ACHTUNG: Das Laden dieser Seite kann aufgrund der vielen Bilder einige Sekunden dauern. Bitte etwas Geduld !
CAUTION: Please wait for loading

letzte Überarbeitung / Korrektur: 27.05.2006

Weißumrandete Bilder laden dazu ein, angeklickt zu werden !!!
 Titelfoto: Anita & Hartmuth bei ihrer 27.USA-Tour  Willkommen zu unserer 27. USA-Tour "The Easter Bunny-Tour"
   

Donnerstag, 

6. April 2006

Köln - Frankfurt - Las Vegas
Uhrzeit: 5:00Uhr, unsere Wecker gehen 

Gegen 5 Uhr in der Nacht rappeln eine Vielzahl von Weckern und sagen uns: Es geht wieder los. Heute steht unsere 27. Tour in die USA an und natürlich geht es wieder in den Wilden Westen.
Nach einer kurzen Morgentoilette und einem intensiven "Cross-Check", ob denn auch alles Reiserelevante zwischen Anita und mir aufgeteilt ist, machen wir uns auf den Weg zum Kölner Hauptbahnhof.

Bahnhof? Ist das richtig? Müsste hier nicht "Flughafen" stehen? Nein ! Erstmalig "fliegen" wir mit dem Lufthansa-Express vom Kölner Hauptbahnhof nach Frankfurt, um von dort über den Teich weiter zu fliegen.

 

Das Gepäck, das trotz unseres in Vegas untergebrachten Equipments wieder vier Taschen gefüllt hat, haben wir bereits gestern am Bahnhof aufgegeben. Und so laufen wir nun eher unbeschwert bequem mit unseren beiden Rucksäcken die wenigen Meter zum Bahnhof. Ein letzter Frühstückskaffee beim Mc Donald`s vertreibt uns die Warterei.

 

Nach einem Kaffee überzeugen wir uns auf dem Bahnsteig am Bildschirm, ob der Zug pünktlich einfahren wird und wo unser Wagon zum Stehen kommt.

Am Bahnhof wird unser Zug von einer Horde Reiselustiger gestürmt und ohne entsprechende Platzreservierung würden wir die  etwa 50 Minuten bis Frankfurt wohl stehend verbringen müssen.

 
 ANKLICKEN: Fensterputzen

Die etwa drei Stunden Aufenthalt am Frankfurter Flughafen verbringen wir mit Kaffeetrinken, Fotografieren und Shoppen.

Fast jede Reise bringt neue Geschichtchen und Anekdötchen und auch heute erleben wir Neues: Kurz vor dem Boarding lauschen wir einer Durchsage, wonach unser Flugzeug beim ersten Versuch nicht betankt werden konnte und nun ein neuer Tankwagen angefordert ist. Aus Sicherheitsgründen erfolgt das Boarding nun nur in kleinen Gruppen von etwa 2 Reihen. Das haben wir auch noch nie erlebt. Uns geht beiden der Joke über die Lippen: "Vermutlich, damit es nicht zu viele Opfer auf einmal gibt !!!"

Währenddessen werden die Scheiben unseres Jets geputzt.

Trotz dieses Handicaps geht alles recht schnell vonstatten und annähernd pünktlich verlassen wir Frankfurt via Airbus.

 
 Anita hört "Eisfieber"

Erstmalig vergnügen Anita und ich uns mit unseren MPG-Playern und während mich Elvis mit "Viva Las Vegas" auf unseren Urlaub einstimmt, lauscht Anita dem Hörbuch "Eisfieber". Die sechs CD sollen eigentlich für Hin- und Rückflug reichen, aber als wir nach 11h Flug auf Las Vegas blicken, ist das Hörbuch schon beim "Ende".

 
 

Kurz nach der Landung finden wir uns auch schon bei der Immigration wieder, die insgesamt nicht länger als 15 Minuten dauert. Das ist fast rekordverdächtig. Das Aufpicken unseres Gepäckes hingegen dauert ungleich länger. Eine Tasche lässt auf sich warten und legt die Nerven blank. Tatsächlich: Die letzte Tasche ist kontrolliert worden und hat vermutlich die Verzögerung verursacht.

Und somit finden wir uns in einer Traube von Leuten wieder, die nur ein Ziel vor Augen haben: Möglichst schnell ihren Mietwagen bei einem der Vermietstation zu übernehmen. Und offensichtlich fast alle bei Alamo - genau wie wir. Im ersten nahenden Bus, der kollektiv erstürmt wird, sind wir die beiden letzten, die im überfüllten Shuttle noch Platz finden. Wobei ich mich gleich korrigieren muss: Man hat uns zwar noch mitgenommen aber Platz haben wir nicht wirklich gefunden. Im Bus quetschen wir uns stehend auf dem Gang zwischen übermüdete Touristen und überfüllte Taschen.

 
 ANKLICKEN zum Vergrößern: 17 Meilen auf dem Tacho

Den Alamo-Terminal in Sichtweite fällt mir ein Spruch aus der Sammlung von Robert Lemke ein: "Wer im Flugzeug als erstes einsteigen will muss im Bus der letzte sein! Und so planen wir noch im Anflug auf die Vermietstation unser Vorgehen:

Ich werde die Meute mit meinen Koffern blockieren und mich ihnen in den Weg werfen, während Anita sofort den Home-Run zum Desk aufnimmt, damit wir als erstes an der Reihe sind.

Anita meint, wir sollen eine disziplinierte Form wählen und so geht das Aussteigen doch wesentlich ruhiger ab. Anita verlässt ruhig aber zielgerichtet den Bus und ich bin damit beschäftigt, mehrmals gegen die Flut der rausströmenden Mietwilligen meine vier "handlichen" Koffer aus dem Wust von Mensch und Gepäck zu kramen.

Nach wenigen Minuten gehe ich geschafft auf den Autohof, um uns ein passendes Gefährt zu sichern. "Ach, du Schreck!" Wieder ist Alamo bei den SUV geplündert: Ein weißer Geländewagen unbekannter Marke, der die passende Größe hatte, verlässt gerade als letzter SUV die Reihe. Vor mir sitzt noch ein Mädel mit noch mehr Koffern als ich und wartet ebenfalls auf einen SUV.

Zeitgleich erscheinen ein Amerikaner auf der Suche nach einem Geländewagen und ein silberner großer Wagen. Das Mädel bestätigt mir freundlich, dass eigentlich sie an der Reihe ist, sie aber noch auf ihre Mitfahrer warten möchte, so dass ich den Wagen nach kurzer Inspektion als "Gehört mir!" deklariere. Es ist ein nagelneuer GMC - Envoy mit nur 17 Meilen auf dem Tacho: Er ist groß, bietet viel Platz, knapp 300 PS, hat manuellen Allrad und....eine Dachreling für unseren Dachsack.

Während ich die Koffer auf die endlos groß scheinende Ladefläche hieve, steht Anita immer noch in der langen Warteschlange vor dem Desk. Unsere Raffinesse beim Aussteigen hat nur bedingt Erfolg gezeigt. Es war offensichtlich kurz vorher schon ein Shuttle angekommen: Die Schlange wird kaum kürzer, da trotz des hohen Aufkommens nur drei Schalter besetzt sind.

 
ANKLICKEN zum Vergrößern: GMC - Envoy vor unserem Storage 

Doch irgendwann sind auf wir mal die "Next, please!" und empfangen die notwendigen Papiere für den Wagen, den wir schon längst haben. Die "Check-In"-Dame spricht hervorragend Deutsch und auf meine Nachfrage hin erzählt sie uns zu unserer Begeisterung und dem Undank der noch Wartenden ihre Lebensgeschichte: Sie ist Holländerin, hat ein Jahr in Deutschland gelebt, was ihr sehr gut gefallen hat ("Da reechnet et nicht so viel wie in de Nederland"), ist dann nach Oregon, was ihr nicht so gut gefallen hat ("Iss so vill grün") und arbeitet nun seit neun Jahren in Vegas. ("Un dass iss supper!")

Zur Freude der Nachfolgenden ist sie irgendwann ausgeplaudert und wir verlassen den Ort der Unterhaltsamkeit. Wir bringen den Rest der Taschen irgendwo im Auto unter und fahren "straight ahead" zum Storage um die ersten Umpack-Vorgänge in Angriff zu nehmen. 

 
Dick verpackt wartet unser (staubiges) Equipment darauf, wieder in den Einsatz zu kommen 

Dort ist zum Glück alles beim Alten, aber es muss in dem knappen Jahr ziemlich gestaubt haben. Vorsorglich  hatten wir alles hinter einer großen stabilen Plastikplane verpackt aber sogar durch einzelne Ritzen und Falten der Plane ist der Staub hindurch.

 
 

Mittlerweile ist es schon nach 18Uhr und die "Office-Hours" enden nach unserer Information um 19Uhr. Das bedeutet, wir kommen weder auf das Gelände noch vom Gelände. Unsere Spekulation, dass sich die 19Uhr nur auf den Einlass beziehen, finden ein jähes Ende durch Mike, einem der neuen "Hosts" auf dem Gelände. Im Small-Talk frage ich ihn danach,  doch er teilt uns mit, ab 19Uhr "is all closed".

