Dies ist bestimmt die richtige Seite !  Wir haben aber viele viele Bilder darauf und deshalb kann der Seitenaufbau etwas dauern. Daher bitte etwas Geduld. Und wenn diese Zeilen zu Ende gelesen sind, dann ist die Seite bestimmt schon fertig und zeigt sich in ihrer ganzen Pracht ! Und dann noch ein letzter Hinweis: Bilder mit einem weißen Rahmen unbedingt anklicken, denn hier verbergen sich oft Interessante Dinge !  Danke !!!

Juli 2006

Köln - Frankfurt - 
LAS VEGAS - ZION N.P. -  CALF CREEK - NATURAL BRIDGE MONUMENT - FRUITA - COLORADO N.M. - MOAB - ARCHES N.P. - ZION N.P. -  SNOW CANYON - VALLEY OF FIRE - DEATH VALLEY -  RED CANYON - LAS VEGAS -
 
Frankfurt - Köln

01.07.2006 - Köln

 

 

Es ist (schon) wieder Reisezeit! Doch diesmal beginnt unsere Geschichte nicht mit der Abreise sondern schon einen Tag zuvor, und das hat seinen guten Grund: Nach getaner Arbeit fahren Anita und ich zum Köln-Bonner-Flughafen um den Vorabend-Check-In zu nutzen. Wieder fliegen wir mit Condor, obwohl wir bei unserer letzten Reise in die USA vor knapp vier Monaten sehr enttäuscht waren. Die Reaktion der Fluggesellschaft auf unsere damalige Reklamation war dann noch die Krönung, so dass wir uns geschworen haben, zukünftig wieder unsere alten Airlines zu nutzen. Doch leider hatten wir diese Reise bereits vor dem letzten Urlaub gebucht und eine Umbuchung war aufgrund der Kürze der Zeit nicht mehr möglich.
Wir erreichen den Schalter mit zwei (!) Gepäckstücken. Das ist kein Schreibfehler. Da wir mittlerweile viel in unserem Storage in Vegas gelagert haben und wir beim letzten Flug auch sehr viele Sachen, die wir diesmal wieder brauchen werden, erst gar nicht nach Deutschland gebracht hatten, haben wir diesmal nur zwei Taschen und die sind auch nur gut halb gefüllt. Wir stellen die zwei "leeren Säcke" auf die Waage beim Check In, die 31kg zeigt. Wohlgemerkt beide Taschen zusammen. In dieser Gewichtsklasse war früher zu unserer besten Zeit eine Tasche allein und davon hatten wir vier (!)  dabei.

Köln-Bonner Flughafen 

Der Service am Lufthansa-Schalter ist ausgesprochen nett und zuvorkommend, allerdings ist die Ausdrucksweise der Mitarbeiterin m.M. nach doch etwas umgangssprachlich. Als sie bezüglich einiger Sicherheitsvorkehrungen dann unerwartet "...das machen die Amis nicht, die haben viel zu viel Schiss" äußert, zucken wir doch zusammen und schauen ein wenig erstaunt. Aber freundlich ist sie trotzdem!
Und während wir noch schwätzen klingelt unerwartet erst mein, dann Anitas Handy. Am anderen Ende ist Marco, den wir über unsere Homepage per Mail kennen gelernt haben und der ebenfalls ein begeisterter USA-Fan ist. Er wünscht uns netter weise einen guten Flug. Da Marco übernächste Woche ebenfalls in unserer Gegend sein wird, haben wir die Telefonnummern ausgetauscht und hoffen nun, dass wir kurzfristig ein Date vor Ort ausmachen können.

Wir fahren zurück, gehen noch einmal kurz nichtamerikanisch essen und verziehen uns ziemlich schnell in die Betten, denn morgen werden unsere Wecker unsere 28.Tour einläuten, die "Domain-Tour".

 

 

 02.07.2006 - Köln - Frankfurt - Las Vegas  

Anita und die aufgehende Sonne

Es kommt wie es kommen muss: Ab 3 Uhr klingeln nach nur 5 Stunden Schlaf im Abstand von etwa 5 Minuten alle Wecker, die es in unserem Haushalt gibt, damit wir auf keinen Fall das Erwachen verschlafen.

Unsere Anziehsachen und unser "Am Mann-Gepäck" sind bereits vorbereitet, so dass wir nach der morgendlichen Wäsche ziemlich schnell gespornt dastehen. Letzte Aktivitäten (alle Wecker ausstellen, Rufumleitungen aktivieren usw.) werden noch getätigt und schon fahren wir zum Flughafen.

Dass man vor 6 Uhr am Kölner Flughafen noch nicht frühstücken kann, wissen wir bereits aus dem letzten Jahr und so gehen wir zügig in den Sicherheitsbereich im sog. "Starwalk", wo es wenigstens noch ein Croissant gibt. Allmählich geht die Sonne über uns und den Flughafen auf und wir harren der Dinge, die da kommen.

Pünktlich starten wir um bereits nach kürzester Zeit wieder in Frankfurt zu landen. 

 

 Light and Sound beim Durchfahren des Tunnels unter dem Terminal

Mittlerweile kennen wir uns hier aus und finden trotz der wahnsinnigen Größe des Frankfurter Flughafens sehr schnell unser Gate, wobei es wieder durch den beeindruckenden Tunnel unterhalb des Terminals geht.

 Verspätetes Frühstück

Im Goethe-Restaurant hole ich mein Frühstück nach und recht bald suchen wir unseren Sicherheitsbereich auf. Erstaunlich ist nur, dass er bereits offen ist und ohne weitere Kontrolle betreten werden darf, was wir auch machen. Um die Wartezeit zu überbrücken schmeißen wir die Laptops an, doch zu unserer Überraschung können wir uns nicht in den Hot-Spot einloggen. Unser Erstaunen, die Sicherheitszone ohne weitere Kontrolle betreten zu dürfen, findet nach kurzer Zeit seine Erklärung, als alle Gäste aufgefordert werden, diesen Bereich wieder zu verlassen, damit die Kontrolle durchgeführt werden kann. Kurz danach beginnt auch schon das Boarding und mit etwa 15 Minuten Verspätung, begründet durch Fluggäste, auf die noch gewartet werden muss, starten wir zu unserem elfstündigen Flug.

Verspätetes Frühstück

 

Unsere reservierten Plätze am Fenster sind hervorragend, doch sind wir vorne, links und hinter uns eingekesselt von Kindern. Nicht dass wir etwas gegen Kinder haben, ganz im Gegenteil! Doch auf langen Flügen erweisen sich solche Plätze mitunter als "suboptimal", wenn es den Kleinen verständlicherweise nach 5-10 Minuten Flug bereits langweilig wird.
Die Kinder links von uns erweisen sich als unproblematisch. Auch das kleine Mädchen vor mir in der Reihe ist weder zu sehen noch zu hören. Mehrmals während des Flugs schaue ich nach vorne um mich zu überzeugen, ob es überhaupt noch neben seinem Vater sitzt. 
Anders hingegen die Reihe mit den Stepp-Tänzern hinter uns. Was immer die beiden Jungs wohl da treiben: Es versetzt permanent Tritte in unsere Rückenlehnen, dass mir fast der Kaffee aus der Hand fällt. Gelegentlich ist hinter uns Ruhe: Dann schlafen sie oder sie sind auf der Toilette. Andererseits muss ich fairerweise gestehen, dass ich mich in dem Alter auf so einem langen Flug kaum anders verhalten hätte. 
Der Flug vergeht unter dem MPEG-Player wie im Flug, zumal ich -im Gegensatz zu meiner Nachbarin- im Flugzeug stets gut schlafen kann. 

 

Umstellen der Uhr um 9 Stunden auf "Urlaub"

Irgendwann einmal kommt der Moment, die Uhr um 9 Stunden zurückzudrehen und schon schwebt man (geistig) in der Urlaubswelt.

Blick auf "Urlaub"

 Die Condor-Maschine vor dem Terminal in Las Vegas

Der Pilot scheint offensichtlich eine Abkürzung zu kennen, denn der durch die Verspätung verursachte 15minütige Rückstand wird sukzessiv aufgeholt, so dass wir letztlich sogar einige Minuten vor der geplanten Zeit wieder den Boden unter den Füßen gewinnen. Die Immigration hingegen zieht sich heute; nach gut 30 Minuten Warten in der Schlange  werden von uns die Fingerabdrücke genommen und Fotos gemacht. Das Gepäck jedoch ist sehr zügig da, wobei sich am Gepäckband wieder eine Unart abzeichnet, die ich regelmäßig beobachte: Alle Wartenden stehen so dicht am Gepäckband, dass man einerseits kaum an das Band heran kommt und andererseits -wenn man eine Lücke gefunden hat- das Gepäck nur vom Band ziehen kann, in dem man auf die Nachbarn keine Rücksicht nimmt und ihnen den Samsonite oder Hedgren gegen Bein oder gar in den Unterleib rammt. Ich entschuldige mich aber stets bei den nach Luft schnappenden Wartenden mit einem freundlichen "Oups, sorry!"

 

Anita im Shuttle zum Autovermieter 

Mit unseren beiden schlaffen Taschen gehen  wir durch den Zoll nach draußen und unter dem Hitzeschwall von etwa 40Grad bei nur leicht bedecktem Himmel zum Shuttle von Alamo, der uns diesmal schnell abholt und fast leer ist. Nach kurzer Zeit erreichen wir den Verleiher. Diesmal muss ich mich nicht vor die Menge der zum Schalter strömenden Touristen werfen. Während Anita in die Schalterhalle geht, laufe ich  zur Choice-Line, wobei die SUV-Line mal wieder geplündert ist.

