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diesmal notiert von Anita |
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| 22.05.2005 Köln - Frankfurt - Las Vegas :-) |
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02:45 |
Wer hätte das gedacht? Nach gerade mal drei Monaten sind wir schon wieder auf dem Weg nach Las Vegas. Um viertel vor drei heute morgen ging der Wecker los und läutete unserer 26. Tour ein. Mike hat uns -wie fast immer- zum Flughafen gebracht. |
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Nach einem kurzem Flug mit der Lufthansa bis Frankfurt und einem beeindruckenden Wechsel des Terminals am Frankfurter Flughafens mittels eines langen Walks durch eine Röhre, der akustisch wie optisch durch sphärische Musik und langsame Lichtwechsel unterstützt war, sitzen wir jetzt am Gate und warten auf unseren Weiterflug mit der Condor direkt bis nach Las Vegas. Erstmalig ein "Fast-Direktflug". |
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Die Sicherheitskontrollen in Köln sind
ganz
lässig gewesen, nur hier in Frankfurt ist einer der beiden Laptops
gründlichst untersucht worden mit dem Ergebnis, dass er jetzt
sauberer ist als vorher. Mit einem kleinen Spezial-Sauger ist er gut
entstaubt und abgewischt worden. Vermutlich wurde er auf Sprengstoff
untersucht. Echt guter Service hier, allerdings
ging das zweite Gerät trotz unserer Nachfrage leer aus,
obwohl er auch eine Reinigung gebrauchen würde. Naja, es gibt ja auch
noch einen Rückflug, der uns vielleicht ein sauberes Gerät beschert.
Zwischenzeitlich wurden wir im Rahmen einer Werbeaktion für das
Vielfliegerprogramm der Lufthansa "Miles and more" geworben. |
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Hier nun ist die versprochene Fortsetzung: Wir sind nach rund elf Stunden Flug recht pünktlich in Vegas gelandet. |
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Kurz vor der Landung haben wir eins unserer geliebten Gebiete überflogen: Valley of Fire. Entweder waren wir heute ungewöhnlich tief oder hatten eine besonders klare Luft. Vom Fenster aus konnten wir das Visitor Center erkennen. Harry bemühte sich -trotz der guten Sicht- vergeblich zu eruieren, ob sie sein gewünschtes Hemd, von der er ein zweites Exemplar erwerben möchte, vorrätig haben. Bei der Immigration lief alles unkompliziert und gut. Eine unserer drei Taschen hat sich bei der Gepäckaufnahme aber wirklich bis zum Schluss Zeit gelassen um endlich auf das Gepäckband zu purzeln und so haben wir gedanklich schon einmal unseren Text für "Lost and Found" geübt. Aber zum Glück es ist noch mal gut gegangen.
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Bei unserem üblichen Autovermieter Alamo war allerdings heute "der Bär los". Wir haben fast eine Stunde in der Schlange gestanden bis wir bedient wurden und bis wir ein Auto hatten. D.h., Letztgenanntes stimmt nicht ganz: Das Auto hatten wir ziemlich schnell, denn Harry hat sich nach dem Eintreffen in der Vermietstation sofort auf die Suche nach einem passenden Gefährt für uns gemacht und ist auch (relativ) schnell fündig geworden. Er hat sich aus der zu Verfügung stehenden Trail-Blazer-Collection wieder für einen Chevrolet Trail Blazer LS entschieden und hat auch sofort das Gepäck eingeladen. Ich durfte in der Zeit im Office anstehen, damit wir auch den entsprechenden Mietvertrag für unser Auto bekommen. Nach dem der Papierkram erledigt war ging es auf direktem Weg zu unserem Storage und die nächsten zwei Stunden haben wir ganz dem Um- und Einräumen von Auto und Storage gewidmet. Eine ziemlich schweißtreibende Angelegenheit, denn das Wetter hat es sehr gut mit uns gemeint. Mit fast 40 Grad C hatten wir eigentlich nicht gerechnet aber wir werden uns natürlich auch nicht beschweren. |
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Nach dem Laden sind wir zu dem
Schluss gekommen, dass wir uns ein Abendessen redlich verdient haben und
so starteten wir den Urlaub mit einem Besuch des Carnival World Buffett im
Hotel Rio. Wie immer war alles sehr lecker und auch wie immer haben wir
eigentlich wieder viel zu viel gegessen. Gut gesättigt haben wir eben im
McCarren Inn eingecheckt. Jetzt gehen wir noch einmal unser Gepäck durch
und überlegen letztmalig, was wir wirklich mitnehmen werden oder
morgen noch schnell in den Storage bringen. Aber vor allem werden wir
gleich ganz schnell ins Bett gehen und endlich schlafen, damit wir morgen
fit für neue Taten sind. |
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| 23.05.2005 Las Vegas - Zion N.P. - Utah |
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Wir sitzen nun hier im Zion N.P. gemütlich am Lagerfeuer und der erste Tag unsere Tour ist doch tatsächlich schon fast zu Ende. Doch eins nach dem anderen:
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Heute morgen sind wir schon ziemlich früh wach geworden, noch lange bevor die Wecker uns aus unseren Träumen reißen konnten. Nach der ausgiebigen Morgentoilette, (man weiß ja nicht, wann wir das nächste Mal wieder richtig Duschen können) haben wir wie immer das beste Frühstück der Welt genossen, ausgecheckt und uns zum Storage begeben. Unsere Gepäckreduzierung von gestern war so erfolgreich, dass wir jetzt zwei Kisten weniger im Auto haben als bei unserer letzten Tour im Februar. Damit wir aber nicht so ganz ohne Ballast unterwegs sind, ging es gleich zum Shoppen. Zuerst zu unserem Wal-Mart, aber der hatte leider nicht den neuen Leatherman, den Harry sucht.
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So fiel der Einkauf bei Wal-Mart diesmal auch recht klein aus, doch dafür führte uns der Weg noch zur Bass Outdoor World. Angeblich einer der größten Outdoor-Läden der Welt. Für uns ist es eindeutig der größte Outdoorer, den wir kennen. Dort gab es dann auch den richtigen Leatherman und so ist Harry jetzt neben seinem Leatherman Supertool 200 und seinem Gerber Legend auch noch stolzer Besitzer eines Leatherman Charge XTI. Ich weiß zwar nicht, weshalb mein Mann drei dieser Super-Multitools benötigt aber ich habe es mir abgewöhnt, diese Dinge zu hinterfragen... Danach ging es über den Strip zur Interstate I-15 Richtung Zion N.P. Und als wir während der Fahrt noch so überlegten, was wir denn evtl. noch benötigen, entwickelte sich plötzlich die Frage:
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Wo ist eigentlich unser GPS ? Gestern und heute war uns unser Garmin noch nicht begegnet und so ergab sich der Verdacht, dass es vielleicht verschwunden ist. Entweder liegt es im Storage, in Köln oder es ist auf dem Flug irgendwie "verdunstet"! Kurz entschlossen sind wir in North Las Vegas die nächste Abfahrt rausgefahren um der Sache auf den Grund zu gehen. Im wahrsten Sinne des Wortes "auf den Grund": An einem KFC haben wir angehalten und dann fiel es Harry ein, wo das GPS evtl. sein könnte, nämlich bei der Ersatzkamera. Und die befand sich in einem Pelicase-Koffer auf dem Grund unseres Gepäcks ganz unten im Geheimfach der Ladefläche. Um also das GPS zu finden mussten wir annähernd das komplette Gepäck ausräumen, aber wenn man sonst keine Hobbys hat... Zum Glück war die ganze Aktion vom Erfolg gekrönt und unser GPS war natürlich genau da, wo wir es vermuteten. Da wir jetzt schon mal vor einem KFC standen lag es ja auch nahe, mal einen kurzen Besuch zu machen. Nach dieser Stärkung ging es dann weiter. |
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In St.George haben wir unseren restlichen Einkauf erledigt, so dass die Ladefläche zunehmend weniger Freiraum hat. Auf der Weiterfahrt haben wir uns nach einiger Zeit dafür entschieden, heute doch im Zion N.P. zu nächtigen. Eigentlich wollten wir heute noch ein gutes Stück weiterfahren, aber so konnten wir stattdessen noch das Auto in Ruhe optimiert einräumen und einen gemütlichen Abend bei BBQ und Lagerfeuer verbringen. Wir erreichten "unseren" Zion und staunten nicht schlecht, als wir kurz dem Virgin River, der nur wenige Meter von unserer Campsite vorbeirauscht, einen Besuch abstatteten: Dort, wo sonst nur ein Bächlein vorbeifließt und wir vor zwei Jahren mit Mike unsere "Haxen" zum Abkühlen ins erfrischende Nass reintauchten, rast nun ein stattlicher Strom an uns vorüber. Offensichtlich ist momentan irgendwo Schneeschmelze oder es gab ergiebige Regenfälle.