Wir nehmen also nur Dachsack und die wichtigsten Sachen mit und fahren schnell in unser "Hier beginnt der Urlaub-Hotel", dem Best Western McCarran Inn. Nach kurzem Einchecken und Verstauen der wertvolleren Sachen im Zimmer machen wir uns auf den Weg zum Buffet im Rio.

 
 ANKLICKEN: Impressionen von der Masqerade-Parade in the Sky

Zu unserer Freude beginnt gerade beim Betreten des Hotels die "Mascerade-Parade in the Sky" und so zieht sich der Weg zum Buffet zeitlich ein wenig in die Länge. Schließlich wartet die Kamera auf erstes "Futter".

 
 

Das automatische Einchecken beim Buffett kostet ebenfalls Zeit: Die Bedienung via Bildschirm und die vielen Fragen, die zu beantworten sind, lässt den Hunger größer werden. Endlich am Tisch stürze ich mich gleich auf die reichhaltige Auswahl an Sushi und Anita auf die Kartoffeln.

Gesättigt, aber nicht vollgestopft,  verlassen wir den Ort  der kulinarischen Höhepunkte in Richtung Bett. Mittlerweile sind wir so platt, dass das angedachte zweite Umpacken unseres Gepäcks auf morgen früh verlagert wird. 

Also denn, gute Nacht !

 

Freitag, 

7. April 2006

Las Vegas - Grand Canyon N.P.
   

Gegen 5 Uhr wachen wir auf, erledigen die übliche Morgentoilette, räumen noch unsere Taschen und Koffer hin und her, tätigen noch einige Anrufe, die sich Zuhause ergeben haben, 

ANKLICKEN: Anita beim besten Frühstück der Welt

und gehen zum besten Frühstück der Welt. Die richtige Harmonie stellt sich noch nicht ein, weil wir gedanklich noch mit anderen Dinge aus der Heimat beschäftigt sind.

 ANKLICKEN: Anita räumt den Wagen ein

Nachdem diese Dinge per weiterer Telefonate nach etwa zwei Stunden geregelt werden konnten, packen wir unsere Sachen und verlassen den Ort der Turbulenzen in Richtung Storage, wo das große Umräumen ansteht. Dank ausgeklügelter Logistik  und Routine schaffen wir es, nach gut einer Stunde das Gelände des Storages vollbepackt zu verlassen.

Mag es nun daran liegen, dass wir uns eine bessere Ladetechnik angeeignet haben, vielleicht mehr aussortiert haben oder der Wagen doch die entscheidenden "Kubikmeter" mehr Platz hat: Der Wagen ist bei weitem nicht so vollbepackt wie in den vorangegangenen Trips.

 

Nur wenige hundert Meter hinter dem Storage leuchtet meine Lieblingsreklame auf, die da sagt, dass es hier Kameras, Fototaschen und Tausend andere Dinge, die mein Herz höher schlagen lassen, gibt. Meine Hände reißen förmlich wie von Geisterhand das Lenkrad Richtung El Dorado und wenige Sekunden später bin ich in den Fotorucksack "Slingshot 200" von Lowepro geschlüpft, den ich gestern auf dem Hinflug in einer Fotozeitschrift entdeckt habe.

 ANKLICKEN zum vergrößern

Nach wenigen Minuten verlassen Anita, ich und mein neuer Rucksack strahlend den Laden in Richtung BASS - World of Outdoor. Ich erstehe einen neuen Klappstuhl, der meinem mittlerweile vorangeschrittenen Alter entsprechend mit Armlehnen ausgestattet ist. Anita lächelt nur: "Die wildesten Trecking-Touren laufen, in der Wildnis mutterseelenallein überleben aber dann einen Sessel mit Armlehnen haben wollen......" 
Ich erwidere nur trocken: "Man hat eben Stil !"

 

ANKLICKEN zum vergrößern 

Anita hingegen kämpft sich in dem riesigen Laden durch die Grillabteilung auf der Suche nach einem klassischen Dreibein-Grill. Es gibt tatsächlich einen, sogar im Angebot. Doch leider gibt es tatsächlich nur einen, nämlich den in der Ausstellung. Nach langem vergeblichen Suchen auf dem Lager bauen uns die Verkäufer das Ausstellungsstück auseinander und so verlassen wir mit einem Grill und einem Sessel mit Armlehnen die Welt des Outdoors und fahren in Richtung Grand Canyon, wo wir für heute eine Reservierung auf dem Campground haben.

 

Auf der Strecke dorthin bremsen wir beim K-Mart um noch einigen Proviant und zwei Zippos zu erwerben. Zwei Zippos? Ein Lady-Zippo ist für Anita, und das zweite? Hintergrund dieser Groteske: Ich habe mir mittlerweile zwei Zippos zugelegt: Ein ausgefallenes für Zuhause und eins für den "Off-Road-Einsatz", das im Storage lagert. Oder sagen wir mal: Lagern sollte: Beim letzten Flug habe ich es vergessen im Storage unterzubringen und habe es dann zwangsläufig geleert mit nach Hause genommen. Und auf dem gestrigen Hinflug ist mir eingefallen, dass ich es diesmal nun vergessen habe, es  wieder zu reimportieren. Anita unterstellt mir Absicht !

Wie dem auch sei, die Frage nach den Zippos wird im Keim erstickt, nachdem K-Mart keine führt. Also verlassen wir den Ort ohne Zippos um uns den Grand Canyon unaufhaltsam zu nähern.

 
ANKLICKEN zum vergrößern

Die weitere Fahrt wird durch mehrere Zwangsstopps unterbrochen. Doch diesmal ist es nicht meine Sucht nach schönen Motiven sondern Anitas Magen: Ihr ist es arg übel und so müssen wir zwangsläufig -egal an welcher Stelle- rechts ranfahren...

Kurz nach 6PM erreichen wir den South-Eingang zum Grand Canyon National Park und knapp 20 Minuten später auch den Mather-Campground. Wir gehen da chor, dass im Park eindeutig weniger los ist als bei unserem letzten Date mit dem Canyon im Sommer letzten Jahres, was ja auch zu erwarten war. Dennoch hatten wir aus Vorsicht für heute eine Site reserviert.

Der Check-Inn-Schalter ist zwar nicht mehr besetzt, was aber kein Problem darstellt: Am Häuschen hängt eine alphabetische Liste der Platzsuchenden mit der zugewiesenen Site. Wir haben also die Nr. 73 und rollen langsam suchend in der Dämmerung des dunklen Waldes und finden sie auch bald. Unsere Augen strahlen: Es ist zufälligerweise genau die selbe Site, wie im letzten Jahr. Und damals stellten wir schon fest, dass es einer der besten Sites ist, weil nah an den Waschgelegenheiten, (aber auch nicht zu nahe wegen des Geruchs) und sie ist aufgrund der Lage ungewöhnlich groß.

   
 

Temperaturmäßig zieht es ein wenig an, man kann auch sagen: "Es wird ziemlich schnell arg kalt". Wir bauen recht schnell unser Zelt auf und entschließen uns, im Village noch Holz für unser erstes Lagerfeuer zu erwerben. Um 8:03Uhr erreichen wir das Village und sehen gerade, wie im Storage die Tür abgeschlossen wird. Und wenn wir uns mal was in den Kopf gesetzt haben, dann werden wir es auch hinkriegen! Und so fahren wir noch schnell aus dem Park und erstehen in Tusayan tatsächlich noch Bündel Holz. 

Nach einem kurzen Abendsnack im Village (das Restaurant hat länger auf) kehren wir zum Lager zurück und entzünden etwas bibbernd unser Feuer. Wir beschließen recht schnell, dass man Feuerwache auch im Zelt halten kann und um unsere Black Cat (kleiner Heizofen) gekauert betrachten wir vom Zelt aus unser erstes Lagerfeuer. Jetzt kann es also losgehen mit einer neuen Campfire-Tour, auch wenn sie diesmal anders heißt. Also dann, gute  Nacht.

 

Samstag, 

8. April 2006

Grand Canyon - Lost Dutchman State Park
 
 ANKLICKEN: Bilder vom Sunset

Nach einer sehr sehr kurzen Nacht lassen wir uns von unseren neuen Handys wecken. Wollen doch mal sehen, ob wir mit Quad-Band den kompletten Südwesten der USA netzmäßig in den Griff kriegen. Tatsächlich, in einigen Bereichen des Nationalparks haben wir tatsächlich Empfang, sogar auf unserem Zeltplatz. Doch deshalb stehen wir natürlich nicht so früh auf: Vielmehr wollen wir die Sonne begrüßen und fahren daher im Dunkeln zum Mather-Point zum Sonnenaufgang.

Auf diese außergewöhnliche Idee scheinen auch wieder andere gekommen zu sein und so geht der Planet eben nicht für uns alleine sondern auch für eine ganze Schar laut quasselnder Einheimischer und Touristen auf.

