Stand: 08.06.2026 (Version 1)
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Hier entsteht derzeit der aktuelle Reisebericht unserer ersten Kanada-Tour "DISCOver CANADA" |
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Mehr Bilder? Aber weniger Text? Dann schaut euch die Tour doch
alternativ auf Anitas Polarstep an: https://www.polarsteps.com/ |
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Prolog: Was mag passiert sein, dass wir statt in die USA nach Kanada reisen? Von den beiden Corona-Jahren 2020 und 2021 abgesehen werden wir 2026 nach 35 Jahren erstmalig nicht in die USA reisen. Fast 60 Reisen liegen hinter uns. In der langen Epoche unserer USA-Trips haben wir ein Land erleben dürfen, das uns nicht nur landschaftlich begeistert. Auch die Amerikaner, soweit wir Gelegenheit hatten sie kennenzulernen, begeisterten uns. Auch wenn uns deren Mentalität, z.B. im Umgang mit den Waffen und der gelegentlichen Doppelmoral immer wieder einmal befremdlich erschien, so haben wir doch gelernt, zumindest deren Sicht zu verstehen. Doch seit geraumer Zeit werden uns Land und Leute immer fremder, sodass sich bei uns zwangsläufig die Frage ergab, ob wir weiter hierhin reisen möchten. Nach einer intensiven Entscheidungsphase haben wir uns nun dagegen entschieden. Dieser Schritt ist uns in keinster Weise leicht gefallen. Wohl wissend, dass unsere Entscheidung keinerlei wirtschaftliche, allenfalls eine symbolische Wirkung hat, ist es für uns ein klares Statement. Einen Trip in unser einst geliebtes Land können wir derzeit nicht mit unserem Gewissen vereinbaren. Wie geht es jetzt weiter? Noch haben wir unseren Storage in Las Vegas und ob wir ihn behalten werden, auflösen oder nach Kanada umziehen lassen, ist davon abhängig, wie uns Kanada gefallen wird und noch wichtiger, wie sich die USA weiter entwickelt. Also, warten wir es ab und schauen, was in den nächsten drei Wochen auf uns zukommt. Es wird nach der Tour sicherlich wieder ein paar YouTube-Clips geben. Schaut dann einfach mal hier rein |
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Schnell-Navigation: (bitte anklicken) 22.05.2026: Die Anreise, Teil 1 (Köln-FRA) 23.05.2026: Die Anreise, Teil 2 24.05.2026: Calgary - Bow Valley Campground 25.05.2026: Bow Valley Campground - Kicking Horse CG 26.05.2026: Kicking Horse CG - Revelstoke 27.05.2026: Revelstoke, Ghost Town u. Mosel Falls 28.05.2026: Revelstoke - Wells Gray Provincial Park 29.05.2026: Wells Gray, (Regentag) 30.05.2026: Wells Gray, Helmcken Falls 31.05.2026: Wells Gray Provincial Park, Moul Falls 01.06.2026: Wells Gray - Jasper National Park 02.06.2026: Jasper, Maligne Lake Cruise 03.06.2026: Jasper, Columbia Icefield 04.06.2026: Jasper, Skytram 05.06.2026: Jasper - Banff 06.06.2026: Banff (Open Top Touring) - Bow River Campground 07.06.2026: Bow River CG - Canmore - Bow Valley CG 08.06.2026: Bow Valley CG, Gondola |
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22.05.2026: Die
Anreise, Teil 1 Nach einigen gesundheitlich sehr aufwühlenden Wochen, die mir fast keine Gelegenheit mehr zu einer Reise ermöglicht hätten, geht es nun zum Glück doch endlich wieder los! Anita ist kaum aus dem Büro zurück, da packen wir auch schon unsere Koffer in Richtung Bahnhof. Jeder hat zwar nur zwei Gepäckstücke, aber diesmal teilen sie sich jeweils in ein Stück Aufgabegepäckstück und ein Handgepäck. Das von uns gewöhnte komfortable Reisen nur mit Handgepäck ist dem Umstand zum Opfer gefallen, dass wir keinen Storage in Canada haben und daher viele Utensilien (Kleidung, Stative, Werkzeug) tatsächlich mitnehmen müssen. Dennoch ist unser Gepäck überschaubar: Statt der 2 x 32kg pro Person sowie 2 Handgepäckstücke a 8kg haben wir insgesamt nur zwei Stücke Aufgabegepäck (16kg und 18Kg) und auch nur zwei Handgepäckstücke knapp unter 8kg. Und die jeweils erlaubten "Personal Items" werden wir voraussichtlich nicht in Anspruch nehmen müssen. Es geht also zum Bahnhof, traditionsgemäß trinken wir immer im selben Café noch eine Kleinigkeit und bald schon geht es zum Bahnsteig. Immer wieder die Bahn Über die DB zu schimpfen oder zu lachen erübrigt sich mittlerweile, weil aus unserer Sicht die Störungen bei der Bahn wohl schon zum Normalbetrieb gehören: Gleis 5, dann Hinweis, dass der Zug auf Gleis 2 ankommen wird, was kurz vor Ankunft dann wieder zurück auf Gleis 5 revidiert wird. ![]() Abfahrt unwesentlich verspätet, dann aber kurz nach der Abfahrt ein Weichenproblem, so dass der Zug eine andere Strecke nehme muss und sich somit mittlerweile zwanzig Minuten Verspätung generieren. Da ein anderer Zug im Vorfeld unseres Zuges Verspätung hatte und somit das Service-Personal für den Speisewagen nicht rechtzeitig vor Ort bringen konnte, bleibt der Speisewagen heute dicht. Wir fahren gerne aber nicht allzu oft mit der Bahn aber bei den wenigen Strecken, die wir gefahren sind, könnten wir so viele abendfüllende Geschichten über Ausfälle, Verspätungen und Ungereimtheiten erzählen. Und dennoch: Für uns ist es dennoch meist die bequemste und schnellste Art, von "K" (Köln) nach "Z" (Ziel zu kommen). Also lassen wir das. Check-In In Frankfurt angekommen geht es sofort zum Self Check-In. Wir benutzen eine der Maschinen von Lufthansa, obwohl wir leider nur mit der DISCOVER reisen werden. Einen Flug nach Calgary mit der von uns favorisierten Lufthansa gab es leider nicht. Der Prozess geht uns zügig von der Hand nur das Drucken der Tags (Gepäckanhänger) funktioniert nicht. Da reist man ausnahmsweise mal mit Gepäck, benötigt ebenso ausnahmsweise mal Tags und dann funktioniert es nicht. Welch Ironie! Also nehmen wir den Nachbar-Automaten und beginnen die Prozedur erneut. Endlich alles ausgedruckt kommt eine Mitarbeiterin auf uns zu, erkennt unsere Reiseklasse und weist uns darauf hin, dass wir in der Business-Class auch direkt zum Counter hätten gehen können. Dort wäre dann alles für uns gemacht worden. Der Ehrgeiz, mit dieser Technik auch in unserem Alter zurecht zu kommen, widerspricht dem aber. Dafür haben wir das Privileg, unser Gepäck im Priority-Bereich der Lufthansa aufgeben zu dürfen. Die Sache mit den gelben Koffern Da wir die letzten Jahre in der Regel stets nur mit Handgepäck reisen konnten, haben wir mittlerweile gar keine großen Koffer mehr. Die mussten wir uns nun anschaffen. Und damit wir sie schon von Weitem eindeutig erkennen, fiel die Wahl auf kanariengelbe Koffer. Und nun kommt uns doch ein Ehepaar entgegen: Wir sehen uns an und lachen, denn die hatten die selbe Idee und überhaupt: Es gibt viele, die das genauso sehen. Lounge auf der Neunten Wenige Minuten später checken wir dann auch schon im Marriott ein und noch ein paar Minuten später sind wir wieder in der neunten Etage in der Lounge. ![]() Die Fütterungszeit hier beginnt üblicherweise um 18Uhr und jetzt um 18:45Uhr ist es zwar ruhig, dennoch scheint schon ein richtiger Ansturm vorausgegangen zu sein. Viele Tische sind übersät mit schmutzigem Geschirr und der stets sehr freundliche und aufmerksame Service-Mitarbeiter, den wir schon seit ein paar Jahren kennen, bemüht sich redlich, dem Wust an Geschirr Herr zu werden. Er bestätigt, dass heute sehr viel los war und er mit dem Abräumen kaum hinterher kommt. Und dennoch bedient er uns mit der gewohnten Umsicht und wir genießen wieder einmal die Lage und Atmosphäre der von uns so geschätzten Lounge im Clubbereich. Den Blick lassen wir bis zu "Mainhattan", dem Geschäftszentrum von Frankfurt, schweifen. ![]() Er ist wirklich aufmerksam und verspricht uns, sogleich das Abendessen an den Tisch zu bringen und darüber hinaus noch, dass er uns für die Nacht noch eine große Flasche Wasser bringt, damit wir nicht verdursten. Wir erkundigen uns noch nach dem jungen Mitarbeiter, den wir vor einigen Jahren kennengelernt haben und der uns in bester Erinnerung geblieben ist. Er ist wieder zurück nach Österreich gegangen. Offensichtlich sind wir zum richtigen Zeitpunkt in der Lounge angekommen, denn der Pulk von hungernden Menschen, der hier seine Spuren hinterlassen hat, scheint mittlerweile das Terrain gesättigt verlassen zu haben. Mit einem Glas Wein verschwinden wir auf dem Zimmer, das wir auf unserem Wunsch hin wieder in der neunten Etage bezogen haben. Obwohl morgen ein langer Tag auf uns wartet und wir uns vorgenommen haben, früh zu schlafen, wird es doch wieder Mitternacht. |
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23.05.2026: Die Anreise, Teil 2 Um 6Uhr läuten die Wecker erstmalig aber wir haben viel Zeit bis unsere Maschine gegen 13:30Uhr starten wird. Allerdings warten heute zwei Lounges auf uns und so machen wir uns dann gegen 7Uhr zum ersten Frühstück in die Lounge auf unserer Etage. Das übliche Angebot (Rührei, Würstchen, Bacon und Champions) zeigt heute Luft nach oben. Die Rühreier haben heute eine etwas wässrige Konsistenz und der Rest könnte etwas krosser gebraten sein. Dafür passt der ganze Rest, insbesondere das Nussbrot. Im Zimmerpreis der Club-Zimmer und -Suiten ist das kolossale Frühstück inkludiert, das einer der reichhaltigsten und besten ist, das wir kennen. Dennoch favorisieren wir das einfacher gehaltene Frühstück hier in der Lounge, weil hier in der Regel eine ruhige und entspannte Atmosphäre herrscht. Terminal 1 Gegen 9Uhr machen wir uns dann doch mal auf den Weg zum Terminal 1, der ja quasi direkt an unserem Hotel liegt. Oder eben umgekehrt. Der Weg bis zum Gate C20 zieht sich doch, nur gut, dass wir sehr viel Zeit haben. Die Sicherheitskontrolle im C-Bereich schlägt alles, was wir bisher an Kontrollen erlebt haben, zumindest woran wir uns erinnern können. Wir dürfen heute wieder die Fast-Lane nutzen, was uns aber keinen Vorteil bringt, denn die Lane für Economy ist ebenfalls völlig leer. Wir kommen sofort dran, wobei diese Station offensichtlich mit neuester Gerätschaft ausgestattet ist: Weder Flüssigkeiten noch Laptops müssen aus dem Handgepäck rausgenommen werden und auch die Schuhe dürfen wir anbehalten. Während Anita von einem der Mitarbeiter darauf angesprochen wird, was sich denn hinter den QR-Codes auf unseren Poloshirts verbirgt, bleibe ich unbehelligt. Noch! Mit der Maschinenpistole unter dem Arm Denn plötzlich kommt ein Hüne von Mann mit Sicherheitsweste und Maschinenpistole auf mich zu (Bundesgrenzschutz) und erkundigt sich ebenfalls danach, was sich hinter den Codes verbirgt. Er stellt mir dazu eine ganze Reihe von Fragen, z.B. ob es sich um eine betriebliche oder private Website handelt und ob ich damit einverstanden bin, wenn er ihn einscannt. Während wir sonst stets privates Interesse an unseren Codes festgestellt haben, sind wir uns in diesem Falle ziemlich sicher, dass diesmal ein sicherheitsrelevantes Interesse zugrunde liegt. Lufthansa Bistro Lounge Unser Weg führt uns hinter dieser neuen und interessanten Erfahrung zur Bistro Lounge der Lufthansa. ![]() Die Senator-Lounge ist nur für Reisende der First Class und so bleibt uns die Lounge für die Business-Class. Da wir mittlerweile den Status "Frequent Traveller" haben, dürften wir sogar hier rein, wenn wir Economy fliegen würden. Die Lounge ist recht groß und obwohl zu einer First Class Lounge natürlich sehr viel Luft nach oben ist, sind wir in Gänze sehr zufrieden. Das Angebot ist üppig und für uns mehr als ausreichend. Gegen Spätvormittag füllt sich die Lounge merklich und wir können uns glücklich schätzen, sehr früh hier gewesen zu sein und sogar sehr schöne Plätze am Fenster ergattert zu haben. Das ist übrigens der einzige Nachteil der Lounge im First Class Terminal. Die Aussicht dort geht nach hinten raus, während wir hier einen tollen Blick auf die Maschinen haben. Wir entdecken sogar eine Condor-Maschine mit einer einzigartigen Retro-Lackierung. ![]() Das hundertjährige Jubiläum der Lufthansa ist omnipräsent, ob nun auf dem Lollipop, einem Kuchen oder auch auf einigen Flugzeugen. ![]() Zum Mittag hin leert sich die Lounge deutlich und gegen 12Uhr starten wir in Richtung Gate C20. Eine weitere Sicherheitskontrolle erwartet uns kurz vor dem Gate aber die ist kein Vergleich zu denen für Flüge in die USA. Wir zeigen einmal unsere Bordkarte und werden gefragt, ob wir uns via eTA angemeldet haben, das ist das Pendant zur amerikanischen ESTA. Boarding Hier warten wir bis das Boarding beginnt. Man merkt halt, dass Discover nunmal nicht zu den Edelmarken gehört, denn unsere Maschine hat eine Vorfeldposition und so drängeln wir uns als einer der letzten Passagiere in den ersten Bus. Mir fällt ein Spruch von Robert Lempke ein, der damals erkannte: Wer im Flugzeug als erster einsteigen will, muss im Bus der letzte sein. Und so gehen wir tatsächlich als einer der ersten in den Turm, von wo aus zwei Finger in die Maschine führen. Da wir in der ersten Reihe sitzen werden, müssen wir den vorderen Finger nehmen und siehe da, am Ende der Gangway ist die vordere Tür des Flugzeugs noch geschlossen. Verschlossenes Flugzeug Also drehen wir um, um den hinteren Finger zu betreten aber da kommen uns schon Passagiere entgegen und weisen uns darauf hin, dass die hintere Tür ebenfalls noch geschlossen ist. Ein kurzer Blick durch das Sicherheits-Bullauge in der Tür verrät, dass in der Maschine noch fleißig aufgeräumt wird. ![]() Und so warten wir noch etwa 5 bis 10 Minuten in der Hitze des Fingers. Irgendwann öffnet der Purser und in seinem Gesicht ist die Überraschung zu sehen, dass bereits Passagiere vor der Tür stehen. Im späteren Verlauf des Fluges kommt der Purser zu uns an den Platz und entschuldigt sich für die Unannehmlichkeit zu Beginn. Es gab wohl ein Missverständnis und die Crew hatte noch gar nicht die Freigabe gegeben, dass die Passagiere schon den Bus verlassen dürfen. Wir beruhigen ihn mit dem Hinweis, dass wir schon so lange fliegen und es schön ist, immer wieder Neues erleben zu dürfen. Wir starten auf die Minute pünktlich und ein Flug von etwas mehr als 9 Stunden liegt vor uns. Im Vergleich zu unseren USA-Flügen fast schon eine Kurzstrecke. Die Plätze: ![]() Optimal und vermutlich sind es sogar die besten: Reihe 1, Platz 1A und 1C. Bequemlichkeit ist garantiert, Schlafen im Bettchen höchst wahrscheinlich. Alles in allem verläuft der Flug zu unserer Zufriedenheit. Die Auswahl an Getränken und Speisen ist in Ordnung, wobei ich mein Essen bereits vor einer Woche vorbestellt hatte. Hatte keinen speziellen Grund, wollte nur ausprobieren, ob das bei Discover genauso zuverlässig läuft wie bei Lufthansa. ![]() Frühstück, kurz vor der Landung Der Service ist freundlich und während einige Passagiere schlafen (z.B. ich) werden die wachen Passagiere immer wieder mal mit Wasser oder einem Snack verwöhnt. Lufthansa oder DISCOVER oder was? Im Detail finden wir Punkte, bei der die Business Class der Lufthansa besser abschneidet als Discover oder auch vor paar Jahren Condor, dennoch sind wir insgesamt durchaus zufrieden. Das Wichtigste für uns ist ja sowieso, ordentlich sitzen bzw. liegen zu können. Und das hat sich wirklich gelohnt, denn ich habe bestimmt gut zwei Stunden angenehm geschlafen. Die Sache mit dem Smartphone Trotzdem muss ich DISCOVER einige Minuspunkte geben: Den geplanten Kauf eines neuen Smartphones habe ich bewusst vorgezogen, um mich im Urlaub damit ausgiebig auseinandersetzen zu können. Es ist mit einem außergewöhnlich großen Akku ausgestattet und liegt mit seinen umgerechnet 95 - 98 Wattstunden knapp unter dem erlaubten Limit von 100. Dennoch weißt das Internet darauf hin, dass dieses Gerät auch als Powerbank arbeitet und somit gerne bei der Sicherheitskotrolle konfisziert wird. Es wird die Kontaktaufnahme mit der Airline empfohlen um sich eine schriftliche Genehmigung einzuholen. Das habe ich auch gemacht und bereits nach Sekunden erhielt ich den Responder, dass man meine Anfrage ernst nimmt und sich umgehend mit mir in Verbindung setzt. Das ist jetzt fast zwei Wochen her und wir haben nichts gehört. Also reise ich mit dem alten Gerät und geben einen vollen Punkteabzug. ![]() Immigration Die Einreise in Kanada ist im Vergleich zur Einreise in die USA sowas von easy. Zunächst ist die ganze Halle fest menschenleer, stattdessen steht eine Vielzahl von Automaten zu Verfügung. An einem dieser Kioske wird der Reisepass gescannt, man erhält einen Code und damit geht man so ganz nebenher an einem Officer vorbei und schon steht man in der Gepäckhalle. Kaum zehn Minuten des Wartens, dann laufen wir schon wieder an einem Officer vorbei, dem wir den vorhin vom Automaten erst erhaltenen Zettel wieder abgibt und das war es auch. Ein Traum! So unkompliziert! Und so schnell! Vom Flughafen zum Hotel Vor dem Verlassen des Terminals werden wir freundlich von einem Mitarbeiter angesprochen, ob er uns helfen kann. Gerne nehmen wir sein Angebot an und er weist uns den Weg, wo die Hotelbusse die Passagiere aufpicken. An der Stelle angekommen warten wir einige Minuten vergebens, dann ruft Anita im Hotel an. Dort erfahren wir, dass wir ein spezielles Taxi nehmen sollen (Associated Cab) und das Hotel zahlt anschließend den Fahrer. Aber wo finden wir das erwähnte Cab. Wir gehen ein Stück und suchen vergebens, weshalb ich eine Mitarbeiterin anspreche und sie ist uns ebenfalls behilflich und ruft einen Wagen. Der Fahrer ist ebenso mürrisch wie das Auto interessant. Anita, hinten links sitzend, fällt fast nach hinten auf die Ladefläche, weil die Rückenlehne defekt ist. Ich hingegen sitze aufrecht, allerdings ohne Sicherheitsgurt. Der funktioniert nicht. Nach ca. 10 Minuten erreichen wir das Best Western plus. Der Fahrer erhält an der Rezeption sein Geld und von uns einen ordentlichen Tipp, aber seine Begeisterung ist annähernd null. Um so freundlicher ist das Best Western-Personal und das Zimmer, das Anita uns ausgesucht hat, ist spitze. Groß, mit Sitzecke und kleiner Küche und neben einer riesigen begehbaren Doppeldusche hat es auch noch einen Whirlpool. ![]() ![]() Die Dusche hat es in sich und Anita ruft mit rüber: "Das ist keine Dusche, das ist eine Waschstraße". Denn tatsächlich kommt das Wasser nicht nur von oben sondern von überall, einer Wellness-Dusche ähnelnd. Allerdings muss ich feststellen, dass das Netzteil meines Laptops defekt ist und sollte irgendwann unser Bericht unerwartet stoppen, dann haben wir keinen Nachschub gefunden. Die Sache mit den Stäbchen Für ein Restaurantbesuch haben wir keine Lust und daher bedienen wir uns an einer Vendingmaschine. Es gibt zwei kleine Töpfchen Nudeln. Mangels Besteck entwickelt sich das Essen zu einem kleinen Abenteuer, denn zwei kleine Stäbchen dienen uns als Besteck. Und bald schon geht es ins Bett, denn wir sind doch recht müde. |
