Seit einigen Jahren gibt es auf dem "Strip" in Las Vegas
"The
World of Coca-Cola". Wird in dieser Außenstelle von Coca-Cola u.W.
überhaupt kein Tropfen Coke hergestellt, lohnt sich der Besuch dennoch. Nachdem
wir das Konzept einige Jahre zuvor in Atlanta, dem eigentlichen "Home of
Coke", mit Begeisterung kennen lernen konnten, besuchten wir mit Spannung
und Neugier die hiesige Ausstellung.
Für einen Eintritt von damals $2.00 gab es neben dem Bestaunen alter
Coke-Automaten, historischen Flaschen und authentisch nachgebauten
Cola-Geschäften eine Einführung in die Gründungsgeschichte der Coca-Cola-Company. Das Gerücht, dass die Ur-Coke auch ein Hauch von Kokain
beinhaltet hat, wurde dementiert. Einiger "Historiker" schwören
jedoch bekanntermaßen, dass dies so war und Coke er bis heute
"vergessen" möchte. Ein Highlight ist sicher die Zapfanlage:
Aufgeteilt nach verschiedenen weltweiten Regionen kann man völlig kostenlos
sämtliche von Coke hergestellten Getränke zapfen und probieren. Im Bereich
Deutschland gibt es neben der uns bekannten Coke-Classic, Coke II (niemals bis
nach Deutschland gekommen), Diet-Coke (Cola-light), Fanta, Sprite usw. in der
Zapfanlage eine Vielzahl exotischer Getränke, die hier kaum zu kriegen sind
oder aber offensichtlich nie über das Versuchsstadium hinausgekommen sind. Ein
Rundumschlag ist nur Besuchern mit robusten Mägen anzuraten.
Doch das alles nur nebenher.
Das eigentliche Geschichten ergab sich nach dem Besuch des Coke-Hauses. Vor dem
Haus begrüßte und verabschiedete ein farbiger Türsteher die Besucher. Beim
Verlassen des Gebäudes sprach er uns an, erkundigte sich, ob uns die
Ausstellung gut gefallen hat und wünschte uns noch einen schönen Tag. Nachdem
wir ihm das gleiche wünschten fragte er nach unserer Herkunft. Als wir
ihm "Germany" erwiderten, begannen seine Augen zu leuchten und
er teilte uns mit, dass er auch schon mal dort gewesen sei. Spontan dachte ich
an meine Erfahrungen aus Tunesien, wo ich den Eindruck hatte, dass Tunesier
entweder einen Bruder in Deutschland hatte und bereits selbst da war.(...um eine
gute Grundlage für ein weiteres Verkaufsgespräch anzuleiern/ rhetorisch sehr
geschickt!).
Die Geschichte unseres Türstehers war jedoch authentisch: Im Mischmasch aus
Amerikanisch und einzelnen im Gedächtnis hängen gebliebenen Brocken Deutsch
schilderte er uns, dass er bis vor einiger Zeit als G.I. in der Nähe von
"Heidelberg" stationiert war, dass er mehrere Jahre in "old
Germany" leben durfte, sich liebend gerne an "Wiener Schnitzel"
erinnert und über sein Amerika sagte: "Is Scheiße".
Uns hat dieses Gespräch ziemlich betroffen gemacht und er tat uns leid: In
Deutschland war er als G.I. mehr oder weniger anerkannt, seine amerikanischen
"Daheimgebliebenen" waren stolz darauf, dass er "in Europa war um
den Frieden zu sichern und aufzupassen" und nach seiner Rückkehr im Rahmen
der Entspannung zwischen Ost und West wurde er bei der Army arbeitslos und
verdiente nun sein Geld als Türsteher...
Für ihn ist der Frieden zur Pleite geworden.