 

 ANKLICKEN zum Vergrößern

Das Wetter ist eigentlich richtig schön, keine einzige Wolke zu sehen, wenn bloß nicht diese Kälte wäre. Beim Aufstehen hatten wir vor dem Zelt Minus 9 Grad.

 

Doch allmählich steigt die Sonne höher und höher und ihr Schein lässt ganz langsam Wärme auf unser Haupt scheinen.

 

ANKLICKEN zum vergrößern 


Zurück auf dem Campground bauen wir unser Häusle wieder ab. Doch wir tun uns schwer: Wir wollen das Zelt wieder mit der Bodenplane zusammen in den Packsack verstauen doch das gelingt wesentlich schwerer als bei dem Vorgängerzelt.

Nach einem Fluchen von mir und zwei abgerissenen Fingernägeln von Anita ist das Ding aber drin und wir hoffen, dass der Reißverschluss der Zerreißprobe standhält.

 

 ANKLICKEN zum vergrößern

Nach dem Bepacken des Envoys fahren wir wieder zum Canyon um nochmals Aufnahmen für ein mehrere Meter großes Panorama zu machen. Hierzu sind mehrere überlappende Bilder notwendig. Zweimal bereits habe ich hier am Grand Canyon solche Serien erstellt, doch mein "Entwicklungslabor", mein Freund Mike, hat mich jedes Mal ziemlich unmissverständlich gefragt: "Ey, was hast`n da wieder für`n ...... gemacht?"  Einmal stimmte die Farbtemperatur der einzelnen Bilder nicht, beim anderen Mal waren die Bilder durch das leichte Weitwinkel verzerrt. Also probieren wir es noch einmal.

An einem schönen Aussichtspunkt (Yavapai Point) schwenke ich dien Kamera Stück für Stück von links nach rechts und löse zum Erstaunen der umstehenden Touristen ein Bild nach dem anderen aus.

 

 ANKLICKEN zum vergrößern

Nach diesem Shooting suchen wir ein etwas abgelegeneres Plätzchen und erstellen wieder einmal für unsere Daheimgebliebenen eine "We are here"-Urlaubs-Ostergruß-Karte. Dabei entdecken wir Lustiges...

Im Village klaue ich dem Cafe` Strom für meinen Laptop, bearbeite die Karten mit einem Bildbearbeitungsprogramm kurz, bevor wir sie im Storage sofort printen lassen.

 
 

Mit knapp 30 Bildern unter dem Arm setzen wir uns ab und verlassen diesen Ort der Kälte und fahren Richtung Phoenix. Hinter Phoenix beginnt der Apachen-Trail, der etwa 47 Meilen lang ist und der lt. einigen Hinweisen zu den landschaftlich schönsten Straßen der USA zählen soll. Morgen werden wir voraussichtlich eine Passage erreichen, die sehr sandig, steil und auch außergewöhnlich eng sein soll. Laut Internet wird dringend davon abgeraten, sie im nassen Zustand zu befahren. Auch Allrad und High Clearance (Bodenfreiheit) ist ratsam. Aufgrund unserer bösen Erfahrung im letzten Jahr, wo ich unseren Jeep fast im Sand verbuddelt hätte, beschließen wir vorsichtig zu sein, und morgen diese Stelle genau zu studieren und ggf. die Aktion abzubrechen.

 ANKLICKEN zum vergrößern

Nachdem es bereits mal wieder später Nachmittag ist und die Sonne uns zeigt, dass sie sich bald zur Ruhe setzen wird, biegen wir kurz nach Beginn des Apachen-Trails ab und steuern den Lost Dutchman Campground im Lost Dutchman State Park an. Ein ausgesprochen schön angelegter und sehr gepflegter Campground, der sogar Duschen bietet. Der Preis von $12/Site ist wirklich o.k. Wir bauen wieder unser Zelt auf und genießen den Abend am Lagerfeuer. Der Tag war mit 26 Grad sehr angenehm, doch jetzt, wo die Sonne weg ist, wird es merklich kühl. Wir verschwinden sehr bald in unseren dicken Schlafsäcken. Goodnight !

Sonntag, 

9. April 2006

Lost Dutchman State Park

Von diesem Tag gibt es keine Bilder. Überhaupt: es ist in unserer nun 15jährigen USA-Epoche der erste Tag, an dem ich definitiv kein Foto mache. Es ist ein Tag, der völlig anders verläuft als geplant, es ist ein Sch....Tag!!!

Irgendwann gegen 3 Uhr in der Nacht wache ich auf und merke, dass es mir im Magen überhaupt nicht gut geht. Gegen 5 Uhr beschließe ich dann, das Auto zu nehmen und zur Toilette zu fahren, die ausgerechnet diesmal auf diesem Campground sehr weit von unserer Site entfernt ist. Bis Mittag besteht mein Leben nur darin, dass mich Anita von den Restrooms zu unserem Rastroom fährt. Obwohl Anita am Vormittag bereits vorsichtshalber unsere Site um einen Tag verlängert, entschließen wir uns, in Apache Junction ein Motel zu nehmen. Wir suchen ein Motel, in das man um diese Zeit auch schon einchecken kann. Wir finden eins,  müssen allerdings noch etwa 10 Minuten warten, bis die Maid das Zimmer hergerichtet hat. Zehn Minuten können in einem solchen Zustand zu Stunden werden!
Während Anita mir Medikamente besorgt und mich versorgt (Danke !!!) dusle ich im Motelzimmer vor mich hin und schlafe durch bis zum nächsten Morgen.

Montag, 

10. April 2006

Lost Dutchman State Park - Apache Trail - Housten Mesa Campground

Wieder bei Sinnen und langsam wachwerdenden Kräften rätseln wir, was das war. 

Haben wir uns beide irgendwo angesteckt und bei mir hat es nur länger gedauert, bis es ausgebrochen ist ? 
Hat sich erst Anita und anschließend ich mich bei ihr angesteckt ? 
War vielleicht beim Buffett irgendwas nicht in Ordnung ?

Nach diesen anstrengenden Überlegungen machen wir uns zurück zum Campground, um unser Zelt einzupacken. Die erste Nacht, in der unser Zelt alleine draußen war! Und das erste Mal, dass wir den Luxus zweier Herbergen in einer Nacht hatten!

 

ANKLICKEN: Impressionen aus Goldfield

Aufgerüstet begeben wir uns wieder auf den Apachen-Trail und statten der Ghosttown einen kurzen Besuch ab. Jetzt um 8Uhr ist hier alles wie ausgestorben.  Die Mainstreet, die sich in einer leichten Kurve nach oben zur Kirche windet, könnte eine ideale Kulisse für Westernproduktionen sein. Doch nach unseren Unterlagen ist hier zu unserem Erstaunen nie ein Film gedreht worden. Stattdessen besteht der Ort nur aus kleinen Lädchen, die allerlei Unnötiges verkaufen, wenn sie denn auf hätten. Ein einziges Geschäft hat jetzt schon auf, die anderen öffnen gegen 10Uhr. Doch der große Run wird wohl nur am Wochenende erwartet, dann gibt es stündlich sogar ein Duell.

 

 

ANKLICKEN um das Vertrauen zu entdecken

Beeindruckt bin ich von dem Urvertrauen, was einige Ladenbesitzer ihren potenziellen Kunden entgegenbringen: Vor einem Geschäft darf man Waren ansehen, nehmen und wird gebeten, das Geld doch in einen Schlitz zu stecken. Papier und Kartonagen kann man nehmen, soweit irgendwo welche rumliegt.  

 

ANKLICKEN zum vergrößern

Nach diesem netten Shooting befahren wir den Apachentrail weiter in Richtung Roosevelt Staudamm und halten gelegentlich an interessanten Aussichtspunkten.

Beim Ausfahren von einem POI schlägt Anita m.M. nach die falsche Richtung ein. Da ich mich aber auf meinen Orientierungssinn nicht immer verlassen kann und auch unser GPS zufällig ausgeschaltet ist, lehne ich mich entspannt und voller Vertrauen auf meine bessere Hälfte zurück. Nach einigen Meilen fragt Anita erstaunt: 

"Wieso geht es hier wieder nach Phoenix? Fahren wir in die falsche Richtung?"

Nach einem plötzlichen Wendemanöver erreichen wir nach einiger Zeit die vorgestern bereits erwähnte "gefährliche" Passage, die sich als völlig harmlos herausstellt. Richtig ist, dass es eine steile Abfahrt über einige hundert Meter gibt und der Weg sandig ist. Die "Enge" des Weges trifft nur da zu, wo sich zwei entgegenkommende Wagen langsam aneinander vorbei dirigieren müssen. Ich werde nach dem Urlaub mal recherchieren, woran diese unterschiedliche Auffassung über diesen Abschnitt zwischen dem Schreiber der Website und mir liegen könnte: Vielleicht zeigt sich die Straße im nassen Zustand tatsächlich als wesentlich gefährlicher oder sie wurde zwischenzeitlich "remodelt".