| 24.05.2026: Calgary - Bow Valley Campground |
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Die Wecker sind auf sechs Uhr gestellt aber bereits um 2 Uhr sind
wir hellwach. Wir sehnen uns dem Frühstück entgegen um dann festzustellen, es gibt hier kein Frühstück, zumindest nicht um diese Zeit und auch nicht inkludiert. Das ist bedauerlich, denn das Frühstück in den Best Western und insbesondere in den Best Western Plus sind für amerikanische Verhältnisse wirklich gut und bei der Gelegenheit fällt uns auf, dass wir noch nie ein Best Western ohne Frühstück hatten. Ob das hier in Kanada nicht üblich ist? Also bleibt uns nur der Kaffee aus unserer Maschine und um 8:30Uhr checken wir aus. Ziemlich pünktlich kommt der Shuttle, der uns zum Vermieter bringen wird. Wir sind die ersten im Bus und der Fahrer begrüßt uns während der Fahrt noch mal ganz besonders, nachdem wir ihm erzählt haben, weshalb wir nach 35 Jahren den USA den Rücken gekehrt haben. An zwei weiteren Hotels werden weitere Passagiere aufgenommen, alles Deutsche! Die Übernahme Nach etwa einer halben Stunde erreichen wir die FraserwayRV Station. Wir haben ja schon viele Autos angemietet, in den USA, in Deutschland, in Spanien und jetzt eben hier in Kanada aber die heutige Übernahme schlägt so ziemlich alles. Zunächst sind wir erstaunt, dass annähernd alle Mitarbeiter*innen perfekt Deutsch sprechen. Verständlich, wie wir dann erfahren, denn es handelt sich um junge Work-and Travel-Leute, die also für ein Jahr hier in Kanada studieren und übergangsweise hier beim Vermieter jobben. Der Vermieter legt Wert auf deutschsprachige Mitarbeiter, weil die Kunden hier überwiegend aus Deutschland kommen. Wir können uns nicht erinnern, je eine solch freundliche Übernahme erlebt zu haben. Eine weitere deutsche Mitarbeiterin erklärt uns nach den Formalien den kompletten Wagen, wobei wir ihr gleich zu verstehen geben, dass wir dieses Modell bereits mehrmals gefahren haben. Somit kann sie sich auch recht knapp halten. Wir sind sehr angenehm über die Ausstattung des Wagens erstaunt. Weil wir ja hier keinen Zugriff auf den vollausgestatteten Storage in Las Vegas haben mussten wir zwangsläufig die Küchenausstattung sowie die persönliche Ausstattung anmieten. Dennoch ist sie umfangreicher und qualitativ besser als die bisherigen in den USA. So gibt es zum Dumpen (Entleeren der Brachwassertanks etc.) nicht einfache Wegwerf-Handschuhe sondern richtige, mehrfach verwendbare Gummihandschuhe, sogar eine Axt ist dabei, falls wir mal Brennholz hacken wollen. Es gibt sogar ein Erstes-Hilfe-Set und etwas Werkzeug. Wir und insbesondere ich sind begeistert. Gegen 11Uhr verlassen wir den Hof und wissen noch gar nicht, dass wir in gut zwei Stunden wieder hier sein werden. Doch der Reihe nach: Zunächst geht es zu dem nur einen Steinwurf entfernten Walmart und hier verbringen wir gut zwei Stunden. Unsere Einkaufsliste ist lang, aber im Gegensatz zu den USA-Walmarts ist das Angebot an Lebensmitteln deutlich kleiner. Ob das speziell an diesem Walmart liegt oder ob die kanadischen Walmarts anders ausgerichtet sind, werden wir im Laufe unseres Trips bestimmt noch in Erfahrung bringen. Auf jeden Fall finden wir einige Utensilien erst nach langem Suchen oder gar nicht. Aber ein Netzteil finde ich sogar. Der Wagen ist weg! Wir sind mit zwei Einkaufswagen unterwegs und ich lasse meinen nur ganz kurz unbeaufsichtigt, da ist er samt Batterien und Netzteil einfach weg. Das passiert mir bei Walmart nicht zum ersten mal. Offensichtlich bedeutet ein alleinstehender Einkaufswagen sofort, dass die Ware wieder weggeräumt werden muss. Obwohl wir nicht alles finden beträgt die Rechnung $370, wohlgemerkt kanadische Dollar. Und das sind dann umgerechnet 230€. Bärensprays gibt es hier allerdings nicht, obwohl sich die Storagemitarbeiterin bemüht hat. Bärenspray gilt nämlich in Kanada als eine Waffe und darf nicht überall angeboten werden. Gasalarm! Zurück am Wohnmobil werden wir schon mit ohrenbetäubendem Krach begrüßt, denn der Gasmelder hat angeschlagen und bestätigt, dass mich meine Nase vorhin nicht getäuscht hat: Es riecht nach Gas. Nach dem Öffnen aller Fenster endet der Krach, dennoch lässt es mir keine Ruhe und wir fahren zurück zum Vermieter. Anita hat Schnupfen und riecht überhaupt nichts, aber eine der Mitarbeiterinnen des Vermietstation bestätigt, dass auch sie den Gasgeruch wahrnimmt. Der Übertäter ist leicht gefunden: Bei der Übernahme hat uns die Mitarbeiterin gezeigt, dass der Gasofen funktioniert. Zwar hat sie die Flamme erlischen lassen, nicht jedoch den Hahn vollständig geschlossen. Nebenbei: Ich kenne das von anderen Öfen, dass sich der Hahn automatisch schließt, sobald die Flamme erlischt ist. An die Generation Z: Auch ein Gläschen Wein bleibt uns bei Walmart verwehrt, weshalb wir einen Liquor-Shop ansteuern. Eine recht junge Verkäuferin erstrahlt als sie merkt, dass wir aus Deutschland sind. Die ist seit fünf Jahren zurück aus Deutschland, hat in Weimar Ingenieurwesen studiert und arbeitet jetzt von Montag bis Freitag als Ingenieurin und am Wochenende hier im Liquor-Store. Dies als kleine Information und Motivation an die Generation Z. Nach einem erneuten kräftigen Lüften geht es etwa 120km zum Bow Valley Campground. Ja, richtig gelesen: Kilometer! Kanada hat metrische Werte, egal ob Temperatur, Entfernung oder Geschwindigkeit. Bow Valley Campground Der Campground ist sehr nett angelegt, mitten im Wald und die Abstände zu den Nachbarn sind groß und kaum einsehbar. Zusammengenommen: Ein Campground nach unserem Geschmack. Check In Anita geht zum Check In, während ich mit eingeschalteter Warnblinkanlage halb auf der Straße stehe, denn die Haltefläche zum Check In ist begrenzt und vor uns stehen bereits zwei Gespanne. Offiziell eingecheckt und mit einem Bärenspray in der Hand kommt Anita zurück. Sie hat bei dem Preis von über $90 zunächst nur eine Dose erworben und spaßeshalber betone ich gleich, dass es meine Dose ist. Im Ernst: In unserem Storage haben wir noch zwei Stück, aber das bringt uns jetzt natürlich hier nichts. Und um den Kauf kommen wir nicht herum, denn hier ist aktives Bärengebiet. Auf jedem Tisch wird gewarnt, keine Essensreste draußen rumliegen zu lassen und den Abfall in bärensicheren Containern zu deponieren. Das ist auch der Grund, weshalb wir in den nächsten drei Wochen nicht draußen Grillen werden und den Wein auch nicht in den unteren Staukästen verräumen werden. Wir hatten uns im Vorfeld die Campsite C1 ausgesucht und sie hält, was wir uns von ihr versprochen hatten. Von unserer Campsite nur wenige Meter entfernt und nur von einem Trampelpfad getrennt liegt der dem Campground namengebende Fluss "Bow River". Ich gehe ein wenig hinunter, immer mit einem aufmerksamen Rundum-Blick, ob sich ggf. nicht ein Bär mit mir diese Idylle teilen möchte. ![]() Auf der kleinen Bank setze ich mich nieder und beobachte, wie Marylin Monroe als Kay Weston mit ihrem neu kennengelernten Robert Mitchum als Calder und dem kleinen Mark Calder auf dem hölzernen Fluss entlangfährt. ![]() Hier auf dem Bow Valley wurde nämlich 1954 "Fluss ohne Wiederkehr" gedreht, der allerdings in Wyoming spielt. Ob die drei auch hier entlang fuhren wissen wir nicht, auf jeden Fall war es für uns Film-Junkies verpflichtend, uns den Film vor ein paar Wochen anzusehen. Kaum ist das Floß aus der Sichtweite gehe ich zurück zum Camper, denn jetzt wird traditionsgemäß alles verstaut. Der Camper: Der Fachmann erkennt sofort, dass wir diesmal kein Wohnmobil der Class A haben, also einen Vollintegrierten. ![]() Hat das Geld nicht mehr gereicht? Zunächst sei gesagt, dass das Anmieten von Wohnmobilen in Kanada deutlich weniger kostspielig ist als in den USA, zumindest um diese Jahreszeit. Das Problem ist, dass Anita, meine pfiffige Recherche-Maus, weit und breit keinen Class A-Bus finden konnte und wir somit wieder auf einen Class C zurückgehen mussten. Warum lieber einen Class A?: Er ist größer, hat mehr Platz, die Sicht nach vorne ist aufgrund des fehlenden Alkovens beim Fotografieren deutlich kolossaler und er hat aufgrund der drehbaren Fahrer-/Beifahrersitze und dem kleinen Bistro-Tisch eine Art Lounge. Aber zumindest verfügt er auf der linken Seite über einen Slider, so dass Tisch und Küche rausgefahren können und dadurch etwas mehr Platz zu Verfügung steht. Und das Schlafzimmer ist wirklich ansprechend. ![]() Was uns auffällt: Wer das Wohnmobil von außen in seiner ganzen Pracht sieht, denkt sicherlich, dieser Wagen hat unendlich viel Platz. Aber wir beklagen die Enge und den wenigen Platz und ja, das ist Jammern auf hohem Niveau. Aber tatsächlich sind wir in den letzten Jahren die Geräumigkeit der A-Class gewohnt und jetzt merken wir doch, dass alles etwas enger und der Stauraum kleiner ist. Anita stößt plötzlich an die Grenzen ihres Kühlschranks, der in der A-Class gefühlt doppelt so groß ist. Aber jetzt zu dem Positiven: Es ist ja schon etwas länger her, dass wir letztmalig die C-Class fuhren und so sind wir doch überrascht: Es ist der leiseste Wagen, an den wir uns erinnern können. Es klappert nichts, der Innenausbau ist solide verarbeitet und der Wendekreis ist gefühlsmäßig deutlich kleiner als damals. Wenn jetzt auch noch Steckdosen auf der linken Seite des Wohnmobils Strom hätten, wäre alles bestens! Also von daher: (Fast) alles gut! |
| 25.05.2026 Bow Valley Campground - Kicking Horse CG |
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Heute sind wir erst um 4 Uhr wach und so hatten wir alle Zeit
der Welt, um gegen 8Uhr loszufahren. Warum nicht schon um kurz nach
vier losfahren? Weil wir ausgiebig frühstücken. Frühstück Da der Wagen einen Backofen hat, gibt es auch wieder Croissants. Heute auf der Unterseite schwarz und recht verbrannt, obwohl wir Temperatur und Zeit im Blick hatten. ![]() Außerdem müssen wir den Campern auf dem Kicking Horse-Campground ja eine Chance geben, die Campsites zu verlassen. Denn Kicking Horse CG ist der einzige auf diesem Trip, für den Anita nicht reservieren konnte. Daher also "First come - first served" Von hier bis zu unserem vorläufigen Ziel sind es etwa 120km, also rechnen wir mit etwa 1,5 Stunden und das klappt auch. ![]() Kicking Horse Campground Die Rangerin am Campground ist so freundlich, einfach toll. Sie gibt uns einen Plan mit allen freien Campsites und bietet uns an, einmal rum zu fahren, die schönste Campsite "aufzupicken" und ihr anschließend zu sagen, welche wir nehmen. ![]() Am Eingang kommen wir mit einem Herrn ins Gespräch, der sich ebenfalls nach einer Campsite erkundigt und schnell, stellt sich heraus, dass er Deutscher ist. Er war beruflich und privat einige Male in den USA, das für ihn ebenfalls zu einem No Go geworden ist. ![]() Die Campsites liegen ebenso herrlich versteckt und mitten im Wald wir auf dem gestrigen. Wir suchen uns eine direkt am Kicking Horse River aus, gehen schnell bezahlen und machen uns dann auch sogleich auf den weiteren Weg zum Emerald Lake, der etwa 15km von uns entfernt liegt. Emerald Lake, voll, voll... Den Parkplatz noch nicht ganz im Sichtfeld sehen wir schon am Straßenrand ein geparktes Auto neben dem anderen und uns schießt die Frage durch den Kopf, ob wir mit unserem knapp zehn Meter langen Wohnmobil überhaupt einen Platz finden. Weise Worte Mir gehen Mischas Worte durch den Kopf, der von Anfang an schon zweifelte, ob uns dieses Stück Land gefallen wird. Tatsächlich fährt man lange durch eine sattgrüne schöne aber völlig monotone Landschaft um dann bei den Highlights anzukommen, die völlig überfüllt sind. ![]() Kurz vor dem Parkplatz hat sich eine Warteschlange ergeben und tatsächlich haben wir das große Glück, dass genau in diesem Moment zwei Wohnmobile hintereinander ausparken und wir noch ganz knapp im erlaubten Bereich parken können. Ärgerlich, dass einige Autofahrer die Schilder übersehen oder bewusst ignorieren. So gibt es Stellplätze, die ausschließlich für RVs oder Gespanne sind und welche, die ausschließlich für normale Autos gedacht sind. Immer die Autofahrer Während wir Wohnmobilisten uns streng an die Regeln halten (und an anderer Stelle die Parkplätze auch zu klein sind), parken einige PKW genau auf den Plätzen für Wohnmobile. Wir rätseln noch über das Schuhwerk, entscheiden uns dann aber richtigerweise für die Wanderschuhe und gegen die Crocs. Um nochmal darauf zurück zu kommen. Hier muss es wohl sehr schön sein, zumindest vermuten das auch Menschenmengen von fotosüchtigen Touristen. Also genau solche wie wir. ![]() Wir machen das, was wahrscheinlich fast alle Besucher machen: Wir umwandern den Emerald Lake über einen 5,3km langen Trail. Wir entscheiden uns, ihn "clockwise" zu gehen, also im Uhrzeigersinn. Ob das die bessere oder schlechtere Gangweise ist, wissen wir nicht. Im Nachhinein werden wir zu der Erkenntnis gelangen, dass man das so oder so sehen kann. Auf jeden Fall ist der erste Abschnitt gut ausgebaut, lediglich ein Lawinenfeld von Eis und Schnee stellt eine kleine, aber abwechslungsreiche Barriere dort. ![]() Wir klettern ein wenig über dieses Schneefeld und sind sogleich wieder auf dem gut ausgebauten Weg. Und begegnen viele Spaziergänger, entweder laufen sie parallel zu uns und kommen uns entgegen. ![]() Ich rudere zurück Interessant sind die vielen Ruderbote, die auf dem See plätschern. Plötzlich verschwinden sie alle schlagartig. Anita weist mich nämlich darauf hin, dass das keine Ruderbote sondern Kajaks sind. Dann treiben also jetzt ganz viele Kajaks auf dem See. Wir sind erst gar nicht auf die Idee gekommen ein Kajak zu mieten und über den See zu schippern. Nachdem wir die Preisliste gesehen haben und dort für ein Kajak pro Stunde mit maximal 3 Personen $100 aufgerufen werden, fragen wir uns, ob wir das Geld in die Hand genommen hätten, wenn wir wirklich Spaß daran hätten. Wir vermuten mal, dass wir es gemacht hätten, wenn uns das wirklich wichtig wäre. Zurück zu unserer Runde. Mich erinnert diese Umrundung an unsere Tour um den Eibsee. Gut ausgebauter Weg, schönes Panorama und viel los. ![]() Schlammschlacht Kurz hinter dem Ende des Sees wird aus dem gut ausgebauten Weg dann eine kleine Schlammpartie. Dieser Teil des Sees bzw. des Weges liegt im Schatten, so dass der Weg lange braucht um abzutrocknen. Im Moment erleben wir sogar noch Schneereste. Zum Glück sind kleinere Passagen mit Stegen versehen, so dass wir nicht nur durch die Matsche müssen. ![]() Der Weg ist deutlich anstrengender als der erste Teil und sogar aufgrund der großen Biegung noch etwas länger. Jetzt verstehen wir auch, weshalb der Trail mit etwa 2 Stunden angegeben wird. Zurück am Ausgangspunkt kauft Anita noch eine Dose Wasser (0,35l), die immerhin $5 kostet. Einerseits fast schon eine Unverschämtheit aber machen wir uns nichts vor, in Deutschland landen wir in einer touristischen Gegend auch bei diesem Preis. Zurück auf dem Parkplatz hat hinter uns im verbotenen Bereich ein weiterer Camper geparkt und wir befürchten schon eine große Rangiererei aber sowohl der Wagen vor uns wie auch hinter uns verlassen den Parkplatz zusammen mit uns. Übrigens verscheucht in diesem Moment der Ranger einige Autofahrer, die fälschlicherweise mit ihrem PKW auf "unseren" Parkplätzen stehen. Die Besetzer Der Rückweg erfolgt ohne Navi und wir staunen nicht schlecht, dass unsere Campsite von Fremden besetzt ist. Leider steht nur das Wohnmobil dort , so dass wir niemanden freundlich ansprechen können, etwa mit "Hau ab!", oder ähnlich. Ich versuche den Ranger zu finden, spreche zwei Männer an, ob sie wissen, wo er ist, aber in fürchterlichem Englisch und mit mehr Zeichen als Worten geben sie mir zu verstehen, dass sie es nicht wissen. Genau diese beiden Herren sind die Besetzer unserer Site und die Verständigung läuft nun besser, weil es sind Deutsche. Angeblich hat ihnen die Rangerin diese Campsite zugewiesen. Wir waren zuerst da Ich überspringe jetzt die Details aber es sieht so aus, dass einerseits tatsächlich der Rangerin ein Fehler bei den Herrschaften unterlaufen ist, andererseits die beiden die Markierungen auf dem Plan die freien und die besetzten Sites vertauscht haben. Die Rangerin betonte Anita gegenüber, dass uns die 71 zusteht und die beiden anderen eben die 70 nehmen sollen. Dass wir auf unsere Site hartnäckig bestehen hat weniger mit Sturheit zu tun sondern ist der Tatsache geschuldet, dass wir mit unserem Camper nicht auf jede Site passen. Dinner Somit wird es nun Zeit fürs Abendessen: Es gibt hauchdünne Steaks mit dem typischen Mais-Käsesalat, Zaziki, Kartoffelsalat und Naan. Letztgenanntes in einer für uns völlig neuen Form: Es sind kleine Taler, die aber so gut schmecken wie die großen Fladen aus den USA. Gut, dass wir nicht grillen, denn diese Taler wären mit Sicherheit durch das Rost in die Glut gefallen. Satt und müde beende ich nun den heutigen Tagesbericht. |