 

 Anita smst und passt auf das Gepäck auf

Nach 10 Minuten klingelt mich Anita per Handy an, dass sie gleich dran ist und ich muss schließlich mit unterschreiben. Also rolle ich meine beiden Taschen wieder in die Halle, unterschreibe brav und rolle anschließend wieder zu Choice-Line, die mir immer noch die Choice verwehrt.
Nach einigen Minuten rollt in einem Towncar ein Mitarbeiter des Verleihers an und teilt mir und den mittlerweile nach uns Wartenden mit, dass in etwa 10 Minuten zwei Trail-Blazer fertig sind. Und tatsächlich erkennen wir nach einigen Minuten einen schwarzen Chevrolet, in den wir schnell unser "riesiges" Gepäck verstauen. Mit 263 Meilen auf dem Tacho verlassen wir Alamo in Richtung Storage, wobei wir noch einen kurzen Abstecher zum Mc.Donald`s machen um wegen der Hitze wenigstens Getränke mitzunehmen. Dabei erstehe ich meinen geliebten Fruit-and-Walnut-Salad, bei dem allerdings die Walnüsse ausgegangen sind. Unser Vorhaben draußen zu sitzen scheitert daran, dass die Bänke in der Sonne stehen und unsere Gesäße keine Teflon-Schicht haben ;-)  

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Im Storage überprüfen wir zunächst, ob sich zwischenzeitlich jemand an unseren Sachen "vergangen" hat, was wir zum Glück nicht bestätigen müssen und gehen sogleich unserer typischen Arbeit nach: Wagen einrichten, voll packen und mit unserem neuen Dachsack aufbauen. 
Dabei entwickeln wir eine neue Packtechnik. Wir hatten den Dachsack am Ende unserer letzten Tour genauso bestückt, wie wir ihn diesmal benötigen. Bereits vollbepackt hieven wir den Sack aufs Dach und siehe da: es passt wesentlich mehr rein und das Verzurren ist deutlich einfacher. Jetzt hoffen wir nur, dass wir den Sack nach der ersten Übernachtung  wieder so befüllen können, dass auch alles reinpasst.

 

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Gut gefüllt aber nicht vollgestopft verlassen wir nach knapp zwei Stunden den Storage, um nach wenigen Minuten unser altbekanntes Best-Western-Mc-Carron Inn zu betreten. Nach dem wir auch hier alles verstaut und den Rest umgeräumt haben, machen wir uns mal eben auf den Weg zu Mc.Donald`s auf den Strip, was sich zieht: Der Strip ist voll und wir bewegen uns nur sehr langsam von der Stelle. Der Mc. Donald`s in der Höhe von Circus Circus ist wieder brechend voll, so dass sich unser geplantes "mal schnell zum Mc.Donald`s" zu einem Abendprogramm entwickelt. Doch irgendwann einmal sind wir fertig und satt und fahren zurück zum Motel, um ziemlich schnell einzudösen. Denn wir müssen doch fit sein, für unser bestes Frühstück der Welt, unser Stoppelwilli und alles, was da in den nächsten drei Wochen noch auf uns zukommen wird. Also dann, bis morgen !

 

03.07.2006 - LAS VEGAS - ZION N.P.

 

 

ANKLICKEN um zum "besten Frühstück der Welt" zu gelangen 

Gegen 5 Uhr erwachen wir noch vor unseren Handys und sehr  schnell gehen wir den üblichen Dingen nach: Morgentoilette und Schlafsachen usw. in den Taschen verstauen. Und genauso schnell geht es runter zum besten Frühstück der Welt. Mein Grapefruitsaft ist immer noch dem rötlichen undefinierbaren Getränk gewichen und so bleibt mir nur die Alternative: Orangensaft. Und die Bagels, die wir stets mit Frischkäse und Erdnussbutter krönen, sind diesmal ausgesprochen klein. Ich möchte sogar sagen: Winzig ! Da bleibt nur eins übrig: Wir müssen jeweils zwei essen "um bagelmäßig nicht einen fetten Turkey schieben zu müssen..."

 

 

Anita vor dem vollbepacktem Auto 

Auf dem Zimmer verschicke ich beruflich noch kurz via kostenlosem Hotspot zwei Mails und anschließend verstauen wir unser Gepäck im Auto. Während ich noch ein paar Außenaufnahmen mache checkt Anita aus, wobei sie an der Rezeption darum bittet, Marco -wenn er am 13. hier eincheckt- als Überraschung und Begrüßung eine kleine Nachricht zukommen zu lassen. Sind mal gespannt, ob das alles so funktioniert. Der Himmel über Vegas ist leicht bewölkt und dennoch ist es trotz der frühen Zeit schon recht mollig.

Wir düsen nochmals kurz zum Storage, schmeißen die unnötigen Dinge hinein und holen die letzten benötigten Utensilien raus. Nach nur einer viertel Stunde verlassen wir das Terrain Richtung Strip, wobei wir einen kurzen Abstecher zum Alexis-Resort machen. Hier werden wir am Ende unseres Urlaubs drei Tage alternativ zu unserem bisherigen New Frontier nächtigen. Nachdem wir uns sukzessiv über den Zustand und die Vorgehensweise des Hotels geärgert hatten, haben wir in langer Recherche eine stilvolle Alternative gesucht. Es soll eine Suite sein, die über zwei Etagen geht. Von außen macht das Resort einen guten Eindruck, wie es von innen sein wird, erfahren wir in drei Wochen und werden berichten.

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Dennoch fahren wir am New Frontier kurz vorbei. Nicht nur, um ihm die berühmten "langen Nasen" zu machen sondern um den Bau der Trump-Tower weiter zu beobachten. Vor vier Monaten entstand die erste Aufnahme von uns. Mittlerweile ist der Tower um gut vier Etagen gewachsen und hat bereits an einigen Stellen die Fassade.

 

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Unser Weg führt uns wieder einmal in Richtung Zion. Unterwegs halten wir kurz an der Tankstelle an, nicht um den Wagen zu betanken, sondern vielmehr uns mit reichlich "Diet-Coke" . 

 

Die Kunst ist es, alles ordentlich und auffindbar einzusortieren 

Unser weiterer Weg führt uns -fast schon traditionsgemäß- nach St. George zum Walmart. Auf unserer Einkaufsliste stehen: Eis für die verschiedenen Kühlboxen, Getränke und eine neue Kopfleuchte. Anita hat bei ihrer alten Kopfleuchte das Band zerrissen. Ein Schelm ist, wer Böses denkt und unterstellt, dass das am Dickkopf liegen könnte. 
Während Anita davon überzeugt ist, dass es die Lampe "schon noch tut", entscheide ich für sie, dass eine neue sinnvoll ist. Zumal es da eine gibt, auf die ich schon im letzten Urlaub ein Auge geworfen habe.
In der Handwerkerabteilung lassen wir sogleich einen zusätzlichen Ersatzschlüssel für unseren Wagen machen. Seit der bösen Erfahrung im letzten Jahr, wo wir einen Schlüssel verloren haben, sind wir vorsichtig und vor allem vorausschauend geworden. Der Schlüssel kostet tatsächlich das Vermögen von $1,03 incl. Tax. Zu diesem Preis hätte man bei uns den Schlüssel noch nicht einmal angesehen.

 

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Mit neuer Power setzen wir unsere Fahrt fort und gelangen gegen 14Uhr zum Zion N.P. Die Motels in Springdale, das direkt vor dem Südeingang liegt, haben teilweise "Sorry" und "No Vacancy" geflaggt. Das verheißt uns "Viel los!" und gleichzeitig lässt es vermuten, dass auch die Campgrounds evtl. "no Site for Küssling" bzw. "No Site für uns" haben werden. Am Eingang des Zion sehen wir dann auch, dass der Watchman-Campground bereits voll ist, aber der "South-Campground" soll noch freie Plätze haben. Was wir nicht bedacht hatten: Morgen ist der 4.Juli und damit Feiertag in den USA. Offensichtlich strömen die Amerikaner mal wieder aus, um uns und den anderen Touristen die freien Plätze wegzunehmen.
Recht schnell drehen wir unsere typische Runde über den Campground, wobei die außenliegenden und attraktiveren Sites bereits alle weg sind. Mit der "Site 4" finden wir den letzten außenliegenden Platz, wobei wir für diese exponierte Lage den Radau in Kauf nehmen müssen, den die an uns vorbeifahrenden Wagen produzieren. Denn leider liegt die 4 direkt an der Straße, die durch den Park führt. Oder wie ich sage: "Wie am Kamener Kreuz..."

 

Während Anita an der Self-Registration den Geldfluss startet, packe ich unser großes Zelt aus und beginne mit dem Entwurschteln der Strippen usw. Wir wollen zwei oder gar drei Tage hier bleiben und so vollzieht sich der Aufbau akribisch. Die genaue Länge unseres Aufenthaltes hängt von dem ab, was wir hier machen werden und das wiederum vom Wetter.
Und deshalb starten wir zwecks Wettervorhersage in Richtung Visitor-Center. Doch die Angaben sind wieder mal sehr lasch: Teilweise bewölkt, "slighty chance of rain", so ca. 30% oder 40%. Ich bin nur froh, dass nicht wieder die Angabe "50%ige Chance auf Regen" vermerkt ist. Denn ich frage mich bei dieser Wetterprognose stets, was sie mir eigentlich sagen will: Regen? Kann sein, kann aber auch nicht sein, oder???