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Und dann passierte uns noch ein kleines, aber physikalisch hoch interessantes Missgeschick: Plötzlich und unerwartet fiel uns eine komplette Palette Cola mit einem Dutzend Dosen von der Ladefläche herunter. Das Paket plumpste einen halben Meter in die unendliche Tiefe und schlug hart auf, wobei der Karton aufriss. Doch was dann kam, erstaunte uns nicht schlecht: 11 der insgesamt 12 Dosen explodierten, teilweise zerriss es sie vollkommen, teilweise entstanden kleinste Löcher, aus denen ein mehrere Meter langer Cola-Strahl schoss. Harry rutschte als Kommentar ein "Oh, La Fontän!" über die Lippen. Die Ursache ist vermutlich folgende: Im Gegensatz zu unseren deutschen Cola-Dosen sind die amerikanischen aus Aluminium und halten eine solche Detonation wohl nicht aus. Fasziniert von diesem physikalischen Experiment säuberten wir das Auto und uns von oben bis unten von den Resten dieser klebrigen Versuchsanordnung... |
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Doch jetzt geht unser Feuer langsam aus und so wird es Zeit zu überprüfen, ob unsere Schlafsäcke auch noch in Ordnung sind. Also werden wir jetzt ins Zelt krabbeln und ein bisschen schlafen, bis morgen, so long.
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| 24.05.2005 Zion N.P. - Utah - Middle-Road Trailhead |
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Mit unseren Schlafsäcken war alles in Ordnung und somit haben wir unsere erste Campingnacht in diesem Urlaub ganz gut überstanden. Da wir heute sehr früh los wollten, um in der Paria-River-Ranger-Station eine Permit für die Wave zu ergattern, haben wir uns bereits um 5 Uhr von unseren Handys wecken lassen, und das bei 12 Grad Celsius - genau wie im letzten Urlaub an der selben Stelle. |
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Diesmal waren es aber zum Glück Plusgrade und nicht Minusgrade wie im Januar. Nachdem wir "unseren Verhau" gut verstaut hatten, ging es durch den Zion zum Frühstück im Golden Hill Restaurant, natürlich nicht ohne den einen oder anderen Fotostopp vorweg. Nach dem Frühstück, das wir ja wieder einmal nur wegen der Scones eingelegt hatten, ging es zielstrebig zur erwähnten Paria-River-Ranger-Station, die wir allerdings ein paar Minuten zu spät erreichten: Um drei Minuten nach neun Uhr betraten wir die Station, doch die Verlosung der zehn Permits für den nächsten Tag war schon im Gang. Da hatten wir wohl doch mindestens einen Fotostopp zu viel eingelegt.
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Übrigens, so viele Hiker wie heute haben wir noch nie bei den Verlosungen gesehen: Die kleine Ranger- Station war gut gefüllt. Nachdem unsere Bemühung, eine Permit zu bekommen, fehlgeschlagen war, informierten wir uns beim Ranger noch mal nach dem Cobra Arch, den wir als Alternative auserkoren hatten und danach, ob man denn in der Nähe Zelten darf. Zu unserer Freude bejahte das der Ranger, man darf tatsächlich in der Nähe des Trailheads wild zelten. Außerdem berichtete der Ranger, dass es dort ein paar besonders schöne Stellen zum Campen gibt. So machten wir uns zwischen all den erfolgreichen Hikern, die eine Permit ergattert hatten und den mit den langen Gesichtern, die leer ausgegangen waren, auf den Weg zum Cobra Arch. Nachdem wir den Hike im vergangenen Jahr aufgrund von Hitze, Erschöpfung und knapp werdender Zeit vorzeitig beenden mussten, wollten wir ihn diesmal gerne erfolgreich zu Ende führen. Den Weg bis zum Middle Route Trailhead kannten wir schon vom Vorjahr und so hatten wir auch keine Probleme, ihn zu finden. Auf dem Weg dorthin hielten wir kurz an einer Spalte, die sich neben der Piste auftat. Aus der Ferne unscheinbar erkannte Harry erst bei der genaueren Untersuchung, dass sie mehrere Meter in die Tiefe ging und richtig imposant war.
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Vor Ort machten wir uns dann fertig für die anstehende Begegnung mit der Cobra. Nach unseren Informationen sollten es etwa drei Meilen Fußweg bis zum Arch sein, was ja kaum ein richtiger Hike ist; wir haben jedoch knappe fünf Meilen daraus gemacht und es wurde ein richtiger Hike: Da es gut 90 F waren und der Weg über mehrere weiche Sanddünen führte, waren wir schon ziemlich erschlagen, als wir den gigantisch aufragenden Felsen nach einigem Suchen vor uns aufragen sahen. Wir waren aber stolz, es diesmal geschafft zu haben.
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Cobra lud uns zu einem ausgiebigem Fotoshooting ein und ebenfalls zu einem anstrengenden Klettern. Doch noch mehr lud er uns ein, uns ausgiebig in seinem Schatten auszuruhen.
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Erstmalig auf unseren Touren sind wir sogar kurz vor Erschöpfung eingenickt. Doch irgendwann endet auch das schönste Shooting und das noch schönere Relaxen und so rief uns der Rückweg nach etwa zwei Stunden zurück in die Realität.
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Wieder haben wir
trotz GPS wohl nicht den kürzesten Weg erwischt, aber dafür ist es uns
geglückt, nicht ganz so viele anstrengende Dünen rauf- und runterlaufen zu müssen.
Die gleiche Strecke auf einem ausgebauten und ausgeschilderten Wanderweg
hätte vermutlich für uns keine Anstrengung bedeutet.
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Nach einem weiteren
kurzen Relaxen begaben wir uns auf die Suche nach einer geeigneten Stelle um unser Zelt aufzubauen. Eine sehr schöne Stelle in unmittelbarer Nähe des Trailheads war leider schon besetzt, aber ein Stück weiter sind wir
zwischen Feldweg und Kuhfladen fündig geworden und so steht unser Zelt
und wartet darauf, dass wir mit dem Essen fertig werden um uns endlich schlafen zu legen.