 
 ANKLICKEN zum vergrößern

Am Theodore Roosevelt-Dam endet der Apachen-Trail. Leider ist der Staudamm nicht öffentlich zugänglich, so dass mir nur von außen ein paar Bilder gelingen.

 

Roosevelt Dam - Hinweisschild

 
 ANKLICKEN zum vergrößern

Wir fahren über Globe zurück nach Apache-Junction. Auf der Suche nach einem Campground landen wir vor  einem Schrotthändler oder ähnlichen: 

Unser Blick fällt auf ein Meer von Fahrrädern aber auch anderem Metall. Dabei ist unklar, ob die Fahrräder Metallschrott sein soll oder ggf. noch genutzt werden sollen.

Auf jeden Fall ein toller Anblick:

 
ANKLICKEN zum vergrößern 

Anschließend fahren wir weiter zum Housten-Mesa-Campground. Obwohl bereits einige wenige Sites besetzt sind können wir aus dem Vollen schöpfen  und kurven wieder mehrmals über den Campground, bis wir "unsere" Site finden. Kurz nach dem "Gehört heute uns!" und noch bevor wir zum Eingang zum Einchecken kommen, besucht uns auch der Host. Er wird uns die nahegelegenen Restrooms und auch die Duschräume aufschließen. Er verspricht in einer halben Stunde zurück zu sein, so dass wir direkt bei ihm Cash gegen Receipt tauschen können. Er verspricht nicht zu viel und ist pünktlich da, als wir gerade mit dem Innenausbau des Zeltes fertig werden. Anitas Frage, ob das Schild am Eingang richtig ist und hier tatsächlich Bärengebiet ist, beantwortet er geschickt: "Ich arbeite seit vielen Jahren hier. Ich habe noch nie einen gesehen". Das beruhigt uns. Stattdessen gibt es wohl kleine Schweine, sog. Javelinas, aber die brauchen wir nicht zu fürchten. Sie sind wohl nur neugierig und schnuppern überall rum aber wenn man ihnen lautstark entgegentritt  verschwinden sie in der Regel.

ANKLICKEN zum Vergrößern

 

Nachdem sich mein Magen nur langsam wieder an Nahrung gewöhnen mag, verschieben wir die Einweihung unseres neuen Grills weiter und ernähren uns von gesunden Dingen, wie Obst usw. An dieser Stelle noch ein kurzer Hinweis bezüglich des Campgrounds: Er steht bei uns ab sofort auf den oberen Rankingplätzen der "Da sollten wir wieder hin-Campgrounds". So sauber haben wir noch keinen Campground gesehen: Die Site ist mit einem Rechen bearbeitet worden, die Feuerstellen absolut leer und die Restrooms sind ebenfalls erster Güte. Und dort, wo das Zelt aufgestellt werden soll, ist sogar eine Dränage gegraben worden. Das werden wir dem Host noch sagen.

Und somit verlassen wir recht bald diesen Ort der Gesundheit und verabschieden uns von den Wachen. Good night!

 

Dienstag, 

11. April 2006

Housten Mesa Campground - Tonto Natural Bridge State Park - Navajo National Monument

 

ANKLICKEN zum vergrößern

Wir lassen uns gegen 5:30Uhr wecken und stehen deutlich schneller auf als sonst. Kein mürrisches "Nur noch fünf Minuten" oder "Sollen wir noch etwas liegen bleiben?" Wir starten den Tag mit einem Adrenalinstoß als wir feststellen, dass unser Zelt mit Cola geflutet ist. Irgendwie scheine ich in der Nacht meinen großen "handlichen" Cola-Becher umgeworfen zu haben und einige Mengen an Cola Light haben sich über Boden, Matten und Klamotten ergossen. Damit ist die erste Stunden des Tages sinnvoll gestaltet: Wischen, Trocknen und Säubern.

Nach diesem unvorhergesehenen Frühjahrsputz packe ich kleinlaut unser blitzendes Zelt zusammen. Dem Host, dem wir unsere Begeisterung über den Campground sagen wollen, sehen wir nicht. Stattdessen hängen wir ihm ein kleines Briefchen an die Site. Vielleicht bestärkt ihn das ja in seinen Aktivitäten. 

ANKLICKEN zum Vergrößern

Schon sind wir aber auf der Piste bis mich nach etwa 6,6 Meilen ein Schild neugierig werden lässt: Tonto Natural Bridges Statepark. Wir beschließen der Sache auf den Grund zu gehen, verlassen die Flughöhe und kippen über den linken Flügel zum Statepark.

Mit $3 pro Person gewährt man uns an der Selfstation Einlass. Eine kleine Map, die wir zunächst nicht richtig lesen können, verschafft uns einen Überblick. Wir entschließen uns nach kurzer Beratung den Gowan Loop Trail anzugehen und fahren auf den dem Trial nächstgelegenen Parkplatz. Während wir uns umrüsten raschelt es hinter mir und in etwa 30 Metern erscheint eine Rotte der gestern bereits erwähnten Javalinas-Schweine. Trotz unserer Lautstärke lassen sie sich kaum beeindrucken und tun das, was sie am besten können: Fressen !

 ANKLICKEN zum vergrößern

Der Gowan-Loop-Trail ist mit 1 Meile angegeben, ist anstrengend  und soll steil bergab gehen. Am Trailhead erkennt man unter sich einen kleinen Wasserfall. Unser Ziel soll laut Plan unter dem Wasserfall sein.  Aufgerüstet gehen wir es an und wandern sukzessiv in die Tiefe. Mehrere Bänke zäumen den Weg und lassen uns Hoffnung schöpfen, uns beim Wiederaufstieg gelegentlich darauf niederlassen zu können. 

 ANKLICKEN zum vergrößern

Nach nur ca. 0,5 Meilen sind wir unten auf dem Observationdeck. Während oben eben noch die Sonne brannte ist es hier merklich kühler und durch den Nebel ein wenig feucht. Wir stellen fest, dass sich der Abstieg gelohnt hat. Der Wasserfall läuft über eine Aushöhlung über uns und stürzt sich vor uns zahm über Felsen. 

 ANKLICKEN zum vergrößern

Der ausgehöhlte Felsen, der diese "Bridge" formt,  wirkt wie eine Kathedrale und trotz der widrigen "Wetterumstände" beginnen wir andächtig zu werden und nur noch zu flüstern. Wir entdecken einen Hinweis, dass man irgendwelchen Pfeilen folgen darf. Das heißt, unser Hike ist noch gar nicht beendet und so klettern wir über Steine bis hinter den Wasservorhang.

Ich lasse den Finger kaum vom Auslöser, obwohl ein gelegentlicher Wind eine Wassergischt in die Höhle bläst und uns und unseren Objektiven zusetzt.

 ANKLICKEN zum vergrößern

Anita kommt nur zaghaft hinterher, da ihre Sohlen wohl den glitschigen Steinen nicht gewachsen zu sein scheinen und so biete ich ihr bei jeder Gelegenheit Hilfestellung.

Nach vielen Fotos und einigen steifen Briesen kehren wir um. Aufgrund Anitas Handicaps langsam und vorsichtig. Ich hingegen bewege mich hinter Anita mit meinen alten aber guten Wanderschuhen elegant und sicher über die Steine. Doch irgendjemand muss mir wohl einen Tritt in die Hacken geben. Anders kann  ich es mir nicht vorstellen, weshalb meine Beine plötzlich gleichzeitig katapultartig nach vorne geschossen kommen und ich mich mit samt meiner Fotoausrüstung brutal auf den Rücken bzw. auf den Fotorucksack lege. Ein lautes Knirschen unter mir verrät nichts Gutes! Anita eilt mit zu Hilfe um mich aufzusammeln. Ich beklage nur meine evtl. defekte Kamera, während Anita mich damit nervt, ob mir etwas zugestoßen ist. Ich beruhige sie, dass das wieder heilen kann aber meine Kamera....

Doch großes Glück: Was geknirscht hat waren vermutlich die Kieselsteine, evtl., auch meine Knochen. Außer einer dicken Hand haben ich und die Kamera keinen nennenswerten Schaden erlitten.

 

 

Der Aufstieg erfolgt fast genauso schnell wie der Abstieg. Wir müssen uns kein einziges Mal auf den Bänken ausruhen und bewerten die Einschätzung "Steil und anstrengend" als tendenziell übertrieben.

Oben angekommen erkennen wir auf dem Trail zwei Öffnungen: Eine Öffnung im Boden gibt die Sicht auf das durchströmende Wasser frei, das sich nur ein oder zwei Sekunden später den Wasserfall hinunterstürzt. Das zweite Loch ist ein natürliches Loch im Felsen und gestattet den Blick bis nach unten, wo wie vor einiger Zeit noch schlidderten.

 

 ANKLICKEN zum vergrößern

Wir verlassen den Ort der schnellen Beine und begeben uns weiter in Richtung Flagstaff. Unterwegs halten wir kurz beim KFC an, doch mir schmeckt das Fastfood immer noch nicht so richtig, weshalb ich mehr als die Hälfte stehen lasse. 

