoch folgender: Um zum Aussichtspunkt zu gelangen muss man von der einzigen Hauptstraße "in der Nähe" 63 Meilen (!) , also über 100km in eine Richtung über eine unpaved Road fahren. 100km hin, in den Canyon schauen und wieder 100km zurück. Aber das hält uns nicht auf...

KLICK: Kein "Platten" sondern ein zerrissener Reifen ziert unsere Felge

Das nicht, andere Dinge schon! Nach knapp 10 Meilen kündigt  ein lautes Knallen und Schlagen auf der rechten Seite eine längere Pause an: Uns hat es das Hinterrad völlig zerrissen, ein Reifenwechsel ist unvermeidbar.

Erst gestern haben wir uns darüber unterhalten, wo ein Reserverad im Auto optimal aufbewahrt wird: Im Kofferraum oder unter dem Wagen. Wir entschieden uns einstimmig für den Kofferraum, weil es dort stets sauber bleibt.

Und wieder müssen wir den Kofferraum komplett aus- und einräumen.

Doch das bedeutet, den kompletten Kofferraum auszuräumen und anschließend wieder einzuräumen. Uns bleibt nicht anderes übrig. Nachdem wir unter und hinter Klappen und Sitzflächen langsam alles notwenige Material zusammengesucht haben, stellt sich uns die Frage, wo der Wagenheber angesetzt wird. Der Wagenheber weist ausdrücklich darauf hin, dass man  vor der Benutzung der Bedienungsanleitung zu Rate ziehen soll, die natürlich nicht an Board ist. Danke, Alamo! Wir finden eine passende Stelle zum Ansetzen obwohl wir nicht sicher sind, dass dies auch die richtige Stelle ist. Aber es scheint zu funktionieren.

KLICK: Lösungsmöglichkeit ?!?

Ein achtlos neben die Straße geworfener Reifen bietet uns jedoch keinen wirklichen Ersatz. Er passt nicht ganz.

KLICK: The Rest

Nach der einstündigen anstrengenden Zwangspause unter den staunenden Augen einiger Rinder und zwei vorbeifahrenden Autofahrern setzen wir die Fahrt fort und erreichen Toroweap. Nach der täglichen Zeremonie (Was ist der beste Platz für uns und unsere Zelte?) schlagen wir die Zelte auf und fahren anschließend sofort einige hundert Meter weiter zum Rim weiter, um Mike ein paar bezaubernde Einblicke in den Grand Canyon zu ermöglichen. Er dankt es mit großen Augen und einem schnellen Verschluss seiner Kamera.

Wir kommen mit zwei Amerikanern ins Gespräch, die diesen Ausblick ebenfalls genießen. Sie geben uns ein paar Tipps, was man hier in unmittelbarer Nähe auch noch machen kann. Wir werden es bei unseren zukünftigen Plänen sicherlich berücksichtigen.

Währenddessen ruhen sich unsere Schuhe von den morgendlichen Strapazen aus und haben Gelegenheit zu trocknen.

KLICK: Handliche Steaks warten darauf, verzehrt zu werden !