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| 25.05.2005 Middle-Road Trailhead - State Line Campground, AZ/UT |
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Die Nacht in der Wildnis haben wir gut
überstanden. Keine Kuh oder ähnliches hat uns heute Nacht
überrascht! Nachdem wir im Schein der ersten Sonnenstrahlen unsere Klamotten verstaut hatten und uns katzengleich gepflegt hatten ging es endlich los. Gegen viertel vor neun führte uns der Weg an der Paria-River-Ranger-Station vorbei und Harry meinte plötzlich und überraschend, dass wir heute ja nochmal an der Verlosung für die Wave-Permit teilnehmen könnten. Nach kurzer konträrer Diskussion, über diese "tolle Idee" (ich hatte die Wave für dieses Jahr schon abgehakt), drehten wir rasant, um doch noch unser Glück zu versuchen. Harry schätzte die Chance sehr gering ein, vertrat jedoch die Meinung, es wenigstens auszuprobieren. An der Verlosung teilzunehmen und keine Permit zu erhalten, ist für ihn o.k. Aber an der Verlosung nicht teilnehmen zu können, weil man zu spät vor Ort war, ging ihm "gegen den Strich". |
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Diesmal waren in der Station bei unserem Eintreffen noch mehr Wanderer versammelt und wir betraten genau um eine halbe Minute vor neun die Ranger-Station, um unsere Wanderwilligkeit laut kund zu tun. UNach wenigen Sekunden begann die tägliche Prozedur und damit stieg dann die Spannung wie in einem Krimi: Als zweiter Zettel wurde "Schutt", was Schütt heißen sollte, gezogen und genannt. Harry und ich sahen uns an und unsere und unsere Gesichter begannen zu grinsen: Sein Gesicht aus Begeisterung, meins drückte eher aus: "Oh Gott, schon wieder..." Damit hatte sich dann die Weiterfahrt Richtung Canyonlands für heute definitiv erledigt, denn die Permit war ja für morgen. Nach dem Erledigen der Formalitäten erhielten wir vom Ranger eine dreiseitige Beschreibung des Weges zur Wave. Wir ließen stolz aber den anderen unterlegenen Hikern gegenüber gleichzeitig auch etwas kleinlaut verlauten, dass wir die Tour bereits einige Male gemacht haben. Wir staunten jedoch nicht schlecht, als uns der Ranger die Karte in die Hand drückte: Sie enthielt Fotos und GPS-Daten für einige markante Punkte auf dem Weg dorthin. Wie abenteuerlich war doch das kleine Zettelchen, das wir seinerzeit zu unserer ersten Exkursion zur Wave erhielten. Im Gegensatz zu damals ist es jetzt wirklich einfach, die Wave zu finden und eigentlich dürfte niemand mehr scheitern, weil er die Wave nicht findet.
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Nach unserem Lotterie-Glück haben wir noch schnell in unmittelbarer Nähe vom Trailhead zur Wave am State Line Campground unser Zelt aufgebaut, der nicht umsonst seinen Namen trägt. Und dann ging es schon nach Page zum verspäteten Frühstück bei Mc.Donald`s, wo wir gleich die Planung für den heutigen Tag durchgeführt haben.
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Und anschließend ging es zum Lower Antelope Canyon. Jener traumhafte Canyon, der vor einigen Jahren zu trauriger Berühmtheit gelangte, weil hier aufgrund einer unerwarteten Flashflood elf Hiker ihr Leben verloren. Vor zwei Jahren waren wir bereits einmal gemeinsam mit Mike hier. Damals sind wir nicht ganz durch den Canyon gekommen, weil es eine Zeitbegrenzung von zwei Stunden gab und unsere unzähligen Fotostopps zu viel Zeit gefressen hatten. Dieses Jahr war es anders: Man durfte mit dem Eintrittsgeld so lange bleiben wie man wollte. Und wir wollten !
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Das ist für uns natürlich optimal, denn so konnten wir ganz in Ruhe im Canyon fotografieren und filmen. Auf dem Hinweg (also den Canyon "stromabwärts") waren sehr viele Touristen unterwegs und so gab es hin und wieder einen Stau beim Fotografieren. Allerdings haben sich die Leute auf dem Rückweg irgendwie in Luft aufgelöst, denn bei unserem Rückweg "stromaufwärts" waren wir fast ganz allein im Canyon. Oder gab es eine Flashflood-Warnung, die uns vorenthalten wurde??? Wieder tat sich uns eine traumhafte und unbeschreibbare Welt auf. Nach jeder Windung, an jedem Lichtschacht und an jeder Ecke glaubten wir, wieder Neues entdeckt zu haben, was wir noch nicht gesehen und schon gar nicht fotografiert hatten. Und so sausten unsere Augen an den Wänden entlang, fast genauso schnell wie unsere Finger auf die Auslöser. Nach mehr als
zwei Stunden hatten wir
annähernd jeden Winkel des Slotcanyons abgelichtet und begaben uns
langsam wieder
hinaus aus dieser Traumwelt. Gerne hätten wir gewusst, wie lang dieses
Stück Canyon ist. Aufgrund der faszinierenden Struktur und den vielen
Windungen ist er für mich nur sehr schwer einzuschätzen.
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Diesmal hatte ich zum Glück die Wegbeschreibung von Karsten Rau dabei, der diesen Punkt auf seiner Homepage beschrieben hat, und so haben wir den Alstrom Point auch tatsächlich gefunden. Wirklich ein schöner Aussichtpunkt auf den Lake Powell, aber auch eine schöne (=lange) Strecke zu fahren. Ca.26 Meilen unpaved Road, die auch sehr holprig war. An mehreren Stellen gab es Bypässe, denn die eigentliche Road war an einigen Stellen durch Auswaschungen nicht mehr passierbar. Damit wir diese Road nicht im Dunkeln fahren mussten, fiel der Aufenthalt am Alstrom Point auch relativ kurz aus: Nach knapp einer halben Stunde des Guckens und Fotografierens kehrten wir um.
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Zurück an unserem Zelt haben wir gleich mal Grill und Lagerfeuer in Betrieb genommen und uns schon mal auf den morgigen Tag vorbereitet: Wir wollen morgen nicht ganz so früh los wie sonst und dafür bis zum frühen Abend in der Wave bleiben, um das Abendlicht zu nutzen. So, jetzt gibt´s Essen, bis morgen dann!
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| 26.05.2005 State Line Campground, AZ/UT |
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Heute ging es dank meines Mannes wieder mal zur Wave. In aller Gemütlichkeit haben wir uns in der angenehmen Wärme des Morgens fertig gemacht, nachdem wir heute sogar etwas länger als sonst in unseren Schlafsäcken bleiben konnten.
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Gegen 10 Uhr waren wir mit dem Wagen am nur etwa 2 Meilen entfernten altbekannten Trailhead und dann ging der Hike auch schon gleich los: Nach einem guten Stück und etwa 10 Minuten Walk in der Wash stellte Harry plötzlich fest, dass er seine Kamera doch tatsächlich im Auto vergessen hatte. Nachdem er alles aufgerüstet hatte und schwerbepackt losmarschierte hatte er wohl vergessen, sich seine Minolta um den Hals zu hängen. Somit marschierte er nun das ganze Stück zurück und ich "walkte" ihm langsam hinterher.
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Nach diesem Handicap verlief der Hinweg routiniert und ohne weitere Zwischenfälle, schließlich kennt man / wir den Weg mittlerweile (fast) wie im Schlaf. Und so erreichten wir gegen Mittag "unser schönstes Stück Erde" - die immer noch faszinierende und wohl einmalige Wave.
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Zu unserem Erstaunen war in der Wave schon einiges los im Gegensatz zu unseren vorangegangenen Besuchen, bei denen wir sonst meist fast alleine waren. In einem Seitenarm der Wave, der um diese Zeit noch im Schatten lag, haben wir unser Lager eingerichtet.
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Diese Idee stieß bei den "Mit-Wavern" auf Begeisterung, so dass wir nach einiger Zeit zu insgesamt 7 Hikern und einem Frosch dort Stellung bezogen hatten.
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Von diesem Lager aus wurden dann von allen Schatten-Wartern immer unterschiedlich lange Fototouren in die pralle Sonne unternommen. "Wir" waren: vier Amerikaner, zwei Deutsche und ein Italiener. Nach einigen Shootings in der Wave haben wir zwei uns dann in Richtung "Second Wave" aufgemacht. Trotz unterschiedlichster Lichtverhältnisse reicht ihre Schönheit unserer Meinung nach bei weitem nicht an die Einmaligkeit der echten Wave heran und so gestaltete sich unser Shooting eher kurz. Recht schnell kehrten wir ihr den Rücken in Richtung "echter Wave".