Eingangsschild zum Navajo National Monument
Anita verpflegt uns mit frischer Ananas 

Wir steuern das Navajo National Monument und dort den Campground an. Er ist uns noch von unserer Fahrt vor zwei Jahren mit Mike gut bekannt und hat uns damals gut gefallen. Er hat auch heute noch nichts von seiner Qualität verloren und so ergattern wir uns auf dem menschenleeren Campground die Site 20. Ganz menschenleer ist es wohl doch nicht, eine einzige Site ist besetzt, doch der Camper ist nicht zu sehen.

Zwei Dinge haben sich jedoch seit unserem letzten Besuch 2003 verändert: Das Plakat "Bear Country" ist zum Glück verschwunden und wo ich vor drei Jahren dem Campground den Strom für meine kleine Kamera abgesaugt habe, versperrt mir nun ein Spiegel den Zugang zur Elektrik.

Der neue Spiegel in den Restrooms versperrt uns den Zugang zur Steckdose

 
ANKLICKEN zum vergrößern 

Doch das ist ein guter Übergang einmal zu erwähnen, wie wir mittlerweile unser "Strommanagement" betreiben: 
Leider haben ja fast alle Kameras heutzutage unterschiedliche Akkus und so benötigen wir zwangsläufig immer verschiedene Ladegeräte, um allen Geräten die notwendige Power zu geben. Und da wir uns seit längerer Zeit überwiegend im "Outdoor-Bereich" aufhalten, muss neben der Versorgung mit dem europäischen 230Volt-Netz und dem amerikanischen 110Volt-Netz auch noch die Versorgung mit autotypischen 12Volt gewährleistet sein. Und daher habe ich mit Mike zusammen unseren "Power-Koffer" entwickelt: Der ganze Koffer wird mit 12 Volt versorgt und in den einzelnen Fächern lassen sich je nach Bedarf die verschiedenen Ladegeräte betreiben. Wir haben somit nur noch 1 dickes Kabel  zwischen Bordsteckdose und Koffer und die einzelnen Charger fliegen nicht mehr unkontrolliert durch das Auto.    

Ein einziger Stecker versorgt unsere Ladegeräte mit den notwendigen 12 Volt.

Anita schreibt an die 30 Karten 

Doch jetzt sind wir mit ganz anderen Dingen beschäftigt: Die vorbereiteten Ostergrüße bedürfen auch noch des restlichen Textes und somit sind wir beschäftigt, knapp 30 Karten zu schreiben, zu bekleben und zu frankieren. Ach ja "Frankieren". Leider reichen unsere Briefmarken doch nicht und der Versand in die Heimat wird sich ggf. um einen Tag verzögern.

Doch jetzt erst wieder einmal. Good night, morgen geht es weiter.

 

Mittwoch, 

12. April 2006

Navayo National Monument - Monument Valley - Big Bend Campground (Moab)

ANKLICKEN zum vergrößern

Wir erwachen durch die Handys und mein Blick geht sofort in Richtung Cola-Becher, der aber vorschriftsmäßig aufrecht steht. Wir haben ihn gestern in eine Ortlieb Faltschüssel verfrachtet und so flutet er zukünftig allenfalls die Faltschüssel, nicht mehr jedoch uns!

Wir bauen das Zelt zusammen, pflegen uns und verlassen gut eine Stunde nach dem Erwachen den Platz, den wir sicherlich wieder einmal anfahren werden. Bei Mc.Donald`s ist Frühstück angesagt, wobei ich auch heute lieber Obst als Big Breakfast bestelle. 

Unterwegs entdecken wir am Rand ein nettes Schild, das auf einen Reifenhändler hinweisen soll.

 

 
ANKLICKEN zum vergrößern

Unser Weg führt mal wieder in Richtung Monument Valley. Und wer uns kennt, der weiß, dass wir erst ein einziges Mal widerstehen konnten. Wir haben gestern im Bett noch vermutet, dass uns bestimmt irgendein Argument einfallen wird, diesmal wieder eine Runde durch das Valley zu drehen. 

 

 

Und jetzt ist das Argument schnell gefunden: Es ist kein Wölkchen am Himmel. Damit meine ich nicht, es ist sonnig und so gut wie keine Wolke am Himmel. Tatsächlich: In einem Rundumblick von 360Grad gibt es weder große noch kleine noch ganz kleine Wölkchen. Die Luft ist ungewöhnlich klar und ermöglicht einen tollen Weitblick. Und diese Wetterbedingungen haben wir in der Tat in nunmehr 13 Jahren USA-West im Monument Valley noch nie erlebt.

Wir bestätigen uns das beide noch einmal kurz und biegen kurzerhand ab um uns sogleich im Tal der Monumenten wiederzufinden. Vergleicht man es zu unseren sonstigen Besuchen ist sehr wenig los, was wir natürlich nicht wirklich bedauern. Am John-Fords-Point sitzt immer noch der selbe Indianer mit seinem Pferd und wartet darauf, dass sich Touristen für Dollar mit ihm und seinem Pferd fotografieren lassen. Drei asiatische Touristen tun ihm diesen Gefallen.

 ANKLICKEN: Impressionen aus dem Monument Valley

Nach gut einer Stunde "Fahren-Schauen-Fotografieren" kraxeln wir mit dem Auto wieder aus dem Tal und verlassen nach einem letzten Foto vom Plateau aus diesen Ort der Wolkenlosigkeit und fahren weiter nach Moab. Anita lacht laut bei diesen Zeilen und fragt nach, ob diese eine Stunde Ernst gemeint sei. Schließlich seien es knapp drei(!) Stunden gewesen!

ANKLICKEN zum vergrößern

Wir kommen wieder beim Twin-Rocks-Cafe` vorbei und wiedere lasse ich es mir nicht nehmen, die Cow-Canyon-Trading-Post, die alte dahinvegetierende Tankstelle zu fotografieren. Ein Dollar für jedes Bild, das ich hier in den letzte 10 Jahren gemacht habe, und hier stünde heute eine hochmoderne mehrzapfige Anlage mit angeschlossenem Supermarkt...

Gegen 3 Uhr erreichen wir das wohl verschlafene Moab. Verschlafen? Mit großem Schrecken lesen wir die Begrüßungsfahnen "Welcome 40th anual Jeep Safari" und so sieht die Stadt aus! Moab besteht nur noch aus Geländewagen der Marke Jeep, wobei es bei vielen Fahrzeugen sehr viel Phantasie bedarf, den Jeep darin zu erkennen. Reifen, die Walzen gleichen und Bodenfreiheiten, dass man darunter einen Picknicktisch aufbauen könnte. Mein Kopf geht wie ein Rundumlicht während Anita an den Motels versucht zu erkennen, wie die "Auslastung" des Ortes ist.

Wir befürchten hinsichtlich Campground Schlimmes , was sich bald bestätigt: Am Ende von Moab biegen wir rechts ab. Diese Straße unmittelbar neben dem Colorado wird gesäumt von einer  Vielzahl von Campgrounds und Recreation Areas, die meist nur von wenigen Camplustigen besucht sind. Eigentlich gibt es immer genügend freie Sites. Doch beim Entlangfahren sehen wir, dass die Campingplätze durchweg mehr als gut ausgelastet sind wenn nicht gar voll sind.

 

Wir fahren genau 7 Meilen zu unserem Big Bend-Campground, den wir vom letzten Jahr in guter Erinnerung haben und hoffen, dass es freie Sites gibt, da dieser schon etwas weiter weg von Moabs Trubel liegt. Beim Befahren des Campground wird unsere Hypothese schlagartig falsifiziert: Er ist rappelvoll, eine einzige Site, Nr. 21, ist frei, die wir sofort mit uns in Beschlag nehmen. Sie ist ziemlich nah am Rundweg, Camper der Site 22 werden direkt daran vorbeilaufen  und die nahegelegenen Straße vermittelt einem das Gefühl, direkt auf dem Kamener Kreuz zu übernachten. Traumhaft schön hingegen der Blick auf den Colorado. Weiterfahren und was anderes suchen? Diese Site nehmen und morgen eine andere aussuchen? Wir überlegen, diskutieren und entscheiden: Wir nehmen diese Site mangels Alternativen.

Während ich mich an den Tisch kralle um demonstrativ zu zeigen, dass diese Site besetzt ist, fährt Anita zur Self-Registration. Dabei baue ich virtuell das Zelt auf und finde keinen geeigneten Platz für das Zelt. Der Platz ist definitiv zu klein.

 

 ANKLICKEN zum Vergrößern der Idylle

 Ich jammere Anita unser Problem nach ihrer Rückkehr vor und plötzlich entdeckt die Frau einen etwas zugewachsenen Weg von der Site in Richtung Colorado. Und siehe da: Hier findet sich ein schnuckeliges und abgelegenes Plätzchen mit dem wohl traumhaftesten Ausblick, den man sich vorstellen kann. Zwei Meter neben dem Colorado werden wir wohl morgen beim Erwachen ein beeindruckendes Panorama erleben.