 

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Doch diesmal suggeriert uns die Prognose ja doch, dass es eher NICHT regnen wird und dementsprechend planen wir weiter. Wir verlassen den Park um uns in Springdale nach Fahrrädern für morgen zu erkundigen. Am Straßenrand erkennen wir die Vorbereitungen zum morgigen 4th July.

Nachdem wir Zuhause seit rund einem Jahr dem gemeinen "Virus Bycycle" erlegen sind, wollen wir diesem Trieb auch einmal hier nachgehen. Anitas Internet-Recherche hatte ergeben, dass es hier in Springdale mehrere Verleiher von Fahrrädern gibt.

Wir stoppen beim ersten und erhalten sofort ein Offering: $20 für den halben Tag, $30 für den ganzen Tag pro Rad. Wir beschließen, morgen um 9Uhr die Räder zu übernehmen.

 

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Nach einem weiteren kurzen Stopp beim "Happy Camper" in Springdale, der plötzlich "Sol-Food" heißt, fahren wir zurück zum Campground und beginnen mit unserem ersten BBQ: Steak, Tomaten  und Erdbeeren. Das erste Steak verunglückt jedoch. Nachdem wir seit einiger Zeit die Nase von den Riesen-Steaks der Amerikaner voll haben, kaufen wir in letzter Zeit kleinere, die wir immer "Europe-Style" bezeichnen. Leider sind die European-Steaks oft kleiner als die "American Roste" der Grille. Und so passiert es, dass das erste Steak beim Umdrehen durch das Rost fällt und es somit  halbseitig gegrillt in einer Marinade aus Asche und Schmutz in der Abfalltüte landet.

Trotz dieses Zwischenfalls ist das Grillen ebenso stilvoll wie schmackhaft. Und bald geht es in das Zelt. So long, bis dann !

 

04.07.2006 - ZION N.P.

 

Wir lassen uns wieder sehr früh, etwa gegen 4 Uhr wecken. Da wir aus familiären Gründen stets um diese Uhrzeit in Deutschland anrufen müssen, beginnen die Tage sehr früh. Richtiges Weiterschlafen geht nicht mehr und so beginnen wir bereits um 6 Uhr mit der üblichen Morgenhygiene. Diesbezüglich ist der Zion National Park kein Vorzeigepark: Die Restrooms auf den Campgrounds sind spartanisch: Keine Duschen, keine Möglichkeit die Hände zu trocknen und sogar am Waschbecken gibt es kaum eine Möglichkeit, die Hygieneartikel irgendwo abzustellen.

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Um 7:30 gehen wir langsam los und werfen einen ebenso kurzen wie erstaunten Blick auf unsere Nachbar-Site, die eine originelle Zeltbehausung aufweist. Wir gehen nach diesem Schrecken mit Kopfschütteln weiter in Richtung Fahrradverleiher, wobei sich die hervorragende Lage des Southcampgrounds bewährt. Während man mit dem Auto einige Minuten benötigt, um nach Springdale zu fahren, kann man zu Fuß in wenigen Minuten vom Campground zu Fuß zum Visitor-Center gelangen und von dort durch den Nebeneingang  nach Springdale zu kommen. Unser ursprüngliches Vorhaben, mit dem kostenlosen Shuttle über die Springdale-Loop dort hin zu fahren ,haben wir sofort über den Haufen geworfen, als wir festgestellt haben, wie nah alles ist.

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In Springdale frühstücken wir beim "Sol-Food", dem ehemaligen Happy Camper. Was uns nicht bewusst war ist, dass es neben dem kleinen Einkaufsladen auch ein kleines Restaurant gibt. Wir entscheiden uns für einen Bagel mit Rührei, Käse und Schinken bzw. einen Cream-Bagel für Anita. Im Außenbereich, der einen herrlichen Blick auf die Zinnen des Zion erlaubt, genießen wir Bagel und Panorama und beschließen kollektiv, hier das erste aber nicht das letzte Mal zu sitzen.
Nach diesem Genuss schlendern wir weiter in Richtung Fahrradverleih, wobei die Zeit einfach nicht vergehen will.

 

ANKLICKEN: Hier geht es zur Sprachenvielfalt...

Im benachbarten Cafe` vertreiben wir uns die Warterei mit Latte` Macchiato und Espresso, letzterer sogar in einem Glas und nicht in Pappe serviert ! Am Eingang sehen wir zu unserem Schrecken, dass die Sprachenvielfalt auch hier nicht Halt gemacht hat und die Speisekarte multilingual in drei Sprachen zu Verfügung steht.

Ach ja, "Schrecken": Das Wetter lässt auch keine Freude bei uns aufkommen, es ist stark bewölkt und laienhaft stelle ich fest, dass es bestimmt bald regnet. Unsere Bedienung bestätigt, dass es heute Nachmittag bestimmt regnen wird. Aber genauer weiß sie es auch nicht...

 

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Wir bleiben dennoch bei unserem Entschluss, den Zion heute per Rad zu erforschen. Wir werden die Bikes für den ganzen Tag mieten und wenn es wirklich stark regnet, werden wir sie eben früher zurückgeben. Ab 8:50Uhr stehen wir vor dem Verleiher, doch der denkt offensichtlich nicht, pünktlich zu öffnen. Um 9:10Uhr gehen wir zurück zum Visitor-Center, um noch einmal die aktuelle Wettervorhersage zu erkunden, die sich jedoch unverändert zeigt: "Partly cloudy, lighty chance of rain.... "

Wir kehren um und sehen zu unserer Freude, dass der "Master of the Bikes" zumindest schon einmal die Veranda kehrt. Während wir uns im Laden umschauen, kehrt er leider immer noch seine Veranda. Endlich betritt auch er den Laden und lässt uns Pedalhungrigen doch noch zwei Räder ausleihen. Statt der 30$ pro Tag und Rad sollen wir jetzt nur noch 20$ zahlen, was wir wohlwollend zur Kenntnis nehmen.

 

 

Die Bikes sagen uns zu: 27Gang-Schaltung, gefederte Gabel und sehr leicht, weil aus Aluminium. Die andere Ausstattung hingegen würde den Mitarbeitern des ADFC die Haare zu Berge stehen lassen: Keine Beleuchtung, keine Schutzbleche, keine Klingel. Eben "Naked Bike".

Mit den Rädern unter den Gesäßen betreten wir wieder den Nationalpark, wobei folgende interessante Frage uns beschäftigt: Unser National Park Pass, ehemals "Golden Eagle", umfasst ja den Eintritt des Inhabers und der Mitreisenden im Auto. Nun aber sind wir zwei Biker. Muss nun einer von uns etwa Eintritt zahlen? Wir richten uns schon mal auf eine Diskussion mit dem Ranger ein, in der wir ihm unsere Situation schildern wollen.

Wider Erwarten ist das jedoch überhaupt kein Problem: Der Ranger lässt uns zwei mit einem Pass passieren. 

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Wir fahren in Richtung Campground, von wo aus der "Pa`rus", ein ausgewiesener Fahrrad- und Fußgängerweg abgeht. Dieser Weg, den wir noch nie befahren oder ergangen sind, ist einfach nur toll! Der gut ausgebaute Weg schlängelt sich am Virgin-River entlang und überquert auf seinem Weg mehrmals mit kleinen Brücken den selbigen. Der Weg endet -leider viel zu schnell- bereits an dem für den öffentlichen Verkehr zu dieser Jahreszeit gesperrten Scenic Drive.

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Der Scenic Drive wird während des Sommers nur von den Shuttles befahren oder aber bis zur Zion Lodge von registrierten Gästen des Hotels. Das hat den entscheidenden Vorteil, dass der Drive (fast) uns allein gehört. Die Strecke wechselt von "Sauss...." (unser Sprachgebrauch für Gefälle) zu "Ohwei!" (ebenso unser Sprachgebrauch für einen mehr oder weniger starken Anstieg)

Vorbei an "Court of Patriach" erreichen wir schon nach kurzer Zeit die "Zion-Lodge", wo Anita wieder in die Heimat telefonieren muss. Weiter geht es über "The Grotto", "Weeping Rock", "Big Bend" bis zu "Temple of Sinawava". Begleitet werden wir von einem kontinuierlichen Nieselregen, den wir zu ignorieren versuchen. Bei "Temple of Sinawava" geht der Nieselregen jedoch in Regen über, so dass wir uns hier für eine viertel Stunde unterstellen, um nicht ganz nass zu werden. Prinzipiell bietet sich uns die Gelegenheit, die Fahrräder vor den Bus zu spannen und mit dem Shuttle zurück zu fahren. Da wir aber keine "Warmduscher" und "Trockenfahrer" sind, bleibt es bei der Theorie.

 

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Allmählich lässt der Regen nach und wir schwingen uns wieder auf unsere "Böcke" und begeben uns auf den Rückweg. Der Regen weicht langsam der durchkommenen Sonne, so dass es sogar noch richtig schön und warm wird. Wir nutzen das Wetter für einige Fotos und Videos vom fahrenden Bike aus, was Anita aus Angst um ihre Videokamera ein wenig besorgt aussehen lässt.