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Mittlerweile waren zwei der Amerikaner bereits auf dem Rückweg und das zweite amerikanische Ehepaar war auch gerade dabei, sich für den Rückweg fertig zu machen. Sie erzählten uns noch beiläufig, dass ihr Freund krank ist und er deshalb er mit seiner Frau schon vorgegangen war. Seine Begleiterin wollte ihn zurück zum Hausboot auf dem Lake Powell bringen, wo er seine Medikamente vergessen hatte. Anschließend wollte dieses Ehepaar unsere Gesprächspartner wieder am Trailhead abholen. Wir verstanden zwar nicht, warum nicht gleich beide Ehepaare gemeinsam zurück gelaufen sind, aber das mussten wir ja auch nicht. |
Mittlerweile
brannte die Sonne unerbärmlich in unsere Seitenwave |
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Gegen 16.30Uhr machten auch wir uns auf den Rückweg, nachdem sich die Attraktivität der Second Wave trotz des wärmeren Sonnenlichtes nicht deutlich erhöhte. Unterwegs erkannten wir in der Ferne das Skelett eines Rindes. Harry näherte sich dem Haufen Knochen und wir erinnerten uns, dass wir diese Kuh bei unserem letzten Wave-Besuch vor knapp einem Jahr bereits entdeckt hatten. Damals war sie gerade erst wenige Stunden tot und der Kadaver stank bestialisch. Nun waren wir erstaunt, wie sauber das Skelett in den knapp 10 Monaten vom Fleisch entfernt war.
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Als wir so gegen 18.00Uhr wieder am Trailhead waren staunten wir nicht schlecht: Drei unserer vier amerikanischen Freunde standen immer noch am Trailhead, obwohl sie sich ja bereits vor einigen Stunden auf den Rückweg gemacht hatten. Wir stellten schnell fest, was passiert war: Eine der Frauen (die ihren Mann nach Hause fahren wollte) hatte sich wohl auf dem Rückweg von der Wave zum Trailhead verlaufen und war verlustig. Sie war am Trailhead vorbei in der Wash weitergelaufen, war irgendwann auf die House Rock Valley Road gestoßen und ist weiter in Richtung Süden gegangen. Und damit immer weiter weg vom Parkplatz. Sie hatte zum Glück ein Walki-Talki dabei und so konnten ihre Freunde sie lokalisieren. Doch leider war sie es auch, die die Auto-Schlüssel hatte und so baten uns die Amerikaner, ihrer Freundin doch entgegen zu fahren, was wir natürlich auch sofort machten: Harry ist aus Platzgründen (wir haben nun mal aufgrund unseres ganzen Equipments nur zwei freie Plätze) auf dem Parkplatz geblieben und ich habe währenddessen den Shuttle gefahren. Es war wirklich ein ganzes Stück zu fahren bis ich sie gefunden hatte. Nach knapp zwei Meilen entdeckte ich sie. Mit den Worten: "Do you need a shuttle?" habe ich sie aufgelesen. Ihre Freunde hatten mich per Walkie-Talkie bereits avisiert, wie Harry später berichtete. Die einsame Walkerin hat sich riesig gefreut über den Shuttleservice und über die Versorgung an Board, denn selbstverständlich habe ich der Ärmsten Getränke aus unserem großen Board-Service angeboten. Wenn man bedenkt, dass sie schon über 4h unterwegs war, ist ihre große Begeisterung aufgrund der noch größerer Erschöpfung verständlich. Wieder zurück am Parkplatz wurden wir mit Gejohle begrüßt und alle haben sich tausendmal bedankt und uns alles Gute gewünscht. Und damit haben wir das Ansehen aller 80 Millionen Deutscher -zumindest bei diesen vier Amerikanern- in der Ranking-Liste nachhaltig um einige Plätze nach oben katapultiert.
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Nach dieser guten Tat für heute waren wir fest davon überzeugt, unser BBQ redlich verdient zu haben. Doch zunächst haben wir uns von den Anstrengungen des Tages geschält, indem wir unsere heißgewordenen Füße mit dem Eiswasser aus der Kühltasche auf Normaltemperatur gebracht haben und uns anschließend in Gottes freier Natur ungezwungen geduscht haben, da wir ganz allein auf dem Campground waren.
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Glück gehabt: Kaum sind wir "ausgeshowert" füllt sich der Campground doch noch etwas. Nach dieser Erfrischung habe ich den Grill angeworfen und wir haben wieder gut gegessen. Aber jetzt ist wieder Campfire-Time und gleich geht´s zum wohlverdienten Schlafen ins Zelt. Good night !
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| 27.05.2005 State Line Campground, AZ/UT - Devils Canyon |
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Heute hatten wir fast einen reinen Fahrtag. Wir hatten eigentlich geplant, heute bis in die Nähe oder sogar direkt bis in den Needels District von Canyonlands zu gelangen. Daher sind wir wie immer in aller Frühe aufgestanden. Mit 7 Grad Celsius (natürlich im Plus-Bereich) war es sogar ein wenig frisch !!! Wir haben unsere sieben Sachen (oder waren es doch mehr?) gepackt und sind los gedüst.
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Der Weg führte uns über Page und Kayenta vorbei am Monument Valley. Kann das richtig sein, "vorbei" an Monument Valley? Ohne eine schnelle Runde durchs Tal zu drehen? Für uns wohl kaum und so haben wir mal wieder den "John Ford Point", die "Three Sisters" und den "Totempole" besucht.
Kürzlich erst haben wir den Film "Nobody ist der Größte" gesehen und dabei erstaunt festgestellt, dass einige Aufnahmen hier entstanden sind. Und so hat Harry es sich nicht nehmen lassen, die gesehenen Locations zu suchen um dort in die Fußstapfen vom "Müden Joe" (Terence Hill) zu treten.
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Nach knapp zwei Stunden in und um Monument Valley sagten wir "Tschüss" und fuhren weiter über Bluff und Blanding.
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Nicht jedoch, ohne wieder einen Stopp an der bekannten Tanke, die in unmittelbarer Nähe des Twin-Roch-Cafès liegt und die ich schon zig mal abgelichtet habe, einzulegen. Auf der Fahrt haben wir eifrig überlegt, wo wir denn heute
nächtigen werden. Es galt zu klären, ob wir
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Entschieden haben wir uns für die letztere Variante und so sitzen wir jetzt hier auf dem Devils Canyon Campground, grillen und erledigen unsrer allabendlichen Beschäftigungen, wie Bilder von Speicherkarte auf Festplatte überspielen, Tagebuch schreiben, Equipmentpflege und Vorbereitung..... Was uns überrascht und ein wenig beunruhigt ist ein Schild am Campground, das auf die hiesige Tierwelt hinweist... (Hatten wir uns doch eigentlich vorgenommen, nicht in Bärengebiete zu campen !) |
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Und wenn wir gleich alles schön brav erledigt haben, dürfen wir auch anschließend schlafen gehen, also bis morgen dann !
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| 28.05.2005 Devils Canyon - White Canyon |
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Nicht die Bären haben uns überrascht, vielmehr die Temperatur: 3 Grad am frühen Morgen, das war arg frisch !
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Dafür entdeckten wir etwas, was wir am Vorabend übersehen hatten: Von unserer Site aus hatten wir einen schönen Ausblick auf einen Berg des nahegelegenen Gebirges. Wir fragen uns, ob der Hügel tags zuvor wirklich schon da war.