Das Zelt bauen wir geschickt auf, so dass wir in den nächsten zwei Tagen gut daran vorbei kommen ohne im Colorado baden zu gehen. Das einzige was stört sind momentan einige Fliegen. Ich lasse mich gerade von meiner besseren Hälfte verbessern: Es sind Millionen von Fliegen. Zum Glück sind es keine Moskitos!

Nach der gemeinsamen Endabnahme unserer baulichen Konzeption fahren wir zum Shopping nach Moab. 

ANKLICKEN zum vergrößern

Während Anita im Market Plaza Fleisch, Wasser und Obst ersteht und das Auto betankt, bin ich mit meiner Freundin Minolta unterwegs, Geländewagen ablichten. Wie bereits erwähnt gibt es hier Jeeps, die es eigentlich gar nicht geben kann. Das einzige, was an diesen Wagen noch Original ist, ist der Schriftzug - wenn überhaupt.

Am Jeep-Stand beeindrucken mich zwei Fahrzeuge insbesondere: Der erste viertürige Wrangler-Jeep...

ANKLICKEN: Was der an Hubraum hat verbrauchen andere an Sprit auf 100km !

und ein gut bewachter Concept-Car von Jeep. Unter ihm agieren zwei(!) 5,7Liter-Motore. Das ist Wahnsinn in reinster Form. Es ist 6 Uhr und damit endet die Ausstellung, so dass der Wagen sicher verschlossen abgestellt werden muss. Ich weiß nicht, ob der Pilot einen oder beide Motoren startet, aber es klingt, als wenn die Nato aufbricht. Mein Freundin und ich zucken förmlich zusammen und bringen kaum noch ein Bild zu stande.

Unser neuer, beim BASS erworbener Dreibein-Grill 

Zurück am Campground weihen wir unseren neuen dreibeinigen Schwenkgrill ein. Er ist schnell aufgebaut und macht einen stabilen Eindruck. Außerdem lässt er sich gut in der Höhe verstellen und somit ist die Hitze gut zu dosieren. Und da die meisten Campground Feuerstellen haben, wird es wohl kaum Probleme geben. Und wenn wir mal wieder wild campen ohne Feuerstelle? Das verrate ich jetzt noch nicht! Denn dann kommt unser Joker, doch den ziehen wir erst, wenn wir müssen.....

Das T-Shirt, das mehrmals zu Verwirrungen auf dem Campground führte 

"Leicht bekleidet" grillt Anita unser Essen auf dem neuen Grill. Nach einem köstlichen Steak-Salad-Fruit-Dinner und einem heißen Kakao beginnen wir unsere akribischen Berechnungen:

Denn morgen möchten wir gerne am Mesa-Arch im Canyonlands N.P. den Sonnenaufgang erleben bzw. das morgendliche Glühen des Mesas sehen. IHierzu berechnen wir zunächst  die voraussichtliche Fahrtzeit und den Sonnenaufgang. Wann der Arch am beeindruckersten leuchtet wissen wir nicht und so malen wir uns physikalische Gesetzmäßigkeiten aus, um diesen Höhepunkt terminieren zu können. Nach langem Überlegen kommen wir zu dem Ergebnis: Keine Ahnung, wir fahren einfach seeeehr früh los.

Anita studiert die Entfernungen und gemeinsam berechnen wir unsere morgige "Startzeit"

Anita stocht unser Lagerfeuer

Und so erfreuen wir uns noch ein wenig am Lagerfeuer bevor wir recht bald in unser Zelt verschwinden. Good night !

Donnerstag

13. April 2006

Big Bend Campground (Moab)- Mesa Arch (Canyonlands N.P.) - Corona Arch - Big Bend Campground

Um 3:30Uhr erschallt in meinem Handy "The pink Panther" und läutet für uns den Tag ein. Es ist grausam früh um diese Uhrzeit und man ist noch grausamer müde um diese Zeit. Zweimal beruhigen wir den rosaroten Panther mit er Snooze-Taste doch dann erfolgt der Aufbruch. Da wir am Abend alles vorbereitet haben geht der Aufbruch gut von der Hand. Vor der Abfahrt verabschiede ich mich noch kurz für einen Besuch der Restrooms bin allerdings nach wenigen Sekunden schon wieder da - nun hellwach. Beim Gang zu den Restrooms blitzen nämlich zwei funkelnde Augen einer Bestie im Schein meiner Kopfleuchte. Und unter den Augen beginnt ein großes rotes Maul zu bellen. Schlagartig drehen sich Bestie und kreidebleicher Kopflampenträger um und verschwinden wieder im Dunkeln! Ich weiß nicht, wer sich von uns beiden mehr erschreckt hat, aber mir reicht es.

Beim Vorbeifahren mit dem Auto erkenne ich aus etwas sicherer Distanz den Grund dieser unheimlichen Begegnung. Camper hatten sich es wohl mangels freier Site einfach auf dem Weg zum Toilettenhäuschen bequem gemacht und ein Zelt aufgebaut. Und unter ihrem Pickup wacht nun der Hund von Basqerville, den ich jetzt beim Vorüberfahren ebenso mit Überheblichkeit begegne wie er mir.

Nach etwa einer Stunde Fahrt durch das Dunkel erreichen wir nach 34 Meilen den Eingang zum Canyonlands Nationalpark und nach weiteren drei Meilen den Trailhead zum Mesa-Arch. Da es immer noch stockdüster ist verweilen wir noch eine gute Dreivertelstunde im Auto und dösen ein wenig rum. Wir malen uns aus was passiert, wenn wir jetzt einschlafen und den Sonnenaufgang verpassen...

Mittlerweile kommen nacheinander zwei Fotointeressierte, die mit Fotorucksack und Stativ bewaffnet ihr Auto verlassen und zielstrebig die kleine Anhöhe zum Mesa Arch angehen. Wir gehen davon aus, dass diese Profis sich kaum irren würden und eifern ihnen nach. Nach 0,8km bzw. wenigen Minuten erreichen wir den Mesa-Arch und ich falle aus allen Wolken: Diese zwei Fotografen haben sich mit vier(!) Kameras unmittelbar vor dem Arch aufgebaut, so dass ein störungsfreies Fotografieren gar nicht möglich ist. Sie reden, schauen durch ihre Kameras, lösen aus und reden wieder. Dabei fällt es mir schwer zu sagen, was sie fotografieren, denn bei dieser Dunkelheit ist nur sehr wenig, und meiner Meinung auch nichts Attraktives zu sehen.

Ich fluche ein wenig vor mich und in Anitas Richtung und eigentlich sind wir schon soweit, wieder umzukehren. Gelegentlich stelle ich mich hinter die Fotografen um abzuschätzen, ob sich in ihren Kameras etwas tut, was durch meine nicht zu sehen ist. Nichts !

ANKLICKEN zum vergrößern

Allmählich wird der Horizont heller. So gehe ich am breiten Mesa-Arch immer wieder und recht ziellos hin und her und entdecke plötzlich eine Perspektive, die mir zusagt. Mittlerweile treffen weitere mit Kameras um den Hals bewaffnete Männlein und Weibleins ein und alle positionieren sich um das Schar der Fotografen. Einsam aber entschlossen bleibe ich auf meinem Posten und bin davon überzeugt, dass dies die bessere Perspektive ist. Die Sonne lässt sich blicken und lässt die Unterseite des Mesa-Arch erglühen. Und jetzt habe ich mein Shooting! 

Auf beiden Seiten klappern, piepen und sausen die Verschlüsse und geben ein akustisches Spektakel ab.

Nebenher frage ich mich: Jahrelang haben Canon, Minolta, Nikon, Leica und wie sie alle heißen alle Hebel in Bewegung gesetzt, die Kameras im Sound auf möglichst Leise zu trimmen. In Fotozeitschriften wurde im Messlabor Vibrationen und insbesondere Lautstärke der Verschlüsse gemessen und protokolliert. Und in Leserumfragen war die Lautstärke der Verschlüsse ein vorrangiges Kaufargument.

Was in aller Welt passiert nun im Zeitalter der Digitalisierung? Hier wird absichtlich eine Geräuschkulisse implementiert, die sich möglichst am Geräusch der alten Analogfotografie orientiert. Oder es werden irgendwelche Jingles mit eingebaut. Ich komme mir nicht vor wie beim andächtigen Shooting einer Naturgewalt sondern wie bei Saturn in der Playstationabteilung..

 

 ANKLICKEN zum vergrößern

Aber kommen wir zurück: Auf der einen Seite die angeblichen Profifotografen

 

 ANKLICKEN zum vergrößern

 und auf der anderen Seite der Amateur. Ich bin nach wie vor von meiner Perspektive, etwa 10 Meter von den anderen entfernt, überzeugt und beende mein Shooting mit der angemessenen Zufriedenheit. 

 

 

Plötzlich kommt einer der anderen Profis in mein Lager und schlagartig -wie Anita von hinten feststellt- stürmen alle meinen freigewordenen Platz, um mich nachzueifern.

Mit Stolz und einer Zufriedenheit verlassen wir den Ort des Triumphes und gehen zurück zum Auto.

 

 

Zunächst wägen wir ab, was wir als nächstes machen wollen: Einen Kaffee in Moab oder direkt zum nächsten Hike zum Corona-Arch?