| 26.05.2026 Kicking Horse CG - Revelstoke |
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Langsam lassen wir den Jetlag ausklingen und heute schlafen wir
tatsächlich bis kurz vor sechs Uhr. Kurz nach sieben geht es dann nach der morgendlichen Zeremonie der Hygiene und der Kulinarik auf die Piste. Die Croissants waren wieder angebrannt und keiner weiß wieso. Die machen wir doch jedes Jahr, ein Backofen vorausgesetzt. Wir werden weiter dran arbeiten und berichten, sobald sich Erfolge eingestellt haben. Wir fahren einen kleinen Umweg zur Natural Bridge, die wir gestern auf dem Rückweg vom Emerald Lake absichtlich ignoriert haben. Zwar standen wir schon fast auf dem Parkplatz, der aber so überfüllt war, dass wir erst gar nicht versucht haben einen Parkplatz zu finden. ![]() Nach gut 10 Minuten erreichen wir die gestrige Stelle und sind mutterseelenallein. Lediglich das Auto eines Mitarbeiters steht einsam und verlassen dort. Schnell nutzen wir die Gelegenheit und fotografieren wie die Wilden. ![]() Dem Namen entsprechend überspannt eine natürliche Felsbrücke den Kicking Horse River, der sich hier durch verschiedene Felsspalten drängt. Wir haben Glück mit dem Wetter, denn bis vor wenigen Minuten hat es seit heute Nacht durchgeregnet. ![]() Eine Viertel Stunde reicht uns, um gefühlt jede Felskante und annähernd alle Wassertropfen fotografisch festzuhalten. Diese Stelle gilt als einer der interessantesten und attraktivsten Ausflugsziele des Parks. Wir bereuen nicht, den kurzen Abstecher gemacht zu haben, erscheint uns aber auch nicht unbedingt ein "Must Done". Nach weniger als 6km erreichen wir das Zwischenziel: Die Golden Skybridge Leider sind die Tore noch verschlossen. Google Maps hatte uns schon vorgewarnt, dass der Park erst gegen 10Uhr öffnet, also in mehr als 1,5 Stunden. Daher entschließen wir uns zu einer kurzen Shopping-Tour in Golden. Unser Einkauf bei Walmart hatte ja einige Lücken hinterlassen und hier bei "Save un Food" hoffen wir, sie zu schließen. Zunächst staunen wir nicht schlecht über die ziemlich hohen Preise, selbst wenn der kanadische Dollar relativ günstig ist. Hätten wir eine entsprechende Club-Karte, die es wie bei vielen amerikanischen Ketten auch gibt, dann könnten wir kräftig sparen. Unsere Hoffnung und Erfahrung bestätigt sich an der Kasse. Die sehr freundliche Kassiererin fragt uns, ob wie eine entsprechende Club-Karte haben. Als wir das zwangsläufig verneinen müssen, gibt sie uns den Rabatt einfach so. Das haben wir auch schon in amerikanischen Märkten erlebt. Wir sind noch auf der Suche nach einem Mug und gehe in den gegenüberliegenden Dollar-Laden rein, aber hier werden wir leider nicht fündig. ![]() Also zurück zur Golden Skybridge. Wir sind pünktlich um 10Uhr als einer der ersten Besucher vor Ort. Aber dann müssen wir digital eine Sicherheitsbelehrung unterzeichnen und dazu benötigen wir Internet. Das haben wir im Bus und so quälen wir uns dort durch das Formular und kommen zurück zum Eingang. Jetzt wird es Zeit, mal was zu erklären. Anita hat im Vorfeld ein Package mit einer Reihe von Attraktionen gebucht. Und eine dieser Attraktion ist eine große Seilhängebrücke, die höchste oder längste Kanadas. Wir sind gespannt. Auf das Package kommen wir bestimmt noch mehrmals zu sprechen. Auf jeden Fall würde der Eintritt zu dieser Brücke allein schon mal $55 pro Person(!) kosten. Ob es einem das Wert ist muss jeder für sich entscheiden. Zumal z.B. die Geierlei-Brücke im Hunsrück mehr doppelt so lang ist und keinen Eintritt kostet. Wir hatten uns entschieden, weil es halt ein Highlight sein soll. Ganz naiv sind wir davon ausgegangen, dass man eben den Eintritt zahlt, dann über die Hängeseilbrücke geht und gut ist. Doch weit gefehlt: Zunächst müssen wir unseren Voucher in eine Eintrittskarte umtauschen und uns somit in einer kleinen Schlange einreihen. Doch dann kommt ein freundlicher Mitarbeiter auf uns zu, scannt die Vouchers und wir dürfen direkt rein. Damit erledigt sich auch zwangsweise die kurze Überlegung, ob wir eine Zipline-Fahrt über den Canyon machen. Man fliegt also bäuchlings in einem Tragegestell an Seilen von einer Seite auf die andere Seite des Canyons. Das hat mich schon lange gereizt, insbesondere mit meiner 360Grad-Kamera. Das würde allerdings auch einen "kleinen" Aufschlag von nicht weniger als $77 pro Person kosten. Zum Glück wird uns diese Entscheidung abgenommen. Aber jetzt mal zur Frage "Was ist das denn hier?" Das ist hier wirklich eine Art Freizeitpark, die neben der Hauptattraktion der Hängeseilbrücke (ich muss mich korrigieren, genau genommen sind es zwei) auch noch weitere Unterhaltungsmöglichkeiten bietet: Eine rasante Abfahrt in einem Bob, (ähnlich einer Sommerrodelbahn aber auf Schienen), die bereits erwähnte Zipline, eine Riesenschaukel (ähnlich Bungee Jumping), einem Hochseilgarten usw. Alles natürlich mit einem "kleinen" Aufschlag. ![]() Unser Augenmerk gilt der "Golden Sky Bridge", bei deren Anblick wir ein bisschen ernüchtert sind: Sie hängt mit 130 Metern recht hoch über dem Hospital Creek Canyon und bietet einen beindruckenden Blick auf den drunter liegenden 60 Meter hohen Wasserfall des tosenden Gebirgsbachs. ![]() Aber all zu lang scheint sie nicht zu sein. Und wie bereits schon erwähnt, werden wir im Laufe des Tages noch feststellen, dass sie mit 150 Meter Spannweite noch nicht mal halb so lang wie die Geierlei-Brücke ist. ![]() Aber: Es ist nunmal di höchste Hängeseilbrücke Kanadas. Was uns aber richtig überrascht hat: Obwohl wir alleine auf der Brücke sind wackelt und schaukelt sie enorm. Insbesondere ich hab Schwierigkeiten die Balance zu halten, denn mit zwei Kameras bewaffnet habe ich keine Möglichkeit mich an den Seilen festzuhalten. Aber nach paar Metern haben wir beide das im Griff. Auf der anderen Seite angekommen schlendern wir ein wenig durch den Park und stoßen dabei auf die Mountain Railroad. Ähnlich einer Sommerrodelbahn saust man über einen Kilometer lang von einer Kurve in die andere. Durch Abbremsen verzögert man die sehr rasante Fahrt, wenn man es denn will. Zum Glück laufen die Bobs auf Schienen und mit der 360Grad-Kamera in der Hand kann ich ihr nicht widerstehen. Mountain Coaster Nach kurzer Überlegung stehen wir schon für Karten an. Meine Kameras versteckte ich etwas, weil ich sie sonst ggf. hätte abgeben müssen. Man ist hier sehr vorsichtig. Die vorhin erwähnte Sicherheitsbelehrung bzw. -abtretung wird ergänzt durch ganz klare Bestimmungen hinsichtlich Größe, Gewicht und insbesondere auch das Schuhwerk. Zum Glück haben wir in weiser Voraussicht die Crocs gegen die Wanderschuhe getauscht, denn tatsächlich mussten wir die Schuhe zeigen und mit Crocs hätte man uns abgewiesen. ![]() Die Fahrt macht einen riesigen Spaß, obwohl es mit der Kamera in der einen Hand schwierig ist, den Bob richtig abzubremsen. Aber wir kommen beide gesund unten an. ![]() Wir schlendern noch ein bisschen durch den Park, machen einige Bilder und spazieren dann über die zweite, etwas kleinere Hängeseilbrücke wieder zurück auf die andere Seite des Canyons. Smashburgers ![]() Unten angekommen entschließen wir uns dann für eine Kleinigkeit zu essen. Genau das, was wir sonst eigentlich "im normalen Leben" nicht machen, was aber zu einem Besuch in einem Freizeitpark dazu gehört: Smash-Burgers und Fritten. Die der Summe macht das etwa $50. Allerdings haben wir nicht mit einer solch großen Portion gerechnet. Da hätte eine Portion für uns zwei dicke gereicht. Das führt dann dazu, dass wir die Fritten für heute Abend im Camper mitnehmen. Nach knapp drei Stunden verlassen wir den Park und fahren weitere gut 140km bis zum Revelstoke RV & Cabin Resort. ![]() Das ist ein kommerzieller Campground, den wir aufgrund der Infrastruktur gewählt haben und uns ist bewusst, dass er in keinster Weise mit den idyllischen Campgrounds der letzten zwei Tage vergleichbar ist. Aber wir werden überrascht: Denn obwohl er kommerzielle ist und die Campsites einer neben der anderen ist, macht er einen netten Eindruck. Zumal wir eine Site am äußersten Ende einer Reihe gewählt hatten, mit einem Picknicktisch und natürlich Stromanschluss sowie Wasser und Abwasser. Die Rezeptionistin ist sehr freundlich uns erklärt uns nicht nur die üblichen Zeiten und Regeln des Campgrounds, sondern eine Vielzahl von wander- und Besichtigungsmöglichkeiten nah und fern. Wir sind beeindruckt über diese umfängliche Information. Zwar ist der Pool geschlossen aber wir können jederzeit in die Sauna. Natürlich wird gleich auf die Kleidungsordnung hingewiesen. Denn in den USA und in Kanada wird, für uns kaum vorstellbar, nicht nackt gesaunt. Wobei ich mal gehört habe, dass umgekehrt ein Schuh draus wird. Außer in Deutschland, Österreich und den Niederlanden (evtl. auch in skandinavischen Ländern) wird nirgends nackt gesaunt. Und dann weist sie auch noch drauf hin, dass wir vorsichtig sein sollen und nichts draußen liegen lassen dürfen. Heute Morgen hat der Platz schon einen Besuch von einem Bären erhalten. Aber sie beruhigt uns zugleich, das er nichts gemacht hat, er ist nur hier durchgelaufen. Will ich wirklich einem Bären begegnen? Die Frage erkläre ich später noch. Jetzt aber beziehen wir die Campsite, trinken gemütlich unseren Nachmittagskaffee, machen ein paar Fotos und überlegen uns, was wir morgen machen werden. Denn ursprünglich hatten wir für den morgigen Tag einmal eine Rafting Tour geplant, auf die wir uns schon sehr gefreut haben. Aber aufgrund der gesundheitlichen Situation haben wir das vor einiger Zeit storniert. So, nachher wird noch zu Abend gegessen (U.a. die Fritten aus dem Park) und dann neigt sich ein weiterer Tag dem Ende entgegen. |
| 27.05.2026: Revelstoke, Ghost Town, Moses Falls |
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Von Bären und Bisons Nach dem gestrigen "Redaktionsschluss" hat sich noch was ergeben, als hätte ich es beschworen! Gestern habe ich ja für mich die Frage aufgeworfen, ob ich/wir wirklich einen Bären sehen wollen. Weil.... In den letzten 35 Jahren unserer USA-Touren wurden wir mit einer Vielzahl der dortigen Spezies konfrontiert, und das nicht immer freiwillig. Ich denke da im Yellowstone an das Bison, das seinem "Geschäft" nachgehend genau zwischen uns und dem weiteren Weg stand und uns aufmerksam beobachtete. Mehrere Skorpione haben wir entdeckt, oder sie uns. Wir sind durch aktives Puma-Gebiet gewandert. Mehrmals begegneten uns Schlangen und einige Spezies machten uns mit ihren Klappern auf sich aufmerksam. Dabei gab es sogar zwei Situationen, jeweils im Grand Canyon, die tatsächlich sehr gefährlich waren und gut hätten daneben gehen können. Insbesondere mit der dicken und sehr giftigen Grand Canyon Rattlesnake. In all diesen Situationen war ich stets aufmerksam und natürlich auch sehr aufgeregt und gespannt, aber eigentlich niemals wirklich ängstlich. Nur die Bären waren und sind nicht meine Freunde. Will sagen, da bin ich direkt etwas ängstlich. Zweimal sind wir ihnen in der Vergangenheit begegnet, jeweils Jungtiere, und ich war froh, in ausreichender Entfernung gewesen zu sein. Bezüglich Kanada habe ich im Ohr, dass mal jemand sagte: "Wenn du nach Kanada reist und keinen Bären siehst, dann hast du dein Hotelzimmer nicht verlassen!" Natürlich ist eines der Highlights einer Reise, wenn man anschließend beim Stammtisch damit prahlen kann, einen oder sogar mehrere Bären gesehen zu haben. Und ja, wir möchten gerne welche sehen (also zumindest Anita), aber möglichst in ausreichender Distanz. Und jetzt spreche ich für mich: Und wenn ich keinen Bären treffe, dann kann der Kanada-Trip dennoch schön werden. Weil aber ein Bär einfach zu einer Kanada-Reise dazugehört, haben wir eben einen mitgebracht. ![]() Der kommt sogar von hier, Birgit hat ihn Anita mitgebracht und somit war für uns klar, den nehmen wir mit, damit er in seiner alten Heimat Urlaub machen kann. Damit ist das Kapitel "Bär" für uns (mich!) abgehakt. Aber jetzt kommt es: Während wir gestern noch so im Bus "abhängen", entdeckt Anita plötzlich einen echten Bären auf dem Campground. Ich habe im ersten Moment nichts gesehen und dachte, sie bindet mir selbigen auf. Aber nein. ![]() Sie hat recht und die wenigen Menschen auf dem Campground waren recht aufgeregt. Der Bär trottete gemächlich aber immer wieder mit der Nase nach oben schnuppernd über den Platz, dann rubbelte er sich an einem Baum den Rücken. Das kann ich mir manchmal auch sehr angenehm vorstellen. Würde allerdings vermutlich etwas seltsam aussehen, wenn ich das hier auf dem Platz mache. ![]() Plötzlich kletterte er ein Stück den Baum hoch. Anita kommentierte die Situation in Anlehnung an das Buch "Frühstück mit Bären" von Bill Bryson, dass es sich um einen Schwarzbären handeln muss. Wäre es ein Grizzley, dann würde er am Baum schütteln um mögliche Leute vom Baum zu holen. Ein Vater geht mit Bärenspray bewaffnet vorsichtig in Richtung Spielplatz um seinen Sohn in Sicherheit zu bringen. Ein Officer fährt mit dem Wagen über den Platz um den Bären, der Anitas Meinung nach, noch recht jung zu sein scheint, zu vertreiben. Zunächst erfolgreich. Doch etwa eine halbe Stunde später tauchte der Bär erneut auf, diesmal direkt neben unserem Wagen. ![]() Unseren geplanten kleinen Spaziergang über den Platz haben wir verständlicherweise verschoben und ja, unsere Gänge zu den sanitären Anlagen haben wir auch gemeinsam und mit Lampe und Spray bewaffnet erledigt. Ach ja, der Vater, der zuvor seinen Sohn vom Spielplatz holte, gehörte zu einer Gruppe, die eigentlich zelten wollten. Auf Empfehlung des Officers haben sie dann ihr Quartier geräumt und sind in eine der Cabins gezogen. Das kann ich gut verstehen. Nun haben wir schon zwei Bärensichtungen, damit ist es ein typischer Kanada-Urlaub. Und was passiert heute noch so? Das berichte ich später... Zunächst eine der wichtigsten Ereignisse: Die Croissants verbrennen nicht mehr und der Qualm im Auto ist Vergangenheit. Anita hat eben den Grund für das verbrennen der Backwaren entdeckt, nämlich........ich habe es nicht ganz verstanden. Auf jeden Fall hat der Vermieter auf einer Ebene des Backofens Alufolie verteilt, dadurch war der Rost auf einer anderen ebene und dadurch..... Egal, jetzt gibt es wieder richtige Croissants. Dann kann das heute nur ein toller Tag werden, zumal wir frei haben. Wie bereits erwähnt war der heutige Tag in der ursprünglichen Planung für eine Rafting-Tour vorgesehen, die wir ja bzw. ich ja zur Zeit nicht wahrnehmen kann / soll /darf/ etc. Stattdessen folgen wir der ersten Empfehlung unserer freundlichen Rezeptionistin von gestern und fahren knapp 20km bis zur 3 Valley Gap Heritage Ghost Town. Ghost Town, die keine ist Nun haben wir ja schon einige Ghost Towns kennen lernen dürfen, aber der Reiz ist noch immer nicht verflogen. Ghost Town, der alte Begriff für das heutige "Lost Place". Zum Glück ist ausreichend Platz für unseren Wagen und noch mehr Glück, heute stehen wir nicht vor verschlossenen Türen obwohl wir schon wieder mal (ca. 8:15Uhr) sehr früh hier sind und uns schon wieder nicht vorher über die Öffnungszeiten informiert haben. Wir sind sehr gespannt und zugleich etwas kritisch, denn der Flyer preist die Ghost Town mit einigen Highlights an: Über 25 restaurierte Gebäude, ein Railway Roundhouse, eine Sammlung alter Autos und sogar eine Fahrt mit der Railroad. Die Erfahrung zeigt, dass die Realität oft nicht mit den Versprechungen mithalten kann. Endlich ein Vorteil des Alters An der Kasse werden wir gefragt, ob wir Adults oder Seniors sind und das ergibt für mich eine Ersparnis von $2 auf den regulären Preis von $18. Gerne hätten wir als Add-On auch noch jeweils $4 für eine Fahrt mit dem Zug dazu gebucht, doch der fährt leider nur am Wochenende. Die nette Dame weist uns des Weges: ![]() Wir sollen zunächst die Ausstellung in der ersten Etage besuchen, dann runter durch das Theater auf das Außengelände zu den Gebäuden. ![]() Zur Geschichte: Die Exponate sowie Gebäude sind in Wirklichkeit gar keine klassische Ghost Town sondern wurden in Jahrzehntelanger Suche durch die Familie Bell liebevoll zusammengetragen. In den 50ern kaufte die Familie Bell das sumpfige Stück Land. Was 1956 als kleine Servicestation und ein einfaches Motel mit sieben Zimmern begann entwickelte sich zu einem Art Freilichtmuseum. Ich starte jetzt bei meiner Erzählung mit dem Ende unserer Besichtigung: Wir sind platt, völlig reizüberflutet und die Beine schmerzen. ![]() Ein solch große Sammlung von Exponaten haben wir noch nie gesehen und es fällt schwer, auch nur einige in Erinnerung zu halten. Die zig Häuser wurden aus dem großen Umfeld hierher transportiert und detaillverliebt restauriert. Der Zeitraum der Ausstellungsstücke reicht gefühlt von der Mitte des neunzehnten Jahrhunderts bis in die späten 70er und 80er des letzten Jahrhunderts. ![]() Wir gehen vom Friseur über den Zahnarzt bis in den Saloon, vom Schreiner über den Hufschmied bis zum General Store. ![]() Anita in der Bank, vergebens, Kreditkarte wird (noch) nicht genommen Jedes Gebäude kann betreten werden, gelegentlich befinden sich die