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Nach der morgendlichen Zeremonie und einem kurzen Talk mit der Hostin des Campgrounds haben wir uns auf den Weg zum Needles District des Canyonlands gemacht. Abweichend von unserer geplanten Strecke hat uns die Hostin eine alternative Route empfohlen, die sehr schön sein sollte. Außerdem meinte sie, dass es aufgrund des Memorial Weekends bestimmt schwer sein wird, ein Campground zu finden. Wir sind trotzdem frohen Mutes los. Die Strecke erwies sich tatsächlich als sehr schön. Zunächst ging es aufwärts in Richtung Abajo-Mountains, die farblich toll vom knallblauen Hintergrund abstachen. Unterwegs haben wir eine große Gruppe von Bikern getroffen, die sich gerade auf ihre Maschinen schwangen. Das mussten wir natürlich filmisch und in Bits festhalten.
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Richtig fotogen brausten sie auf ihren Goldwings an uns vorbei und winkend grüßten sie in die Kameras.
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Auf dem Weg zum Needles District im Canyonlands gab es aber noch mehr abzulichten und so dauerte es aufgrund unserer vielen Fotostopps doch eine ganze Weile bis wir endlich ankamen. Leider mit dem Ergebnis, dass der angesteuerte Campground schon voll war und auch ein Abstecher außerhalb des Parks bei der "Needles Outpost" war vergebens.
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So beschlossen wir; den Tag heute zunächst in Canyonlands zu verbringen und dann gegen Nachmittag schon unsere Tour fortzusetzen, wenn man uns hier nicht haben will. Nach dem obligatorischen Besuch des Visitor Centers haben wir uns für den Overlook-Trail entschieden: Eine 4WD-Strecke, die wir schon vor einigen Jahren befahren haben und die wir ganz nett in Erinnerung hatten und uns am Ende einen schönen Blick über Canyonlands bieten sollte. Der Anfang der Strecke war auch ganz harmlos, aber später sind wir und unser Allradler kräftig durchgeschüttelt worden. Harry musste einige Male aussteigen um sich die Sache aus der Nähe anzusehen um zu entscheiden, wie wir die Sache angehen wollen. Kurz vor Ende des Trails war für uns aber Schluss: Nackter Felsen und Auswaschungen im Weg passten nicht zu unserem Wagen und so parkten wir den treuen Gefährten.
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Und so sind wir ein Stück zu Fuß bis zum Rim gegangen. Dort parkte tatsächlich ein Subaru, ein allradgetriebener PKW. Wir wunderten uns noch, wie dieser Wagen es wohl bis hierhin geschafft hatte.
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Der Blick über den Rim in die schier unendliche Weite entschädigte uns für die Strapazen des Hinweges. Nach einem ausgiebigen Fotoshooting und Genießen des herrlichen Ausblicks machten wir uns nach etwa einer Stunde wieder auf den Rückweg. |
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Nach einer Weile wurden wir auf dem Rückweg von besagtem Subaru zügig überholt. Wir staunten nicht schlecht, wie er so flink vor uns her hoppelte. An einer besonders kniffligen Stelle des Trails wussten wir dann auch, weshalb der Wagen bis zum Ende des Overlooks vorgedrungen war: Der Fahrer schonte seinen Wagen in keinster Weise. Dort , wo wir uns einen wagenschonenden Weg bahnten, hoppelte der Subaru unverschämt flott los und nahm weder auf Natur noch seinen Unterboden Rücksicht. Knirschend und krachend schob er sich über den nackten Fels. Wir verzerrten vor Schreck unsere Gesichter und sahen uns nur ungläubig an. An einer Stelle wäre uns die Unbekümmertheit des Subarus dann fast zum Verhängnis geworden: Der Subaru fuhr vor uns und überquerte eine Felsenstufe an einer Stelle, die Harry sonst niemals genommen hätte. Knirschend scheuerte der Kamikaze-Fahrer über den Stein und Harry folgte ihm vorsichtig.
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Doch dann krachte es auch unteri uns und fluchend rettete sich Harry mit dem Rückwärtsgang. Dann nahm er "seinen" Weg und siehe da, millimetergenau holperte er mit unserem Wagen langsam Stufe für Stufe runter, ohne auch nur einmal aufzusetzen. | ||
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Wieder heil auf der Paved Road angekommen, haben wir den nur wenige Meilen entfernten Cave Spring Trail erwandert. Dieser Trail ist ein kurzer Spaziergang zu einer kleiner Quelle unter einem Felsüberhang. Hier sollen früher in der guten alten Zeit auch Cowboys verübergehend gewohnt haben, wenn sie sich vor den wetterlichen Widrigkeiten der guten alten Zeit haben schützen müssen. Fast hätten wir diese Stelle selbst als Zufluchtsort nutzen müssen: Zurück am Auto fing es tatsächlich an zu regen und wir hörten in der Ferne einen Thunderstorm aufziehen. "So also grollt Manitu denen, die uns kein Quartier gewähren" kam es uns etwas schadenfroh über die Lippen.
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Wir fuhren die Strecke zurück, die wir auch heute morgen schon gefahren waren. Unterwegs stießen wir auf eine unpaved Road, die uns über eine Abkürzung nach Blanding führen sollte. Die haben wir auch eingeschlagen. Aber schon nach 500m stellten wir fest, dass es hier für uns wohl kein Durchkommen gibt: Die Straße entpuppte sich als Gebirgspass und je höher wir kamen desto verschneiter und nasser wurde der Weg. Als unser Gefährt aufgrund des Matsches zeitweise mit allen vier Rädern durchdrehte und er sich nur noch wie eine beleidigte Ballerina über den Waldweg schlich, haben wir lieber umgedreht.
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Somit ging es dann eben doch über gut ausgebaute Straßen weiter. In Blanding haben wir kurz überlegt, ob wir heute lieber ein Motel nehmen wollen. Das einzige Motel, das uns zusagte und das "Anita & Harry sind zufrieden-Siegel" verdiente, hatte aber geschlossen und daher fuhren wir weiter. Im Natural Bridges National Monument, an dem wir vorbei kamen, war der Campground leider auch schon voll und so fuhren wir auch hier weiter. Das nächste Ziel auf der Strecke sollte die Fry Canyon Lodge sein, aber die hatte ebenfalls geschlossen. "Warum will uns denn heute bloß keiner haben?" fragten wir uns. Und somit fuhren wir weiter bis wir zu den Grenzen des Glen Canyon kamen. |
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Von den weiteren zwei Stunden gibt es aus guten Gründen keine Bilder: |
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Auf einer Übersichttafel neben der Straße sahen wir zwei Campingmöglichkeiten in zwei Seitencanyons. Also war es beschlossenen Sache, dass wir an einer dieser beiden Stellen unser Zelt aufschlagen werden. Der erste Canyon, der White Canyon, war über eine 3 Meilen unpaved Road zu erreichen. Kein Problem für uns und unser Auto. Wir fuhren vom Highway die steile Strecke in den Canyon hinunter und sahen schon in der weiten Ferne einen Camper stehen. So folgten wir zügig der für uns eindeutigen Road, die zu diesem Campground zu führen schien. Harry fuhr flott und schnurstracks den Weg in Richtung des Campers und entdeckte erst im letzten Moment, dass der Weg zu dem Camper von einem mehrere Meter tiefen und ebenso breiten ausgetrockneten Flussbett unterbrochen war. Der Weg endete unwiderruflich an diesem Flussbett. Eine staubige Vollbremsung verhinderte das jähe Ende von unserem Auto und uns. Doch schon gab es ein weiteres Problem: Der Wagen kam auf tiefem und weichen Sand zum Stehen. Geistesgegenwärtig stellte Harry den Antriebsstrang des Wagens um und versuchte sofort zurück zu fahren. Das misslang! Der Wagen wollte wohl lieber im Sand spielen und Versuch für Versuch gruben sich die Hinterräder unseres Wagens immer tiefer in den Sand. Mittlerweile war nur noch eine Handbreit Luft zwischen Sand und Boden des Fahrzeugs.