In der Zion-Lodge nehmen wir als Stärkung "Pommes - rot/weiß" (Anita) und einen sportlich-aktiven und gesunden Obstsalat (ich!!!) zu uns. Es ist übrigens nach wie vor rappelvoll, offensichtlich ist der 4. Juli bei den Amerikanern traditionell nicht nur der Tag, uns die Campsites wegzunehmen, sondern auch die Tische in der Zion-Lodge. Hier sollte man ein ernstes Wort mit George W. Bush sprechen. 

Nur unter "unserem" Baum vor der Zion-Lodge ist es aufgrund der feuchten Wiese eher leer.

 

 

Ab Zion-Lodge und insbesondere ab "Court of Patriach" entpuppt sich die Strecke zurück Richtung Campground als ein einziger "Sausssss!". Der kontinuierliche Anstieg war uns auf der Hinfahrt gar nicht aufgefallen. Doch jetzt rollen die "Böcke" wie von selbst: Ein einmaliges Antreten zu Beginn der Strecke reicht aus, um uns bis zur Junction rollen zu lassen, lediglich manchmal durch ein kurzes Anbremsen unterbrochen. ("Bremsen macht nur die Felgen schmutzig!") 
Die Junction hingegen fordert zum Wohle der Fahrer wie des querenden Verkehrs ein starkes Abbremsen. Von hier aus fahren wir über den "Pa`rus" zurück zum Campground, um kurz zu rasten. Die Strecke Visitor Center - "Temple of Sinawava" - Campground ist etwa 25km lang. Nachdem wir ja seit letztem Jahr fahrradaktiv sind hauen wir gerne lockere Sprüche runter: "Unter 50km? Da sind bei uns ja noch nicht einmal die Lager warm !"

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Nach einer kurzen Rast für uns und die Bikes auf unserer Campsite schwingen wir uns wieder auf und fahren ein wenig über den Campground. Wer am Zelten Interesse hat ist hier gut aufgehoben: So viele verschiedene Zelte und Systeme sieht man noch nicht einmal bei sehr gut ausgestatteten Ausrüstern. Wir entdecken sogar am anderen Ende des Campgrounds unser eigenes Zelt, das "Vaude-Opera". Es scheint schon häufiger der Sonne ausgesetzt gewesen zu sein, denn im Vergleich zu unserem ist die Farbe schon recht verblichen.
Wir halten kurz am Visitor-Center an und Anita bestellt telefonisch einen Shuttle, der uns morgen zum Trailhead des East-Rim-Trails bringen soll. Wir hatten diese Wanderung bereits für unsere Frühjahrs-Tour vor vier Monaten geplant, den Shuttle damals auch schon geordert, ihn aber dann wegen des schlechten Wetters am selben Tag noch storniert. Diesmal wird jedoch sofort nach der Kreditkarte für die Reservierung gefragt und wir können die Zeit auch nicht selbst bestimmen. Stattdessen haben wir die Auswahl zwischen 6:30Uhr und 9:30Uhr. Wir entscheiden uns natürlich für die erste Tour.

 

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Wir verlassen den Nationalpark ein weiteres Mal und kurven den Berg runter durch Springdale. Gestern hatten wir bei der Durchfahrt einen kleinen Zoo gesehen: Auf einer Weide direkt neben der Mainstreet grasten Bisons, Elks und Pferde. Wir steuern diese Ansammlung amerikanischer Tiere an und sind recht erstaunt, dass für den Eintritt kein Geld verlangt wird. Stattdessen wird um eine Spende gebeten, die die Haltung der Tiere in Springdale auch in der Zukunft ermöglichen soll. Wir gehen der Bitte umgehend nach und Anita füttert die Tiere -sogar das Bison- aus der Hand. Erstaunlich ist, wie sie sagt, welche Kraft der Bison in seiner rauhen Zunge hat.

 

Nach diesem tierischen Erlebnis fahren wir noch ein Stück die Mainstreet hoch und runter und geben dann gegen 16 Uhr unsere beiden Räder zurück.

Wir gehen die paar hundert Meter zum Campground zurück und besteigen unseren Wagen, um kurz darauf in Springdale beim "Happy Camper" Grillgut für heute Abend zu erstehen. Wenige Zeit später liegt alles auf dem Grill. Nach einem genussvollen Essen bereiten wir unsere Backpacks für die morgige Hiking-Tour vor und verkriechen uns anschließend wieder in das Zelt, um den Abend ausklingen zu lassen. Also dann, bis morgen.

 

05.07.2006 - ZION N.P.  / East-Rim-Trail

 

Anita geht wieder gegen 4 Uhr zum Telefon um nach Hause zu telefonieren. Bei der Gelegenheit verlängert sie auch gleich unsere Campsite, die wir ursprünglich nur bis heute reserviert hatten, um einen weiteren Tag, in dem sie die $16 in einem Umschlag an der Registration deponiert.
Als Anita nach einer viertel Stunde zurückkommt, habe ich mich zwischenzeitlich gewaschen und die letzten Vorbereitungen für den Hike getroffen. Dabei habe ich mich kurzfristig entschlossen, heute auf meine große A2-Kamera zu verzichten und nur die kleine Casio mitzunehmen. Im Moment habe ich einfach noch nicht das richtige Taschenequipment gefunden: 
Auf kleineren Hikes nehme ich meinen neuen Lowepro-Rucksack, der seine Dienste optimal verrichtet. Auf längeren Wanderungen, wenn ein höherer Wasserverbrauch zu erwarten ist, benötige ich aber den Camelbak mit Trinkblase. Doch hier will die große Minolta einfach nicht so richtig reinpassen. Wir werden aber an dem Problem noch arbeiten, was auch Anita befürchtet ;-)

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In aller Herrgottsfrühe rollen wir langsam und so leise es geht vom Campground. Jetzt um 5:45Uhr ist noch alles dunkel und außer uns ist nichts zu hören. Wenige Minuten später verlassen wir wieder den Park um bei der Zion Adventure Company auf den Hof zu fahren. Wir vertreiben uns die Zeit damit, für Anita noch ein Telefon zu suchen, was nach einiger Zeit auch glückt.
Kurz vor 6:30Uhr rollt ein Kleinbus auf das Gelände und ein älterer Amerikaner begrüßt uns. Er teilt uns mit, dass außer uns noch eine größere Gruppe erwartet wird, auf die wir noch warten müssen. Die Zeit vergeht und außer uns dreien ist niemand zu sehen und zu hören. Unser Guide beginnt bereits eine Nachricht für seine Vorgesetzten zu hinterlassen, dass die erwartete Gruppe nicht erschienen ist. Wir besteigen das Fahrzeug und da endlich rollen zwei Fahrzeuge an, aus denen zunächst einige völlig verschlafen aussehende Teenies steigen. Gar langsam schlendern sie auf uns zu und mit einem verschlafenen "Hi" verkriechen sie sich auf die hinteren Bänke unseres Busses um alsbald wohl wieder einzunicken.

 

 

Doch dann kommen auch die Eltern der Schlaftrunkenen, agil, hellwach und sofort  mit einem freundlichen "Sorry" für die Verspätung auf den Lippen. Endlich fahren wir mit 15 Minuten Verspätung los und sofort entwickelt sich ein interessantes Gespräch zwischen den Eltern der Todmüden und uns. Als sie erfahren, dass wir Deutsche sind, bedauern sie sofort, dass unsere Mannschaft gestern in der WM gegen Italien verloren hat. Der Vater hat das Spiel gestern im Fernsehen verfolgt und tröstet uns damit, dass die Deutschen sehr gut gespielt haben, während die Italiener nur gebolzt hätten. Die Frage, ob wir auch das Spiel gesehen haben, verneine ich. Mir liegt der Joke auf den Lippen, dass wir ja Zelten und daher keinen Fernseher haben! Doch das lass ich lieber, da mir im selben Moment einfällt, dass sich Fernsehen und Zelten bei Amerikanern nicht ausschließt.

Der Clan berichtet, dass sie heute eine zweitägige Tour durch die Narrows starten werden, was auf unser großes Interesse stößt. Ausführlich fragen wir alles nach, was für uns wichtig sein könnte. Denn ohne miteinander zu sprechen sind Anita und ich uns einig, diese Tour vielleicht im nächsten Jahr anzugehen. Während sie erzählen und erzählen schlafen die Kids immer noch.

Erst als uns der Vater nach unseren Berufen fragt und ich berichte, dass ich u.a. Jugendliche unterrichte, ähnlich einem Lehrer, schnellt das Mädel hinter mir aus dem Tiefschlaf und fragt sofort nach, in welchen Fächern, wie alt die Kiddis sind und welches Schulsystem.... Offensichtlich war das Schlüsselwort "Unterricht" wie ein "Wake-Up-Call" für sie.

Nach einer halben Stunde der Fahrt und des Informationsaustausches werden wir am Trailhead des East-Rim-Trails in unmittelbarer Nähe des Osteingangs des Zion herausgeschmissen. Nach dem üblichen Smalltalk fährt der Bus weiter und wir beginnen unseren nun 10 Meilen langen Trail.