Exponate hinter Gittern oder Plexiglasscheiben aber viele Stücke liegen einfach so da. ![]() Wir fragen uns, ob da nicht schon der eine oder andere gewillt war, etwas mitzunehmen. Aber wir sind uns sicher: Das würde bei der Anzahl der Stücke niemand merken, zumal man völlig unbeobachtet durch das ganze Gelände gehen kann. ![]() Ford T-modell in verschiedenen Ausführungen Die Oldtimer Sammlung ist genauso beeindruckend wie das "Railway Roundhouse", eine riesige kreisrunde Halle mit verschiedenen Lokomotiven bzw. Wagons. ![]() Roundhouse: Die größte überdachte Drehscheibe Nordamerikas Einige sind sogar begehbar, z.B. auch der exklusive Wagon vom ehemaligen Premierminister Pierre Trudeau. ![]() Anita im Wagon von Trudeau Warum ist die Halle rund? Sie beherbergt auf dem Boden eine massive Drehscheibe (Zugfreunde wissen sofort, was ich meine), mit der man Lokomotiven oder Wagons in eine andere Richtung drehen kann. Wir könnten hier noch stundenlang über das berichten, was wir gesehen haben, soweit wir uns bei der Masse der Exponate noch erinnern können. Ja, zwei Flipper und zwei Spielautomaten ("Pac Man") waren auch dabei. Wir verbringen mehr als drei Stunden hier und haben immer noch nicht alles gesehen aber wir sind einfach nur platt. Wer einmal in der Nähe ist, sollte es nicht versäumen, hier mal reinzuschauen. Aus unserer Sicht gibt es nur einen Wermutstropfen. All die Sachen stehen da einfach so rum, so, wie sie vermutlich vor Jahrzehnten zusammengetragen wurden. Überall ist dicker Staub drauf (von der Oldtimersammlung mal angesehen) und man könnte es noch viel schöner präsentieren. Andererseits fragen wir uns: Wer soll das alles abstauben? Wir müssen erstmal wieder zu uns kommen und dann geht es weiter zum Mount Revelstoke National Park bis kurz davor. Dann müssen wir umdrehen, denn der wohl beeindruckende "Meadows in the Sky Parkway" wird uns wegen der Länge unseres Fahrzeugs verwehrt. ![]() Aufgrund von scharfen Kurven dürfen sie nur kürzere Motorhomes befahren. Falls, aber nicht hingefallen Nächste Station: Die ebenfalls von der netten Rezeptionistin empfohlenen "Moses Falls", weniger als 20km von unserer Basisstation entfernt. Vom Parkplatz aus geht es kaum 400 Meter bis zum Fuß des Wasserfalls. Da der Weg nicht ausgeschildert ist gehen wir nach dem Gehör und finden ihn auch recht schnell, allerding geht es recht steil nach unten. Im Moment sind wir etwas vorsichtig und riskieren nichts, aber das lassen wir uns nicht entgehen. Und tatsächlich kommen wir unten gut an ohne dass einer von uns hingefallen ist. ![]() ![]() Nachdem wir ausfotografiert sind, fahren wir zurück zum Campground, erfreuen uns in der Dusche an den Vorteilen sanitärer Anlagen kommerzieller Campingplätze und essen gemütlich zu Abend. Heute gibt es Hamburger (meiner natürlich mit Blue Cheese), Zaziki, Naan und was habe ich noch nicht erwähnt? Richtig: Käse Mais Salat. Jetzt warten wir noch, ob der Bär auch heute vorbeischaut und dann geht es auch bald schon ins Bettchen. |
| 28.05.2026 Revelstoke - Wells Gray Provincial Park |
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Der heutige Tag wird zur Freude aller Leser, denn der Tagesbericht
wird ganz kurz. Zunächst die erneut sehr erfreuliche Nachricht: Die Croissants sind nicht verbrannt. Gegen 8Uhr geht es los zu einem reinen Fahrtag. ursprünglich waren für heute für die Strecke Revelstoke - Wells Gray Provincial Park 372 Kilometer geplant, ![]() ![]() es wurden jedoch 390 daraus. Haben wir uns verfahren? Nein. Aber wir müssen zwei Umwege machen: Umweg 1: Immer wieder die Croissants. Wir wollen noch bei einem Walmart vorbei, weil immer noch Utensilien fehlen. Insbesondere auch die Knack&Back Croissants, weil insgesamt drei Dosen aufgegangen sind. Umweg 2: Eine Umleitung aufgrund einer Straßensperrung bedeutete nochmals einige Kilometer zusätzlich. Walmart Was Walmarts angeht sind wir ja von den USA recht verwöhnt, hier in Kanada, zumindest in dieser Gegend, muss man schon genau schauen, wo es einen gibt. ![]() Gegen 15:00Uhr erreichen wir das Ziel, nachdem wir einige Kilometer abseits stark befahrener Straßen durch eine nette, wenn auch monotone Straße durch das nicht endend wollende Grün gefahren sind. ![]() Der Campground ist einem Golfplatz angegliedert. Oder umgekehrt? Alles ist ein bisschen....rustikal, aber mit viel Charme. Was hätten wir gemacht, wenn die Ein-Mann-Eingangsstation nicht besetzt wäre? ![]() ![]() Wir beziehen die im Vorfeld reservierte letzte Campsite des Platzes, unmittelbar am Creek. Das Rauschen des Bachs wird uns heute in den Schlaf wiegen. ![]() Die Campsites sind recht dicht beieinander, aber alle am Creek gelegen und im Moment sind lediglich drei Sites einschließlich unserer belegt. No WLAN, no Internet Tippen kann ich fleißig, veröffentlichen vermutlich nicht. Denn hier unten gibt es weder WLAN noch überhaupt Empfang. Also doch: Nicht nur in Deutschland gib es Netzlücken. Vielleicht gehen wir noch ein bisschen weiter hoch, damit wir wenigstens unsere täglichen Lernlektionen (Spanisch) absolvieren können. Wider Erwarten klappt es temporär nun doch mit dem Internet und so kann ich doch noch zumindest vom Abendessen berichten. Es gibt Würstchen mit den entsprechenden Salaten. Außerdem ärgert uns ein Nachbar, der just in dieser Sekunde genau neben unserer Campsite einfährt obwohl so viele frei sind. |
| 29.05.2026: Wells Gray (Regentag) |
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In den frühen Morgenstunden, gegen 4 Uhr etwa, werden wir vom Regen
wach. Ach ja... das Wetter Wir beklagen uns nicht, denn bis gestern Abend war das Wetter stets deutlich besser als vermutet. In der Nacht und am Morgen sehr frisch (teilw. um die 5 Grad) und im Verlaufe des Tages in den unteren bis mittleren Zwanzigern. An einem Tag sogar 27 Grad. Geregnet hat es lediglich mal in der Nacht, ansonsten immer Sonnenschein, meist mit etwas Bewölkung. Die Kraft der Sonne haben wir stets deutlich gespürt und auf der kurzen Tour zu den Moses Falls hätten es ruhig ein paar Wolken mehr sein können. Aber jetzt regnet es kräftig, nicht unerwartet, denn die gestrige Wettervorhersage prognostizierte eine Regenwahrscheinlichkeit von 90%. Am Nachmittag und vor allem die beiden kommenden Tage soll es trocken bleiben, wenn auch bei deutlich kühleren Temperaturen. Die Sache geht auf Und jetzt geht unsere Reiseplanung auf. Anita hat seinerzeit diesen Trip per KI erstellen lassen, da wir von Kanada überhaupt keine Ahnung haben. Allerdings generierte die KI eine Tour, bei der wir jeweils nur eine Nacht auf einem Campground verbringen sollten. Und genau das wollten wir diesmal nicht. Warum? Entgegen unserer ersten USA-Reisen in den frühen 90igern gehen wir es mittlerweile ruhiger an. Damals wussten wir nicht, ob wir irgendwann einmal noch dort hinkommen und haben versucht, alles anzuschauen, was es gibt. Das führte z.B. bei unserer ersten Tour dazu, dass wir kaum Zeit hatten, den Grand Canyon wirklich wahrzunehmen. Für den jetzigen Trip hatten wir uns vorgenommen, weniger zu fahren, länger an einem Ort zu bleiben und wenn es etwas gibt, was wir sehr gerne an der einen oder anderen Stelle sehen möchten, dann verschieben wir es eben einfach um einen Tag, wenn das Wetter schlecht ist. ![]() Und genau so ist es jetzt: Für heute waren zwei Wasserfälle geplant. Dann machen wir es uns eben heute im Camper gemütlich, schauen entspannt aus dem Fenster, wie es wie aus Kübeln regnet, lernen etwas und erfreuen uns an Kaffee und einem warmen trockenen Platz. ![]() Was wir jedoch im Auge behalten werden ist der Bach, der ja nun wirklich nur 4 Meter hinter unserem Bus entlang läuft. Keine Ahnung, ob er uns gefährlich werden kann, wenn es zu einem Starkregen kommen sollte. Überfall, Körperverletzung, Diebstahl Als wir heute Morgen vom Regen erwachten mussten wir feststellen, dass wir in der Nacht überfallen und bestohlen wurden, einschließlich massiver körperlicher Gewalt. Eine Mücke, so unsere erste Vermutung, hat uns überfallen, zerstochen (Körperverletzung) und unseres Blutes beraubt (Diebstahl, bzw. da mit Gewalt in Besitz genommen nennt sich das im Strafrecht "Raub") Zum Glück haben wir diesmal an unseren "Lötkolben" gedacht, also das seit ein paar Jahren in Mode gekommene und von uns sehr geschätzte Gerät um Insektenstichen das entsetzliche Jucken abzugewöhnen. Eine sehr heiße Spitze wird für einige Sekunden auf den Stich gesetzt, dann atmet man tief ein (andere hingegen schreien kurz) und schon wird das für das Jucken ursächliche Eiweiß der Mücken, das sie zur Verhinderung der Blutgerinnung eingespritzt haben zerstört. An der Stelle erwähne ich auch noch Mischa, der uns einmal einen Tipp gegeben hat, was man machen kann, wenn man den "Lötkolben", wie wir ihn nennen, vergessen hat. Einen Löffel mit einem Feuerzeug erhitzen und dann auf den Stich pressen. Rache ist süß, aber anstrengend Wir bezweifeln nach einiger Zeit aber doch, dass ein einzelner Moskito einen solchen kapitalen Schaden verursachen und betrachten das Kampffeld bei Licht. Eine ganze Heerschaft scheint für das Blutbad verantwortlich zu sein und so machen wir uns auf, dem Feind den Kampf anzusagen. Ich entschuldige mich für die Wortwahl. Seit in den USA die Konversationen auf höchster Ebene verrohen, passiert mir manchmal auch dieser Fauxpas. Auf jeden Fall ist es so, dass wir der Opposition die Stärke entziehen. Bei zwanzig Moskitos, und das ist jetzt nicht gelogen, hören wir auf zu zählen. Ursachenforschung Wir überlegen, wie dieser Überfall möglich war und kommen zu dem Schluss, dass die Moskitos den kurzen Moment gestern Abend genutzt haben, als ich wegen dieses Bildes nach draußen gegangen bin. Wohlwissend, dass draußen viele Moskitos sind hatte ich die volle Montur an: Lange Hosen, Strümpfe, lange Ärmel und sogar einen Moskitoschutz für den Kopf. Aber die kurzzeitig geöffnete Tür hatten wir nicht angemessen berücksichtigt. Mal schauen... was der Tag noch bringt. Wir werden berichten. Nachtrag: Wir verbringen den Tag weiter mit Siesta, Essen, Musik hören, Berichte korrigieren, Spanisch lernen und Moskitos elemenieren. Der Wagen ist immer noch von ihnen voll und davon abgesehen regnet es den ganzen Tag. ![]() Macht uns nichts (mehr), haben wir mit einkalkuliert und morgen soll es ja schon wieder etwas besser werden. |
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30.05.2026
Wells Gray, Helmcken Falls Noch ist es ziemlich bewölkt als um 6:00 Uhr wieder die ersten Wecker klingeln aber wir sind guter Hoffnung. Die übliche Morgenroutine einschließlich Frühstück und dann fahren wir los zum Trailhead der Helmcken Falls. Wir sind mit unserem Campground fast schon in Hörweite des Rauschens, denn die Falls liegen nur etwa 14km vom Campground entfernt. Wir sind schon recht früh um 8:30Uhr am Trailhead, weil wir gelesen haben, dass es nur wenige Parkplätze gibt. Aber früher Vogel fängt den Wurm: Außer zwei anderen Wohnmobilen sind wir die einzigen. Wir rüsten uns auf: Rucksack, Wasser, Erste Hilfe Set, allerlei Kameras und das wichtigste überhaupt: Pfefferspray. ![]() Denn auch hier ist aktiven Bärengebiet und ja, wir wandern anders als früher: Immer recht eng beieinander, permanentes Reden über Gott und die Welt (damit die Bären vorgewarnt sind) und immer in alle Richtung schauend, ob man nicht doch einen Bären sichtet. Gut vier Kilometer geht es durch den Wald. Den Weg haben offensichtlich schon so viele Menschen genommen, weil er völlig ausgetreten und eindeutig ist. Auch spiegelglatte Wiurzeln lassen erkennen, wie viele Hiker hier schon entlang sind. ![]() Aber überall ist Wurzelwerk und wir müssen aufpassen, nicht zu stolpern. ![]() Ab und zu kann man durch das Dickicht den aufgewühlten Murtle River erblicken, ansonsten ist es nicht endend wollender Weg durch einen Wald. Erst am Ende des Trails erhaschen wir an zwei oder drei Stellen Blicke auf den über 140 Meter hohen Wasserfall, der wohl der vierthöchste Kanadas sein soll. ![]() Die Gicht bringt eine deutliche Abkühlung auf unsere Spots. ![]() Als hätte man nur auf uns gewartet erscheint in den stärker werdenden Sonne auch noch ein Regenbogen. Die einzelnen Punkte, von denen man einen Blick auf den Wasserfall hat, sind alle völlig ungesichert, so dass es stets heißt, bei den Fotoaufnahmen nicht zu ungestüm zu sein. ![]() Nach vielen Fotos und Filmchen geht es wieder zurück und während wir auf dem Hinweg lediglich einmal zwei Hiker gesehen haben, kommen uns jetzt einige entgegen. Alles Spätaufsteher! Ich denke, dass es insgesamt bestimmt gut zwei Dutzend Hiker sind. Liegt vielleicht auch daran, dass heute Samstag ist. Die insgesamt gut acht Kilometer lange Strecke (Hin und zurück) wird mit etwa drei Stunden angegeben und ja, die unterbieten wir sogar um 10 Minuten, trotz vieler Fotos. Ach je So schwer es mir fällt zuzugeben, aber langsam merke ich doch das Alter und obwohl der Trail lediglich einen Anstieg von 70 Meter hat finde ich ihn anstrengend. Und das bei den heute sehr gemäßigten Temperaturen von etwa 10 Grad. Allerdings sind wir wegen der Moskitos dick eingemummelt, was uns natürlich auch zum Schwitzen bringt. Kurzes Verschnaufen am Trailhead und dann geht es zum Helmcken Fall. Ist das jetzt ein Druck- oder Denkfehler? Nein, auf der gegenüberliegenden Seite gibt es einen Aussichtspunkt mit einer Plattform, die wir ebenfalls sehen möchten. Nach nur sieben Kilometern erreichen wir den gut ausgebauten und mit vielen Parkplätzen versehenen Aussichtspunkt. Auch hier gibt es "Schlauis", die mit ihrem PKW extra für Wohnmobile reservierte und sehr gut ausgeschilderte Parkplätze belegen. Da der Parkplatz im Moment aber recht leer ist beruhigt sich mein Blutdruck wieder ;-) Die andere Seite Wir bereuen den Hike von vorhin auf der anderen Seite auf keinen Fall, aber den besseren und beindruckenderen Blick hat man auf jeden Fall von hier und der Weg vom Parkplatz bis zur Aussichtsplattform sind kaum mehr als 50 Meter. ![]() Damit sind wir eigentlich schon fertig mit unserem Tagesprogramm, aber wir steuern dann doch noch nach Clearwater zum Tanken und weil, wir gerne auch noch eine Flasche Wein möchten. Beides finden wir und steuern zurück zum Campground. Dieser kleine Umweg hat uns gut 50 Kilometer gekostet aber dafür müssen wir übermorgen, wenn es wieder auf die Piste geht, nicht extra vorher noch eine Tankstelle suchen. Auf dem Campground wird gedumpt, also Grey- und Blackwater abgelassen und frisches Wasser getankt. ![]() Wir sind von unserem Vermieter wirklich begeistert. Statt dem üblichen Paar Einweghandschuhe liegen unserem Fahrzeug richtige Gummihandschuhe bei. Und auch der Wasserschlauch ist ordentlich aufgerollt und es liegt sogar noch eine Ersatzdichtung bei. Wir haben schon mal eine verloren und ein freundlicher Nachbar hat uns damals ausgeholfen. Auf der Campsite wird der Wagen wieder ans Stromnetz angeschlossen und jetzt haben wir Feierabend. Jetzt beginnt die Erholung für heute. |
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| 31.05.2026 Wells Gray Provincial Park, Moul Falls |
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Eine Tasse Kaffee, etwas rohes Gemüse und eine Katzenwäsche und
schon geht es los zum Trailhead vom Moul Falls Trail. Er ist nur
wenige Kilometer von uns entfernt, scheint sich einer recht
großen Beliebtheit zu erfreuen und so möchten wir früh dort sein,
um mit unserem Wagen noch einen Platz zu ergattern. Parken wie ein Profi Die Eile war überflüssig, denn lediglich zwei weitere Camper stehen auf dem Platz und wie sich das für richtige Camper gehört parkt man "side by side" und sehr korrekt ein. ![]() Bevor ich jetzt verrate, was uns gegebenenfalls erwarten könnte, gehen wir einfach mal los. Insgesamt sind es als Rundweg 2 x 2,9 Kilometer und sie führen, wie es der Name schon sagt, zum Moul Falls, also schon wieder zu einem Wasserfall. Saubere Schuhe Ein Novum für uns ist, dass wir uns die Schuhe jetzt und nachher nach der Rückkehr an einer kleinen Bürste abputzen sollen. ![]() Der Grund ist, dass man durch Anhaftungen an den Schuhen invasive Pflanzen in das Gebiet bringen könnte, aber auch hinaustragen. Von daher ist man angehalten, die Schuhe auch beim Verlassen des Gebietes abzuputzen. Immer wieder Bären ![]() Dass wir Bärengebiet betreten wird langsam zur Routine. Hoffentlich wird uns diese Selbstverständlichkeit nicht irgendwann mal zum Verhängnis, weil wir keine Vorsicht mehr walten lassen. ![]() Die ersten 1,7km sind genau so, wie es uns im Internet versprochen wurde. Ein breiter Waldweg mit kaum wahrnehmbaren Anstiegen und Senken. Nach links und rechts ist außer Bäumen wenig zu erkennen, denn der Wald ist stark bewachsen. ![]() Ein in einem besonders schicken Blau gehaltenes Schild weist uns darauf hin, dass wir den Waldweg nun verlassen müssen und der Trail ändert sich schlagartig. ![]() Er ist deutlich enger und kurvenreicher. Was bleibt ist, dass er durch einen intensiven Wald verläuft und man nach links und rechts nur selten etwas sieht außer Bäumen. ![]() Ohne jemals wirklich in Südamerika gewesen zu sein, so stellen wir uns einen Regenwald vor. Erstkontakt Das Rauschen des Wassers wird lauter und irgendwann haben wir dann doch zum Grouse Creek erstmalig Sichtkontakt. ![]() Die Wassermassen, die hier durchpeitschen, sind schon beeindruckend. An diesem Aussichtspunkt haben wir die etwa 2,8km des Trails erreicht. Und obwohl wir diesen Ausblick schon großartig finden, ist dies noch nicht einer der Höhepunkte des Hikes.