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Mit altbewährten Tricks erfahrener Off-Roader legten wir unser Brennholz und die Teppiche des Wagens unter die Räder. Doch vergebens, die Räder drehten weiter durch und einer der beiden Teppiche verbrannte rauchend unter dem durchdrehenden Rad. Dass wir den Teppich zahlen müssen, war uns klar. Doch das interessierte uns im Moment wenig, weil wir zunächst damit beschäftigt waren, nicht auch noch den restlichen Wagen bezahlen zu müssen. Wir wechselten die Positionen: Harry wollte der Ursache durchdrehender Räder auf den Grund gehen und legte sich flach hinter das Auto um das Desaster unmittelbar zu beobachten. Während dessen betrat ich den Platz des Piloten und fragte meine bessere Hälfte lautstark, ob es denn richtig sei, dass der Antriebsstrang auf "2" steht. Tief hinter den Rädern hörte ich nur ein lautes "Heeeeee????????" Harry überzeugte sich davon, dass der Wahlhebel auf "2" stand, was bedeutret, dass nur eine Achse angetrieben wird. Ich schaltete elegant auf "4" für "Allrad". Während Harry mit viel letzter Kraft den Wagen mit anschob arbeiteten sich 2,5Tonnen Blech langsam und angestrengt aus dem selbst geschaufelten Grab. |
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Erleichtert luden wir alles Material (Brennholz und verbrannten Teppich) wieder ein und rollten langsam und vorsichtig rückwärts über den Sand. Beim Drehen des Fahrzeugs haben wir uns dann doch tatsächlich noch einmal eingebuddelt. Doch hier sind wir mit elegantem und grazilen Hin- und Herschaukeln heil aus "Pulvermanns Grab" herausgekommen. Nach diesem Abenteuer haben wir den Wagen auf einem festen Plateau abgestellt und stillschweigend unser Zelt aufgebaut. Ein traumhafter Platz in aller Einsamkeit entschädigte uns für das Erlebte. Beim Abendessen im Zelt grübelte Harry bei einem Snickers und einer Slim Jim immer noch über dieses Missgeschick und plötzlich fand er eine Erklärung: Während seiner Bundeswehrzeit genoss er eine Ausbildung im Geländefahren auf Panzern und LKW. Dort war der Geländegang jeweils in der Fahrstufe "2" zu finden. In Grenzsituationan wurde dann immer schnell in die "2" geschaltet. Aufgrund des Ausnahmezustandes eben schaltete er nun geistes(nicht-)gegenwärtig statt auf "4" auch in "2" und verursachte hier fast ein Malheur. Nachdem wir dies jetzt geklärt haben, essen wir noch den Rest auf. Harry bittet darum zu überlegen, ob diese Peinlichkeit in unser Tagebuch aufgenommen wird. Es wird ! Und nun schlafen wir mit der neuerworbenen Erkenntnis ein, dass Sand wohl nicht unser Element ist !
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| 29.05.2005 White Canyon - Rim Rock Inn |
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Ich fang mal gleich mit dem "Ereignis des Tages" an: Nachdem wir morgens in einer traumhaften Idylle inmitten des riesigen Canyons mutterseelenallein erwacht sind, befuhren wir recht früh den Utah Higway 95 Richtung Hanksville.
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Auf diesem Highway überquert man
unter anderem den Colorado über eine architektonisch recht interessante Brücke. Und weil Landschaft
und Brücke recht fotogen sind, haben wir natürlich angehalten und
fleißig fotografiert bzw. gefilmt. |
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Nach diesem überflüssigen Zwischenfall ging es verstimmt durch den Glen Canyon und Hanksville flott in Richtung Capitol Reef. In Torrey haben wir uns ein Motel gesucht, damit wir heute Abend mal "groß Reinemachen" können, d.h. uns und unser Equipment. Harry kam es dabei sarkastisch über die Lippen: "Wenigstens den kleinen Leatherman müssen wir nicht mehr putzen..." |
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Unterwegs haben wir an einer Tanke noch einen imposanten Toyota gesehen. Mit diesem Kampffahrzeug hätten wir das gestrige Flussbett wohl sogar überspringen können. Im Nachhinein beim Betrachten der Bilder ist uns dann auch noch das interessante Nummernschild aufgefallen.
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Wir haben in der Nähe von Torrey tatsächlich ein vernünftiges Motel gefunden, das uns zugesagt hat und haben sogleich schon mal ein paar Sachen dort untergebracht, bevor wir gleich weiter zum Visitor Center gefahren sind um uns nach den Straßenverhältnissen im Cathedral Yalley zu erkundigen.
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Die Rangerin erklärte uns ausführlich, dass ein Teil der Strecke recht
"dumpy" sei und wir den Fremont River durchfahren müssten, dessen Tiefe sie mit 10inch angab.
Der erste Teil könnte mit einem normalen Allradler ganz gut befahren
werden, der hintere Teil benötigt schon ein Fahrzeug mit "High
Clearance", also hoher Bodenfreiheit. Wir probierten es daher mit der Option sofort umzukehren, wenn es wieder Sektionen mit Sand oder spitzem Fels gibt.
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Tatsache war: Nach unseren gestrigen Allrad-Erfahrungen fanden wir das heutige Stück nur "easy". Etwas holprig, jedoch einwandfrei zu befahren. Etwa vergleichbar mit der Loop im Monument Valley. Die Temple von Sun and Moon sind zwei riesige Monolithen und waren wirklich sehr schön und beeindruckend. Da sich die Sonne heute leider nur selten zeigte, setzten sich die Tempel nicht so gut in Szene wie erhofft. Mitunter erwies es sich auch als recht schwierig, die Kolosse formatfüllend aufzunehmen
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Besonders interessant war der Glassrock. Ein Felsen, der so aussieht, als ob er aus Glas und Mörtel gebaut wurde. Das Glas ist (wen wundert es) jedoch kein Glas, wäre ja auch merkwürdig. Schließlich sind wir ja nicht bei Disney. Es ist purer aber seltener Gips, der in der Sonne (wenn sie scheint) glitzert, als wäre es Glas. Leider gelang es fotografisch kaum, dieses Glitzern und Blinken festzuhalten. Nach einem ausgiebigen Shooting haben wir uns dann nach längerer Beratschlagung doch noch dazu entschlossen, die ganze Loop zu fahren, samt Flussdurchquerung. Doch immer mit der Option, sofort umzukehren, wenn es von der Strecke her schwierig wird.
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Bei einem weiteren Aussichtspunkt auf der Loop, dem Gypsum Sinkhole haben wir uns bei einem entgegenkommenden russischen Touristenpärchen erkundigt, ob sie durch den Fremot River gefahren sind. Sie bejahten dies und erklärten, wie man ihn heil durchquert. "Man muss sich nach der Einfahrt in den Fluss sofort rechts halten und am Ufer entlang fahren. Nicht sofort bis in die Flussmitte, dort ist es viel zu tief" berichtete das Pärchen in einer multilingualen Mischung von Russisch und Amerikanisch. Na ja, wir werden sehen!
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Doch zunächst wollten wir uns die "Gypsum Sinkhole" ansehen, wobei es sich -das hatten wir im Visitor Center erfahren- wohl um ein großes Loch handeln sollte. Wir näherten uns diesem Loch und zuckten zusammen als wir davor standen. Ein riesiger Schlund mit mehreren Metern Durchmesser öffnete sich vor unseren Augen und wir standen zunächst sprachlos davor. Als wir unsere Worte wiederfanden witzelten wir, dass dies eine optimale Möglichkeit ist, sich die Lebensversicherung des Ehepartners auszahlen zu lassen: Wenn man den Weg im Dunkeln geht hat man keine Chance, dem Abgrund zu entgehen. Und ein Sturz in den zig Meter tiefen Schlund ist endgültig. Wer den Sturz tatsächlich überlebt, kommt alleine nicht mehr raus. Wir entscheiden uns umzukehren, bevor einer von uns beiden auf schlechte Gedanken kommt.