Wir entscheiden uns für die letzte Version und fahren in Richtung Moab. Unterwegs kommt uns eine Kolonne der Jeeper entgegen. Knapp 50 Jeeps hintereinander zähle ich neben dem Fahren, ein imposantes Bild, das ich gerne fotografiert hätte. Doch leider gibt es auf dieser mehrspurigen und stark frequentierten Straße keine Möglichkeit, sicher umzudrehen. Und so zieht dieses Ereignis -im wahrsten Sinne des Wortes- unfotografiert an mir vorüber.

 

 Potashroad

Noch vor Moab biegen wir rechts in die Potashroad ab. 

Zur Erklärung. Den Hinweis auf den Corona-Arch hatten wir vor einigen Jahren schon von unserer Motellierin Daisy aus dem Inka Inn in Moab und ihrem Mann erhalten, doch damals trotz intensiver Suche nicht finden können. Sie berichtete damals davon, in die Potashroad abzubiegen zu müssen und dann nach etwa 5 Meilen kommt ein kleines Hinweisschild. 

Dank Internet sind wir nun schlauer: Der gut ausgebaute Parkplatz soll sich bei Meilenstein 10(!) befinden, daher konnten wir ihn damals gar nicht finden.

ANKLICKEN zur Dia-Show oder zu den Einzelbildern

Während ich die Potashroad befahre erkenne ich vor mir das Ende einer Jeep-Schlange und sofort gebe ich Gas. Diese Chance muss ich nutzen. Während ich die letzten Jeeps rasant überhole stelle ich fest, dass es ein Convoy von über 40 Fahrzeugen ist, der gerade diszipliniert in Zweierreihe zu den Dinosauriertracks hochfährt und anhält. Überwiegend die Damen sind es, die noch einmal die Restrooms aufsuchen müssen und so habe ich eine tolle Gelegenheit, die Fahrzeuge von allen Seiten zu belichten.

Faszinierend ist die Disziplin, die fast schon militärischen Charakter hat. Ein Leader gibt per Funk und Lautsprecher die Anweisungen und nach dem Hinweis, dass es gleich los geht, stürmen Fahrer und Copiloten die Fahrzeuge. Jeeping scheint aber immer noch eine Domäne der Männer zu sein, zumindest der Pilotenplatz ist fast ausschließlich von Männern besetzt. Die Frauen sind meist die Franser.

Imposant der Abmarsch der Brigade: Der rechte Reihe beginnt, dann schließt die linke an! Faszinierend.

Zurück am Auto weist mich Anita darauf hin, dass sie das Auto anders hingestellt hat. Ein Jeeper hat sie darauf hingewiesen, dass unser Heck über der weißen Linie auf der Straße steht. Offensichtlich habe ich vorhin im Eifer des Gefechtes den Wagen katapultartig nach rechts gezogen und gehalten und dabei nicht auf das Heck geachtet. Mag aber auch daran liegen, dass unser jetziges Gefährt garantiert mehr als doppelt so lang ist wie unser Auto zuhause!!!

 

 

Wir fahren fort zum Meilenstein 10 und finden sowohl gutausgebauten Parkplatz als auch Hinweisschild, genau wie im Internet-Auszug beschrieben. Die Homepage, die wir gefunden haben, spricht von einem 1,5-Meilen-Roundtripp und dass der HP-Betreiber den Weg zweimal bisher gegangen ist und auf allen Touren zusammen nur 1 Hiker-Paar gesehen hat. Also wohl eine abgeschiedene und einsame Wanderung, obwohl im Moment auf dem Parkplatz mehrere Autos parken. 

Flott "tüdeln" wir uns für den Hike an. Neben uns entsteigt ein gar seltsames Wesen einem Bus: Mitte 20, langhaarig, ein zufriedenes Lächeln. Unserem Gruß entgegnet er ein ruhiges kurzes Nicken mit dem Kopf. Ich hoffe, er hat nicht allzu sehr in unseren Wagen hineingesehen und ggf. schon die Werte taxiert. In dem Moment als wir loswollen ist er von jetzt auf gleich spurlos verschwunden. Ob er wieder in seinen Bus gestiegen ist oder sonst irgendwo hin ist können wir nicht sagen.

 

Vom Parkplatz aus geht der Trail zunächst etwas steil nach oben, schwenkt nach links und trifft dort auf die Bahnlinie, die bis auf wenige Fahrten pro Woche dahinsiecht. Plötzlich sehen wir den Seltsamen wieder hinter uns aber sogleich ist er auch wieder verschwunden. Ich gehe ein Stück zurück um einen Blick von oben auf den Parkplatz zu machen, da erkennen wir ihn wieder in der Ferne die Bahnlinie entlanglaufend. Er hat einen ziemlich schnellen Schritt am Leib.

 

 ANKLICKEN zum vergrößern

Wir führen unseren Hike fort: Der Weg ist weitgehend gut mit Steinmännchen (Cairns) markiert, lediglich einzelne Passagen sind nicht eindeutig und lassen uns schon mal kurz rätseln. Nach ca. 30 Minuten erreichen wir ein erstes Metallseil, an dem man sich beim Überqueren einer steilen Passage über eine Länge von gut 10 Metern gut festhalten kann. Wenige Meter weiter ragt in der Ferne der riesige Arch auf und lässt seine gigantischen Ausmaße erahnen. Etwa 100 Meter davor sieht man im Felsen ein kreisrundes Loch. Beides macht neugierig und unseren Schritt schneller.

 

 

Weitere wenige Minuten entfernt taucht ein weiteres Stahlseil auf und ermöglicht uns den steilen Aufstieg an der Felswand um ca. 10 Meter. Im Stein eingelassene Tritte erleichtern den Aufstieg. Anders gesehen: Ohne diese Tritte könnten wir jetzt hier umdrehen. Und nur wenige Meter weiter gibt es eine kleine Leiter, über die wir einen weiteren Felsversatz erklimmen. Auf diesem Plateau angekommen hält uns nichts mehr. Den immer größer werdenden Arch im Visier bleiben wir zunächst beim Bowe Tie Arch stehen. 

ANKLICKEN zum Vergrößern

Tatsächlich ist über dem Plateau ein kreisrundes Loch, dessen Ausmaße wir nur erahnen können. Unten sieht man hängende Gärten. Ein faszinierendes Bild.

Corona-Arch aus der Froschperspektive

ANKLICKEN um zu den Impressionen zu gelangen

Und nach weiteren 2 Minuten sind wir auch schon unter dem Arch, der mit einer Spannweite von über 42,7 Meter und einer lichten Höhe von 32,0 Metern imposant über uns thront.

Hinsichtlich der Einsamkeit ist es heute nicht weit her: Knapp ein Dutzend Hiker sind wir auf dem Hinweg bzw. hier unter dem Arch begegnet. Fasziniert hat mich dabei ein Ehepaar, das seine zwei Kinder in Tragegestellen bis hier her geschleppt hat. Wir hätten Bedenken, evtl. auszurutschen oder zu stolpern.

Nach einem ausgiebigen Shooting aus allen möglichen Perspektiven und Relaxen im Schatten des Arches verlassen wir diesen Ort der Faszination und Überraschung und gehen den Weg zurück. Dabei stellen wir fest, dass die in der Homepage angegebenen Entfernungen (1,5-Meilen-Roundtrip) falsch beschrieben oder von uns falsch interpretiert wurde. Vermutlich ist der Weg 2 x 1,5 Meilen, also ein 3-Meilen-Roundtrip.

Unterwegs begegnet uns auf dem Boden in den Himmel schauend "der Seltsame", der den Weg hierher offensichtlich ohne Wasser angetreten ist. Aber es scheint ihm ausgesprochen gut zu gehen und er benötigt keine Hilfe.

Nach knapp 3 Stunden Gesamttrip erreichen wir wieder den Ausgangspunkt und endlich freue ich mich riesig auf meine Flasche Ruby Red!

 

 

Auf dem Rückweg machen wir einen "kleinen" Zwischenstopp beim Arches National Park. Einer der schönsten Campgrounds der USA soll der dortige Devil`s Garden Campground sein. Reservierungen sind monatelang im voraus notwendig bzw. beim "First come - first served" bilden sich jeden Tag lange Schlangen. Wir möchten uns einen Eindruck von diesem Campground machen und drehen eine Runde über ihn, die uns jedoch ernüchtert. In der Tat ist es ein sehr schöner Campground, wobei uns die Reservierungs-Sites noch erheblich besser gefallen. Dennoch haben wir schon Campgrounds gesehen (z.B.Valley of Fire), die diesem in keinster Weise nachstehen.

 

 

Wir fahren weiter nach Moab und kaufen im City-Market wieder Steaks und Obst für heute. Anschließend zeige ich Anita den bereits erwähnten Jeep, den sie ja noch nicht gesehen hatte. Mit dem Proviant im Auto fahren wir zurück zum Campground, um bei den gerade erstandenen Lebensmittel die Kalorien freizusetzen.