Denn der weitere Verlauf des Weges soll uns runterbringen zum Fuß des Wasserfalls. Wir wissen jetzt schon, dass wir uns jetzt in etwa 100 bis 200 Metern entscheiden müssen, wie es weitergeht. Die Trailbeschreibungen im Internet weisen fast schon etwas warnend darauf hin, dass der Abstieg sehr steil und aufgrund der Gischt sehr sehr schlüpfrig ist. Guten Schuhwerk und Trittsicherheit sind Voraussetzungen für den Abstieg. Wir haben uns gestern beim Lesen dieser Warnungen fest entschlossen, uns vor Ort ein Bild zu machen. Wenn wir feststellen, dass uns das zu gefährlich ist, werden wir auf der Stelle umdrehen. Abstieg Nach sehr kurzer Überlegung entschließen wir uns für den Abstieg. ![]() Insgesamt geht es über 30 Meter nach unten und die beiden Treppen überbrücken leider nicht den ganzen Abstieg. Dazwischen liegen Passagen ohne Treppen, die im trockenen Zustand kein wirklich großes Hindernis darstellen würden. Der Boden ist aber klatschnass und wir müssen akribisch darauf achten, nicht wegzurutschen. Neue Welt Unten angekommen fühlen wir uns wie in einer (sehr nassen) anderen Welt. ![]() Man beachte die Frau unten links um einen Eindruck der gigantischen Größe des Wasserfalls zu gewinnen. Die große Spiegelreflex habe ich wegen der Feuchtigkeit schon oben in den Rucksack verstaut. Jetzt arbeite ich nur noch mit der Insta, die ja wasserdicht sein soll. Wir werden sehen. Hier unten ist es wegen der Gischt schwer, die Augen aufzuhalten. Aber es sieht schon gigantisch, wenn nicht sogar majestätisch aus, wie die Massen an Wasser sich von oben über 35 Meter in die Tiefe stürzen. Um die Größenverhältnisse einordnen zu können habe ich unten links (kaum zu erkennen) die junge Frau im blauen Shirt mit aufgenommen. Nichts geht mehr Der nächste Höhepunkt bleibt uns verwehrt. Eigentlich ist es möglich, rechts am Wasserfall vorbei in eine Höhle zu gehen, die sich hinter dem Wasserfall befindet. Man steht also quasi hinter dem Wasservorhang. Das war natürlich mit ein Grund, weshalb wir diesen Wasserfall unbedingt besuchen wollten. Die im oberen Bild gelbe Warntafel erläutert schon, dass das Betreten des Weges ab hier auf eigenes Risiko geschieht. Das soll uns nicht abhalten. ![]() Aber nach nur wenigen Metern versperrt uns die aufbrausende Gischt die Sicht so sehr, dass wir keinen Weg mehr erkennen können. Ein großes Geröllfeld ohne jegliche Orientierungshilfen liegt vor uns und lässt uns Vernunft walten. Fake News Wir rätseln, wie man den Weg hinter den Wasserfall überhaupt finden, geschweige denn begehen kann. Meiner Meinung nach zieht die durch den Wasserfall aufgemischte Gischt doch unabhängig vom Wettereinfluss immer in die selbe Richtung. Kleiner Spoiler: Am Nachmittag sehen wir ein paar Bilder, die vermuten lassen, dass ich mich irre. Je nach Wetter scheint die Gischt wohl wesentlich schwächer zu sein und auch in eine andere Richtung zu ziehen. Das macht auch Sinn, denn im Vorfeld lasen wir, dass ganz Mutige sogar Badehose und Bikini mitbringen sollen. Um diese Jahreszeit ist das aber in keinster Weise angebracht, denn trotz unserer Regenjacken sind wir nicht nur nass sondern fangen auch leicht an zu frieren. Der Aufstieg Wir drehen um und steigen wieder auf, und das gestaltet sich deutlich anstrengender als erwartet. Die Treppenstufen sind ebenso hoch wie die Felsstufen und wir kommen beide ziemlich ins Straucheln. Ich kommentiere das mit einem Filmzitat: "Ich bin einfach zu alt für so einen Scheiß". Da ist der obere Aussichtspunkt von eben doch gemütlicher. Die pitschnasse Kamera wird in der Jackentasche schnell getrocknet und schon strecke ich die mit der 3 Meter langen Stange über den Wasserfall. ![]() Hier habe ich das drei Meter lange Stativ gerade nur zur Hälfte ausgezogen. Der Anschein eines Anglers in luftiger Höhe ist dennoch gewährleistet. Ich erhoffe mir damit im späteren Film einen beeindruckenden Blick über den Wasserfall hinaus. Drohnen entgegen sind hier leider nicht gestattet. ![]() Rückkehr Zurück am Camper stellen wir fest, dass der Parkplatz sehr gut gefüllt ist. Das wundert uns nicht, denn im Vergleich zum Hinweg, den wir bis auf zwei Mädels allein bestritten haben, kamen uns auf dem Rückweg sehr viele Hiker entgegen. Apropos Mädels. (eine der beiden ist die mit dem blauen Shirt auf dem Bild, die ich als Vergleichsgröße herangezogen habe) Wir sind ihnen auf dem Hin- und Rückweg immer wieder mal begegnet und auf meine Frage, ob sie es geschafft haben, hinter den Wasserfall zu gehen, kam sofort ein "Never!". Ihnen war es auch zu gefährlich. Basislager Zurück im Camper haben wir uns tatsächlich eine gute Stunde hingelegt, denn der doch sehr kurze Trail steckt nun doch mehr als erwartet in den Knochen. Anschließend kompensieren wir die Katzenwäsche vom Morgen, indem wir schön duschen gehen. Die sanitären Anlagen gehen soweit in Ordnung. Alles ist ein bisschen in die Jahre gekommen aber, wie bereits erwähnt, es hat Charme. Jetzt nähernd wir uns dem Abendessen. Es wird wieder Würstchen, diesmal aber anders zubereitet: Kleingeschnittene Würstchen in einem Bett von Paprika, meisterhaft* zubereitet von Anita im Backofen. *Das kann ich zwar erst anschließend abschließend bestätigen oder nicht aber ich bin aus Erfahrung heraus guter Dinge. Nachtrag: Es hat wirklich sehr gut geschmeckt! ![]() |
| 01.06.2026 Wells Gray - Jasper National Park |
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Unser Morgenprogramm: 05:00 Uhr: Wecker geht = zu früh zum Aufstehen 06:00 Uhr: Jetzt wird es aber höchste Zeit aufzustehen 07:00 Uhr: Sind schon genau 1 Minuten unterwegs, also 1 Minute vor dem Plan. Die zweitlängste Strecke unseres Urlaubs liegt vor uns und da uns im Laufe der Strecke aufgrund der Zeitzone die neulich gewonnene Stunde wieder abgenommen wird, müssen wir so früh unterwegs sein. Fazit Wells Gray Campground Aber wir müssen noch unbedingt ein Fazit über den Wells Gray Campground abgeben, auf dem wir jetzt vier Tage genächtigt haben. Ganz hinten am Ende der Loop, nicht allzu weit von den Restrooms entfernt und nur drei Meter vom Creek entfernt hatten wir vermutlich einer der schönsten Sites auf dem Campground. Das sehr schwache und manchmal gar nicht vorhandene WLAN entschuldigen wir, wir wurden ja vorgewarnt und hätten eine andere Site beziehen können. Alle Einrichtungen auf dem Platz sind in die Jahre gekommen aber sauber, und das ist uns am wichtigsten. Der Platz hat einfach Charme und eine angenehme Größe. Und dass man, wenn der Check-in nicht besetzt ist, mit dem Walkie-Talkie einen Mitarbeiter rufen soll, gefällt uns. Aber wir müssen einräumen, dass wir das Glück hatten, dass die nächsten fünf oder sechs Campsites direkt neben uns nicht besetzt waren. Also das ist ein Campground, den wir tatsächlich nochmal nehmen würden, wenn wir hier herkommen sollten. Spahats Fall Außerdem machen wir nach ca. 20 Kilometern schon einen kurzen Halt. Wir biegen zur Aussichtsplattform des Spahats Fall ab. Richtig, wieder ein Wasserfall, der mit einer Fallhöhe von 60 Metern schon ganz ordentlich ist. Über ihm, von unserem Standpunkt leider nicht zu sehen, gibt es noch eine Kaskade mit weiteren 20 Metern Fallhöhe. ![]() Übrigens sind wir so früh, dass wir sogar mutterseelenallein auf dem Gelände sind. Erst beim Rausfahren kommt uns ein Motorhome entgegen. Die Gegend Wir durchfahren auf dem weiteren Weg eine sehr abwechslungsreiche Gegend. Sie wechselt von hellgrünen Bäumen zu dunkelgrünen und wieder zurück. Es gibt Laubbäume und Tannenbäume und vermutlich noch einige mehr als die mir geläufig sind. ![]() Wir sind uns nicht sicher, ob wir vielleicht in der ersten Woche dieses Trips schon mehr Bäume gesehen haben als in unserem ganzen Leben zusammen. Cash or credit? Zwischendrin an einer etwas belebteren Ecke tanken wir und müssen feststellen, dass unsere American Express-Karte, die wir üblicherweise nur für das Tanken benutzen, immer noch nicht akzeptiert wird. Zum Glück haben wir Alternativen, fragen uns aber, was jemand macht, der nur eine AMEX mit sich führt. In Kanada scheint es wohl üblich zu sein, dass man den Preis eingibt, für wie viel man tanken möchte. Wir tippen wieder auf $125. Es geht weiter und wir durchfahren eine sehr abwechslungsreiche Gegend, aber das habe ich ja bereits erwähnt. Jasper Gegen 13:00 Uhr erreichen wir den Jasper National Park. Die junge Dame am Eingang ist sehr freundlich und den Parkausweis und den Reisepass, den wir ihr hin halten, will sie erst gar nicht sehen. Für den Check-In am Campground ist es noch etwas zu früh, weshalb wir in den Ort Jaspers fahren und hier nach einen Supermarkt zu sehen. Parken Genau gegenüber gibt es sogar für Wohnmobile ausgeschilderte Parkplätze. Die Stunde Parken kostest $7 und wir entscheiden uns vorsorglich für zwei Stunden. Ohne Internet wäre man wirklich aufgeschmissen, denn bezahlt wird mittels QR-Code und via Internet. Irgendwie werden die Vorräte knapp, weil, wir bei den Walmarts nicht immer alles gefunden haben und wir uns dann sagten: Dann kaufen wir es eben beim nächsten. Walmart-Dichte Aber hier in Kanada oder zumindest auf unserer Strecke ist die Walmartdichte sehr lückenhaft. Also kaufen wir jetzt hier in Jasper in einem Supermarkt, dessen Preise ein gutes Stück höher sind. Campground Nach weniger als eine Stunde geht es wenige Kilometer weiter zum Campground. Das Check-in erfolgt nicht vom Wagen aus, vielmehr geht man in eine Art Visitor Center, in welchem wir sehr freundlich und gut informiert werden. Aufpassen müssen wir auf Bären, zumal heute Morgen einer gesichtet wurde. Ich frage mich, ob das nicht Taktik ist um die Besucher zur erweiterten Vorsicht zu mahnen. Und auf Elks müssen wir machen, was bei uns Wapitis sind. Im Moment gibt es viele frische Kälber und da können die Mütter schnell aggressiv werden. ![]() Wir fahren auf den Campground und finden ihn so vor, wie wir es leider schon erwartet hatten: 2024 hat es im National Park aufgrund von mehreren Blitzeinachlägen ein enormes Feuer gegeben. Im Ort Jasper selbst sind ca. 30 bis 50 % aller historischen Häuser dem Feuer zum Opfer gefallen und auch hier auf dem Campground stehen neben den Campsites keine Bäum mehr. ![]() Wo sind denn die Bäume? Seit einer Woche sehen wir nichts als Bäume und hier, wo wir sie gerne hätten, sind sie alle weg. Normalerweise lässt man verbrannte Bäume sich selbst überlassen aber hier auf dem Campground hat man sie, so unsere Vermutung, aus Sicherheitsgründen alle gefällt. Schade, ansonsten wäre es ein sehr schön angelegter Campground. Wo Schatten, da auch Licht. Die sanitären Anlagen sind alle sehr neu, bestens ausgestattet und in einem hervorragenden Zustand. Wir neigen dazu zu sagen, vermutlich sie besten Anlagen, die wir bisher hatten. Nun machen wir es uns gemütlich uns planen den weiteren Verlauf unseres Aufenthaltes detailliert. |
| 02.06.2026 Jasper, Maligne Lake Cruise |
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Die gestrigen Überlegungen führten zu folgendem Plan: 06:00 Uhr erstes Einläuten des Tages durch die Wecker Morgenroutine und Frühstück 08:15 Uhr Abfahrt zur 54 Kilometer entfernten Maligne Lake Cruise ![]() Auf der Strecke dorthin wird uns noch einmal das Ausmaß des Feuers vor zwei Jahren bewusst. Verbrannte Baumstämme säumen den Weg dorthin. Wie ein Wunder gibt es dann und wann einzelne Bäume, die verschon geblieben sind. Gegen 9:30 Uhr etwa erreichen wir den Parkplatz in unmittelbarer Nähe des Maligne Lake, wo wir eine Schifffahrt machen werden. Obwohl unser Schiff erst gegen 11:45 Uhr ablegen wird sind wir aufgrund von Empfehlungen schon so früh hier, da der Parkplatz oft schon gegen 10 Uhr voll ist. Der Parkplatz, Teil 1 Wie im Internet beschrieben gibt es auch einen Parkplatz für Busse bzw. Wohnmobile, doch leider ist der offensichtlich nur für offizielle Busse im Sinne von Touren. Also müssen wir einen Parkplatz dort suchen, wo überwiegend PKW stehen. Aber nicht nur. Wir parken sehr elegant rückwärts zwischen zwei Wohnmobilen ein. Kaum eingeparkt parkt ein weiteres Wohnmobil uns genau gegenüber, so dass der Weg zwischen unseren Fahrzeugen enger wird und wir nachher ganz schön rangieren müssen, um raus zu kommen. Vorsichtshalber setzen wir unser Wohnmobil soweit zurück, bis die Hinterräder schon am Bordstein sind. ![]() Nachdem alles so gut geklappt hat und wir auch gleich einen Parkplatz gefunden haben, haben wir noch viel Zeit, weshalb wir uns ein bisschen die Beine vertreten. Irgendwann wird es dann mal Zeit für einen Kaffee. ![]() Tickets: So langsam wird es Zeit für uns. Anita erkundigt sich beim Ticket-Schalter, ob sie den Voucher erst noch gegen "echte" Tickets eintauchen muss, aber das ist nicht nötig. Wir sollen direkt um 11:30 Uhr, wenn das Boarding beginnt, unsere Voucher vorzeigen. ![]() Die Ticket-Preise sind, auch wenn es Kanadische Dollar sind, schon etwas happig. ![]() ![]() Sehr pünktlich gehen wir zum Boarden, denn wir möchten wirklich gute Plätze auf dem Boot und tatsächlich sind wir die ersten und können damit ganz vorne neben dem Kapitän sitzen. ![]() The Show Must Go On Jetzt erleben wir, dass die Kanadier nicht viel anders sind als die Amerikaner denn unsere Guide, die die Tour begleitet und viele Informationen über den See gibt, macht das genauso reißerisch und unterhaltsam wie wir Vergleichbares aus den USA kennen. Das Geschäft erscheint mir gut zu laufen. Jede Viertel Stunde legt ein Boot mit etwa 42 Passagieren ab. Maligne Lake Zum Hintergrund: Der Maligne Lake ist der größte natürliche See in den kanadischen Rocky Mountains. Er beherbergt die Halbinsel "Spirit Island", das zu den heiligen Gebieten der First Nation gehört. Er hat eine Länge von etwa 22 Kilometern und bezaubert durch sein leuchtend blaues Wasser. Das entsteht durch feinsten, von Gletschern zerriebenen Gesteinstaub im Wasser. Man sollte es nur dann trinken, wenn man eine Toilette in der Nähe hat, weil es wohl stark abführend ist. Berühmt und zu einem touristischen Highlight entwickelte es sich durch einen Fotowettbewerb von Kodak in den 50er Jahren. Spirit Island wurde zum Siegerfoto gekürt und nachdem das Bild sehr lange in New York ausgestellt war, wollten plötzlich ganz viele Interessierte hier hin. ![]() Spirit Island Die Fahrt dauert insgesamt 1,5 Stunden, wobei wir zwischendurch gegenüber Spirit Island anlegen und genau 15 Minuten Zeit für Fotos hat. Eine kleine Anhöhe verspricht den optimalen Spot. ![]() Und schon geht es wieder zurück. Fazit Was würden wir sagen, wenn wir gefragt werden, ob sich der Trip gelohnt hat? Wir sind uns uneins. Der Besuch hat nicht geschadet da gewesen zu sein. Ich denke mal, das ist eine Tour, die man halt macht, wenn man hier ist (so wie wir), aber die man nicht unbedingt wiederholt. Da wir wie bereits ein Package erworben haben, in welchem diese Fahrt inkludiert war, geht das in Ordnung. Beim Einzelpreis hätten wir uns die Fahrt dann doch noch überlegt. Der Parkplatz, Teil 2 Zurück auf dem Parkplatz kommt dann ein böses Erwachen. Unsere beiden "Nachbar-Wohnmobile", zwischen denen wir mit angemessenem Abstand geparkt hatten sind mittlerweile weg und stattdessen stehen zwei PKW sehr dicht neben uns. Anita kommt sofort über die Lippen: Da kommen wir niemals raus, solange die beiden Wagen nicht weg sind". ![]() Ich beruhige sie, dass wir gemeinsam mit geschicktem Rangieren das schon schaffen werden. Das Problem ist, was