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Weiter ging es durch das Upper Catherdrale Valley, vorbei an einigen Kathedralen. Eine erinnerte mich sogar an den Kölner Dom. "Sind wir denn doch bei Disney?", ging es mir durch den Kopf. Danach ging es auf unserer Loop an einem Campground vorbei, den wir zukunftsorientiert schon einmal besichtigt haben. Man weiß ja nie, ob wir hier nicht mal nächtigen wollen. |
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Die Loop war auch im weiteren Verlauf ganz gut zu befahren und so näherten wir uns unaufhaltsam dem Frement River. Aber erst durchquerten wir noch eine Ansammlung seichter Hügel, die aussahen wie Schokoberge mit Sahne. Diese Gegend wäre eine ideale Filmkulisse für einen Science-Fiction-Film.
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Endlich standen wir dann vor dem Fremont River und es war doch wesentlich mehr River als gedacht, zumal die Durchfahrt des Flusses nicht auf dem kürzesten Weg war, sondern Ein- und Ausfahrt etwa hundert Meter versetzt waren. Und jetzt tauchte bei Harry eine elementare Frage auf, die wir vorher dem russischen Paar hätten stellen sollen: Bezog sich sein Tipp, "Nach der Flusseinfahrt sofort rechts am Ufer fahren und auf keinen Fall den Fluss sofort durchqueren!" auf seine Perspektive bei der Hinfahrt oder nun auf unsere bei der Rückfahrt???
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Damit nun ja nichts schief geht und wir nicht wie gestern im Sand heute im Wasser stecken bleiben, bin ich als Scout vorangegangen und habe die Wassertiefe an einigen Stellen getestet. Um Gelingen und Misslingen von Harrys Exploration dokumentieren zu können, habe ich sämtliche Bildaufzeichnungsgeräte mitgenommen. Das ganze Unternehmen entpuppte sich aber sehr schnell als ziemlich leichte Übung, solange man weiß, wo man fahren muss. Ich wies aus der Ferne Harry mit Händen und Füßen unter dem unerbittlichen Angriff Millionen von Moskitos die voraussichtliche Strecke durch das nasse Element und bezog auf der anderen Seite des Flusses mit diversen Kameras Stellung. Und so kam Harry samt Auto gut und unversehrt ans richtige Ufer.
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Nachdem wir nun wieder festen Boden in Form einer paved Road unter uns hatten, ging es erst zum Subway und dann zum Motel. Dort sind wir jetzt und pflegen uns sowie unsere Ausrüstung. Aber leider haben wir heute kein Lagerfeuer. Und Harry ergäünzt nochmals: "Und keinen kleinen Leatherman mehr..." Ebenso dreist wie meinen Mann fand ich auch einen Biker, der für seinen "Bock" gleich zwei Parkplätze genutzt hat. Also denn, ich gehe jetzt duschen, bis morgen.
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| 30.05.2005 Rim Rock Inn - Grand Staircase |
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Feststellung am heutigen Morgen: So eine Nacht im Motel ist ja eine ganz nette Sache aber heute morgen hatten wir doch eine recht anstrengende Nacht hinter uns: Ständig mussten wir in den amerikanisch-typischen weichen Betten aufpassen, dass wir nicht aus selbigem fallen. Ein Problem, dass man im Zelt wirklich nicht hat. Das morgendliche Packen ging auch nicht wesentlich schneller als in der Wildnis; also, wozu überhaupt im Motel nächtigen? Gut, wenn man gerade frisch geduscht und gesäubert ist, kommt man schon mal auf den absurden Gedanken, Motels seien besser. Doch kaum zurück bei Mutter Natur verblassen diese skurrilen Ideen. Gestern hatten wir uns noch entschlossen, heute statt des direkten Weges nach Escalante einen kleinen Umweg über die Nortom Road zum Burr Trail zu machen und diesen dann über Boulder und von dort weiter nach Escalanate geschickt fortzuführen. Gleich vorweg: Diesen Umweg haben wir nicht bereut!
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Der Weg führte durch das Backcountry des Capitol Reef. Einen kleinen Spaziergang haben wir am Surprise Canyon eingelegt. Vom Namen angezogen sind wir in Unkenntnis was uns erwartet ein gutes Stück den Trail in Richtung des Canyons gefolgt, sind aber dann nach etwa einer guten Meile aus mehreren Gründen umgekehrt:, ohne uns vom Canyon überraschen zu lassen: Der Weg war doch deutlich länger als es vom Trailhead her aussah und so hatten wir leider die falschen Schuhe und zu wenig Wasser dabei. Er kam jedoch gleich auf unsere "To-Do-Liste" für einen der nächsten Touren im Westen. |
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Also fuhren wir zügig weiter. Der Burr Trail führte uns durch eine ebenso bezaubernde wie einsame Landschaft hindurch durch einen Canyon, der links und rechts von Anhöhen begrenzt war. (Logisch, sonst wäre es ja auch kein Canyon!) Mittlerweile zeigt sich die Straße gezähmt: Hätte uns vor einigen Jahren noch über Meilen eine lange Staubfahne begleitet, so ist der Trail mittlerweile asphaltiert und verführt zum schnellen Fahren. Doch an wirklich schnelles Fahren war gar nicht zu denken, denn dafür lud uns die Landschaft immer wieder zu kurzen Foto-Shootings ein. Nach einigen Fotostopps kamen wir doch irgendwann einmal in Boulder an, wo wir versuchten, unseren Proviant aufzufüllen. Schließlich wollen wir die nächsten drei Tage abseits der Zivilisation im Grand Staircase verbringen und die "Hole in the Rock Road" erkunden!
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Leider haben wir nicht allen Priviant bekommen und so ruhte unsere Hoffnung darauf, in Escalante den Rest zu ergattern. In Escalante angekommen führte uns der Weg zwecks aktueller Straßen- und Wetterverhältnissen zunächst zu dem neuen Visitor Center, das eigentlich erst am 11.06.2005 offiziell eröffnet werden soll. Die letzten Innenausbauten des Visitor Centers waren auch noch im vollen Gange. Das heißt, eigentlich war es innen noch eine große Baustelle. Beim Ranger, der aufgrund des Getöses eines kratzenden und schürfenden Baggers inmitten des Visitor-Centers(!) einen etwas genervten Eindruck machte, erhielten wir unsere Backcountry Permit , einige wichtige Hinweise zu Wanderungen sowie den einen oder anderen Tipp, wo wir in Idylle und traumhafter Landschaft unsere Zelte aufschlagen können. Nach dem "Resteinkauf " in einem kleinen Laden ging es zur "Hole in the Rock Road". |
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Jetzt steht unser Zelt an einer traumhaft schönen und einsamen Stelle, die der Ranger uns empfohlen hatte. Wir sind anhand einer vagen Beschreibung des Rangers einfach von der paved Road abgebogen, einer kaum erkennbaren Fahrspur inmitten unberührter Natur gefolgt und erst nach etwa ein bis zwei Meilen an einer Stelle gestoppt, wo bereits einmal eine alte Feuerstelle gewesen sein muss . Weit und breit ist keine Menschenseele, dafür hören wir aber einige Kühe in unmittelbarer Nähe. Wir hoffen nur, dass heute Nacht nicht eine im Zelt steht und Zuflucht sucht. Während wir uns das bildlich vorstellen kocht bereits unser Wasser für den Kaffee. Während wir unser Abendessen verspeisen überlegen wir, welchen Hike wir morgen machen wollen. Wir entscheiden uns für die Golden Catherdal, was nach unserer Beschreibung eine große Höhle sein soll. Mal sehen, ob wir sie finden, aber das werde ich dann morgen berichten. "So long!"