 

 ANKLICKEN zum Vergrößern

Und weil wir früh fertig sind fahren wir nochmals nach Moab und cruisen zweimal die Stadt rauf und runter um uns die zig verrückten Jeeps anzusehen. Ein umgebauter Hummer hat es mir besonders angetan...

 

 

Danach geht es zurück zum Campground, wobei wir auf der Rückfahrt einige Jeeps sehen, die erst mal vom "Sandln" ziemlich verschmutzt einer gründlichen Reinigung bedürfen.

Der Campground ist nach wie vor proppevoll. Wir legen uns recht bald zum Schlafen ins Zelt an den Fluss. 

Und bald schon wird uns der rosarote Panther wieder aufschrecken, damit wir das Zelt abbauen können. Na denn, gute Nacht !

Freitag

14. April 2006

Big Bend Campground  - Zion N.P / Watchman Campground

Mein rosaroter Panther streikt! Einmal hat er sich gemeldet, dann habe ich ihm gesagt "Snooze" und dann war er stille! Jetzt weckt mich stattdessen Anita und recht bald beginnen wir mit dem Abbau des Zeltes, noch vor Sonnenaufgang. 

Um 7:40 ist alles verstaut und wir gewaschen und somit besteigen wir unser Gefährt in Richtung Zion N.P, wo wir für die nächsten zwei Tage eine Reservierung auf dem Campground haben. Die Fahrt vergeht (für mich) unheimlich schnell, was daran liegt, dass Anita fährt und ich döse. 

Unterwegs kommen wir mal wieder an der Büffel-Ranch vorbei. Auch sie scheinen sich auf den Weg nach Hause zu begeben...

Gegen 14:00Uhr erreichen wir den Zion, der sich dick bewölkt zeigt. Missmutig fahren wir das Visitor Center an um uns nach dem Wetter für heute und morgen zu erkundigen:

Bewölkt, Temperatur in den 70igern, 50%ige Wahrscheinlichkeit von Regen

Und morgen soll es sein:  cloudy, low 70s, windy

Beim Ranger erkundigen wir uns nach der East-Rim-Trail, den wir morgen gerne angehen möchten. Er rät ab, weil es aufgrund des Regens ziemlich "muddy" ist. Wir setzen uns in das Auto und denken: Wir beschließen unsere Reservierung und das Geld fallen zu lassen und weiter ins Valley of Fire zu fahren. Vorsichtshalber ruft Anita jedoch dort an um für heute eine Reservierung vorzunehmen.

Unser Vaude mit Vorzelt soll uns ein wenig vor dem anstehenden Regen schützen

Die Antwort ist niederschmetternd: Keine Reservierung möglich, außerdem ist der Campground voll und auch für morgen erwartet man einen ausgelasteten Campground. Offensichtlich haben Amerikaner an Ostern nichts anderes zu tun, den Touristen die Sites wegzuschnappen.

Wir sind froh, für heute und morgen hier und jetzt eine Reservierung zu haben. Und das ist reiner Zufall: Anita hatte bei der Vorplanung keine Vorstellung, wann wir heute hier eintreffen werden und hatte nur deshalb reserviert. Ohne diese Eingebung hätten wir heute wahrscheinlich keine Unterkunft.

Wir beziehen unsere Site auf dem Watchman-Campground Loop B und sind ziemlich enttäuscht. Wir sind das einzige Zelt in einem Meer von Wohnmobilen und die Sites sind eher nah beieinander. Wir bauen unser großes "Opera" auf und beschließen, morgen evtl. doch unsere Hiking-Tour in Angriff zu nehmen. 

 

ANKLICKEN: Unsere Bunnys grinsen unbeeindruckt hinter der Autoscheibe

Hierfür fahren wir nochmals zum Visitor-Center und erkundigen uns über das Hiking-Profil. Acht Meilen und ca.300 Höhenmeter, das müsste doch zu schaffen sein.

Anita erkundigt sich nochmals, diesmal jedoch bei einem anderen Ranger, und der sieht die Tour nicht problematisch, verweist uns jedoch auf den Fachmann für Backcountry. Dieser sieht überhaupt kein Problem und bestätigt uns nur, dass es eben "muddy" sein wird.

Irgendwie stinkt uns die ganze Situation, weil wir nun nicht wissen, was denn eigentlich Sache ist. Nur unsere Bunnys grinsen nach wie vor.

Per Telefon bestellen wir trotzdem für neun Uhr morgen früh einen Shuttle, der uns an der Fahnenstange vom Visitor-Center zum Trailhead fahren will. Mit $20 / Person sind wir dabei. Wir fahren aus dem Zion heraus nach Springdale und kaufen für heute Abend noch ein paar Lebensmittel ein, die wir sogleich nach der Rückkehr im Vorzelt essen.

Seit geraumer Zeit regnet und windet es und wir hoffen beide, dass es bis morgen besser wird. Mein letzter Gang zum nahegelegenen Restroom wird zum Desaster: Der kurze Weg bis dorthin beschert mit ein Ausrutschen sowie pitschnasse Schuhe und Strümpfe. Und weil es so bestialisch regnet sind auch noch Flies und Jogginghose in nasse Mitleidenschaft gezogen. Also dann, gute Nacht.

 

Samstag

15. April 2006

Zion N.P / Watchman Campground
 

 

Wir erwachen mit Pink Panther und das Wetter ist nicht besser. Unser Außenzelt ist klitschnass, die Wassertropfen darauf springen hoch in die Luft, als wir es versuchen zu trocknen.

Der Weg zu den Toiletten ist immer noch eine Rutschbahn und um 8:00Uhr beschließen wir, den georderten Shuttle zu canceln, auch wenn wir die Gebühr zahlen müssen. Wir fahren bis zum Check-Inn-Schalter und Anita telefoniert mit dem Service, für den das Canceln kein Problem darstellt und auch nicht mit Kosten verbunden ist. 

Der Regen wird zwar allmählich weniger aber wir sind von unserer Entscheidung, auch wenn sie schmerzt, überzeugt.

 

Statt zu Fuß den East-Rim-Trail geht es per Auto zum Golden-Hill nach Mount Carmel. Im Auto trocknen wir im Luftzug der Heizung unsere pitschnassen Klamotten.

 ANKLICKEN zum Vergrößern

 Was wir da wohl wollen? Der kundige Leser unserer Reisetagebücher weiß, dass es dort die "World-famous-Scones" gibt, für die wir schon einige Male Umwege in Kauf genommen haben. Und so fahren wir auch heute rund 30 Meilen durch den Zion N.P. um endlich einmal richtig amerikanisch zu frühstücken.

Für Anita gibt es ein Spanish-Omelette mit Scone und für mich Corned-Beef-Egg, selbstverständlich auch mit Scone. Im Gegensatz zu früher haben wir es uns heute angewöhnt, Essen auch mal nicht zu Ende zu essen, insbesondere wo es doch heute die Scones gibt. Honey-Butter ist natürlich obligatorisch.

Gut genährt hören wir in der gegenüberliegenden Tanke vom Telefon aus unseren Anrufbeantworter Zuhause ab und tätigen noch einige kurze Telefonate mit der alten Welt.

 

 

Nach Breakfast und Business geht es zurück zum Campground, wo wir unser Zelt ein wenig vom Wasser befreien, so dass es hoffentlich schneller trocknen kann. Allmählich reißt der Himmel etwas auf und lässt etwas Blau erkennen. Wir nehmen uns vor, den Nachmittag damit zu verbringen, mit dem Shuttle durch den Park zu fahren und evtl. im General Store einen Kaffee zu trinken. 

Hierfür fahren wir mit dem Wagen zum Visitor Center und damit macht sich das erste Problem breit: Der Parkplatz ist so überfüllt, dass wir tatsächlich eine gute halbe Stunde über das Gebiet cruisen um endlich eine Lücke zu finden. Im Visitor Center überzeugen wir uns noch kurz über die aktuelle Wettervorhersage, doch die hält sich sklavisch an die gestrige. Keine wesentliche Besserung in Sicht!

ANKLICKEN zum Vergrößern 

Wir steigen in den Shuttle Richtung Temple of Sinawa, wo der Riverwalk beginnt, den wir vor einigen Jahren bereits mehrmals bis hinein ins Wasser gemacht haben. Der Weg führt am Fluss vorbei und endet dort, wo man mit der eigentlichen Flusswanderung beginnt.

Doch um diese Jahreszeit ist ein Walk durch den Fluss indiskutabel, zumal die Narrows, jene traumhaft schöne Verengung der Felswände,  lt. Aushang im Visitor Center sowieso geschlossen ist. Nebenher sei bemerkt, dass der vor einigen Jahren eingeführte Shuttle-Service neben all den Vorteilen auch gewisse Nachteile hat. In den ersten Jahren unserer Besuche, als es den Shuttle-Service noch nicht gab, konnte man mit dem eignen Wagen bis hier hin fahren, soweit man im Laufe des Tages überhaupt einen Parkplatz fand. Nach der "erfrischenden" Wanderung durch den eiskalten Fluss war es angenehm, sich im W