man hier auf dem Bild nicht erkennen kann: Unser Wohnmobil ist sehr lang mit einem sehr großen Überhang hinten. Bei einem starken Einlenken würde unser Heck sofort gegen das Nachbar-Auto schlagen. Problem Nr. 2 ist, dass auf der uns gegenüberliegenden Seite ebenfalls ein Wohnmobil steht und somit wenig Platz fürs Rangieren lässt. Aber wir sind ein eingespieltes Team und so rangieren wir sehr vorsichtig aber völlig sicher eine ganze Zeit hin und her. ![]() Eine Bedienstete spricht uns an, dass wir auf dem falschen Parkplatz stehen. Ich erkläre ihr die Situation von heute Vormittag, dass hier ein Wohnmobil neben dem anderen stand und der obere Parkplatz unserer Meinung nach nur für kommerzielle Busse, nicht aber für private Wohnmobile erlaubt ist. Dann erwidert sie, dass es darüber hinaus, noch weiter hinten eine speziellen Parkplatz für Wohnmobile gibt. Entschuldigung Da wir in der Regel sehr korrekt sind überkommt und schon das schlechte Gewissen, hier falsch geparkt zu haben. Aber erstens haben wir kein Hinweisschild entdeckt (auch jetzt noch nicht) und die Tatsache, dass hier schon einige Wohnmobile standen (und es auch jetzt noch tun), spricht ja irgendwie dafür, dass da am Konzept bzw. der Beschilderung nicht stimmt. Auf jeden Fall entschuldige ich mich bei ihr sowie den anderen Autofahrern, die nun etwas warten mussten. Dafür ernten sie ja jetzt auch einen freien Parkplatz. Hot and Spicy Zurück geht es die gleiche Strecke wir hin-. Auf dm Campground angekommen taucht so langsam die Sonne auf. Die hätten wir vorhin bei der Schiffstour gerne gehabt aber wir sehen das ja alles optimistisch. Auf dem Weg zum Lake heute Vormittag hat es etwas genieselt und auf dem Rückweg ebenfalls. Aber die Schiffstour verlief dafür trocken. Never change a running System Ich bastle mal wieder. Für Kanada hatten wir uns zwei SIM-Karten zugelegt, eine für das Laptop und eine für das Tablet. Das funktioniert auch gut. Aber sobald ich sie in das Smartphone stecke, kann ich zwar ins Internet, kann aber den anderen Geräten keinen Hotspot geben. Umgekehrt schon. Je mehr ich bastle, desto weniger funktioniert zwischenzeitlich, bis ich dann wieder zu der Ausgangssituation gelange. Mit den Worten meines Freundes: "Meist liegt der Fahler eben vor der Tastatur!" Jetzt gibt es einen kleinen Snack, den wir mal als "Fünf-Minuten-Terrine" deklarieren. Wir können beide nicht richtig einschätzen, ob sie schmecken. Denn sie sind so scharf, dass wir kaum Luft bekommen. Vier Chilischoten auf der Verpackung haben also nicht zu viel versprochen. |
| 03.06.2026 Jasper, Columbia Icefield |
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Gleich gibt es Essen im Camper, aber Anita gibt mir noch etwas Zeit
um Schreiben. Eben sind wir von unserer heutigen Tour zurückgekommen, bei der wir zum Glück herrlichstes Wetter hatten. Im Gegensatz zu jetzt, denn fing es auf der Rückfahrt leicht an zu Tröpfeln, so regnet es im Moment ziemlich fest. Der Tag Aber fangen wir doch mal mit dem Morgen an: Noch im Bett liegend stellen wir an dem vielen Licht im Wagen fest, dass es heute wohl ein schöner Tag werden könnte. Richtig, zu einer Seite des Wagens gibt es eine dünne Wolkendecke mit Anzeichen von Lücken, auf der anderen Seite erkennen wir gerade mal zwei oder drei Wolken. Das wird also ein guter Tag mit endlich mal schönem Wetter. Obwohl der erste Wecker gegen 6:30 Uhr ertönt stehen wir erst gut eine Stunde später auf. Wir lassen uns Zeit, weil wir uns Zeit lassen können. Frühstück Zunächst wird gefrühstückt, und zwar nicht nur IM Camper, sondern auch DAVOR. ![]() Für 10:00Uhr planen wir den Abmarsch aber um 10:00Uhr sind wir schon ca. 10 Kilometer vom Campground entfernt auf dem etwas mehr als insgesamt 100 Kilometer entfernten Columbia Icefield. ![]() Vorbei an abermals zig Tausenden abgebrannten Bäumen nähern wir uns nun einer Landschaft, die uns zu beindrucken beginnt. Rocky Mountains Die Rocky Mountains zeigen sich in ihrer monumentalen Größe und einem ihnen gut stehenden weißen Kleid. ![]() Je weiter wir reinfahren, desto deutlicher können wir auch ohne nachzulesen erkennen, dass es sich hier um ein Faltengebirge handelt. ![]() Ein Foto aus dem Wagen heraus schießend reiht sich an das nächste. Columbia Icefield Discovery Center Nach gut einer Stunde erreichen wir ohne Umwege oder Verfahren das Columbia Icefield Discovery Center, was auch nicht schwer fällt, denn eigentlich mussten wir nur vom Campground aus auf die Icefields Parkway 93 abbiegen, hundert Kilometer fahren und schon kommen wir hier an. Ja, wir sind wieder viel zu früh vor Ort, über eine Stunde. Und obwohl wir im Internet den Hinweis fanden, dass stets genügend Parkplätze zu Verfügung stehen und wir das jetzt auch bestätigen können, wollten wir auf jeden Fall pünktlich zu "unserem Programm" da sein. Ich mach es noch etwas spannend! ![]() Das Center sieht prachtvoll vor der noch prachtvolleren Kulisse aus und unser erster Gang führt natürlich durch den Gift-Shop. Gucken muss sein, gekauft wird seit Jahren eher selten. Irgendwann ist der Platz daheim ausgereizt und der Geschmack anspruchsvoller. Boarding Nachdem wir uns kurz erkundigt haben, ob wir unsere Voucher gegen "echte" Eintrittskarten tauschen müssen und dies auch hier verneint wird, geht es zum Boarding. ![]() Je nachdem, mit wie vielen Personen man bordet und welche Aktionen man gebucht hat, wird das Hinhalten der Eintrittskarten zu einer sportlichen Übung. Der nette Herr erlaubt mir, ihn zu fotografieren, was zur allgemeinen Belustigung beiträgt. Busfahrt ![]() Diesmal nicht bewusst sondern zufällig stehen wir wieder als erstes in der Reihe und betreten den Bus, der uns nur ganz wenige Kilometer zum Fuß des Athabasca Glacier bringt, einem recht bekannten Gletscher und beliebter Touristenmagnet. Das Monstrum Wir wechseln das Fahrzeug, und zwar vom Bus zu einem sechsrädrigen Gerät, rund 27t schwer und von Mercedes in den 80ern gebaut. ![]() Noch einmal haben wir das Glück, ganz vorne sitzen zu können. Ein lautes Gehupe als Vorsichtsmaßnahme um andere zu warnen, setzt sich das Gerät ganz langsam in Bewegung. Trotz der minimalen Geschwindigkeit, kaum mehr als Schrittgeschwindigkeit, müssen wir uns alle anschnallen. Denn einerseits, so unser Guide, kann es stark wackeln und andererseits kann es jederzeit passieren, dass das Fahrzeug abrupt stoppt. 26 Fahrzeuge gibt es hiervon weltweit und leider vergesse ich zu fragen, wie viele davon allein hier auf dem Gletscher ihren Dienst verrichten. Ich zähle sechs Stück. Wir befahren die zweitsteilste Straße Nordamerikas, wobei der Fahrer man hier und mal da irgendwelche Knöpfe auf dem Panel bedient sowie an einem Schaltknüppel hantiert. Schalter und sonstiges sind genügend vorhanden. ![]() Während er bisher uns sehr rege über den Gletscher informiert, darf er jetzt beim Befahren der steilen Senke aus Sicherheitsgründen nicht sprechen. Nach zwei oder drei Minuten und am Ende der Senke erzählt er dann munter weiter. Icefield Irgendwann erreichen wir das Eisfeld und nun haben wir alle knapp eine halbe Stunde Zeit, uns dem Eis zu nähern. Er gibt uns vorab noch einige Infos. ![]() Blauschimmerndes Eis sollten wir meiden, weil es sehr rutschig ist, hinter die Boliden dürfen wir zu keiner Zeit und die Markierungen dürfen wir ebenfalls nicht übertreten. Das Wetter ist angenehmer als erwartet. Wir wurden vorgewarnt, dass es hier oben bis zu 15 Grad kälter sein kann als unten am Center und dementsprechend sind wir vorbereitet: Kleidung im Zwiebel-Look, festes Schuhwerk, lange Hose und langes Hemd, Mützen und Handschuhe. Aber die Sonne scheint dermaßen intensiv, dass wir Mützen, Handschuhe und zusätzliche Jacken im Rucksack lassen können. Wir blicken von hier runter zum Discovery Center und glauben kaum, dass der Gletscher von 150 Jahren noch bis dort unten reichte. ![]() Für die besten Foto-Spots wurde gesorgt, wenn die Natur mal nicht ausreicht. ![]() Das Wasser Als einzige aller Besucher zapfen wir sogar Gletscherwasser und trinken davon. Das empfahl man uns am Tag vorher, denn ist das frischeste Trinkwasser, was man haben kann. Wir können eins bestätigen: Es ist eiskalt. ![]() Fast alle sind pünktlich zurück und das sechsrädrige Monster bringt uns zurück, diesmal fährt es den Berg hoch und man merkt, wie schwer er sich tut. Auch hier darf unser Fahrer wieder nicht sprechen. Skywalk Nach wenigen Minuten wechseln wir wieder in einen Bus, der uns nicht zur Ausgangsstation bringt sondern zum Skywalk. ![]() Ähnlich dem Skywalk am Grand Canyon überspannt ein großer Bogen mit Glasboden einen Abhang und lässt einen die Tiefe spüren. ![]() Hartmuth mit der langen Teleskopstange für die Insta360-Kamera. Andere sagen, ich würde angeln. ![]() Einigen Besuchern ist die Unsicherheit beim Betreten nur zu gut anzumerken. Die können ja dann nach anderen Dingen Ausschau halten, z.B. Mountain Goat (bei uns heißen sie "Schneeziegen") Anita entdeckt zur Freude vieler anderer dieses Geschöpf ganz weit entfernt oben in der Wand. ![]() Hier am Skywalk haben wir so viel Zeit, wie wir wollen. Alle 15 Minuten fährt von hier aus ein Bus zum Center zurück. Fazit Etwa 2,5 Stunden beträgt die gesamte Tour, je nachdem, wie lange man sich auf dem Skywalk aufhalten möchte. Der Skywalk am Grand Canyon ist deutlich größer und vielleicht sogar spektakulärer, denn noch geht der Pluspunkt an diesen, denn hier darf fotografiert werden, so viel man will und nicht angewiesen, auf die überteuerten Aufnahmen der kommerziellen Fotografen wie am Grand Canyon. $145 pro Person kostet diese Kombination aus Gletscher und Skywalk, wenn man nicht unser Package hat. Wir finden es beide eine tolle Tour, aber ohne das Package hätten wir es uns auch hier überlegt, so viel Geld in die Hand zu nehmen. Wir haben heute bei dieser Tour das große und nicht zu unterschätzende Glück gehabt, dass erstmalig die Sonne richtig intensiv schien und den Gletscher und das Panorama einfach traumhaft hat werden lassen. Das trägt mit Sicherheit unserem positiven Fazit bei. Heimweg Zurück im Bus gibt es noch einen kurzen Umtrunk und dann trennt uns noch eine gute Stunde Fahrt von "daheim", also vom Campground. So, das Essen ist fertig, es gibt jetzt gleich Schweinesteak mit einem gefüllten Riesenchampion und...na ja, unsere typischen Salate. Der Regen hat übrigens aufgehört, stattdessen windet es ziemlich und lässt unseren Camper ziemlich wackeln. Morgen haben wir übrigens frei oder auch Urlaub. Es steht nichts auf dem Programm und wir lassen uns überraschen, wie wir den Tag genießen werden. 04.06.2026 Jasper, Skytram |
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Gestern Abend haben wir noch lange überlegt, wie wir denn unseren
heutigen freien Tag gestalten wollen. Wir beide sind ja begeisterte Seil- und Sesselbahnfahrer und hier, nur vier Kilometer entfernt, gibt es die Sky Tram. Eine Seilbahn mit zwei Gondeln die hoch zur Bergstation auf dem Mount Whistlers führt, von wo man aus einen fantastischen Rundumblick in das Panorama der umgebenden Gipfel gewinnt. Außerdem soll es sogar noch einen 1,4km langen Trail zum eigentlichen Gipfel geben, der einen noch besseren Rundumblick bietet. Wir haben lang überlegt. Rund $170 soll das für uns kosten, und da wir in ein paar Tagen sowieso noch eine Gondelfahrt haben entscheiden wir uns dafür, dass das Wetter es entscheiden soll. ![]() Das Wetter: Im Westen nichts Neues Nun wachen wir gegen 7:00Uhr auf und schauen in eine komplette dichte Wolkendecke. Ein Blick nach oben auf die Bergstation, die man jetzt noch nicht einmal erahnen kann, verrät, dass wir dort oben außer Nebel und Wolken absolut nichts sehen würden. Unabhängig vom Wetter ist sowieso die Frage, ob es überhaupt einen freien Zeitslot gibt, denn laut Internet ist es ratsam, bereits einige Tage oder Wochen vorher eine entsprechende Fahrt zu buchen. Damit hat sich das Thema auf jeden Fall erledigt, wir können noch was liegen bleiben und den freien Tag genießen. Stattdessen haben wir Anderes auf das Tagesprogramm genommen. It´s Shopping Time Gegen 10:00 Uhr fahren wir nach Jaspers um ein paar Lebensmittel zu kaufen. Insbesondere der Orangensaft neigt sich dem Ende entgegen. Das Parken auf dem großzügigen, für Wohnmobile konzipierten Parkplatz klappt gut und mittlerweile flutscht es auch, die Parkgebühr via Smartphone zu bezahlen. Challenge Tanken Dem Einkauf folgt das Tanken, zumindest so der Plan. Das erweist sich als etwas schwierig, denn es gibt seit dem großen Feuer vor zwei Jahren nur noch drei Tankstellen. Endlich finden wir eine, auf die wir einigermaßen komfortabel drauffahren können, oder sagen wir mal "könnten". Wir sind nicht die einzigen, die nach Sprit zehren und so hat sich eine ziemlich lange Schlange von Wohnmobilen gebildet. Das scheint an der Tagesordnung zu sein, da es bereits eine Beschilderung gibt, die angibt, dass man sich rechts einreihen soll, wenn man zur Tanke möchte und links, wenn man zum Durchfahrtverkehr gehört. Nach etwa einer halben Stunde auf der Straße wartend können wir dann auch endlich mal zur Zapfsäule vorziehen. Nach $200 schaltet sich die Zapfsäule ab. Wir könnten jetzt nochmal nachtanken, aber da das Wohnmobil vor uns fertig zu sein scheint und hinter uns weitere Wartenden stehen, brechen wir den Vorgang zügig ab. Nach weiterem Rangieren verlassen wir dann endlich die Tankstelle um nach zwei oder drei Minuten zügig anzuhalten. Wir haben in der Eile vergessen, den Tankdeckel aufzuschrauben. Ich fahre jetzt bald 50 Jahre Autos, das ist mir noch nie passiert. Dumping Zurück auf dem Campground wird gedumpt, also wieder Grau- und Schwarzwasser ablassen und Wasser auffüllen. Wir sind nicht die einzigen aber die Dumpstation ist mehrspurig und so groß ausgelegt, dass -je nach Größe- gleich bis zu acht Fahrzeuge gleichzeitig gedumpt werden können. Wir können uns nicht erinnern, so etwas schon mal gesehen zu haben, auch nicht an den ganz großen National Parks in den USA. ![]() Der Himmel ist aufgerissen, die Sonne sucht sich ihre Lücken und wir haben sogar einen freien Blick auf die Bergstation der Sky Tram. Und nu? Na denn eben doch Wir drehen und fahren in Richtung der Talstation der Sky Tram und machen eine mögliche Fahrt nach oben davon abhängig, ob und ggf. wann es einen Zeitslot gibt. Viele Autos stehen auf dem sehr großen Parkplatz und lassen uns eher pessimistisch nach oben schauen. Zu unserer Überraschung ist aber an der Talstation wenig los und ja, wir können mit der nächsten Gondel in weniger als zwanzig Minuten hochfahren. Überrascht sind wir auch über die geringe Größe der Gondel und mit uns sind wir sechs Aufstiegshungrige. Sehr viel Platz für jeden, sehr komfortabel, da haben wir schon anderes erlebt. Unsere angenehme Überraschung über den vielen Platz verfliegt, als die nette Mitarbeiterin, die unsere Guide auf diesem Flug (tatsächlich spricht man hier von "Flight") ist, sagt, dass wir Glück haben. In der nächsten Gondel werden 25 Schüler und Schülerinnen hochfahren. Wir sehen die Gruppe schon, und es sind keine Kinder sondern ausgewachsene Jugendliche. 