 

 

Laut Wegbeschreibung aus dem Internet geht der Trail zunächst tendenziell nach oben bis er aber ab der Hälfte nur noch bergab geht. Er wird als schwierig, anstrengend und steil beschrieben. Die ersten Meilen sind -ohne Übertreibung- nur ein netter Spaziergang: Der Weg ist eindeutig, gut ausgebaut und die Steigungen mäßig. Lediglich auf dem ersten Stück sind mehrere Sand-Passagen, auf die auch im Internet hingewiesen wird. Man empfiehlt diesen Teil im Sommer unbedingt vor Sonnenaufgang zu absolvieren, da er sonst ausgesprochen anstrengend ist. Unsere Sonne ist zwar schon aufgegangen, da es aber leicht bewölkt ist, hält sich die Anstrengung sogar für uns sehr in Maßen.

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Der Trail bietet einige spektakuläre Aussichten - oder wie die Amerikaner sagen: "breathtaken views..."

 

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Neben diesen atemberaubenden Blicken ins Tal gibt es eine Vielzahl weiterer ungewöhnlicher Entdeckungen zu machen. 

"Pusteblumen" in einer nie zuvor gesehenen Größe...

ANKLICKEN um sie zu entdecken Schmetterlinge, in einer noch nie zuvor gesehenen Menge...
ANKLICKEN zum Vergrößern sowie Mountain-Lions (Pumas). Zumindest wird davor gewarnt.

 

ANKLICKEN zum Vergrößern Und offensichtlich die Reste derjenigen, die den Mountain-Lion hier getroffen haben...
ANKLICKEN zum Vergrößern

Nach gut der Hälfte der Strecke, etwa bei 5,5Meilen, legen wir die erste Pause bei Stave Spring ein. Eigentlich nicht, weil wir müssen, sondern eher, weil "man es halt macht". Stave Spring ist nichts anderes (mehr), als ein einsames Rohr in der Landschaft, aus dem Wasser tröpfelt. Und würde hier kein Schild stehen, wir wären daran vorbei gelaufen. Ein anderes Schild erweckt ebenfalls unser Interesse: Ein Warnschild, dass es hier Mountain-Lions (Pumas) gibt und wie man sich verhalten soll, wenn er uns entdeckt hat. Wir gehen davon aus, sicherlich keinen zu sehen, verinnerlichen aber dennoch die Ratschläge.
Wir sind jedoch begeistert von dem Trail und unserer Kondition. Anita zieht sich während der kurzen Rast ein "Cliff" zur Stärkung rein, 

ich hingegen setze mich mit einem gestern erworbenen Trail-Mix auseinander: Lt. Inhaltsangaben sollen Rosinen, Nüsse und Joghurt-Stücke drin sein. Er schmeckt tatsächlich richtig gut, kann aber Anita kein Stück andrehen.

Nach etwa 10 Minuten führen wir unseren Trail fort. Der Hike entpuppt sich als offensichtlicher Geheimtipp. Nur ein einziger Wanderer kommt uns auf der ganzen Strecke entgegen, sonst sind wir -von der Tierwelt einmal abgesehen- absolut allein.

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Der Weg ist weiterhin gut ausgebaut und leicht zu erkennen, bis sich nach einer weiteren Meile alles, was ich bisher berichtet habe, ändert. Der Weg geht über Geröll steil nach unten und aus unserem agilen Wandern wird plötzlich ein vorsichtiges Vorantasten. Was bisher alles mit Leichtigkeit ging, fängt plötzlich an, schwer zu werden. Jeder Fußtritt will wohl überlegt sein. Und plötzlich ist der Trail auch nicht immer eindeutig zu erkennen, teilweise führt er über nackten Felsen und ist nur mit Steinmännchen markiert.

 

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Nachdem sich der Himmel "entwölkt" hat, beginnt "der Planet" auch noch zu brennen und jetzt wissen wir auch, warum der Trail als "anstrengend", "steil" und "schwer" bezeichnet wird. Wir kommen zu dem eindeutigen Schluss: "Stimmt!"

Allmählich machen sich Anitas Beine bemerkbar: Sie beginnen anzuschwellen und zu schmerzen, so dass die Schritte nicht nur langsam und wohlüberlegt sind, sondern jetzt auch noch schmerzhaft. Meine Angebote, ihren Rucksack, ihre Kamera oder sie selbst zu tragen werden abgeschmettert.

Nach 8 Meilen Qual erreichen wir die Kreuzung, wo der "East-Rim-Trail" auf der einen Seite Weeping Rock folgt, auf der anderen Seite zum Observation Point führt. Und hier begegnen uns nun auch einige Wanderer auf dem Weg zum Observationpoint. Sie haben alle einen 2-Meilen-Aufstieg hinter sich. 

Wir erwähnen dem amerikanischen Ehepaar gegenüber sehr gerne, dass wir vom East-Rim-Trail kommen und bereits 8(!) Meilen hinter uns haben. Die Bewunderung  genießen wir und motiviert uns für die letzten zwei Meilen.

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Und die sind durchweg steil bis ganz steil. Doch gerade dieses Stück hat es landschaftlich noch einmal richtig in sich: Der Weg führt durch einen Slot, der nicht nur vor der knackigen Sonne schützt sondern auch für die Augen ein El Dorado ist. Bereits nach kurzer Zeit entlässt er uns leider wieder in das Tageslicht.

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Die Serpentinen des Rückweges liegen uns zu Füßen, erfordern aber noch einmal unsere Aufmerksamkeit.

 

 

 

Nach gut sieben Stunden erreichen wir das Haupttal vom Zion bei Weeping Rock. Trotz der Schmerzen und Anstrengung kommt uns gekonnt unser "Yes, we did it!" über die Lippen. 

Wir nehmen den ersten Shuttle in Richtung Visitor Center, machen aber eine verdiente Rast in der Zion Lodge.

 

Während Anita wieder zum Telefon greift, beabsichtige ich mich an die Schlange am Snack anzustellen. Doch es gibt keine Schlange und das ist für uns das erste Mal, soweit wir uns erinnern können. Überhaupt wird mir jetzt erst bewusst, dass der Zion N.P. wesentlich weniger überfüllt zu sein scheint als gestern. Vermutlich haben viele Amerikaner bereits wieder die Heimreise angetreten.
Ich stelle mich also an der Schlange an, die es nicht gibt, und erstehe neben zwei riesigen Diet-Cokes wieder eine Portion Pommes-rot-weiß für Anita und einen gesunden Salat für mich. Draußen auf der Veranda verzehren wir das Erworbene und hier bestätigt sich noch einmal unser Eindruck, dass deutlich weniger los ist. Ein gutes Merkmal hierfür ist der Index "AfTW/T" (= auf einen freien Tisch Wartende pro Tisch) und der ist diesmal weit unter "1", d.h. es gibt sogar mehr freie Tische als Wartende. Und das ist hier -so unsere Erfahrung- zu dieser Jahreszeit eher die Ausnahme!
Wir nehmen unsere Fahrt im Shuttle wieder auf und erreichen nach etwa 10 Minuten das Visitor Center, wo sich Anita mal wieder für ihren Nationalpass ihren Stempel abholt. Von dort aus gehen wir "straight ahead" zur Station der "Springdale Loop", die sich nur wenige Meter vor dem Nebeneingang des Parks befindet.

 

Dieser  kostenlose Shuttle wird ebenfalls vom Nationalpark betrieben und verbindet vom Eingang zum National Park mehrere markante Punkte in Springdale. Dieser Service wurde vor einigen Jahren parallel zur Zion Loop eingeführt um das Verkehrsaufkommen in den Sommermonaten in den Griff zu kriegen. Lt. Informationen des Zion N.P. haben sich früher etwa 5000 Autos täglich die etwa 500 existierenden Parkplätze geteilt oder besser, sollten sie sich teilen. Aus eigener Erfahrung wissen wir, dass es an bestimmten Punkten des Zion, z.B. Temple of Sinawa, ab Mittag nicht mehr möglich war, einen Parkplatz zu finden. Wir selbst haben damals zu gesehen, möglichst am frühen Morgen einen guten Parkplatz zu ergattern, wenn wir unsere Tour durch den Virgin River zu den Narrows machen wollten.
Und die jetzige Springdale-Loop ermöglicht es, den Wagen in Springdale an den Haltestellen des Shuttles kostenlos zu parken und mit dem Shuttle direkt in den Park zu fahren.
Im Visitor-Center gibt es u.a. ein schönes Bild aus den alten Zeiten, wie eine lange Autoschlange vor dem Eingang zum Zion  auf Einlass wartet. Dass der Shuttle Service das Ziel nur teilweise erreicht erkennt man gelegentlich: Genau dieses Bild einer langen Schlange vor dem Eingang hätte ich auch gestern trotz Shuttle-Service genau an der selben Stelle machen können.

 

 

Doch kommen wir zurück: Wir halten mit dem Shuttle nur wenige Meter neben unsrem Wagen, wo wir ihn heute in aller Frühe abgestellt haben. Mit dem Trail Blazer fahren wir wieder in den Park und halten nochmals am Visitor Center um eine neue Telefonkarte zu kaufen. Ich finde sogar einen Parkplatz fast direkt vor der Tür.
Nachdem diese Aufgaben alle erledigt sind fahren wir wieder nach Springdale zum "Happy Camper" und kaufen alles Notwendige für das Grillen ein. Vollbepackt stehen wir kurze Zeit später auf unserer Campsite.