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| 31.05.2005 Grand Staircase |
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Eine Stunde später als ursprünglich geplant haben wir uns heute morgen auf den Weg zum Egypt Trailhead gemacht, der etwa 10 Meilen von unserem versteckten Campground entfernt ist. Grund unserer Verspätung: Keiner von uns beiden hat es geschafft, aufzustehen, denn mit 4 C war es mal wieder etwas "schattig". Die Nacht war aber auch interessant: Nicht Zuflucht- oder Wärmesuchende Kühe haben uns in der Nacht gestört, sondern Wind: Irgendwann nachts ging ein so starker Wind, dass sich unser Zelt ziemlich zur Seite neigte und eine Glasfieber-Zeltstange verdächtigt knackte. Es hat aber seine Walmart-Qualität gezeigt und sich schnell wieder aufgerichtet, so dass vermutlich nichts weiter passiert ist. Beim nächsten Abbau werden wir allerdings das Gestänge doch einmal genauer überprüfen. Aber
zunächst zurück zum Tag: Ein großer Warnhinweis, dass derzeit vom Überqueren des Escalante Rivers oder die Wanderung hindurch dringend abgeraten wird. Der Fluss ist durch Unmengen von Schmelzwasser eisig kalt, tief und außerordentlich schnell. Es stand zu lesen, dass die übliche Fließgeschwindigkeit zwischen 5 und 20 cfs mit nunmehr 400 cfs verfielfacht ist. Nach einigen kurzen Überlegungen und langen Gesichtern kamen wir zu dem einzig richtigen Schluss, die Golden Cathedral erst beim nächsten Besuch zu erwandern. |
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Stattdessen haben wir uns entschieden, den Peak-A-Boo, einen beeindruckenden Slotcanyon, den wir 2003 kennen gelernt hatten, noch einmal live zu bestaunen. Also haben wir uns wieder abgerüstet und uns auf den Weg dorthin gemacht. Am 20 Meilen entfernten Trailhead angekommen ging es diesmal auch wirklich los. Der Weg führte uns zunächst über einen sehr abschüssigen Weg hinab bis zur Wash und dann waren wir nach etwa einer halben Stunde bei Peak-A-Boo.
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Wir hatten den ganzen Slotcanyon für uns alleine und so kletterten und fotografierten wir eifrig. Seiner Faszination erlagen wir heute ebenso wie bei unserem ersten Besuch vor zwei Jahren. Der Canyon steigt sofort steil an, was geschicktes und auch mitunter mutiges Klettern abverlangte. Mit Hilfe eines kleinen Baumstammes schafften wir es sogar noch ein Stück weiter bzw. höher als beim letzten Mal und so sind wir fast bis zum Ende des Canyons geklettert. Nach einer guten Stunde hatten wir dann alles erklettert und abgelichtet und sagten brav "Tschüss".
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Wieder zurück in der Wash haben wir uns, entgegen unserer ursprünglichen Planung, spontan entschieden, auch noch Spooky zu besuchen, da dieser Canyon nur ein kleines Stück entfernt liegt. Auch hier hat uns die Faszination wieder schnell erfasst und so begannen wir sofort, den Slot zu erkunden. Wir kletterten, zwängten uns zwischen Felswänden durch und krochen durch kleine Löcher. So spannend und interessant dieses Gekrieche auch war, gleichzeitig hatten wir stets auch das ungute Gefühl, dass hinter jeder Ecke, in jedem Spalt und in jedem Loch eine Gefahr stecken kann: Denn hier findet man gelegentlich Skorpione, Schwarze Witwen und Schlangen. Doch diesmal konnten wir nichts entdecken. Wir stellten fest, dass die erste enge Passage u.M. nach etwas breiter geworden ist als noch vor zwei Jahren. (Oder sollten wir abgenommen haben???) Dennoch kamen wir bei unserer heutigen Exkursion auch nicht viel weiter hinein als damals. Die Stelle, die uns damals zur Umkehr zwang, war auch heute das Ende der Tour. Der Slot war so eng, dass wir weder längs noch quer hindurch kamen. Es begleitete uns schon ein mulmiges Gefühl, sich zwischen diesen engen Wänden durchzuquetschen und nach oben hin in 10 oder 20 Metern nur einen kleinen Spalt Himmel zu sehen. Ein Albtraum für den, der Platzangst hat.
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Nach unserem Spooky haben wir auf Betteln von Harry noch den Dry Fork Canyon erwandert, der für uns neu war. Dieser Canyon war nicht so spektakulär wie die beiden ersten, ließsich aber durch seine Breite und den ebenen Verlauf kinderleicht erwandern. Wie lang er genau ist, wissen wir nicht. Nach gut einer Meile durch den Canyon haben wir beschlossen, umzudrehen.
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Nach einer kurzen Pause begann dann der Wiederaufstieg, der eigentlich den anstrengendsten Teil der ganzen Unternehmung darstellte. Aber alles in allem war er wirklich nicht so wild und ganz gut zu bewältigen. Wir sind uns sicher, schon ganz andere Hikes hinter uns gebracht zu haben. Dennoch benötigten wir zwischendurch eine kleine Rast, um uns mit Wasser und Power-Riegel zu stärken. Letztgenannte stärkten mich zwar, bedurften aber -wie man sieht- einer gewissen Überwindung!
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Wieder am Trailhead angekommen staunten wir nicht schlecht, was hier mittlerweile los war: Mit so vielen Autos hatten wir nicht gerechnet, zumal wir unterwegs auf unserer Tour kaum einem Hiker begegnet sind. Als wir losgingen stand am Trailhead außer unserem Wagen noch ein einziges weiteres Fahrzeug hier. Jetzt waren es bestimmt 10. Auf der Rückfahrt haben wir mit Erstaunen festgestellt, dass an der Stelle, wo wir vor zwei Jahren mit Mike unsere Zelte errichtet haben, nunmehr das wilde Campen untersagt ist. "Liegt doch nicht an uns, oder?" kam es uns über die Lippen. Aber Spaß beiseite: Gerne hätten wir den Grund gewusst. Werden übliche Campsites nach einiger Zeit als Site geschlossen, um der Natur wieder eine Chance zu geben? Oder gibt es andere Gründe? Keine Ahnung !
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Zurück in unserem Basislager kocht bald wieder das Wasser im Kessel und wir essen gerade unser Gegrilltes. Im weiteren Umfeld ist heute plötzlich keine Kuh mehr zu sehen und zu hören, doch diese Tatsache ist völlig losgelöst von unserem BBQ zu betrachten! Wir überlegen, wie wir unsere Tour weiter gestalten wollen. Ursprünglich hatten wir ja geplant, noch einmal den Half Dome im Yosemite National Park zu erklimmen. Da die Tioga-Road, die unmittelbare Verbindung zum Yosemite N.P., aber immer noch gesperrt ist, müssten wir einen großen Umweg fahren und da wir keine Lust haben, die über 600 Meilen zusätzlich zu fahren, werden wir morgen erst Mal zum Kodak Chrome Basin und dann weiter zum Grand Canyon cruisen. Vielleicht bringe ich auch noch in Erfahrung, wo die Grand Falls des Little Colorado sind, denn dort wollte ich auch schon immer mal hin. Soweit also der Stand unserer derzeitigen Planung. Ob es dabei bleibt, werden wir sehen. Denn Flexibilität haben wir uns auf die Fahne geschrieben.
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Doch jetzt sitzen wir und unsere
Boots beim Relaxen und warten zunächst darauf, dass unser
Kaffeewasser endlich kocht. Und dann geht es auch schon bald ins Also dann, "Tschüß, bis morgen!"
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| 01.06.2005 Grand Staircase - Kodachrome Basin |
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