25? Plötzlich kommen wir uns in unserer Gondel vor wie in der First-Class auf unserem gut zwei Kilometer langen Flug, bei dem wir etwa 970 Meter Höhe überwinden. Alles keine rekordverdächtigen Werte. Gäbe es sie, dann würde selbstverständlich mit ihnen geworben werden. Uns fasziniert aber dennoch etwas: Die Seilbahn wurde 1964 gebaut und zwar von einer Firma in unserer Heimatstadt: ![]() Nach wenigen Minuten sind wir wenige Meter vor der Bergstation als die Gondel plötzlich stehen bleibt. Unsere Guide erklärt, dass wir etwas Wind haben und nun kurz warten müssen, bis die Gondel ausgependelt ist, damit wir beim Einfahren nicht seitlich gegenstoßen. Nach geschätzt einer Minute sind wir ausgependelt und verlassen die Gondel um das Panorama zu genießen. Von hier aus sieht man auch den sehr steilen und wohl auch etwas rutschigen Trail, der zum eigentlichen Gipfel führt. (Fast) über den Wolken Da es ziemlich windig ist, ersparen wir uns den Hike, zumal wir nur insgesamt eine Stunde Zeit hier oben haben. Das allerdings haben wir uns selbst eingebrockt, denn in der Talstation wurden wir gefragt, wie lange wir oben bleiben wollen. Und da haben wir spontan eine Stunde angegeben. Die freundliche Dame sagte uns aber auch, dass wir, wenn wir es uns anders überlegen und länger bleiben wollen, den "Rückflug" oben bei den Kollegen umbuchen können. Wir fotografieren ausgiebig das uns umgebende starke Panorama. ![]() Wir entdecken sogar unseren Campground und mit der richtigen Brennweite erblicken wir sogar die im Moment natürlich unsere freie Campsite. Wäre sie belegt, hätten wir wieder das bekannte Problem. ![]() Wir genießen einen kurzen Walk um das Gebäude und beobachten jene, die sich von vornherein mehr Zeit eingeräumt haben um den Gipfel zu erstürmen. ![]() Wir steigen weiter auf, natürlich nur in der Bergstation, und gehen ins Restaurant. Vorab frage ich freundlich, ob es denn in Ordnung sei, wenn wir nur was trinken und nicht speisen wollen. "Oh sure" hören wir zu unserer Freude. ![]() Von hier aus hat man nicht nur einen ebenfalls spektakulären Blick, hier ist es auch noch warm und trocken. Den Wind kann man nur erahnen. ![]() Ab geht´s Nach Kaffee, Kakao und Wasser werden wir schon recht bald für den Rückflug gebordet. Diesmal sitzen wir eher in der "Holzklasse", denn die Gondel ist rappelvoll. Dennoch haben wir das Glück, ganz vorne zu stehen und den Rückflug ausgiebig filmen zu können. Nachdem wir ja schon gestern mit dem Wetter unverschämt viel Glück hatten (der erste richtig sonnige Tag) sind wir auch heute durchaus zufrieden. Zumal wir am Morgen überhaupt nicht mit einem solchen Umschwung gerechnet hatten. Es geht nun zurück auf den ellenlangen Weg zur Campsite, die wir nach vier Kilometern erreichen. Etwas Neues Jetzt freuen wir uns auf mexikanisches Essen oder einen professionell zubereiteten Kaffee. Laut Aushang in den Waschräumen gibt es nämlich einen Foodtrack mit mexikanischer Ausrichtung sowie eine "Kaffebud", wie man es in Köln nennt. Beide sollen in der Mitte des riesigen Campgrounds stehen. ![]() Enttäuscht stellen wir fest, dass die Aushänge an den Waschräumen obsolet sind, denn an der Kaffeebude hängt ein Schild mit sehr eingeschränkten Zeiten. Und den Foodtruck? In Google Maps lesen wir "Vorübergehend geschlossen". Schade, das wäre doch eine schöne Abwechslung gewesen, zumal wir das als eine pfiffige Idee fanden. Shower-Time Dann erstmal in die Duschen, die nun wirklich sehr sauber und in einem hervorragenden Zustand sind. Auch die sind dem fatalen Feuer vor zwei Jahren geschuldet, weil alles neu erbaut wurde. ![]() Hier entdecken wir ein für uns ungewöhnliches Schild, das ebenso selbstredend wie aus unserer Sicht überflüssig ist, oder? Na ja, mir geht durch den Kopf: "Jedes Schild hat seine Geschichte". Und dann neigt sich der Tag auch langsam schon wieder dem Ende entgegen. Wir erfreuen uns an dem mittlerweile richtig sonnigen Wetter. |
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05.06.2026 Jasper -
Banff Heute wird überwiegend gefahren, weshalb wir uns Zeit lassen können. Die Bergstation der Sky Tram ist auch heute wieder von Wolken umhangen. ![]() Gegen 9:30 Uhr haben wir alles Erforderliche erledigt und nehmen Abschied vom Whistlers Campground im Jaspers. Zeit, mal wieder ein Fazit zu ziehen. Der Campground leidet "sichtlich", im wahrsten Sinne des Wortes, durch das verheerende Feuer vor zwei Jahren. Weite Teile waren offensichtlich stark betroffen, so dass der aktuelle Baumbestand sehr gering ist und weder Sicht- noch Windschutz bildet. ![]() Die noch verwertbaren Holzreste wurden kleingesägt und stehen den Campern kostenlos als Brennholz für das Lagerfeuer zu Verfügung. Aufgrund des damaligen Feuers wurde der Campground neu aufgebaut und die sanitären Anlagen, ich berichtete bereits, sind in einem hervorragenden zustand. ![]() Beeindruckt hat uns auch in unserem Waschhaus eine kostenlose Lademöglichkeit für Handys. In acht Fächern befindet sich jeweils ein Anschluss für ein Ladekabel. Die Handys können dort geladen und mit einem mitzubringenden Vorhängeschloss vor Diebstahl gesichert werden. Während man also duscht, lädt das Handy. Wir starten also auf eine knapp 300 Kilometer lange Tour, die zum überwiegenden Teil aus dem Icefields Parkway besteht. An mehreren Stellen gibt es wieder...richtig! Wasserfälle, von denen wir einige selbstverständlich nicht unbeachtet lassen, zum Beispiel die spektakulären Athabasca Falls ![]() dann einige Kilometer später die weniger aufsehenerregenden Sunwapta Falls ![]() oder auch...na ja, da sind wir uns unsicher, ob es jetzt die Bridal Veil Falls (Brautschleier) sind oder die Weeping Wall (Weinende Wand) ist. ![]() Und an einem dieser Falls erleben wir auch noch eine Besonderheit: Uns fällt ein Rabe auf, der einen ungewöhnlich fürchterlichen Krach fabriziert. Dann entdecken wir das, was er schon vorher entdeckt hatte. Einen Fuchs! Vermutlich will der Rabe den Fuchs von seinem Nest vertreiben. ![]() Der weitere Verlauf der Fahrt ist unspektakulär bis sich ein Stau auf der Straße ergibt. Unfall ? Baustelle? ![]() Wir befürchten, dass sich der Stau wegen eines Elks (Wapiti-Hirsch) bildet, die hier in der Gegend massig rumlaufen. Doch es scheint etwas anderes zu sein. Anita hält ebenfalls an. Ist es etwa ein Bär? Niemals! Kann nicht sein, denn welcher halbwegs vernünftige Mensch würde sich in diese Gefahr begeben das Auto zu verlassen, nur um einen saugefährlichen Bären zu sehen? Es muss etwas anderes sein. Und dennoch glaube ich, einen Bären im Dickicht entdeckt zu haben. ![]() Aber richtig erkennen kann ich nichts. Doch dann: Es ist nicht ein Bär, es sind sogar zwei, die parallel zur Straße durch die Sträucher trappeln. Idee! Mir kommt eine Idee und ich bitte Anita, etwas weiter vorzufahren und rechts anzuhalten. Wenn die beiden Bären tatsächlich weiter parallel zur Straße gehen, dann könnten sie an uns vorbeikommen. Topp oder Flop. Wenn sie beidrehen sollten, dann sehen wir nichts mehr von ihnen. Und es kommt genau so, wie erhofft: ![]() Ich sehe im Rückspiegel viele Menschen, die sogar in das Dickicht gehen um etwas zu sehen und plötzlich bemerke ich, wie die ganze Gruppe schlagartig ein paar Schritte zurückschreckt. Vermutlich hat sich der zweite Bär über die neugierigen Menschen geärgert und ist ihnen ruckartig entgegengekommen. Alles Spekulation, aber so wird es gewesen sein. Aber nur wenige Sekunden später scheint alles vergessen zu sein, denn jetzt machen einige sogar Selfies, mit dem Rücken zum Bären. ![]() Wir packen uns nur an den Kopf. Ich gebe zu, dass ich sehr fotovernarrt bin und mich hin und wieder auch wegen eines besonderen Fotos zu einer nicht ganz ungefährlichen Situation habe hinreißen lassen. Aber die Situation hier übersteigt alles, was ich mir geleistet habe. Aber zurück zu uns: Ich fotografiere aus unserer Loge im Auto heraus was die Kamera hergibt und werde bestens bedient, denn der zweite Bär kommt direkt auf uns zu. ![]() Er kommt so nah, dass ich ihn bequem aus der Nähe fotografieren kann. ![]() Unser Bus scheint ein Anziehungsmagnet zu sein. So kam doch nicht nur der Bär auf dem Campground am Anfang des Urlaubs direkt neben unser Wohnmobil. Dieser hier tut es auch. ![]() Er kommt uns sehr nahe, er müsste jetzt nur noch aufstehen und ich könnte seinen Atem riechen. Jetzt wird es uns doch ein wenig mulmig, weshalb ich die Türe fest verschließe und das Fenster hochfahre. Wir überlegen uns, das Shooting lieber zu beenden, bevor wir es bereuen, doch an Wegfahren ist nicht zu denken: ![]() Ein junges Mädel steht wegen Fotos direkt vor unserer Motorhaube und andere Fahrzeuge kommen hinzu und keilen uns ein. Langsam wird uns doch ein wenig mulmig und wir entziehen uns der Situation, in dem wir langsam anrollen. Das war ein Erlebnis. Keine drei Kilometer weiter sehen wir wieder Autos auf der Straße stehend, weil ein Bär hinüber läuft. Doch da bin ich nicht schnell genug mit der Kamera. Reicht ja auch für heute. Wir planen in den nächsten Tagen, auch den Lake Louise anzufahren und weil wir schon mal in der Nähe sind, kommt uns der Gedanke, jetzt schon mal zu schauen, was uns erwarten wird. Doch das Internet hatte Recht. Um diese Zeit sind alle Parkplätze dicht, insbesondere die für Wohnmobile. Na dann eben in den nächsten Tagen und dann sehr viel früher. Das Schlimmste kommt zum Schluss Gegen 14:30 Uhr erreichen wir dann den Tunnel Mountain Village II-Campground. Der ist tatsächlich nicht so, wie wir es befürchtet haben. Er ist noch schlimmer. Eigentlich ist es eine -im besten Fall- verkehrsberuhigte Straße, an der die Wohnmobile halten. Strom und eine kleine Picknickbank wird jedem gewährt. ![]() Und wir haben als erster in der Reihe sogar noch etwas Platz. Ich bin ja sonst am Boden zerstört, wenn wir unerwartet eine solche Situation erleben, diesmal bleibe ich überraschend ruhig, wie Anita bestätigt, und lache nur über uns und den Campground. "Damit müssen wir halt jetzt die nächsten Tagen leben", bestätigen wir uns gegenseitig. Aber 100% von uns sind total unzufrieden. Und jetzt beginnt es auch noch in Strömen zu regnen. Über Anitas Lippen kommen Worte, die auch von mir sein könnten: "Lieber stehe ich in einem vernünftigen Campground fünf Tage nur im Regen als hier bei Sonnenschein. Zum Glück gibt es Internet und Anita tippt die Tasten heiß: Morgen haben wir hier schon eine Busfahrt gebucht und die werden wir noch mitnehmen. Übermorgen fahren wir dann zu einem Campground, auf dem wir schon waren, nur 50 Kilometer entfernt. Und ja, ob wir die ebenfalls bereits gebuchte Gondelfahrt hier noch machen oder nicht, das werden wir sehen. Der einzige Trost ist, dass wir umzingelt werden von Elks, an deren Sozialleben wir eine ganze Zeit teilnehmen dürfen. ![]() ![]() Für die Tierfreunde unter uns: Das ist kein Elk, das ist ein Mule Deer Ich sagte es ja bereits. Unser Wohnmobil ist wie ein Magnet. |
| 06.06.2026 Banff (Open Top Touring) - Bow River Campground |
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Nachtrag Gestern nach "unserem "Redaktionsschluss" hat sich spontan noch eine Idee ergeben, leider hatten wir uns das nicht schon vorher überlegt. Nachdem Anita ja ab dem 7.6., also ab morgen erst, einen anderen Campground gesucht hat. Dann kam uns die Idee, weshalb wir denn nicht heute schon nach unserer Open Top Touring einfach von hier verschwinden. Eine Nacht somit also weniger hier in der verkehrsberuhigten Straße. Und somit hat unsere (Um-)Bucherin vom Dienst gleich wieder die Technik angeworfen. Die Campsite, die wir ab morgen reserviert haben, hatte für heute leider keinen Platz für uns. Dann haben wir eben nicht nur eine andere Campsite sondern gleich einen anderen Campground für heute Nachmittag ins Auge gefasst. Aber heute Jetzt geht es los: Wir haben im Rahmen unseres Package auch eine 90 minütige Fahrt in einem historischen offenen Bus gebucht. Klar, der Bus ist nicht wirklich ein Oldtimer, ist aber entsprechend designt. Wir ersparen uns die anstrengende Suche nach einem Parkplatz und bedienen uns stattdessen der öffentlichen Verkehrsmittel. Eine Haltestelle ist direkt an unserem Campground und die Hinfahrt vom Campground aus ist sogar kostenlos. Ziemlich pfiffig: Damit lockt man die Camper in die City und reduziert das Verkehrschaos. Zurück werden wir ein Ticket ziehen müssen. Entweder den exakten Betrag in bar (was wir nicht haben) oder eben per Internet. Dazu laden wir uns an der Haltestelle zunächst eine App runter, mit der wir nachher bezahlen können. Ich sagte es ja schon: Ohne Internet scheint man hier verloren zu sein. Da kommt der Bus, da kommt der Bus (Das ist ein Running Gag, weil wir vor vielen Jahren im Zion eine holländische Familie erlebt haben, die sich an einer Haltestelle vordrängeln wollte. Der Vater rief auf holländisch "Da kommt der Bus, da kommt der Bus", der dann vor seiner Nase vorbeifuhr, weil es nämlich die falsche Linie war) Um 10:06 Uhr kommt der Bus absolut pünktlich. Wir haben Glück hier und nicht an der nächsten Station einzusteigen, denn dort wartet eine Masse an Menschen und bin erstaunt, dass wirklich alle hineinpassen, wenn auch ziemlich gequetscht. Uns fällt eine Mädel auf, die wohl auf einem längeren Trip unterwegs ist und nicht nur einen riesigen Rucksack auf dem Rücken trägt sondern auch noch einen zweiten, etwas kleineren vor der Brust trägt. Genau genommen müsste die eigentlich gleich zwei Fahrscheine ziehen, so viel Platz nimmt sie in Anspruch. Aber hier sind alle erfreulich gelassen, sogar wenn sie beim Umdrehen alle neben ihr stehenden Passagiere die Rücksäcke um die Ohren haut. Banff Nach vier Stationen steigen wir im Zentrum von Banff aus und damit ist der eben noch fast schon überfüllte Bus plötzlich fast leer. Um 12:00 Uhr beginnt unsere Tour. Natürlich sind wir wieder viel zu früh hier aber wir wollen die Zeit nutzen, mal etwas durch Banff zu gehen. ![]() Architektonisch schaut Banff wirklich nett aus mit sehr vielen Geschäften. Wir fragen uns, wo und ob wir denn schon mal so viele Souvenirläden an einer Stelle gesehen haben wie hier. Einen Laden betreten wir sogar aber sind auch schnell wieder draußen. Natürlich gibt es immer wieder ein paar Erinnerungsstücke oder Nettigkeiten, die man kaufen könnte, aber eigentlich ist ja immer dasselbe, nur dass eine Stadt oder ein anderer Park draufgedruckt ist. Wobei wir bei einem Blechschild im Schaufenster fast eingeknickt wären: ![]() Aber wir zeigen Stärke, in dem wir uns die Frage stellen: "Ja wo sollen wir das denn schon wieder aufhängen?" ![]() Stattdessen lädt uns eine offen stehende Kirche für ein kurzes Gebet und Innehalten ein. Offensichtlich findet gleich eine Trauung statt, denn sie ist mit vielen Schleiern geschmückt. Vor dem Visitor Center treffen wir auch die junge Frau aus dem Bus mit den zwei Rücksäcken wieder. ![]() Langsam machen wir uns dann doch mal zum nahegelegenen Treffpunkt aus. Es scheint sogar etwas die Sonne, so dass wir auf eine wirklich offene Busfahrt hoffen können, ob wohl es lausig kalt ist. Defekte Sensoren? Ich bin fest davon überzeugt, dass es Menschen gibt, und hier im Besonderen junge Frauen, die in den Beinen keinerlei Sensoren für Temperatur haben. Sind die vielleicht schon degeneriert? Während wir wieder im Zwiebellook unterwegs sind, laufen einige andere wirklich in kurzen, manchmal in sehr sehr kurzen Hosen rum. Die Krönung ist eine hochschwangere Frau, die ihren dicken Bauch frei heraus vor sich her schiebt, so dass Anita nur anmerkt, ob die Frau denn daran denkt, dass ihr ungeborenes Kind vielleicht einfriert? WC Was uns auch noch auffällt: Es gibt viele öffentliche Toiletten, was man sich in