 

 

Doch vor dem BBQ heißt es "Baden" und so stürzen wir uns erhitzt in die erfrischenden Fluten des Virgin-Rivers bevor wir den Grill anschmeißen      

 

 

Heute gibt es wieder Filet; Anita vom Geflügel, ich vom Rind.
Übrigens erkennt man auch auf dem Campground, dass der Park nicht voll ausgelastet ist. Sogar jetzt gibt es noch einige freie Sites, sogar die Attraktiven. Während des Essens überlegen wir unsere weitere Vorgehensweise. Eigentlich hatten wir für die nächsten Tage den Grand Staircase und dort einen Hike zur Golden Cathedral angedacht, jene Wanderung, die bereits vor vier Monaten auf unserem Programm stand und die wir, bereits am Trailhead komplett aufgerüstet stehend wegen Hochwasser abbrechen mussten. Diesmal stehen wir vor zwei neuen Problemen: Einerseits traut sich Anita diesen Hike aufgrund ihrer Schwierigkeiten bei der heutigen Wanderung nur bedingt zu. Das andere Problem ist, dass wir aus den bereits erwähnten Gründen unbedingt mehrmals täglich telefonieren müssen. Unsere Handys bleiben hier in der Gegend trotz Quad-Band stumm.
Also bauen wir unsere Route um. Zunächst überlegen wir, evtl. noch einen Tag hier zu verbringen, da sich das Wetter ja gebessert hat und schön zu bleiben scheint. Doch fehlt uns für morgen eine Idee für einen Hike o.ä. Die Überlegung, doch wieder den Grand Canyon einzubauen, werfen wir auch wieder über den Haufen. Stattdessen planen wir letztlich für morgen die Fahrt zum Calf Creek und für übermorgen die Wanderung zum Lower Fall. Sollte das Wetter morgen schlecht sein, dann werden wir dort nur eine Nacht verbringen.
Mit der gezeigten Flexibilität verkriechen wir uns wieder AUF unsere Schlafsäcke, denn in den Schlafsäcken ist es bei den Temperaturen nicht auszuhalten.

 

06.07.2006 - ZION N.P. -  CALF CREEK  

 

 

Fein machen, überall...

Wir erwachen sehr früh und bedröppelt. Es beginnt zu regnen. Anita macht sich gegen 4 Uhr in der Nacht auf den Weg zum Telefon und kommt nach ca. 15 Minuten nass zurück: Sie bestätigt recht feucht: Es regnet immer noch! Wir setzen unseren Schlaf bis etwa 7 Uhr fort, wobei es ununterbrochen regnet. Hatte ich gestern Abend nicht noch geschrieben, dass sich das Wetter gebessert hat und gut zu werden scheint? 
Irgendwann hört es dann doch auf zu regnen und wir kriechen aus unserer Behausung. Nach der üblichen Morgenzeremonie versuchen wir das Zelt etwas zu trocknen und bauen es aber trotzdem noch recht feucht ab.

Jetzt ist es kaputt...

Ärgerlich ist auch der Umstand, dass es unser Thermometer "zerrissen" hat. Nach zwei Jahren müssen wir nun tränenreich von ihm Abschied nehmen.

Dafür sind also die Bänke auf den Sites 

Zum Verstauen des Materials im Dachsack kommt uns die Idee, die Picknick-Bank direkt neben den Wagen zu stellen, damit das Beladen erleichtert wird. Beim Öffnen  des Dachsacks muss ich dann feststellen, dass innen alles schwimmt. Wir wissen im Moment nicht, ob der Dachsack undicht ist, ich ihn nicht richtig verschlossen hatte oder aber beim Öffnen Wasser hereingelaufen ist. Auf jeden Fall ist unser zweites Zelt von außen nass und auch unser Air-Jack.
Statt einzupacken wird alles ausgepackt und schichtweise im Auto verstaut. Das Resultat ist, dass wir hinten nicht mehr aus dem Auto sehen können. Wir rollen langsam vom Campground, fahren einmal komplett durch den Zion und verlassen ihn durch den Osteingang. Vorher halten wir jedoch kurz am gestrigen Trailhead und markieren nachträglich die Stelle auf dem GPS-Gerät.

 

Hier geht es zu www.goldenhillsmotel.com

Wenn wir den Zion über den Osteingang verlassen, dann gelangen wir nach etwa 20 Meilen zu Mount Carmel. Und wer einen unserer Reiseberichte aus dieser Gegend gelesen hat, weiß, was uns dann erwartet: Golden Hill - Restaurant und Scones.

Die Vorzeichen sind gut: Das Golden Hill ist erleuchtet und hat geöffnet. Und so bestellen wir als notwendige Beigabe zu unseren Scones mit Honey-Butter ein Vegetable-Omelette für Anita und ein Steak-and-Cheese-Omelette für mich. 

 

 ANKLICKEN um die Wirkung von Scones zu erleben...

Die Scones sind jedoch der absolute Höhepunkt und so heben wir sie nicht als Nachtisch auf sondern essen sie vorweg und lassen dafür lieber unsere Omelettes stehen.
Der Service ist wie immer freundlich, heute jedoch offensichtlich völlig überfordert. Die Orange-Juice werden vergessen zu berechnen und es dauert sehr sehr lange, bis wir endlich unsere Rechnung kriegen.

Beim Verlassen des Restaurants stellen wir fest, dass sich das Wetter nicht wesentlich gebessert hat, stattdessen hat wieder in leichter Regen eingesetzt. Wir nehmen wieder Fahrt auf, wobei Anita fährt und ich so tue, als würde ich schlafen. Anita kontert am Ende der Fahrt: "Du hast geschlafen!"

 

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Am Bryce Canyon halten wir am Ruby`s Inn. Während ich mich durch die Outdoor-Abteilung kämpfe telefoniert Anita wieder mit der Heimat. Am Internet-Account, der seit unserem letzten Besuch wieder ausgebaut wurde, rufen wir unsere Mails ab: Rund 50 Mails hat jeder von uns beiden, davon 40 Spam, der Rest Werbung. Tatsächlich habe ich eine einzige Mail, die für mich wichtig ist. Und dann recherchieren wie noch nach dem Wetter in den nächsten Tagen in unserem Gebiet. Es wird von Regenwahrscheinlichkeiten von 40-20% gesprochen, was uns hoffen lässt. Ab Wochenende soll es sogar noch deutlich besser werden.
Wir setzen unsere Fahrt nach diesen Erkenntnissen fort und erreichen nach insgesamt etwa 160 Meilen den Calf Creek-Campground. 

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Beim Befahren des Campgrounds stellen wir ein Reihe von Dingen fest: 
1. Das Wetter hat sich deutlich gebessert, die Sonne scheint. 
2. Es ist deutlich mehr los als bei unserem ersten Besuch. 
3. "Unsere" Site ist frei und wird sofort beschlagnahmt. 
4.  Aber es gibt kein Telefon!

 

Parkplatz vor unserer Site

Wir checken ein und bauen unser Zelt auf, wobei wir lange hin- und herüberlegen, in welche Richtung wir es aufbauen. Es gesellt sich noch eine fünfte Erkenntnis: Die Sonne brennt erbarmungslos und lässt den Zeltaufbau fast zur Qual werden. Nachdem alles aufgebaut und unser Equipment von heute morgen getrocknet ist, hält ein Wagen direkt hinter unserem. Es entsteigt eine Asiatin, die uns bittet, ob sie hier parken darf, weil sie gerne zu den Lower Falls gehen möchte. Sie hat das gestern auch schon getan und auch hier geparkt, aber da war die Site noch unbesetzt. Nach kurzem Smalltalk erlauben wir ihr dies und sie verlässt den Parkplatz in Richtung Trailhead. Langsam reimen wir uns die Sache zusammen und ärgern uns: Sie parkt hier, weil es auf dem Parkplatz $2 kostet und auf den Sites bis zu 2 Autos stehen dürfen. Sofort fallen uns Bekannte von uns ein, die aufgrund ihrer Sparsamkeit auch auf so eine Idee hätten kommen können.
Wir machen uns auf den Weg in Richtung Bolder, um ein Telefon zu suchen. Nach etwa 11 Meilen entdecken wir an einer auf dem Berg gelegenen kleinen Tankstelle ein Telefon, das wir heute Nacht wieder ansteuern werden. Wir fahren noch ein Stück in das Zentrum von Bolder, um Grillgut zu kaufen. Nun muss man sich Bolder so vorstellen, dass man es nicht erkennen würde, wenn nicht Bolder darauf stünde. Uns fällt ein, dass wir im letzten Jahr schon einmal hier vergeblich nach Grillgut gesucht haben. Es gibt an der Junction, wo der Burr-Trail beginnt, lediglich ein Cafe`/Restaurant und einen Giftshop. Das ist es aber auch schon. Somit kehren wir um zu der kleinen Tankstelle mit dem Telefon auf dem Berg und hier shoppen wir tatsächlich ausgiebig: Pattis für den Grill, frische Kirschen aus dem eigenen Anbau und Pfefferminz.

"Zugegeben, der Feuerhaken ist etwas zu groß !" 

Nett ist auch, dass das Mädel an der Kasse offensichtlich mit ihren Job überfordert zu sein scheint: Die ersten Pattis bekommen wir nicht, weil kein Preis drauf steht. Stattdessen müssen wir ein anderes Paket nehmen. Und dann ist sie erstaunt über die Kirschen und fragt uns, wo wir die denn herhaben. Wir zeigen ihr diese "Geheimquelle" : das Kühlregal. Sie ist überrascht und sagt, dass sie gar nicht wusste, dass sie so etwas führen. Wir fragen erst gar nicht, ob die Kirschen vielleicht schon so lange dort liegen, dass sich nur niemand mehr daran erinnern kann...

 

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Wir fahren zurück zum Campground. Doch das geht nur mit Durchqueren eines kleinen Baches, was natürlich einen riesigen Spaß bereitet.

Übrigens gibt es hier am Eingang einen riesigen Haufen Holz und die Camper dürfen sich hier kostenlos bedienen, wo bei sie jedoch gebeten werden, sich "sparsam" zu bedienen.

Kostenloses Holz für die Camper

 

 Reparatur

Während Anita mit dem Grillen anfängt  repariere ich meine Brille und tippe an unserem Tagebuch und plötzlich kommt auch die eben erwähnte Asiatin zu ihrem Auto zurück. Sie relaxt, geht zur Toilette und relaxt weiter.
Die Pattis sind fertig und Anita ruft mich zum Essen. Schön gemütlich mit Teller, Besteck und Tischdecke beginnen wir mit dem Abendmahl und genau in diesem Moment kommt plötzlich auch die erwähnte Asiatin auf unsere Site und versucht uns offensichtlich ein  Gespräch aufzuzwingen. Sie berichtet, dass heute der deutsche Astronaut zur ISS gestartet ist usw.  Normalerweise freuen wir uns über solche Smalltalks und steigen meist sofort auf das Gespräch ein, doch jetzt finden wir dieses Verhalten doch fehl am Platze, sieht sie doch, dass wir gerade mit dem Essen angefangen haben. Sie hätte doch ein paar Minuten vorher kommen können.

 

 Karabiner an den Schnüren zum Abspannen unseres Zeltes

Nachdem sie feststellt, dass man mit uns heute keinen Staat machen kann, verlässt sie wieder unser Revier und fährt von dannen.
Wir essen verärgert aber auch verunsichert, ob wir denn jetzt zu unfreundlich waren, weiter und entzünden alsbald unser erstes Lagerfeuer in diesem Urlaub. 

Übrigens haben wir unsere Abspannleinen des Zeltes mit Karabinern versehen, was nicht nur "verdammt gut aussieht" sondern das Abspannen deutlich vereinfacht.
Beim Lodern der Flammen schwätzen wir noch eine ganze Weile und verschwinden dann in unserem Zelt. 
Also dann, bis morgen.

 

07.07.2006 - CALF CREEK  / Hike zum Calf Creek Waterfall

 

Anita, fröstelnd 

Um 3:00 Uhr klingeln unsere Handys. Wir quälen uns aus dem Zelt, ziehen uns notdürftig an und starten leise, so gut es eben geht, den Wagen und  fahren 11 Meilen bis zu der gestern entdeckten Tankstelle in Boulder. Um kurz nach Vier hiesiger Zeit muss Anita daheim anrufen und weil wir etwas zu früh eintreffen, dösen wir noch ein wenig im Auto vor der völlig verwaisten Tanke. Gegen 4:05 telefoniert Anita mit der Heimat und kurz darauf sind wir schon wieder unterwegs zurück durch die langsam nur Neige gehende Nacht. Im Osten erhellt sich langsam das Firmament. Wir rollen wieder auf den Campground, wo noch immer kein Leben zu sehen ist und verkriechen uns wieder in das Zelt um etwas Schlaf nachzuholen.
Als wir wieder aufwachen ist es schon hell und die Sonne brennt auf uns nieder. Wir vollenden die in der Nacht zu kurz gekommene Morgentoilette und rüsten uns für den Hike auf. Diesmal nehme ich meine große Kamera und auch das kleine Stativ mit. Ich möchte ausprobieren, wie die Kombination Camelbak, Wasser und Kamera funktioniert.

 

 

 

Um kurz nach Neun betreten wir den Trailhead zum Lower Calf Creek Fall. Der Hike ist nur drei Meilen lang. Vor einigen Jahren haben wir den Trail bereits ergangen und damals habe ich auf dem Hinweg fast schlapp gemacht. Bestimmt nicht wegen der Länge, auch die Höhenunterschiede sind kaum merklich, allerdings ist der Hike im Sommer extrem heiß: Die Sonne knallt ins Tal, der Weg ist weitgehend überwuchert, so dass die aufgeheizte Luft steht und kaum eine Zirkulation möglich ist. Erst nach dem damaligen Bad in dem Pool ging es mir besser und den darauffolgenden Rückweg bezeichne ich heute aus der Erinnerung als "Easy Walk".
Auch heute scheint die Sonne und der Weg ist nicht weniger zugewuchert als damals. Dennoch erscheint er uns bei Weitem nicht so anstrengend, vielleicht haben wir ja mittlerweile doch eine bessere Kondition. Anita allerdings tut sich dennoch schwer: Sie hat sich irgendwo eine Erkältung zugezogen und schnuft nun bei jedem Anstieg rum.

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Im Gegensatz zu damals scheint jedoch heute weniger los zu sein: Uns kommt auf der ganzen Strecke nur ein einziges Pärchen entgegen. 

Ziemlich irritiert sind wir von einem Drahtseil am Wegesrand, das wie aus dem Boden zu wachsen scheint. Unsere Köpfe drehen sich wie Rund-um-Leuchten aber wir entdecken trotz aller Mühe keine "versteckte Kamera". Also ignorieren wir das Phänomen und gehen rätselnd weiter. 

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Je näher der Weg sich dem Fluss nähert desto besser ist das aus 40 Metern in die Tiefe fallende Wasser schon zu hören. Etwa 200 Meter vor dem Ziel zeigt sich der Wasserfall in der Ferne in seiner ganzen Pracht.

 

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Die restliche Strecke werden wir förmlich von der Neugierde getragen, so dass wir ohne Anstrengung den Lower Creek Fall nach genau 1 Stunde und 25 Minuten erreichen. Allein sind wir zwar nicht, dennoch ist er tatsächlich wesentlich weniger frequentiert als bei unserem ersten Besuch. Ernüchternd ist jedoch der kräftige Wind, der uns vom Wasserfall entgegenpeitscht. Außer, dass der Wind uns nässt, ist er sogar so kalt, dass wir an ein Bad gar nicht erst denken brauchen, zumal sich die Sonne mit unserem Eintreffen am Ziel hinter den Wolken versteckt.

 

Statt unser großes Saunatuch zum Abtrocknen zu nutzen legt es sich Anita zum Wärmen um. Wir wechseln mehrmals unseren Sitzplatz am Rande des Pools, um eine Stelle zu finden, die weniger windig und kalt ist. Mit der Zeit kommen zunehmend mehr Besucher, doch keiner fast sich ein Herz, in das eiskalte Wasser zu gehen. Es juckt mich schon, reinzuspringen. Ich befürchte auch nicht das eisige Wasser, das ich ja schon kenne. Aber der Gedanke, mich anschließend bei diesem Wind wieder zum Trocknen hinzusetzen, lässt mich von der Idee Abstand nehmen. 

Wir hätten ja trockene Kleidung mitbringen können, aber das haben wir sein lassen, denn wo soll man sich denn hier ohne gegen den Anstand zu verstoßen in dem prüden Amerika umziehen???

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So sitzen wir also rum, knabbern an einem Cliff bzw. an dem bereits erwähnten Trail-Mix von vorgestern und warten darauf, dass vielleicht doch einer den Startschuss zum Baden gibt. Anita sieht mir meinen sehnsüchtigen Blick an und weiß, was in mir vorgeht. "Zum Glück geht keiner rein", sagt sie fürsorglich, "denn dann bis du sofort dabei und holst dir vielleicht auch eine Erkältung!" Den ersten Teil dieser Vermutung kann ich uneingeschränkt bestätigen, der zweite Teil erscheint mir rein hypothetisch.
Stattdessen beobachten wir vier Jugendliche, die Nachbarn auf unserem Campground sind. Sie albern rum und plötzlich stürzt sich ein riesiger Rabe von oben herab und durchsucht neugierig die Utensilien der Vier. Bevor sie reagieren können verlässt der Rabe mit einer großen Tüte Gebäck den Tatort und schwingt sich in die Höhe. Sofort untersuchen wir unser nahes Umfeld, ob auch wir etwas für den Raben Interessantes herumliegen haben.

 

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Nach 1,5 Stunden vergeblichen Wartens rüsten wir uns wieder für den Rückmarsch und "just in Time" kommt die Sonne wieder heraus um uns den Rückweg nicht ganz so leicht zu machen. Allerdings türmen sich dicke und beeindruckende Wolken auf, die unsere Beine schneller werden lassen.
Trotz der Hitze und der stehenden Luft erreichen wir unser Ziel mit nur geringer Anstrengung und ins Trailregister schreiben wir kleinkariert unsere Gesamtzeit ein: 

4 Stunden, 38 Minuten, 37 Sekunden. 

Ich lasse "5 gerade sein" und verzichte großzügig auf die gemessenen Zehntel- und Hunderstel Sekunden.

Zwischen Trailhead und Campground liegt jedoch noch genau jener Bachlauf, durch den wir gestern rasant mit dem Auto gefahren sind. Und so bleibt uns diesmal nichts übrig, als zu Fuß durchzuwaten.
Zurück am Campground pflegen wir uns ein bisschen und waschen endlich auch mal die Haare, natürlich mit biologisch abbaubarer Seife. 