unseren Städten oft wünscht. Während man in den USA von Restrooms spricht, heißen sie hier Washrooms. Tim Hortons (ehem. Eishockeyspieler) Da wir immer noch etwas Zeit haben gehen wir zu Tim Hortons, einem kleinen Fastfooder, den uns Birgit seinerzeit empfohlen hat. Ich kann einem kleinen Sandwich mit Käse und Schinken nicht widerstehen und gebe hier die volle Punktzahl. Dazu nehme ich einen Espresso, aber hier ist sehr viel Luft nach oben zu einem echten Espresso. Anita hingegen entscheidet sich zum Aufwärmen für einen Kakao und wenn schon, dann auch mit Sahne. Dieser schmeckt ihr so: ![]() Der Kakao bzw. die Sahne ist ihrer Aussage nach grausamst süß. Direkt nebenan ist der Startpunkt für die Tour, wo wir uns anmelden. Fünf Minuten vor Tour beginn sollen wir uns im Wartebereich einfinden und dann wird es wohl losgehen. Die Tour vor uns erreicht ihren Endpunkt und ich sehe mit Schrecken, wie viele Menschen dort aussteigen. Ich hoffe auf einen guten Platz, möglichst wieder am Fenster. Aber es kommt ganz anders und sehr angenehm. Von den zwanzig Plätzen sind mit uns lediglich zehn Plätze besetzt und das Boarding wird so gemanagt, dass jeweils eine Person einer Gruppe am Fenster sitzen kann. Und da wir so wenige sind erhält heute jeder ein Fensterplatz. Los geht es! 90 Minuten fahren wir mit offenem Verdeck durch die Stadt Banff und natürlich den Nationalpark. Glücklicherweise ist es trocken aber doch sehr sehr frisch. Die Heizung bringt wenig, vielmehr dann schon die molligen Decken, die im Bus liegen. Unsere zwei Guides machen ihren Job offensichtlich mit viel Liebe, zumindest kommt das so rüber. An einigen Stellen halten wir kurz, dann dürfen wir uns abschnallen und aufstehen, ja, uns sogar auf die Polster stellen, was mir zunächst etwas schwer fällt. ![]() Ich liebe es ja, wenn man mit angenehmen Dingen überrascht wird, von denen vorher keine Rede war. Irgendwann sagte unsere Guide, wir sollten doch mal unter unseren Sitz greifen und schon finden wir einen Viewmaster, der einige Bilder des Parks von früher zeigt. ![]() Und noch mehr werden wir überrascht: An einem weiteren Haltepunkt dürfen wir aussteigen und plötzlich gibt es auch noch einen Umtrunk. ![]() Nach über 90 Minuten erreichen wir wieder unseren Startpunkt und sind rundherum zufrieden. Etwa $62 hätte die Fahrt pro Person gekostet, wenn wir sie nicht in unserem Package gehabt hätten. Das ist auf jeden Fall angemessen. Fahrkarten ziehen Wir laufen die paar Minuten zur Haltestelle und jetzt werden wir gefordert, weil wir nun ein Ticket für die Rückfahrt buchen müssen. Die Preise sollten sich mal unser ÖPNV ansehen. Anita zahlt $2 und ich als alter Mann sogar nur $1. Wir müssen nur noch dem Fahrer unseren Bildschirm mit dem grünen Symbol vorzeigen und schon geht die Fahrt los zum Campground zurück. Kaum angekommen bauen wir unser Lager zurück und steuern den in etwa 30km entfernten Bow River Campground an, den wir in einer halben Stunde auch schon erreichen. Hier sind alle Campsites nur online zu reservieren. Wir finden unsere Campsite 25, die mitten im Wald liegt. Kein Vergleich zu der verkehrsberuhigten Zone von gestern. ![]() Wir haben uns aber gar nicht registrieren können und sehen einen roten Zettel an den einzelnen Campsites. Wie mag das denn schon wieder funktionieren? Wir schreiben einen Zettel mit unserer Reservierungsnummer usw. und hängen ihn an den Poller, an denen andere den besagten roten Tag haben. ![]() Und siehe da: Der Host kommt mit seinem Wägelchen, liest sich unseren (wie wir jetzt wissen überflüssigen) Zettel durch, grinst etwas und denkt sich vermutlich "Ah, Germans!", grüßt uns freundlich, hängt uns jetzt auch den roten Tag an und schon geht es weiter. Wir wissen jetzt auch genau, weshalb wir gestern die Sites direkt am Wasser nicht für heute reservieren konnten: Es ist Hochwasser und einige Sites stehen unter Wasser. Mit dem Wechsel von der verkehrsberuhigten Zone haben wir natürlich mal wieder ein paar Dollar in den Sand gesetzt, weil die andere Campsite ja schon bezahlt war. Aber wenn wir hier so inmitten des Waldes auf das Wasser schauen denken wir nur: "Ach, was soll´s." Jetzt wird wieder gut gegessen. Ich habe gehört, es gibt irgendwas Fleischiges aus dem Gefrierschrank sowie die gefüllten Riesenchampions und natürlich...richtig....Salate! |
| 07.06.2026 Bow River CG - Canmore - Bow Valley CG |
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Ein etwas turbolenter Tag erwartet uns, was wir aber noch nicht
wissen können. No chance Zunächst haben wir gestern Abend feststellen müssen, dass wir keine Chance haben zum Lake Louise zu kommen, was wir ursprünglich mal für angedacht hatten. Ein für unser Fahrzeug relevanter Parkplatz ist lt. Internet in der Regel schon vor Sonnenaufgang dicht. Eine Fahrt mit dem Bus vom Campground aus, auf dem wir vorgestern waren ("Verkehrsberuhigte Zone"), müssten wir online reservieren und ja, tatsächlich gibt es noch eine Fahrt. Zeitmaschine erforderlich Allerdings müssten wir auch eine Rückfahrt buchen und die einzige Fahrt geht zurück, bevor wir mit anderen ankommen würden. Das haben wir selbst verschuldet, denn schon seit Wochen sagte Anita immer wieder, dass wir uns überlegen müssen, ob wir zum Lake Louise wollen und wenn ja, für wann sie die Fahrten buchen soll. Aber irgendwie sind wir beide bzw. insbesondere ich, "nicht aus den Puschen gekommen". Na denn eben so Also werden wir heute etwas anderes unternehmen: Den Ort Canmore besuchen und hier ggf. den Policeman´s Creek Boarderwalk, einen ganz kurzen Weg über einen Holzsteg. Beim Erwachen stellen wir fest, dass es nicht nur kalt ist sondern auch schon wieder regnet. Von daher lassen wir uns Zeit, zumal wir erst gegen 14:00 Uhr ausschecken brauchen. Canmore Gegen 10:00 Uhr dann fahren wir die zwölf Kilometer zu dem kleinen, nett ausschauenden Örtchen Canmore. ![]() Obama sagte "Yes, we can!" und wir sagen dazu "Yes, we Canmore". Vor "Saveway" parken wir und kaufen ein paar Sachen ein. Zufällig habe ich unsere Saveway-Karte aus den USA dabei aber die wird hier nicht akzeptiert. Die Sache mit dem Parken I Dann machen wir uns also auf den Weg zum Policeman´s Creek Boarderwalk. Laut KI kann man gut vor dem Visitor Center parken, das wir daraufhin ansteuern. Doch das Visitor Center, das wir eingegeben haben, hat gar keinen Parkplatz. Und das Parken mit einem so großen Wagen ist ein ganz schönes Unterfangen, denn die Stadt hat das Zentrum für große Fahrzeuge gesperrt. ![]() Wir fahren einige wenige Kilometer aus der Stadt raus und halten für eine Tasse Kaffee an Bord auf dem kleinen Parkplatz Old Camp. ![]() Es regnet noch immer, aber dafür zunehmend weniger. Neuer Anlauf, denn die KI hat noch eine Alternative für uns. Auf dem großen Schotterplatz hinter dem Geschäft "Save on Foods". Die Sache mit dem Parken II Anita steuert den Wagen durch die recht engen Straßen mit einer erstaunlichen Gelassenheit und Präzession und tatsächlich erreichen wir den Platzt schon nach wenigen Minuten. Doch das Schild "Full" macht uns klar, dass die Anfahrt umsonst war. Es reicht! Jetzt reicht es Anita. "Dirigiere mich hier raus in Richtung unseres neuen Campgrounds". Wir reden uns die Situation mit dem Argument schön, dass wir bei Regen sowieso wenig Lust gehabt hätten, rumzulaufen. Der neue, und für uns quasi auch alte Campground, auf dem wir ja am Anfang des Urlaubs schon waren, ist nur wenige Kilometer entfernt. Da wir aber eigentlich erst um 16:00 Uhr einchecken können, stellt sich die Frage, was wir bis dahin machen. Also halten wir erneut auf einem kleinen Parkplatz, nur etwa drei oder vier Kilometer vom Campground entfernt. Mittlerweile hat es nicht nur aufgehört zu regnen, die Sonne zwängt sich sogar gelegentlich durch die Wolkendecke. Und dann gibt es hier auch noch einen Trail, wenn auch nur 1,5km lang. Hiking Den machen wir, damit wir uns wenigstens mal etwas bewegen. ![]() Wir sind mutterseelenallein auf diesem Weg, der meist durch einen dichten Wald führt. Ich albere rum, dass viele spannende Filme genau so angefangen. Wir lieben ja die Abgeschiedenheit und dabei völlig allein wandern zu können. Normalerweise. Die Wahrscheinlichkeitsrechnung Doch hier im aktiven Bärengebiet geht mir immer die These durch den Kopf: Je mehr Menschen unterwegs sind, desto geringer ist die Chance, dass es bei einer Bärenbegegnung ausgerechnet uns erwischt. Aber wir überstehen den Rundweg, der ein sogenannter Interpretive Trail ist, d.h. immer wieder erklären uns Schilder etwas über die Vegetation und Geschichte. ![]() Zurück am Bus ist es nun 15:00 Uhr durch und wir beschließen, zum Campground zu fahren in der Hoffnung, schon unsere Campsite beziehen zu dürfen. Bow Valley Campground Und das klappt auch. ![]() Präzise parken wir unseren Bus in die mitten im Wald liegende Campsite und wir bestätigen uns gegenseitig, mit dem Wechsel des Campgrounds alles richtig gemacht zu haben. Jetzt werden wir uns und unser Equipment etwas pflegen und bald schon ruft das Abendessen. Es gibt wieder Burger. Ach ja, noch etwas: Es regnet endlich mal! (Sarkasmus, richtig viel Sarkasmus!) |
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08.06.2026 Bow
Valley CG, Gondola Ein richtig geschmeidiger Tag. Alles ist im Flow. Ohne Frühstück und nur mit einer Tasse Kaffee geht es um 7:00 Uhr schon los nach Banff. Wir fahren so früh, weil der große Parkplatz zu dem wir wollen, erfahrungsgemäß schon am frühen Vormittag voll sein soll. Wettermäßig haben wir Glück. Entgegen all der anderen Tage dürfen wir uns heute an einem fast wolkenlosen Himmel erfreuen. Der wird zwar wolkiger, je näher wir Banff kommen, verspricht uns aber dennoch einen schönen Tag.
Vor 8:00 Uhr haben wir die knapp 60 Kilometer hinter uns und erreichen den gewünschten Parkplatz in Banff. Und weil wir ganz viel Zeit haben wird jetzt erst gefrühstückt. Ein Hoch dem Wohnmobil. Knack und Back-Croissants in den Ofen und kurze Zeit später riecht es im ganzen Bus schon himmlisch. Zwei Mal laufe ich zum Beginn der Straße um mich doppelt abzusichern, dass wir einen korrekten Parkplatz genommen haben. Und ja, er ist kostenlos und ausschließlich für RV. Das ist anderen völlig egal. Wir sind nach einiger Zeit das einzige Wohnmobil, das hier korrekt parkt, alles andere sind PKW. Wir haben zwei Möglichkeiten zur ersehnten Talstation der Gondola zu kommen. Entweder mit einem speziellen Shuttle, der hier in unmittelbarer Nähe um 9:00 Uhr und dann wieder um 10:00 Uhr startet oder mit dem Bus der Linie 1. Ich suche zunächst die Haltestelle des speziellen Busses und erkundige mich in der Trainstation, wo er abfährt. Fast genau vor der Tür! Anita meint, dass es viel zu früh ist, wenn wir den speziellen Bus um 9:00 Uhr nehmen, da unsere Gondelfahret erst um 11:10 Uhr ist. Ich gebe mich damit zufrieden, wenn auch nicht ganz glücklich. Denn es könnten ja so viele Dinge passieren: Der Bus fällt aus, wir bekommen keinen Platz, der Bus bleibt liegen. "Dann nehmen wir eben den nächsten Bus, das reicht immer noch" erwidert Anita und merkt mir die Unzufriedenheit an. "Dann gehen wir eben nach dem Frühstück und nehmen den Bus der Linie 1", kommt sie mir entgegen. Los geht´s Und das tun wir auch und dann läuft es wie am Schnürchen. Nach acht Minuten Fußmarsch zur Haltestelle sehen wir, dass der Bus in einer Minute ankommen soll und...er tut es. ![]() Nach etwa zwanzig Minuten erreichen wir die Talstation. Während ich schon den Fotoapparat warm laufen lasse, erkundigt sich Anita am Schalter, ob wir denn diesmal die Voucher umtauschen müssen und dabei wird ihr angeboten, eine frühere Fahrt nach oben auf die Bergstation vom Sulphur Mountain zu nehmen. ![]() Das kommt uns sehr entgegen, denn dann müssen wir nicht noch 1,5 Stunden hier unten warten sondern lediglich fünfzehn Minuten. Und auch die Talfahrt zieht sie vor. Wir gehen in den Wartebereich und eine freundliche Mitarbeiterin bietet uns an, jetzt schon zu fahren. Wenn es einmal läuft... Hoch geht´s ![]() Es geht noch weiter. Die Gondeln sind für vier Personen gedacht und ein Schild weist darauf hin, dass man sich zu einer Gruppe zu viert organisieren soll. Welch ein Zufall: Vor uns die Familie besteht aus drei Personen und die hinter uns auch, so dass wir allein zu zwei fahren dürfen. Ideal zum Fotografieren. ![]() Nach wenigen Minuten erreichen wir die Bergstation und sofort geht es raus auf die Terrasse um das Panorama aufzunehmen, fotografisch, aber auch innerlich. ![]() Ich brauche nicht zu erwähnen, dass wir nicht die einzigen sind. Aber wir haben ja gelernt: Wo es schön ist, da sind eben auch Touristen. ![]() Und kalt ist es, und windig. Anita zieht sich sofort die Jacke an, ich glaube noch einen Moment auch ohne zusätzlichem Pullover klar zu kommen, merke aber schnell, dass das keinen Sinn macht. Im Gegensatz dazu laufen hier einige mit kurzen Hosen oder kurzen Hemden rum. Das Thema, dass einigen Menschen die Temperatursensoren zu fehlen scheinen, hatte ich ja schon mal angeschnitten. Hier oben gibt es natürlich einen Souvenirladen, ein Familien-Restaurant und wohl auch ein gehobenes Restaurant, für das man am besten einige Wochen oder sogar Monate vorher einen Tisch reserviert. Aber jetzt geht es zunächst bei viel Wind und ziemlicher Kälte gut 500 Meter über Holzstege zum Nachbargipfel Sanson´s Peak, auf dem eine historische Wetterstation steht. Wir merken beide die dünne Luft auf über 2.000 Meter Höhe aber da müssen wir durch. ![]() Hier oben bietet sich tatsächlich ein beeindruckendes Panorama. ![]() Und von hier aus erkennt man sehr gut den mächtigen Bau der Bergstation. ![]() Leicht bis sehr durchgefroren geht es zurück und was hören wir von einem Kind laut schreiend? "An animal, an animal". Unsere Fotoapparate im Anschlag suchen wir das Tier und tatsächlich wir entdecken erstmaig in freier Wildbahn ein...Murmeltier. ![]() Im Theater der Bergstation sind wir von einem etwa zehn minütigen Film über die Berge des Banff sehr beeindruckt, und zwar fotografisch wie auch von der Dramaturgie. Schade, dass er so kurz ist. ![]() Auf der zweiten Etage gibt es einen herrlichen Panorama-Blick, jetzt aber im Warmen. Wir verbringen hier mit einem wärmenden Kaffee bzw. Kakao bestimmt fast eine Stunde. Dabei fasziniert uns das Panorama weniger als die vielen Touristen, die hier begeistert Selfies schießen. Wir sind fasziniert über welche Routine so manches Model hier verfügt. Ich kann noch wirklich was dazu lernen. Social Media macht's möglich. Wir werfen einen Blick nach unten und entdecken sogar unseren Camper unten in Banff. Wir glauben unseren Augen nicht zu trauen, aber dazu gleich. ![]() Runter geht´s Die vorgezogene Talfahrt ziehen wir abermals vor und gleiten gemütlich mit einem amerikanischen Ehepaar runter zur Talstation. $95 hätte uns die Gondola pro Kopf gekostet, wenn wir sie nicht im Package gebucht hätten An unserem Camper ankommend bestätigt sich das, was wir von oben zu sehen glaubten. Obwohl dies ein ausgeschilderter RV-Parkplatz ist sind wir in dieser Reihe mittlerweile tatsächlich das einzige Wohnmobil. ![]() Heim geht´s Die Rückfahrt geht gut von der Hand, Anita kennt sich mittlerweile so gut aus, dass wir sogar auf das Navi verzichten könnten. Auf dem Campground angekommen machen wir endlich das, worauf wir den ganzen Urlaub bisher verzichten mussten. Wir sitzen draußen bei einem kleinen Snack. ![]() |