Frisch gestylt fahren wir zum Einkaufen und verlassen den Campground nicht nach links in Richtung der "Metropole Boulder" sondern nach rechts in Richtung Escalante. Escalante ist größer als Boulder aber dafür auch fast doppelt so weit entfernt von unserem Campground. Nach gut 20 Meilen erreichen wir das kleine Städtchen, wo Anita sofort telefoniert.
Anschließend halten wir vor dem hiesigen Supermarket, der -wie wir letztes Jahr schon festgestellt haben- innen wesentlich größer ist als er von außen erscheint. Er bietet eine erstaunlich gute Auswahl: Wir erstehen Eis, Cola und Joghurt. Auf Obst und Fleisch verzichten wir, weil es uns vom Aussehen und der Größe her nicht zusagt. Das Wetter zieht sich wieder zu und mit einem skeptischen Blick nach oben fahren wir die 20 Meilen zurück zum Campground, wo wir gemütlich -und diesmal ohne Störung- essen. Leider beginnt es zu tröpfeln und so verzichten wir darauf, das kostenlose Feuerholz gemütlich in Asche zu verwandeln.

 

 

Recht schnell verkriechen wir uns wieder in das Zelt. Jetzt aber unter die Decke ! Es ist frisch und wir nehmen sogar etwas dickere Schlafsachen mit rein. Doch gerade als wir einduseln wollen bekommen wir Besuch: Ein dickes Brummen fliegt in unser Vorzelt und verfliegt sich zwischen Innen- und Außenzelt. Wir würden vor Schreck im Zelt stehen, wenn es ausreichende Stehhöhe hätte. Wir klopfen und wackeln an den Wänden und versuchen den ungebetenen Gast  zu vertreiben. Stattdessen verfliegt es sich immer mehr und findet den Weg überhaupt nicht mehr. Ich schmeiße meine MagLite an und weise dem Piloten per Flutlicht den Weg und da erkennen wir auch, wer uns besucht: Ein Kolibri, der sich wohl von unserem knallgelben Innenzelt angesprochen fühlte und irgendwie nicht weiterkam. Dank des Positionslichtes findet er in Bruchteilen von Sekunden den Ausgang und verabschiedet sich mit einem tiefen "Brrrrrrrr". Nach diesem Erlebnis schlafen wir ganz schnell ein. Also dann, bis morgen.

 

 

08.07.2006 - CALF CREEK - NATURAL BRIDGE MONUMENT  

 

Ab 6 Uhr nervt uns Seaned O`Connor als Weckton auf dem Handy, doch wir haben die bessern Nerven. Schließlich ist es der erste Tag, an dem Anita bzw. wir nicht mitten in der Nacht zum Telefonieren müssen. Um 7:15Uhr versagen dann aber doch unsere Nerven und wir beginnen mit dem Abbau des nassen Zeltes, nachdem es heute Nacht wohl noch eine ganze Zeit geregnet haben muss.
Irgendwie ist Camping nicht das, was es eigentlich sein kann, wenn alles Equipment immer nass ist und jeder Handgriff mit Schmutz verbunden ist. Dementsprechend lang zieht sich heute der Abbau. Wir probieren die neue Packtechnik, in dem wir den Dachsack unten beladen und dann gefüllt nach oben aufs Dach hieven. Ist zwar ein bisschen schwer, den Sack nach oben zu kriegen, dafür lässt er sich gut und leicht befüllen.
Nach 1,5 Stunden sind wir fertig, was wesentlich länger ist als üblich. Allerdings ist darin auch eine ziemlich lange Zeit enthalten, die Anita zum Hüsteln und Schnufen brauchte. Wir verabschieden uns innerlich von dem schönen Campground und fahren über die 12 in nördliche Richtung.

Bei Torrey halten wir an der Tanke, um unser Auto und jetzt auch unseren Reservekanister aufzufüllen. Kurz vor "Voll" schaltet die Tanksäule bei exakt $50 ab. Ich überlege und stelle fest, dass wir bisher noch nie für $50 Dollar getankt haben. In der Tankstelle erwerben wir noch einige Getränke und dabei erkundige ich mich bei der Kassiererin, ob es seine Richtigkeit hat, dass die Säule abgeschaltet hat. Sie bestätigt mir, dass dies eine Sicherheitseinrichtung ist. Bei höheren Beträgen als $50 muss bei Kreditkarten erst per Telefon nachgefragt werden, ob sie gedeckt ist. 

 

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Nach etwa 70 Meilen entdecke ich ein interessantes Schild "Historic Town". Ich weise Anita nach einiger Zeit des Vorbeiflugs darauf hin und frage, was sich wohl dahinter verbergen mag. Sie erwidert nur: "Sollen wir umkehren?", worauf ich nur sage: "Wenn du möchtest". Diese wenigen Worte stehen symbolisch als Alternative für eine  ansonsten notwendige  stundenlange Diskussion. Im Sinne des bekannten Kommunikationsmodells verbirgt sich dahinter Folgendes:

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Er sagt: "Was verbirgt sich eigentlich hinter Historic Town?" und meint "Oups, sie ist ziemlich schnell daran vorbei gefahren und eigentlich hätte ich gerne nachgeschaut, was das ist"
Sie sagt: "Sollen wir umkehren?" und meint: "Mist, bin extra so schnell gefahren und er hat es doch gesehen. Jetzt komme ich wohl nicht darum herum, umzukehren!"
Er sagt: "Wenn du möchtest" und meint: "Wenn du jetzt `Nein` sagst bist du das letzte Mal gefahren!"

 

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Aber das ist ja alles nur Schnick-Schnack, in Wirklichkeit sieht das bei uns ganz anders aus ;-)   Aber vorsichtshalber kehrt Anita dennoch um. Wir fahren also von der Hauptstraße runter. Die unpaved Road führt durch eine kleine geflutete Senke und nach 2 Meilen biegen wir links ab. Nach weiteren 300 Metern stehen wir am vermutlichen Ziel und wissen eigentlich gar nix damit anzufangen. Außer ein paar alten Stühlen und Wasserleitungen und anderem Gerümpel gibt es nichts, was an die Historic Town erinnert. Im tiefen Schlamm, der sowohl unserem Auto als auch unseren Schuhen zusetzt, drehen wir wieder und fahren das Stück genauso unwissend wie hin wieder zurück. An der Kreuzung zum Highway entdecken wir dann eine große Wand, die mit viel Mühe hergerichtet einige Infos gibt. Nur die restaurierte Cabin haben wir nicht entdeckt.

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Wir biegen wieder auf den Highway und im Vorbeiflug (schon wieder!) erkenne ich die Cabin, die ich vor einigen Minuten auf der Wand gesehen habe. Entsprechend unseres ersten Dialoges kehren wir wieder um, so dass ich ein paar Fotos machen kann. 

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Auf der weiteren Fahrt gibt es keinen Anlass mehr zum Drehen. 

Wir fahren weiter über die 24 bis zum Viewpoint über die letzten Ausläufer des Lake Powell. In der Ferne erkennen wir bereits jene Brücke über den Colorado, auf der Anita im letzten Jahr unseren Autoschlüssel verloren hat.

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Wir halten selbstverständlich noch mal auf der Brücke, verstauen jetzt aber alle gefährdeten Utensilien in Hosentaschen mit Reißverschlüssen. Oben auf der Brücke sehen wir noch einmal in die Tiefe, um nochmals Ausschau nach dem grünen Mäppchen zu halten. Die Chance ist natürlich gleich Null, aber man könnte ja doch Glück haben...

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Leider haben wir nur "Bad Luck" (kein Glück)  so  dass  wir die Fahrt fortsetzen und  nach insgesamt 160 Meilen das Natural Bridge Monument erreichen. Ohne irgendwo anzuhalten starten wir durch zum Campground und drehen unsere übliche Runde. Von den 13 Sites sind lediglich 2 oder 3 besetzt, so dass wir uns ein schöne außenliegende Site aussuchen. Die Sites haben sog. "Tent Pads", etwa mit einem Sandkasten vergleichbar, wo Zelte aufgestellt werden können.

 

Die Vorteile liegen auf der Hand bzw. unter dem Zelt: Keine Ameisen, der Untergrund ist eben und glatt, und die Heringe können ebenfalls leicht eingeschlagen, wenn nicht sogar eingedrückt werden. Nachteil: Sie sind nicht gerade amerikanisch dimensioniert und uns scheint, dass hier lediglich Kinderzelte reinpassen. Unser großes Vaude passt definitiv nicht und ich glaube auch unser Walmart ist größer als die "Sandlkiste".

Also suchen wir in anderes nettes Plätzchen innerhalb der Site und finden auch eins. Wichtig ist immer, dass der Untergrund insgesamt eben ist, damit man nicht "Kopf unter" schläft oder nächtens beim Umdrehen wegrollt. Und dann sollte er auch wenig Steine usw. haben. Und dann können wir unser Zelt diesmal auch noch so ausrichten, dass wir beim Einschlafen und Aufwachen ein herrliches Panorama haben. Innerhalb weniger Minuten -man merkt die aufkommende Routine- steht das Zelt. Für den obligatorischen Innenaubau haben wir im Moment noch keine Zeit, da wieder "Telefon-Time" angesagt ist. 

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Wir fahren an der Self-Registr